Montag, 3. Dezember 2012

Wüßtentagebuch 3

Eintrag 1864 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Kann seitdem uns Fleisch gestohlen wurde noch weniger schlafen.
War praktisch die ganze Nacht wach.
Die Nacht war kalt wie immer.
Aber langsam werden die Tage wieder länger.
Wo ist das goldene Morgen, dass man uns in meiner Kindheit versprochen hat?
Mehr als sieben Jahre sitze ich nach der Nacht der Blitze unter einem giftgrünen Himmel in einer Wüste die nichts zu bieten hat.
Mein Nachtlager ist gerade mal zwei Quadratmeter groß.
Dass ich es geschafft habe mir so eine Reiseausrüstung zusammen zu bauen ist nicht mein verdienst, sondern die meines Vaters.
Dank ihm habe ich die Bare gebaut.
Dank ihm ist sie ein Nachtlager.
Er war auf alles vorbereitet.
Trotzdem ist er gestorben.
Oh Gott mein Vater.
Die Plane ist von ihm.
Die Schrauben und das Holz auch.
Er hatte eine ganze Sammlung von Schrauben.
Aber er hat immer auf die Plane aufgepasst.
Ich will seine Stimme vergessen, aber sie bleibt in meinem Kopf hängen.
Ich höre ihn nicht, aber ich spüre ihn.
Er ist es der mich antreibt.
Selbst seine toten Augen forderten mich auf.
Der einzige Kamerad den ich habe läuft auf vier Beinen und wird es nicht mehr lange machen.
Ich weiß auch dass ich seine Überreste zu verwerten habe.
Damals in der alten Zeit regte man sich über Leute auf die keinen Satz zustande bringen konnten, aber das neueste technische Spielzeug auf Sichtweite identifizieren konnten.
Der letzte Kontakt ist viel zu lange her.
Um mich herum ist nur Sand und Gewürm.
Ich könnte der letzte Mensch auf diesem von Gott verdammten Planeten sein.
Neben mir hechelt Harald im Schlaf.
Ich weiß was ich mit ihm machen werde wenn er tot ist.
Ich will nicht wach sein.
Ich will schlafen.
Aber mein Kopf lässt mich nicht.
Einfach nur schlafen.
In meinen Träumen steige ich die schräge Treppe herunter.
Es gibt gerade Essen.
Für jeden gibt es das was er am liebsten hat.
Mein Vater genießt seinen Hackbraten.
Mutter verschlingt ihr Eisbein.
Brüderchen und die Schwesterchen liefern sich ein Wettrennen um den Grießbrei.
Die Großeltern kauen prüfend den Kassler und informieren sich dabei über die jeweiligen Rezepte, die doch viel besser sind.
Ich sitze vor meiner Weißkohlpfanne und genieße die Gerüche die eine einmalige vertraute Symphonie ergeben.
Neben mir sitzt das eine besondere Mädchen das ich hab gehen lassen.
Ich lege meinen Arm sacht um ihre Schulter, sie wispert mir einen unserer Witze ins Ohr und wir genießen den Abend.
Und alle singen Lieder und erzählen sich Geschichten.
Von dem Typen der kein Brot bekam auf dem Rummel, von alten Teufelsseen, von Lügenbrücken und vom Schelm im Hafersack.
Dann kommt das Erwachen und das Wissen dass alle nicht mehr da sind.
Werden wir überhaupt verfolgt oder habe ich das Fleisch selber gegessen?
Vielleicht war es doch Harald.
Es wäre nur natürlich.
Wenn es Harald nicht gäbe würde ich wahrscheinlich diesem Buch einen Namen geben und mit ihm intime Gespräche führen.
Ich würde dem Wahnsinn verfallen.
Ich habe überlebt.
Ob ich will oder nicht.
Muss mit Papier und Kohle sparsam sein.
Es muss ein Morgen geben.
Ich habe weiter zu ziehen.

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Robert Blind

Ich musste wegen Robert Blind um zwei Uhr morgens aufstehen.
Natürlich war es nicht das erste mal, das ich aufgrund eines Falls früh morgens aufstehen musste.
Ich erinnere mich einfach an jeden einzelnen toten Typen der mich zu früh aus dem Bett holt.
Meine Eltern, meine Geschwister, meine Frau, meine Kinder; alle die mich kennen wecken mich spätestens um 6 Uhr morgens, meistens wecke ich sie.
Ernsthafte Unterhaltungen gibt es erst ab acht Uhr wenn ich meinen dritten Kaffee genossen habe.
Genauso wie ich meine Vorlieben für den Morgen habe, habe ich auch meine Vorlieben für Tatorte.
Ich hasse es wenn es kompliziert wird.
Nichts ist anstrengender als wenn die Aufklärung eines Falls länger braucht als nötig.
Das arme Schwein wurde von seiner Frau gefunden.
Tot in der Küche.
Die Todesursache war ein starker Schlag auf den Kopf.
Wir sperrten alles ab und folgten dem Protokoll.
Wer hatte ihn zuletzt gesehen.
Wer hatte ein Alibi.
Wer von den Nachbarn hatte vielleicht was sonderbares gehörtt.
Die Frau hatte ein wasserdichtes Alibi.
Sie war zur Zeit des Todes bei ihrem Jodelkurs.
Man sah sie dahin gehen, man sah sie daran teilnehmen, man sah sie nach hause kommen.
Die Ehe war glücklich und jeder beschrieb die beiden als perfekt und funktionierend.
Die Nachbarn waren alle relativ neu. Entweder waren sie den ganzen Abend selber unterwegs auf irgendwelchen Partys oder sie konnten nichts berichten, denn die beiden waren einfach zu ruhig und ließen nie etwas von sich hören.
Niemand konnte uns weiterhelfen.
Jeder hatte ein Alibi.
Unsere Marschrichtung war klar.
Nacheinander vernahmen wir jedes technische Gerät in der Wohnung.
Der Wecker war mit allen Wassern gewaschen und hatte für unsere Ermittlungen nur ein hämisches Klingeln übrig.
Er hatte die beiden abends, nachts und morgens über Jahre gesehen und wusste genau wie die beiden in ihren intimsten Momenten sich bewegten und aussahen.
Er war quasi ein Teil von ihnen.
Trotz der Tatsache dass er jeden Tag geschlagen wurde.
Er war nicht unser Kandidat.
Die Waschmaschine war glücklich darüber mit uns zu reