Posts mit dem Label wanderung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label wanderung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 24. Dezember 2012

Wüstentagebuch 24

Eintrag 1925 3. Buch 5. Jahr
8 Tage bis zur nächsten Blutung.
Sie meint, dass wir die drei Zaubernüsse finden um das Land zu befreien.
Dem bösen Rattenkönig wurde die Prinzessin verweigert.
Sie konnte sein Gesicht nicht sehen und seine Art nicht ertragen.
Deshalb hat er der Den Königreichen des Wassers, Des Waldes und der Sonne die Zaubernüsse entrissen um die Welt der Ödnis und der Apathie zu übergeben.
Nur die frohen Mutes, mit starkem Willen und festem Charakter können sich auf den Weg machen um die verborgenen Truhen zu finden in denen sich die Zaubernüsse befinden.
Ich gebe ihr recht.
Lasse sie ausgiebig trinken.
Gönnen uns etwas Grünzeug.
Hatten eine ruhige Nacht.
Folgen den Wurzeln.
Glaube, dass sie dicker werden.
Luft lädt sich weiter auf.
Bin mehr als nervös.
Vermisse Harald.
Muss daran denken die Steine zu bemalen.
Lieber Gott, lass es doch einmal regnen.
Kontrolliere die Flaschen.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1926 3. Buch 5. Jahr
7 Tage bis zur nächsten Blutung.
Wunderbare unruhige Nacht.
Regen.
Endlich Regen.
Kalt und nass.
Ohne Blitze.
Einfach nur Regen
Ich weiß nicht mehr wann ich das letzte Mal so etwas erleben durfte.
Keine Ahnung wie lange er dauerte.
Lange genug um die Flaschen zu füllen.
Wir schmiegen uns eng aneinander und lauschen staunend wie kleine Kinder.
Laut prasselnd landen die Tropfen
Am Morgen danach hatte der unerbittliche Sand jede Spur von Nass aufgesaugt.
Nur unsere Flaschen waren der einzige Beweis für dieses einzigartige Ereignis.
Giftgrün bricht sich das Licht der Sonne in unseren Trophäen.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1927 3. Buch 5. Jahr
6 Tage bis zur nächsten Blutung.
Ruhige Nacht.
Das frische Wasser vom Regen schmeckt anders.
Nicht nach Urin oder Erde
Ich weiß nicht ob die Wurzeln dicker oder einfach besser genährt sind.
Sie kann mir nicht weiterhelfen.
Wollen beide, dass sie dicker werden.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1928 3. Buch 5. Jahr
5 Tage bis zur nächsten Blutung.
Ruhige Nacht.
Sind über einander hergefallen.
Es fing mit einem einfachen Kuss an.
Wollten uns zusammen reißen.
Konnten es nicht.
Wir sind reiche Leute, wir können es uns leisten.
Ich bin in ihr. sie ist auf mir.
Ihre Hände umschließen meinen Hals.
Presse ihre Füße gegen ihren Körper und über ihren Kopf.
Wir vergeuden den Tag im Sand.
Mein Kopf ist zwischen ihren Beinen.
Ihr Rücken presst sich an meinen Bauch.
Ich genieße den Geschmack ihrer Haut.
Sie saugt gierig meinen Geruch ein.
Wir unterhalten uns über die Welt die mal war.
Es gab Mädchen die Tee mit Teelikör tranken.
Jungen definierten sich über Zeichen auf ihrer Kleidung.
Musik konnte sinnlich oder sinnlos sein.
Entweder genoss man eine dunkle kurze Scheibe oder man drückte auf einen Knopf und wurde ohne Ende beschallt.
Es wurde anstrengend sich mit seiner eigenen Stimme zu verständigen.
Man hatte Freunde überall, die man nie wirklich kannte.
Jeder war irgendwie dick. Oder heiß oder kalt oder hoch.
Es gab kein Ziel.
Man lebte einfach nur vor sich hin.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1929 3. Buch 5. Jahr
4 Tage bis zur nächsten Blutung.
Ruhige Nacht.
Spreche sie auf ihre Blutung an.
Sie fängt hysterisch an zu lachen.
Hatte es vollkommen vergessen.
Hatte nie wirklich gezählt.
Wie auch bei diesen ewig gleichen und unendlichen Tagen.
Meint die Blutung sollte besser in den nächsten zwei tagen kommen.
Ich weiß nicht was sie meint.
Sie erklärt es mir.
Stimme in ihr Lachen ein.
Wie soll man sich auch in dieser Welt an Sachen wie den Eisprung erinnern?
Der Gedanke an fruchtbare Tage kommt heutzutage selten auf.
Auf den Knien liegen wir uns in den Armen im Nichts.
Und lachen ohne Ende
Links Sand, rechts Sand, vorne Sand, hinten Sand und wir in der Mitte.
Wir ziehen weiter

Eintrag 1930 3. Buch 5. Jahr
3 Tage bis zur nächsten Blutung.
Ruhige Nacht.
Wir verbringen jetzt genau 42 Tage miteinander.
Laut meinen Aufzeichnungen ist sie mir 169 Tage lang gefolgt bis wir uns direkt getroffen haben.
Bin mir hier nicht sicher ob sie sich mit einem anderen Verfolger abgewechselt hat.
Sie kann mir nicht weiterhelfen.
Die ganzen Tage die sie durch den Sand wanderte waren alle gleich.
Das einzige worauf sie achtete waren Nahrungsquellen.
So landete sie bei mir.
Bei mir gab es immer Nahrung.
Ich gab ihr Struktur.
Zusammen mit Harald.
Er war derjenige der immer früh auf den Beinen war.
Manchmal war er kurz davor sie zu erwischen.
Aber sie war ein Glückskind.
Immer wieder konnte sie dem geübten Jäger entwischen.
Wir ziehen weiter

Eintrag 1931 3. Buch 5. Jahr
2 Tage bis zum Ende des Zyklus.
Ruhige Nacht.
Haben uns aneinander abreagiert.
Jetzt ist es eh zu spät.
Soll uns das Morgen bringen was es will.
Wir haben unsere Familien in den Untergang begleitet.
Dieses ewig feindliche Land allein und verlassen erduldet.
Wir wissen dass es einmal eine bessere Welt gab.
Die Welt die einmal war, vor der Nacht der Blitze, ist heute schon Legende.
Fünf Jahre danach.
Ich vermisse meine Eltern.
Sie will ihr Haus zurück.
Ich bekam gerade meinen ersten Bart.
Sie spielte mit Puppen.
Ich stritt mich nur mit meinem Vater.
Sie verehrte ihre Mutter
Es wird auch wieder eine bessere Welt geben.
Und wir haben sie zu schaffen.
Stillstand ist der Tod.
Es muss ein Morgen geben.
Folgen den Wurzeln.
Denken nicht über ihre Form nach.
Ziehen weiter

Eintrag 1932 3. Buch 5. Jahr
1 Tage bis zum Ende des Zyklus.
Ruhige Nacht.
Keine Blutung.
Überlegen uns schlechte Witz über schlechte Eltern.
Wir sind in der ewigen Wüste.
Was ist schlimmer?
Eine Blutung oder ein Kind.
Was ist das für eine Welt?
Folgen den Wurzeln.
Vergleiche sie mit meinem Finger.
Irgendwann werden sie dicker sein als er
Jedes mal wenn einer ihrer Glaskugeln herunter fällt wirft sie eine andere hoch.
Aus jedem Tod der mir begegnet schaffe ich neue Knochen zum schnitzen.
Diese Welt ist das was man daraus macht.
Wir wollen beide zurück in die Welt die einmal war.
Aber wir können nicht.
Entweder man verzweifelt oder man findet einen Weg.
Schlimmer kann es nicht werden.
Wir ziehen weiter



Launing
die Geschichte einer Verwandlung

Hier zu kaufen

Sonntag, 23. Dezember 2012

Wüstentagebuch 23

Eintrag 1921 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
12 Tage bis zur nächsten Blutung.
Ich frage sie warum sie bei mir geblieben ist.
Ich bin der erste, der sie nicht sofort vergewaltigt hat.
Sie wusste zuerst nicht was sie davon halten soll, dass ich mich sie gekümmert habe.
Das hat bis jetzt noch niemand gemacht.
Gott, in was für einer Welt leben wir?
Fühlt sich sicher bei mir.
Sie mag mich.
Entschuldigt sich bei mir für die Narben in meinem Gesicht.
Die sind längst verheilt und nicht mehr zu sehen.
Ich entschuldige mich bei ihr dafür, dass ich sie gefesselt habe.
Sie lacht trocken und bedankt sich bei mir, dass ich ihre Kleider geflickt habe.
Andere hätten etwas anderes gemacht.
Sie meint, dass sie sonst wieder weggelaufen wäre, nur um mir dann weiter zu folgen.
Nur weil die Welt am Ende ist heißt das nicht, dass auch die Menschheit am Ende ist.
Dabei ist die Welt nicht am Ende.
Sie ist immer noch da.
Sie hat sich nur geändert.
Die Menschen sind immer noch dieselben.
Es gibt gute und schlechte.
Ich wollte immer einer von den Guten sein.
Mag den Gedanken, dass sie bei mir ist.
Folgen den Wurzeln.
Gönnen uns etwas Fleisch.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1922 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht
11 Tage bis zur nächsten Blutung.
Haben so gut wie gar nicht geschlafen.
Waren miteinander beschäftigt.
Ich dringe in sie ein, sie verschlingt mich.
Wir sind ein menschlicher Knoten.
Bewegen uns in Wellen.
Genießen unseren Geschmack.
Ihr Nacken ist in meiner Hand. Ihre Finger graben sich in mein Fleisch.
Wir sind die letzten und die ersten Menschen.
Unser Schweiß kommt von der Bewegung und nicht vom Stillstand.
Das Paradies haben wir im Kopf.
Ziehen weiter.


Eintrag 1923 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht
10 Tage bis zur nächsten Blutung
Ein Haus.
Mit Holzlatten und Dachziegeln
Ein richtiges Haus.
Jedenfalls das was davon übrig ist.
Die Fenster sind schon lange nicht mehr da.
Das Fundament ist eingesunken.
Das Dach hat Löcher.
Es ist unglaublich, dass es die Nacht der Blitze überstanden hat.
Die Einrichtung ist nur noch teilweise da.
Wir spielen Vater, Mutter, Kind.
Die Wüste ist ein böser Traum.
Sie tanzt in ihrem Kleid durch die Wohnstube und bringt das Kind in sein Bett.
Ich fege die Küche aus und suche Ersatzteile
Unser Kind ist eine augenlose Puppe. Ihm fehlt ein Arm.
Es gibt hier nichts brauchbares.
Wir sind nicht die ersten.
Das Holz ist morsch. Das Eisen verrostet.
Wer braucht heute schon Porzellan.
Das einzig wichtige hier ist die Erinnerung an eine unter gegangene Welt.
Ziehen weiter.

Eintrag 1924 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht
9 Tage bis zur nächsten Blutung
Die Luft lädt sich auf.
Sind nervös.
Hoffe auf Regen.
Reagieren uns in der Nacht aneinander ab.
Wollen nicht aufhören.
Müssen uns zusammen reißen.
Schnitzen und nähen.
Üben mit den Pfeilen.
Spielen mit dem Ball
Wir folgen den Wurzeln, die wir zu uns nehmen.
Der Geschmack ist wieder angenehmer.
Bilde mir ein, dass sie dicker werden.
Sie ist sich nicht sicher.
Ziehen weiter.




Launing
die Geschichte einer Verwandlung

Hier zu kaufen

Samstag, 22. Dezember 2012

Wüstentagebuch 22

Eintrag 1917 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
16 Tage bis zur nächsten Blutung
Ich kann die Siedlung noch riechen.
Diesen Geruch von Schweiß.
Menschen die eng aufeinander leben.
Ich habe alles richtig gemacht.
Sie ist immer noch bei mir.
Und sie näht.
Ich schnitze.
Folgen den Wurzeln.
Kann ein paar Kriecher erlegen.
Ein bisschen neue Knochen, Fleisch und Fell zum trocknen und bearbeiten.
Sie gönnt sich ein wenig von ihrem Vorrat.
Wir sind reiche Leute.
Ziehen weiter.

Eintrag 1918 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
15 Tage bis zur nächsten Blutung.
Die Siedlung ist nicht mehr da.
Endlich ist dieser Gestank weg
Wir sind allein in der Wüste.
Machen Rast für den Tag
Bessere die Plane aus.
Sie wirft die Glaskugeln immer wieder in die Luft und lässt sie dort oben tanzen.
Bunte Flecken aus Licht jagen sich auf dem Boden.
Machen Sprachübungen.
Schneiden uns die Haare.
Kontrollieren uns gegenseitig nach Parasiten.
Ich befreie mein Gesicht von den Haaren
Sie zeigt mir was sie sich genäht hat.
Es ist ein Kleid.
Sie sieht wunderschön aus.
Ich kann ein paar Schritte.
Wir tanzen allein im Sand einen vergessenen Tanz.
Die Welt ist tot, aber wir leben.
Ziehen weiter.

Eintrag 1919 3. Buch 5. Jahr
Vielleicht ist das alles gar nicht echt.
Das alles ist ein Wettbewerb und wir haben vergessen, dass wir daran teilnehmen.
Wir kommen eigentlich von einem anderen Planeten in einem anderen System.
Um zu sehen wer der beste von uns ist wurden wir hier ausgesetzt.
Auf einem Planeten, der nur aus Sand besteht.
Die kleinen Geräte mit denen wir Signale an die Schiedsrichter geben haben wir verloren.
Der Wettbewerb wurde irgendwann so echt, dass wir vergaßen wer wir wirklich sind.
Die Schiedsrichter hatten irgendwann kein Interesse mehr und sind zurück zum Heimatplaneten.
Ruhige Nacht.
14 Tage bis zu nächsten Blutung.
Sie fragt mich warum ich so lache.
Erzähle es ihr und sie lacht mit mir.
Folgen den Wurzeln
Ziehen weiter.

Eintrag 1920 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
13 Tage bis zur nächsten Blutung.
Stellen uns Rätsel.
Bringe ihr die Einheitssprache bei.
Zeichnen Wörter in den Sand.
Frage sie wie alt sie ist.
Sie fragt mich ob das wirklich wichtig ist.
Alt genug um zu überleben.
Alt genug um mit mir die Nacht zu verbringen.
Alt genug um Handel zu treiben.
Sie hat sich aus Stoffresten einen kleinen Ball geschaffen.
Er springt von ihrem Handrücken auf ihre Fußspitze und zurück und von Seite zu Seite.
Sie fragt mich was das Ziel ist.
Erzähle ihr von den Wäldern.
Ich weigere mich zu glauben, dass die Ganze Welt so ist.
Wenn es Regen und Gewitter gibt, dann gibt es auch Wasser und Wälder.
Wir haben noch eine Atmosphäre.
Wasserstoff und Sauerstoff werden immer noch auf der Erde gehalten und verdunsten nicht hinaus in das Nichts.
Wenn es Jahrzehnte braucht um dorthin zu kommen, dann ist das halt so.
Aus den Knochen sind Nadeln, Pfeilspitzen geworden.
Dazu sechzehn runde Steine.
Die eine Hälfte muss ich noch färben.
Sie drückt mir einen sanften Kuss auf die Wange.
Wir ziehen weiter.

Launing
die Geschichte einer Verwandlung

Hier zu kaufen

Freitag, 21. Dezember 2012

Wüstentagebuch 21

Eintrag 1913 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Mit vielen Gerüchen und Geräuschen.
20 Tage bis zur nächsten Blutung.
Es ist erstaunlich wie genau die Höhlen aus Müll, die Zelte, die Lager, die freien Behausungen in genauen Abständen zueinander stehen.
Niemand wird diese Regel aufgeschrieben haben, aber sie existiert einfach.
Aus dem Nichts entsteht etwas.
Ordnung aus dem Chaos.
Ein letztes mal spielen wir das Spiel
Bewegen uns zielstrebig auf die Grenze der Siedlung zu..
Guten Tag wir sind arme Wanderer.
In unserem Gepäck haben wir ein paar bescheidene Güter.
Was könnt ihr uns dafür geben?
Das sind wirklich gute Waren.
Was wollt ihr dafür haben?
Auch ich habe nicht viel.
Menschen.
Überall Menschen.
Oh Gott und was für Menschen.
Verschwitzt und geifernd. Nicht nur ungewaschen, sondern auch ungepflegt.
Tumore im Gesicht.
Bleiben dicht beieinander.
Sie versteckt ihre Angst.
Ich schlucke meinen Ekel herunter.
Wir wollen Handel treiben.
Da hilft nur lächeln.
Um uns zu beruhigen schnitze ich.
Sie näht.
Eine Entdeckung für sich.
Sie organisiert sich eigene Flaschen für Wasser und Urin.
Sammelt sich einen beachtlichen Vorrat zusammen.
Teilweise liegen die Flaschen und der Stoff einfach nur auf dem Boden herum.
Finde selber immer wieder Haare und Stöcke, also Sehnen und Pfeile für den Bogen.
Hier und da liegt auch eine Schraube im Sand.
Auf unserem Weg halten wir immer wieder und spielen das Spiel.
Handeln und tauschen und bieten uns an.
Wir erreichen das Ende der Siedlung und bewegen uns zielstrebig hinaus in den Sand.
Ich will weg von diesem kümmerlichen Schatten der Menschheit.
Sie will weg.
Gott, was wurde nur aus dieser Welt.
Suchen Wurzeln um sie zu essen und um ihnen folgen zu können.
Der Boden ist immer noch schwierig.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1914 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
19 Tage bis zur nächsten Blutung.
Haben abwechselnd Wache gehalten.
Sie näht. Ich Schnitze.
Ihre Hand streicht durch mein Haar.
Sie liegt mit kaltem Schweiß eng bei mir.
Sie hat es geschafft.
Sie weint nicht.
Singen Lieder und erzählen uns Geschichten.
Können immer noch die Siedlung hören und riechen.
Suchen uns Wurzeln.
Machen eine Inspektion.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1915 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
18 Tage bis zur nächsten Blutung.
Die Siedlung ist nicht mehr zu hören.
Sie schläft ruhiger.
Kein kalter Schweiß mehr.
Nur der Geruch liegt noch in der Luft.
Folgen den Wurzeln.
Zeigen uns unsere ergatterten Schätze.
Sie hat sich Glasmurmeln mitgenommen.
Sie mag wie sich das Licht in ihnen bricht.
Ich habe ein paar Süßigkeiten bekommen.
Sie sind alt, aber zu genießen.
Wie kleine Kinder lachen wir im Sand.
Lutschen harten Zucker und bestaunen das bunte Licht.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1916 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
17 Tage bis zur nächsten Blutung
Der Geruch der Siedlung ist fast nicht mehr da.
Nur noch zu bemerken wenn man ihn sucht.
Sie springt mir von hinten auf den Rücken.
Befiehlt mir ich solle vorwärts stürmen.
Ich tu wie mir geheißen.
Bewerfen uns mit Sand.
Folgen den Wurzeln.
Gönnen uns Grünzeug.
Wir kauen bis es nichts mehr her gibt.
Ziehen weiter.


Launing
die Geschichte einer Verwandlung

Hier zu kaufen

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Wüstentagebuch 20

Eintrag 1911 3. Buch 5. Jahr
Unruhige Nacht mit etwas Bewegung.
22 Tage bis zur nächsten Blutung.
Die Geräusche und Gerüche der Siedlung dringen aus der Ferne zu uns.
Manchmal kann man Stimmen hören.
Meistens Lachen oder Schreie.
Sie kommt immer wieder zu mir und will sich an mir körperlich abreagieren.
Mache die ersten Male mit.
Dann halte ich sie fest im Arm.
Will ihre Panik beruhigen.
Muss mich zusammenreißen.
Ihr Atem geht schnell und unkontrolliert.
Immer wieder weint sie.
Murmelt etwas unverständliches.
Frage mich was sie in der Wüste erlebt hat.
Wie lange sie alleine überlebt hat.
Wer sie so gebrochen hat.
Starten den Tag mit einer Inspektion.
Zählen unsere Dinge.
Das bringt auch den Verstand in Ordnung.
Über der Siedlung ist vereinzelt Rauch zu sehen.
Ich bewege mich zielstrebig auf diese moderne Großstadt zu.
Sie bleibt ein paar Schritte zurück.
Wir treten ein.
Sofort merke ich die Unruhe die an diesem Ort herrscht.
Das Stimmengewirr ist voll mit Sprachen die ich nicht kenne.
Ein paar Worte kann ich verstehen.
Jeder hier war mal auf der Wanderung und hat aufgegeben.
Sie bleibt jetzt dicht bei mir.
Frage den ersten den ich verstehen kann wie groß die Siedlung ist.
Er meint einen Tagesmarsch.
Sie will hier nicht übernachten.
Das wird nicht möglich sein.
Sage ihr sie soll sich zusammen reißen.
Nehme ihren Kopf in meine Hände und drücke ihr einen Kuss auf die Stirn.
Suchen zielstrebig den zentralen Platz auf.
Dort kann man am besten Handel treiben.
Guten Tag wir sind arme Wanderer.
Dieser Ort ist eng und verzweifelt.
In unserem Gepäck haben wir ein paar bescheidene Güter.
Sie soll ihr das Fleisch und die Knochen die ihr gehören selber tragen.
Das sendet das richtige Signal.
Was könnt ihr uns dafür geben?
Man will ihr wirklich Glasmurmeln anbieten.
Sie lehnt dankend ab.
Das sind wirklich gute Waren.
Sie kann nähen und flickt die Kleider.
Ihre Balladen und Lieder weiß sie auch an den Mann zu bringen.
Das Fleisch behält sie für sich.
Was wollt ihr dafür haben?
Sie nimmt Stoff und kann sich ein Messer für das Schnitzen ergattern.
Auch ich habe nicht viel.
Handel ist wie eine lange komplizierte Jagd mit vielen Drehungen und Wendungen.
Mal muss man Krach machen. Mal muss man schleichen. Mal beides zur gleichen Zeit.
Werde gefragt wie viel sie kostet.
Sie steht nicht zum Verkauf.
Konnte mir Schreibzeug und Grünzeug ergattern
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1912 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht
21 Tage bis zur nächsten Blutung
Sie war ganz aufgeregt von ihrem Erfolg.
Reißen uns zusammen.
Machen weiter.
Guten Tag wir sind arme Wanderer.
Mir werden immer wieder Männer und Frauen angeboten.
Sie sagt ich bin nicht interessiert.
In unserem Gepäck haben wir ein paar bescheidene Güter.
Begutachte das Haar, die Zähne und die Haut von jedem der will und zahlt.
Versuche nicht an meine Mutter zu denken.
Was könnt ihr uns dafür geben?
Die Plane des Lagers muss erneuert werden.
Ein paar Schrauben wären auch nicht schlecht.
Das sind wirklich gute Waren.
Teile das Fleisch und das getrocknete Geziefer gut ein.
Wer weiß wann die nächste Siedlung kommt.
Was wollt ihr dafür haben?
Die Messer müssen geschliffen werden.
Lege wert auf Grünzeug.
Auch ich habe nicht viel.
Jeder hat etwas.
Sonst würden sie hier nicht leben.
Ziehen weiter.


Launing
die Geschichte einer Verwandlung

Hier zu kaufen

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Wüstentagebuch 19

Eintrag 1909 3. Buch 5. Jahr
Ruhige und bewegte Nacht.
24 Tage bis zur nächsten Blutung.
Haben ein Haus erreicht.
Das was man heute Haus nennt.
Eine Höhle erbaut aus Sand und Müll.
Zusammen gehalten von Blut und Schweiß.
Jetzt weiß ich auch was für ein Geruch sich in die Luft mischt.
Es ist der Schweiß von Menschen die zusammen Leben.
Der Mann der in der Höhle wohnt beäugt uns misstrauisch mit seinen Augen, die einem Wiesel gehören könnten.
Er spricht eine Sprache die nur aus knurren und husten zu bestehen scheint.
Mit Mühe kann ich ihn verstehen
Kann nicht sagen wie alt er ist.
Guten Tag wir sind arme Wanderer.
In unserem Gepäck haben wir ein paar bescheidene Güter.
Was könnt ihr uns dafür geben?
Er beäugt sie mit hungrigen Augen.
Er bemerkt meinen Blick.
Ich bin nur ein armer Siedler.
Und lebe nur von der Hand im Mund.
Ich kann euch nichts anderes geben als meine besten Wünsche.
Fragen ihn nach dem Weg zur nächsten Siedlung.
Er gibt uns die Richtung vor.
Morgen sollten wir sie erreicht haben.
Suchen zusammen nach Wurzeln.
Finden sie mit Mühe und habe unsere Not sie der Erde abzugewinnen.
Der schwere Geruch in der Luft wird schwerer.
Er widert mich jetzt schon an.
Schlagen unser Lager für die Nacht auf.
Reden noch weniger als sonst.
Die Anspannung steckt uns in den Knochen.
Sie ist fahrig und unkonzentriert.
Den Blick des Mannes hat sie genauso bemerkt wie ich.
Wahrscheinlich hat sie ihn auch deutlich gespürt.
Vor uns liegt eine Siedlung mit mehreren Menschen.
Ich konnte große Mengen von Menschen nie leiden, aber sie hat Angst.
Überlege wie alt sie.
Verzichte darauf sie zu fragen.
Kann mich nur mit Mühe an mein eigenes Alter erinnern.
Es gibt auch in dieser leeren Welt Regeln.
Ein Überfall ist unwahrscheinlich.
Aber Vorsicht ist besser als Nachsicht.
Übernehme die erste Wache.
Alle fünf Lieder und fünf Geschichten wechseln wir uns ab.
Ziehen weiter.

Eintrag 1910 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
23 Tage bis zur nächsten Blutung.
Sie hat in sich zusammen gekauert in ihrer eigenen Ecke geschlafen
Manchmal hat sie geweint.
Der kalte Schweiß klebt ihr auf der Stirn.
Versuche amüsante Lieder auszuwählen.
Vom Raben, Vom wandernden Kind, Vom glücklichen Hans,von den zwei Brüdern, wie ich meinen eigenen Garten aufbaute.
Sie ist in ihren Erzählungen klassischer als ich.
Bin erstaunt wie viele Balladen sie kennt.
Den Zauberlehrling hatte ich ganz vergessen.
Genauso wie die von den zwei Freunden.
Wir dämmern durch die Nacht.
Merke wie sie dicht bei mir sitzt wenn ich mit ruhen an der Reihe bin.
Schlafen so gut wie wir können.
In der Ferne sehen wir wie die Siedlung die uns langsam aber sicher entgegen kommt.
Zuerst ist sie nur eine undeutliche Linie auf dem Horizont und scheint unendlich weit.
Mit jedem Schritt kommen wir näher.
Die Linie wird größer.
Wir können verschwommene Behausungen erkennen, die im Dunst nicht stillstehen können.
Die Behausungen sind irgendwann als Müllhöhlen, Zelte und andere selbstgebaute Lager zu erkennen.
Ziehen weiter.



Launing
die Geschichte einer Verwandlung

Hier zu kaufen

Dienstag, 18. Dezember 2012

Wüstentagebuch 18

Eintrag 1905 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Schlafen eng beieinander.
Ich wie immer seltener als sie.
Bin Mikroschläfer.
28 Tage bis zur nächsten Blutung.
Früher hat man sich am Mond orientiert.
Das ist heute nicht mehr möglich.
Also die Tage zählen.
Haben genügend Stoff für die nächsten vier Tage.
Die benutzten Lappen lassen wir im Sand liegen.
Gehen in Deckung.
Vielleicht lockt es ja ein paar Angreifer an.
Wo Tiere sind, da sind auch Menschen.
Die nächste Siedlung kann nicht weit sein.
Sie ist äußerst talentiert im zerlegen.
Erzählt mir fröhlich wie ihr Vater ihr alles beigebracht hat.
Zeige ihr welche Knochen man wofür benutzt.
Was man aus ihnen machen kann.
Gönnen uns etwas Fleisch.
Sie befiehlt mir richtig zu schlafen.
Während mir ihre Hand durch die Haare streicht, schlafe ich ein.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1906 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
27 Tage bis zur nächsten Blutung.
Bin ausgeruhter als sonst.
Sie muss häufiger Pause machen.
Der Geschmack ist immer noch seltsam.
Man schmeckt die Stadt die hier mal war.
Machen Sprachübungen.
Zeichnen Wörter in den Sand.
Erkläre ihr wie gehandelt wird.
Was ist von Wert und was nicht.
Erzähle ihr wie einmal Land für Murmeln aus Glas verkauft wurde.
Sie weiß nicht was Glasmurmeln sind.
Kann sich nicht vorstellen warum irgendjemand Land kaufen wollte, da es eh nur Sand gibt.
Sie soll sich vorstellen dass ihr jemand Fleisch für Sand verkaufen will.
Erkläre ihr auch, dass die Hälfte des Fleischs und der Knochen vom letzten Angriff ihr gehören.
Üben noch einmal das suchen von Wurzeln.
Sie ist erfolgreich.
Keine Angreifer in Sicht.
In die Luft mischt sich ein fremder Geruch.
Bedanke mich bei ihr für die Wurzeln.
Sie meint sie habe sich bei mir zu bedanken.
Darauf nimmt sie meinen Kopf
Wir ziehen nicht weiter.

Eintrag 1907 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht
26 Tage bis zur nächsten Blutung
Wir sind am Leben.
Ihre Lippen nehmen meine.
Ich nehme sie.
Reagieren uns aneinander ab und aus.
Schlafen miteinander schwer atmend.
Sind beide im Delirium.
Sie schmeckt nach Salz und Metall.
Hatte vergessen wie gut das tut.
Dieser Hunger wurde viel zu lange nicht gestillt.
Wir sind am Leben.
Mal halte ich sie auf dem Boden.
Sie beißt sich genüsslich in meiner Schulter fest.
Mal ist sie auf mir.
Ich presse sie an mich.
Halte sie so wie ich sie haben will.
Oh Gott tut das gut.
Wir ziehen nicht weiter.
Haben viel zu lange gewartet.
Wollen alles nachholen.
Wir sind am Leben.

Eintrag 1908 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
25 Tage bis zur nächsten Blutung
Müssen weiter ziehen.
Können nicht ewig weiter machen.
Folgen zielstrebig den Wurzeln.
Bleiben immer wieder stehen um uns zu küssen.
Müssen uns zusammenreißen.
Die nächste Nacht kommt bestimmt.
Weiterziehen.
Stillstand ist der Tod.
Der Sand wird dicker.
Die Luft ist schwanger mit fremden Gerüchen.
Sie will alleine Wurzeln suchen.
Braucht ihre Zeit.
Ist erfolgreich.
Bringt Kriecher mit.
Kriecher.
Sie sind ordentlich genährt.
Wo Tiere sind, da sind auch Menschen.
Wir ziehen weiter.



Launing
die Geschichte einer Verwandlung

Hier zu kaufen

Montag, 17. Dezember 2012

Wüstentagebuch 17

Eintrag 1901 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Sie sucht meine Nähe.
Erzähle ihr eine Geschichten,
Wie das goldene Zeitalter zum bronzenen wurde. Damals in der unbekannten Zeit.
Wie Kinder eine alte Frau überlisten. Wie es mir meine Mutter erzählte
Wie das Fischernetz erfunden wurde.
Sie gibt mir Rätsel auf.
Welche Blume kann man nicht pflücken.
Was hängt an der Wand gibt jedem die Hand.
Loch an Loch und hält doch.
Sie hat ihren Spaß mich raten zu lassen.
Die Antworten sind einfach und erinnern mich an die alte Welt.
Ich hasse und liebe sie im selben Augenblick.
Sie kann nichts dafür.
Warte bis sie mit ihrem Kopf auf meiner Brust schläft.
Streiche ihr mit meiner Hand über den Kopf.
Ich bin nicht allein.
Denke an dich, mein Vater.
Schicke sie los um Wurzeln zu finden.
Bearbeite die Knochen von Harald.
Er wird mir schon von Nutzen sein.
Sie schafft es nicht.
Schicke sie solange Wurzeln hohlen, bis sie welche gefunden hat.
Inspiziere in der Zwischenzeit den Vorrat.
Suche nach Stoff.
Finde was ich brauche.
Ihr Geruch ist schwerer geworden.
Ich bin nicht der einzige hier im Sand der gut riechen kann.
Sie bringt Wurzeln.
Lobe sie.
Zelebriere es.
Erkläre ihr wie man mit einem Messer umzugehen hat
Sie sind nicht zu gebrauchen.
Wir bereiten sie zu und spucken sie in den Sand.
Sie macht das Feuer.
Ich hohle das Essen.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1902 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Lagen nebeneinander.
Zeige ihr meine Bücher.
Zeichnen Wörter in den Sand.
Bearbeite die Knochen von Harald.
Zeige ihr noch einmal wo die Wurzeln sind.
Machen Sprachübungen.
Spielen ein Spiel.
Ich mag Gitarre,
Sie mag Radio.
Halten uns an unseren Schultern.
Dürfen nicht lachen.
Erkläre ihr den Bogen.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1903 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Sie sucht meine Nähe.
Ihre monatliche Blutung beginnt.
Erkläre ihr was kommen wird.
Sie kennt das was kommt gut genug.
Erzähle ihr von der ersten Blutung meiner Schwester..
Sie erzählt mir wie ihre Familie zugrunde gegangen ist.
Die Blitze haben jeden in ihrer Familie nieder gerafft.
Sie hat sie schmelzen sehen.
Habe mich zusammen zu reißen.
Darf nicht zusammenbrechen.
Ich habe das bessere Ende erlebt.
Habe genügend Stoff.
Aber der Geruch liegt nun in der Luft.
Müssen vorsichtig sein.
Haben uns etwas einfallen zu lassen.
Bearbeite Haralds Knochen.
Du wirst uns schon von nutzen sein.
Sie schaut mir unruhig zu.
Machen Sprachübungen.
Suchen zusammen nach Wurzeln.
Erkläre ihr wie man mit einem Messer umzugehen hat.
Ein Angriff ist nur eine Frage der Zeit.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1904 3. Buch 5. Jahr
Angriff!
Wir konnten sie schon am Tag spüren.
In unseren Augenwinkeln sahen wir sie.
Ihre Schritte hörten wir.
Sie hatten ihr Blut gerochen.
Wir wussten dass sie uns auf den Fersen waren.
Suchten nach Wurzeln.
Waren laut.
Aber die alten Regeln nützen nichts.
Der Angriff kam.
Wir reagierten.
Jeder von uns hatte seine Erfahrung.
Fünf Jahre hatten wir beide in dieser Wüste verbracht.
Habe meine Wunden zu versorgen.
Unwichtig
Wir haben Fleisch und Knochen.
Dies ist unser Sieg.Sind reiche Leute.
Ziehen weiter.



Launing
die Geschichte einer Verwandlung

Hier zu kaufen

Sonntag, 16. Dezember 2012

Wüstentagebuch 16

Eintrag 1898 3. Buch 5. Jahr
Du bist ein Idiot Robert.
Die Einsamkeit in all dem Sand hat dich die grundlegenden Sachen über Männer und Frauen vergessen lassen.
Frage sie in der Nacht wie sie mit den monatlichen Blutungen fertig wird.
Sie sich immer ein Stück Stoff zwischen die Beine geklemmt.
Kein Wunder, dass ihre Kleidung so zerrissen war.
Die Tiere hat sie abgewehrt
Oder sich im Sand versteckt.
Hatte mehr Glück als Verstand.
Frage sie nach Männern.
Männer sind Tiere und Tiere hat sie abgewehrt
Ruhige Nacht.
Machen Sprachübungen.
Singen Lieder.
Vom Schelm,
Vom Eseln und dem Kuckuck im Mai.
Wir müssen kurz lachen.
Vom Vater der ein Schaf ist.
Spielen ein Spiel.
Sie mochte immer Pferde.
Majestätisch und nach Beherrschung fordernd.
Sie war gut im Reiten.
Ich wollte immer einen Garten.
Ruhig auf meinem Stuhl sitzen und das Land um mich herum planen.
Und dann wenn ich meinen Plan hatte würde ich das Land gestalten.
Suchen zusammen nach Wurzeln.
Die Luft wird schwerer.
Das mag ich nicht.
Die alten Bilder kommen wieder hoch.
Du musst diese Möglichkeit wahrnehmen Robert.
Erinnere dich an das alte Spiel aus Schwarz und Weiß.
Denke an den Turm der nicht zusammen stürzen darf.
Da kommt was auf uns zu.
Die letzten Nächte haben wir nebeneinander gelegen und keiner konnte wirklich schlafen.
Wer kann heute noch dem anderen trauen.
Das was kommt wird nicht schön.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1899 3. Buch 5. Jahr
Die Flaschen sind voll.
Wir haben die Nacht überstanden.
Sie hat geschrien und sich an mich geklammert.
Sie hat nach ihrer Mutter geschrien.
Mama! Mama! Mama! Mama!
Hat mir fast die Luft abgeschnitten,
Um uns herum wüteten die Blitze und der Regen.
Hatte wach zu bleiben.
Durfte sie nicht enttäuschen.
Halte sie wie ein kleines Kind.
Ich halte sie wie meine neue Schwester vor vielen Jahren.
Ich hatte mal eine kleine Schwester und einen kleinen Bruder.
Muss mich zusammen reißen.
Diese Nacht der Blitze stehst du durch.
Denn diese Blitze werden nicht die letzten sein.
Du willst dein Ziel erreichen.
Also stehe deinen Mann.
Irgendwann sind die Blitze vorbei.
Nur noch Regen.
Er sammelt sich in den Flaschen und versickert im Sand
Ihr Kopf ruht schwer auf meiner Brust.
Ihr ganzer Körper ist zusammen gekrümmt.
Ihre Finger hatten sich in meine Arme eingegraben.
Wir haben die Nacht überstanden.
Schicke Maria los um Wurzeln zu finden.
Mache eine Inspektion.
Alles in Ordnung.
Versorge die Wunden.
Sie hat keinen Erfolg.
Gehen zusammen nach Wurzeln suchen,
Machen Sprachübungen.
Singen
Sie wird besser mit der Sprache.
Meine Schrift kann sie immer noch nicht lesen.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1900 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Haben nebeneinander gelegen.
Sie sucht meine Nähe.
Der Boden bleibt schwierig.
Folgen den Wurzeln.
Essen sie.
Machen Sprachübungen.
Singen Lieder.
Vom Schelm im Sack.
Vom Kuckuck und dem Esel die einen Wettstreit haben.
Von der Katze die im Schnee lief.
Sie schaut mich kurz an und fängt an zu lachen.
Versuche mich zu kontrollieren, kann es aber nicht.
Auf unseren Knien lachen wir ohne Sinn und Verstand im ewigen Sand.
Diese Welt ist wertlos und wir sind übrig geblieben.
Schnee!
Wir ziehen weiter.


Launing
die Geschichte einer Verwandlung

Hier zu kaufen

Samstag, 15. Dezember 2012

Wüstentagebuch 15

Eintrag 1894 3. Buch 5. Jahr
Die Nacht war ruhig.
Sie ist von alleine in das Nachtlager gekommen.
Lagen schweigend nebeneinander.
Keiner wollte zuerst einschlafen.
Habe die Musik vom kleinen Schelm gesummt.
Sie lag wie ein Stock neben mir
Zu essen gab es Wurzeln.
Der Boden wird schwieriger.
Die Luft gefällt mir nicht.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1895 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Haben zusammen im Nachtlager gelegen.
Bin erfahrener als sie im Mikroschlaf.
Sie hat immer durch geschlafen nachts im Sand.
Jetzt bricht sie tagsüber zusammen.
Hat zu wenig geschlafen und getrunken.
Bringe sie ruhig und beharrlich zum trinken.
Danach schläft sie mehrere Stunden.
Habe unter der Sonne aus zu harren.
Organisiere Wurzeln zum Essen.
Lasse sie wie immer mit der Ausrüstung und dem Vorrat zurück
Sie kann sonst nirgendwohin.
Selbst wenn sie mit all meiner Habe weg rennt wird ihr dass nur kurz helfen.
Der Boden ist durchsetzt von Steinen.
Hier war einmal eine ganze Stadt voller Menschen.
Finde keine Knochen.
Darf nicht daran denken woraus der Sand gemacht ist.
Meine Hände werden rissiger als sonst.
Fange an mich beim Ölvorrat zu bedienen.
Hatte auf die nächste Siedlung gehofft.
Aber der Bär war wohl schon sehr lange unterwegs gewesen.
Hätte ihn fragen sollen.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1896 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Lagen nebeneinander im Nachtlager.
Konnten beide nicht schlafen.
Haben ein Spiel gespielt.
Sie kann die Gemeinschaftssprache nicht.
Unsere Sprache kann sie nur schwer und langsam.
Die Nacht war lang und das einzige was wir haben ist Zeit.
Ihr Name ist Maria. Sie kommt vom Land.
Ich habe auf sie aufpassen und sie ich werde ihr nichts antun.
Der Kuckuck und der Esel, die sich im Mai im Wald streiten.
Mai. Monate. Jahreszeiten.
Es gibt heute genau so viele Jahreszeiten wie Vegetarier.
Darf nicht lachen.
Muss mich zusammenreißen.
Dieses Buch ist ein Anker. Ich will mich daran erinnern, dass die Welt einmal besser war und das die Welt wieder besser sein kann.
Über ihre Familie will sie nicht reden und sie weint nur kurz.
Bin damals durch die verbrannten Felder gelaufen.
Nur Verlierer bleiben stehen. Nur die Schwachen begnügen sich mit dem was sie haben. Wer kämpft kann verlieren, alle anderen haben schon verloren.
Mit Obst kann sie nichts anfangen, aber sie erinnert sich an das frische Fleisch das von den Wiesen kam.
Euphorisch hat sie ihrem Vater beim schlachten geholfen und wusste genau wo welcher Knochen war.
Ich habe einen Glücksgriff gelandet.
Ich vermisse das Gras.
Sie hat mal lesen gelernt.
Die Sprache aus dem Märchenbuch kann sie lesen aber nicht erkennen.
Mit meiner Schrift ist sie überfordert.
Beginne mit dem Projekt.
Zu essen gibt es Wurzeln.
Ihr Geschmack ist anders aber sicher.
Die Nächste Siedlung kommt bestimmt.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1897 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Liegen nebeneinander.
Ich schlafe wie ich schlafe.
Sie muss sich am Tag ausruhen.
Es gab Wurzeln und ein paar Würmer zu essen.
Wir singen Lieder.
Vom Mann im Wald. Von den vögeln, die alle schon das sind.
Wir ziehen weiter.

Launing
die Geschichte einer Verwandlung

Hier zu kaufen

Freitag, 14. Dezember 2012

Wüstentagebuch 14

Eintrag 1892 3. Buch 5. Jahr
Du hattest eine ruhige Nacht.
Alles nett und alles ruhig.
Kein Grund sich irgendwie Gedanken zu machen.
Denk nach Robert.
Denk nach.
Du warst damals kurz davor zu studieren.
Etwas richtiges und nicht irgend etwas zum wohlfühlen..
Du konntest damals eins und eins zusammen zählen.
Das wirst du jetzt auch noch können.
Sammle die Fakten.
1. die Welt ist wie sie ist.
An dem was ist wirst du nichts ändern können.
Du willst zurück, aber das kannst du nicht.
2. Alles was du kennst ist vergangen.
Ja Harald ist tot und du hast sein Ende herbei geführt.
3. die Wälder im Osten sind ein großes Ziel, aber du brauchst kleine Ziele, kleine Erfolge auf dem Weg.
Es wird Zeit andere Überlegungen zu treffen. Wie schaffst du den Weg?
4. Du hattest Recht mit dem Verfolger
Du bist nicht wahnsinnig.
Deine Instinkte funktionieren und erfüllen ihren Zweck.
5. Du hast ein Mädchen gefangen, dass schon abhängig von dir war.
Alles hat seinen Zweck zu erfüllen und es gibt grundlegene Funktionen.
Du hast die Macht und du bist der Mann.
Was ist die Summe von eins plus eins?
Du weißt nicht wie lang der Weg vor dir noch dauern wird.
Der große Wald kann morgen oder in ein paar Jahren auftauchen.
Ob es den großen Wald gibt ist eine ganz andere Frage.
Das Mädchen, die junge Frau, die von uns abhängig ist wirft uns ängstliche Blicke zu, die uns uns sorgfältig beobachten.
Wahrscheinlich plant sie genauso wie du ihre nächsten Schritte.
Ob wir diese Schritte gemeinsam unternehmen hängt von schlichter Logik ab.
Eins plus eins Robert.
Denke nach.
Du hast überlebt.
Du musst dich an das erinnern was wichtig ist.
Du musst mit der neuen Personenstärke anfangen.
Denken und Handeln.
Wo willst du in fünf Jahren sein?
Wer willst du in fünf Jahren sein?
Die Wälder sind eine Illusion.
Ein Traum.
Ohne einen konkreten roten Faden wirst du zerbrechen.
Mach was aus deinen Reichtümern.

Eintrag 1893 3. Buch 5. Jahr
Mich gibt es eigentlich nicht.
Ich bin gar nicht echt.
Das alles hier hat sich jemand ausgedacht.
Wir sind alle Figuren in einer Geschichte um das Publikum zu unterhalten.
Oder es ist ein Spiel und das was wir machen wird von Würfeln und komplizierten Regeln bestimmt.
Das ist auch nicht die Erde, sondern ein ferner Planet.
Warum sollte der Himmel auch sonst andauernd grün sein?
Im Sand leben riesige Würmer die jederzeit heraus brechen können um uns zu verschlingen.
Ich bin der ausgewählte Krieger der die Prinzessin zu ihrem Schloss begleiten muss.
Vielleicht belohnt sie mich ja mit einem Kuss.
Hey, das hat sich gereimt.
Mein Gefährte ist in der Schlacht gefallen um mich zu retten.
Tapfer und unermüdlich hat bis zum letzten Atemzug gekämpft.
Vielleicht kommt auch noch ein Drache den ich zu erschlagen habe.
Ein dunkler Lord fehlt auch noch.
Diese Geschichten haben immer einen dunklen Lord.
Vielleicht ist er ja der Mann meiner Schwester oder ein alter Lehrer von mir.
Ich brauch noch Zaubersteine, vielleicht lerne ich ja auch die Drachensprache.
Wie schön wäre das.
Hatten eine ruhige Nacht.
Es liegt etwas in der Luft.
Kann nicht genau sagen was.
Entweder ist es das Wetter
Habe die Kleine von der Leine gelassen.
Soll sie laufen.
Sie nimmt ihre Augen nicht von mir.
Misstrauisch verfolgt sie jede meiner Bewegungen.
Bereit mir die Augen aus zu kratzen sobald ich ihr auch nur zu nahe komme.
Entweder bleibt sie bei mir oder folgt mir mit Abstand.
Sie muss selber wissen was sie will.
Ich hab das Werkzeug, die Erfahrung und den Vorrat.
Das ich in der Nacht meine Hände bei mir behalte hat sie gemerkt.
Ich mag meine Aussetzer und Macken haben.
Aber es gibt schlimmere als mich.
Das weiß sie auch.
Wahrscheinlich nur zu gut.
Ziehen weiter


Launing
die Geschichte einer Verwandlung

Hier zu kaufen

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Wüstentagebuch 13


Eintrag 1890 3. Buch 5. Jahr
Sie war dann irgendwann ruhig.
Will mir immer noch nicht sagen wie sie heißt oder wie alt sie ist oder wo sie herkommt.
Manchmal rede ich.
Sie schweigt.
Manchmal beschimpft sie mich.
Ich bedanke mich.
Sie bleibt an der Leine.
Wenn sie mir nichts sagt, denke ich mir meinen Teil.
Das kleine Ding wird nicht älter als fünfzehn oder sechzehn sein.
Heißt, sie war acht bis zehn in der Nacht der Blitze.
Wie ist ihre Familie zugrunde gegangen?
Will ich das wissen?
Oh Herr, was für eine Welt hast du uns überlassen?
Sie hat Narben an den Armen.
Woher hat sie die Narben?
Ihre Kleidung hat sie sich wahrscheinlich so gut sie konnte selber zusammen gestellt.
Habe ihre Kleidung zu verbessern.
Das wird ein Spaß.
Merke wie mich ihre Anwesenheit anregt.
Wie ihr Geruch meine Nase umspielt.
Das alles ist mehr Veränderung als ich haben will.
Ich mag keine Veränderung.
Ich will meinen Harald zurück.
Wir haben die unmöglichsten Spiele gespielt.
Aber jedes Spiel hatte seinen Sinn und Zweck.
Wir waren zwei durchtriebene Halunken und hatten immer unseren Spaß.
Ich will nach hause kommen.
Mein Vater hat mir eine Standpauke zu halten, während meine Mutter das Essen kocht.
Es ist egal was sie kocht.
Mutters Essen schmeckte immer gut.
Meine Geschwister haben mich zu bewundern.
Meine Erfolge sind ihr Ansporn.
Danach bekämpfen wir uns.
Im Garten oder auf dem Boden im Zimmer.
Wer wird der Herrscher sein?
Ich habe immer Sieger.
Es geht mir nicht gut.
Habe mich zusammen zu reißen.
Die Nacht war ruhig.
Habe Wurzeln und trockenes Geziefer gegessen.
Sie war nur schwer zum Essen zu bringen.
Habe sie in das Nachtlager zu bringen.
Neue Wunden die ich zu versorgen habe.
Wir ziehen weiter

Eintrag 1891 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Habe mich um die Kleidung von dem kleinen Miststück gekümmert.
Es war eine Aufgabe für sich ihr die Kleidung abzunehmen.
Muss bei den nächsten Kontakten nach Salz fragen.
Alkohol wäre auch nicht schlecht.
Es gab mal Zeiten wo ich Alkohol genossen habe.
Es gab auch Zeiten wo man kein Fleisch gegessen hat.
Es gab mal Vegetarier.
Veganer.
Dann es ist böse Tiere zu töten.
Oh ist da ein Herz in deiner Suppe?
Schmeckst du das Blut?
Das ist aber doof.
Es ist voll doof Tiere zu töten und sie dann zu essen.
Das hätte Gott nicht gewollt.
Man konnte mal Kaffeemanagement studieren.
Kulturwissenschaft oder moderne Kunst.
Einfach nur so.
Ich weiß nicht mehr was Kaffee ist,
Sollte mich erinnern.
Es war wichtig.
Kann nur an die Studiengänge denken
Warum sollte man sich auch Geologie beschäftigen?
Das ist doch nicht cool.
Ich studiere doch nur für mich selbst.
Das Morgen ist doch unwichtig.
Wir wollen alle glücklich sein
Vater ich danke dir und deiner Mutter.
Danke dass ihr mich angetrieben habt.
Ihr habt mich auf den Boden der Tatsachen gehalten.
Und dank euch kann ich überleben.
Fange an hysterisch zu lachen.
Und ich will gerade ihre Sachen nähen.
Muss die Nadeln weglegen.
Kann nicht anders.
Kann auch nicht aufhören.
Sie starrt mich entgeistert an.
Versuche es ihr zu erklären.
Sie versteht es nicht.
Dafür ist sie zu jung.
Sie kann oder will sich nicht erinnern.
Wir ziehen weiter.


Launing
die Geschichte einer Verwandlung

Hier zu kaufen

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Wüstentagebuch 12

Eintrag 1887. 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Meinte Schritte zu hören.
Es müsste Anfang März sein.
Das Jahr habe ich vergessen.
Ist auch unwichtig.
Es ist das 5. Jahr nach dem Ende.
Vielleicht auch das 6.
Jede andere Zeitrechnung hat ihren Wert verloren.
Frage mich manchmal ob das was uns geschehen ist überall passiert ist.
Dann frage ich mich wieder ob es die Wälder überhaupt noch gibt.
Fange damit an im Buch zu lesen.
Lese mir selber vor.
Will nicht aus der Übung kommen.
Es ist etwas schwierig zurück in die alte Sprache zu finden.
Aber ich habe ja genügend Zeit dafür.
Hatte die Geschichte von dem Kapitän mit dem blauen Bart ganz vergessen.
Meine ab und zu etwas in den Augenwinkel zu sehen.
Zu Essen gibt es etwas Geziefer und Grünzeug.
Ich ziehe weiter.

Eintrag 1888 3. Buch 5. Jahr
Ich hab das Miststück.
Mein Gesicht schmerzt vor lauter Schrammen.
Habe lange nicht mehr mein eigenes Blut geschmeckt.
Alle meine Knochen tun mir weh, aber ich habe das Miststück
Windet sich wie eine Schlange, setze sie fest
Ich nehme sie an die Leine.
Die entkommt mir nicht.
Nennt mich einen dreckigen Hund.
Aber die Schlange hat dem Hund das Fleisch gestohlen und der Hund hat keine Lust mehr verfolgt zu werden.
Schluss mit lustig.
Das elende Spiel hat jetzt ein Ende
Ich kann nicht sagen wie alt sie ist.
Sie hat die Figur eines Kindes.
Dieselbe lederne Haut wie wir alle und alte Augen die den Tod zu nahe gekommen ist.
Habe ich auch solche Augen.
Oh Gott was hat uns diese Welt nur angetan.
Sie hat sich in der Nacht wieder an meinem Vorrat bedienen wollen.
Habe sie gehört und bin in die Konfrontation gegangen.
Ich weiß nicht worüber ich glücklicher bin.
Sie einfach gefangen zu haben oder zu wissen, dass sie wirklich existiert.
Ich mag meine Aussetzer haben, aber ich bin nicht wahnsinnig.
Will mir nicht sagen wie sie heißt oder woher sie kommt.
Wirklich geredet hat sie bisher nicht.
Aber sie hat mich in meiner Sprache beleidigt.
Wir haben also dieselben Wurzeln.
Wie lange folgt sie mir schon?
Kontrolliere meine Aufzeichnungen.
Habe seit einem halben Jahr das gefühlt gehabt verfolgt zu werden.
Haralds Tod hat meine Geduld vertrieben.
Ist das jetzt gut oder schlecht?
Und was mache ich jetzt mit ihr?
Ich ziehe weiter.
Sie kommt mit.
Ob sie will oder nicht.

Eintrag 1889 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Der Abend war anstrengend.
Es brauchte Kraft und Überzeugung sie in das Nachtlager zu bekommen.
Draußen wäre sie ungeschützt vor Angreifern und dem Wetter.
Binde ihre Arme und Beine fest.
Sie kann in Sätzen reden.
Ihre Stimme ist rau und ungeübt.
Aber sie kann sich beschweren.
Überlege ob ich sie auch kneble.
Lasse es aber.
Bin ja kein Unmensch.
Soll sie mir die Ohren voll meckern.
Es ist mal was anderes
Erzählt mir dabei, dass sie sich immer in den Sand eingegraben hat und dort gut geschützt war.
Was habe ich mir da eingehandelt.
Ich ziehe weiter

Launing
die Geschichte einer Verwandlung

Hier zu kaufen

Dienstag, 11. Dezember 2012

Wüstentagebuch 11

Eintrag 1884 3. Buch 5. Jahr
Die Nacht war ruhig.
Er, sie oder es ist immer noch da draußen.
Noch ein paar Tage, dann sollte die Situation geklärt sein.
Es gab Würmer zum Essen.
Habe mir eine paar Wurzeln gesichert.
Schmecken anders als sonst.
Habe den Sand nach nützlichen Sachen durchsiebt.
Ein paar Steine sehen brauchbar aus.
Darf mir aber nicht zu viel last aufhalsen.
Ich mag den Gedanken nicht, dass hier mal eine Stadt war.
Andererseits ist diese Gegend weniger zerstört als andere.
Kann ein Zeichen sein, dass ich mich den Wäldern nähere.
Auf jeden Fall sollte bald eine Siedlung kommen.
Hätte den Kontakt fragen können.
Habe nicht daran gedacht.
War zu überwältigt gewesen überhaupt Kontakt zu haben.
Der Tod von Harald steckte mir noch in den Knochen.
Sollte mich langsam um seine kümmern.
Dieser ganze Sand könnte mal Menschen gewesen sein.
Irgendwo tief unter mir liegen Knochen.
Die ganze Welt ist ein einziger riesiger Friedhof, den wir bewandern.
Wir sind umgeben vom Tod.
Das ist kein angenehmer Gedanke.
Die Idee, dass wir vielleicht von einer höheren Macht auserwählt wurden um die Menschheit in ein neues Zeitalter zu führen geht mir nicht aus dem Kopf.
All der Schmerz, die ganzen Verluste müssen doch für etwas gut gewesen sein.
Schon damals wurde uns beigebracht, dass nichts ohne Grund geschieht.
Aktion führt zu Aktion.
Am Ende hat alles seinen Sinn und seinen Platz.
Ist es meine Aufgabe meinen Verfolger zu fangen und ihn, sie oder es mit auf meinen Weg zu nehmen?
Ich ziehe weiter.

Eintrag 1885 3. Buch 5. Jahr
Ich habe ein Gesicht gefunden.
Weiß, rund, eben, aus Porzellan.
Es könnte mal einem Engel gehört haben.
Der Rest der Skulptur ist weg gebrochen.
Keine Arme, keine Beine, kein Körper, kein
Nur das Gesicht hat überlebt.
Mit leeren Augen schaut es mich an und sagt mir nichts.
Es erinnert mich nur wehmütig an das was mal war.
Ich kann noch nicht einmal erkennen ob es in einem Museum war oder in einer Wohnung.
Vielleicht gehörte es auch einem Menschen der von einem der Blitze getroffen wurde.
Ein grausamer Gedanke, aber ich würde mich nicht darüber wundern..
Es ist ein Wunder, dass es überhaupt so lange überlebt hat.
Ich unterhalte mich ein wenig mit dem Gesicht.
Wo ich herkomme und wo ich hingehe.
Erzähle einen kleinen Witz.
Keine Reaktion.
Vielleicht sieht der Verfolger es ja.
Die Nacht war ruhig.
Beginne mich teilweise vom Vorrat zu ernähren.
Die Wurzeln schmecken hier immer sonderbarer.
Ich ziehe weiter.

Eintrag 1886 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Ich habe vergessen welcher Tag heute ist.
Muss bei Gelegenheit nachrechnen.
Glaube fast, dass es Winter ist.
Der Himmel wird etwas dunkler.
Könnte bald regnen.
Oder gewittern.
Hoffe dass es nur regnet.
Wäre mein erstes Gewitter alleine.
Darauf habe ich keine Lust.
Der Verfolger kommt näher.
Rede mit mir selber und singe etwas.
Darf das Lachen nicht vergessen.
Sollte vielleicht ein paar mal stolpern.
Gönne mir etwas getrocknetes Geziefer.
Was gäbe ich für etwas Salz und Zwiebeln.
Ich ziehe weiter.

Launing
die Geschichte einer Verwandlung

Hier zu kaufen

Montag, 10. Dezember 2012

Wüstentagebuch 10

Eintrag 1879 3. Buch 5. Jahr
Nacht war ruhig.
Werde weiter verfolgt.
Muss mir etwas einfallen lassen..
Die Unruhe tut mir nicht gut.
Zu Essen gab es Wurzeln und Würmer.
Die Steine im Sand nehmen zu.
Hier war mal was.
Singe meine Lieder.
Lese das Buch.
Ich ziehe weiter.

Eintrag 1880 3. Buch 5. Jahr
Nacht ruhig wie immer.
Verfolgte einen Glimmer
Mein Verfolger ist immer noch da.
Überlege was gestern war
Entwickele Ideen.
Das kann nicht so weiter gehen
Will nicht raus gehen und Essen jagen.
Aber ich habe mich zu bewegen.
Ich will nicht im Sand enden.
Die Wurzeln und Würmer muss ich kriegen.
Die Erinnerungen sind Plagen.
Ich will ihnen nicht begegnen.
Wir konnten mal Nachrichten einfach so senden.
Ich habe vergessen was es heißt zu lieben.
Da draußen ist jemand der mir folgt.
Warum auch immer.
Vielleicht weil ich besonders gut aussehe.
Egal.
Lese im Buch.
Die Sprache ist schwer, aber mein Hirn hat was zu tun.
Besser so als anders,
Ziehe weiter.

Eintrag 1881 3. Buch 5. Jahr
Nacht war ruhig.
Werde weiter verfolgt.
Muss meine Ideen umsetzen.
Soll er, sie oder es doch kommen.
Habe die Bücher geprüft und festgestellt, dass ich mich seit drei Monaten mit dieser last herum trage.
Ich bin faul geworden.
Seit drei Monaten dulde ich einen Verfolger, der immer wieder von mir zehrt und meine Vorräte dezimiert.
Neunzig Tage lang lebe ich im Ungewissen.
Bilde ich mir die ganze Sache ein oder ist da wirklich jemand.
Ich habe Harald das Genick gebrochen.
Schluss mit lustig..
Fange damit an unkontrolliert wild zu lachen.
Sollte wahrscheinlich auch etwas vom Vorrat loswerden.
Es ist ein Verlust aber er sorgt für Klarheit.
Es gab wie immer Wurzeln und Würmer zu essen.
Habe mir zu merken, dass ich immer Wurzeln finde.
Das kann kein Zufall sein.
Wurzeln sind wie Wasser.
Die kleinen führen dich zum großen.
Irgendwo muss die Hauptwurzel sein.
Und diese Wurzel wird mich zu den Wäldern im Osten führen.
Ich glaube und hoffe und denke dass ich meinen Weg gefunden habe.
Die Steine im Sand geben mir Hoffnung.
Harald ist tot und ich habe dafür gesorgt.
Ich ziehe weiter.

Eintrag 1882 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Das was uns folgt ist immer noch da.
Folge den Wurzeln.
Lache laut.
Mache keine wirkliche Inspektion.
Laufe nur an meinem Vorrat vorbei um zu sehen was da ist
Finde Wurzeln.
Hoffe auf Siedlung.
Esse Würmer.
Sand, Steine, Beton.
Sehe ich Stahl oder bilde ich mir das nur eine?
Lese im Buch.
Merke wie die alte Sprache flüssig wird.
Ich ziehe weiter.

Eintrag 1883 3. Buch 5. Jahr
Habe Schritte gehört.
Teile mir meinen Schlaf ein.
Will nicht mit Händen um meinen Hals aufwachen.
Ich habe Schritte gehört.
Langsam und knirschend im Sand.
Nacht war sonst ruhig.
Die Luft verändert sich.
Da kommt ein Sturm auf mich zu.
Es wird regnen und Blitze werden ihre Macht zeigen.
Habe Wurzeln gefunden und folge ihnen.
Lache wann immer ich kann und habe einen Sack fallen lassen.
Ich kriege dich schon.
Morgen oder übermorgen.
Wir werden sehen wer das Sagen hat.
Ich ziehe weiter.

Launing
die Geschichte einer Verwandlung

Hier zu kaufen

Sonntag, 9. Dezember 2012

Wüstentagebuch 9

Eintrag 1877 3. Buch 5. Jahr
Kontakt.
Endlich Kontakt.
Herr im Himmel seihest du gepriesen.
Kontakt.
Ein anderer Mensch.
Ein Mann wie ein Bär.
Mit seinem eigenen Vorrat.
Wir können also handeln.
Danke dir Herr für dieses Zeichen.
Wir näherten uns beide mit Vorsicht.
Keiner wusste vom anderen ob er nicht vielleicht feindlich gesinnt ist.
Oder ob er eine Einbildung ist.
Während ich ihn nervös mustere nimmt er mich einfach nur zur kenntnis
Sein Mund ist eindeutig einsilbiger als meiner.
Er hat schon länger nicht mehr mit jemanden geredet.
Ich frage ihn nach einem Lied.
Er fängt an zu grölen.
Und weil der Kerl ein Kerl ist, braucht er was zum Fressen, bitte sehr!
Es macht ihn ein Traum nicht satt, das schafft kein Essen her.
Und weil der Kerl ein Kerl ist, braucht er auch Kleider und Schuh!
Es macht ihn ein Traum nicht warm und auch kein Beten dazu!
Alles was ich darauf antworten kann ist ein unendliches Lachen.
Das Eis ist gebrochen.
Wir schlagen unser Lager zusammen auf.
Die Worte kommen langsam in der Einheitssprache.
Ich bin geübter.
Wir bereiten ein gemeinsames Mahl.
Ich gebe Fleisch.
Er gibt Grünzeug.
Er hat Grünzeug.
Ich darf mir meine Euphorie nicht anmerken lassen.
Was mir sein Grünzeug ist, ist ihm mein Fleisch.
Während mir die Zähne wackeln, wird er sich Sorgen um seine Haare machen.
Ich besorge Wurzeln.
Er organisiert Kriecher.
Mit meinem Messer zerlege ich alles und bereite es vor.
Durch seine Werkzeuge konnte er ein Feuer zaubern.
Aus seinem Topf rührten wir mit meinem Löffel das Festmahl des Abends an.
Danach legen wir uns beide in unseren Lagern schlafen.
Ein Messer behalte ich in meiner Hand.
Man kann nie wissen.

Eintrag 1878 3. Buch 5. Jahr
Es war eine angenehm ruhige Nacht.
Brauchte das Messer nicht.
Werde ich beobachtet oder ist das meine neue Bekanntschaft?
War früher wach als der Kontakt.
Kontrollierte in der Zwischenzeit meinen Vorrat.
Nichts fehlte.
Der Mann wie ein Bär stieg grunzend aus seiner Behausung.
Es ist interessant wie ähnlich sie der meinen ist.
Vier Ecken. Leicht. Schnell aufzubauen aus dem was man mit sich tr‰gt.
Er schaute sich aufmerksam um und
Dann warf er mir einen langen Blick zu.
War das ein Ritual?
Mochte er meinen Geruch nicht?
Oder spürte er meinen Verfolger?
Der Geruch wird es nicht sein.
Wasser ist rar und nach den alten Standards stinken wir alle wie ein Löwenarsch.
Geräuschvoll geht er an seinen Vorrat und schmeißt ihn vor mich hin.
Schnaufend packt er sich dahinter
Er bietet mir eines seiner Bücher an.
Er versteht die Sprache nicht.
Ich verstehe sie.
Vor langer Zeit habe ich sie mit anderen in einem kahlen Raum gelernt.
Uns wurde damals gesagt, wir w¸rden dieses Wissen brauchen um erfolgreich bei der Arbeit zu sein.
Es war die Hauptsprache vom Land neben uns.
Ein bellender Laut löst sich aus meiner Kehle wenn ich daran denke.
Es ist ein Märchenbuch.
Wir unterhalten uns so gut wir können.
Natürlich reden wir auch über die Nacht der Blitze.
Wenn ich ihn richtig verstanden habe war er mal ein reicher Mann gewesen.
Ihm gehörte ein ganzes Land oder nur Ländereien.
Es war schwer ihn zu verstehen.
Manchmal meinte ich vertraute Namen zu hören.
In meinen Gedanken waren wir beide aus dem selben Land und ich war kurz der Meinung dass er alle die ich kannte, wenigstens schon einmal gesehen hatte.
Er hatte mehrere Frauen und von ihnen viele Kinder.
Sie alle arbeiteten mit ihm und bescherten ihm Freude.
Das Land lebte und brachte Leben.
Es ging ihm gut.
Alle waren glücklich.
Dann kam die Nacht der Blitze und seine ganze Familie starb einer nach dem anderen.
Ich kann mir nicht vorstellen wie es für ihn gewesen sein muss.
Er hat seine ganze Familie verloren.
Genauso wie ich.
Genauso wie so alle anderen die ich getroffen habe.
Sind wir die Auserwählten?
Haben wir uns zusammen zu finden und eine neue Gemeinschaft zu bilden?
Wurden wir am Leben gelassen um die Menschheit zusammen zu bringen.
Habe ich ihn zu halten und zu überzeugen von dieser Idee?
Ich gebe ihm für das Buch selbst gemachte Messer und Löffel.
Wir tauschen getrocknetes Grün gegen trockenes Fleisch.
Er will zur Küste.
Ich will zu den Wäldern.
Er kennt keine Wälder mehr.
Ich weiß dass die Küsten vergiftet sind.
Wir haben beide ein Ziel und es ist uns egal was es bedeutet.
Brechen zwei Kerle aus einem Haus für Verrückte aus.
Sie schaffen es bis auf das Dach.
Ihre einzige Rettung ist der Sprung auf das nächste Haus.
Der eine schafft es mit einem Sprung.
Der andere traut sich nicht.
Darauf macht der eine seine Taschenlampe an und ruft dem anderen zu:
Lauf auf dem Lichtstrahl herüber.
Darauf sagt der andere:
Ich kann nicht!
Fragt der eine:
Warum?
Darauf der andere:
Du würdest das Licht ausmachen bevor ich drüben wäre.
Das ist unsere schöne neue Welt.
Wir trennen uns mit den besten Wünschen und ziehen weiter unserer Wege.

Launing
die Geschichte einer Verwandlung

Hier zu kaufen
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Beliebte Posts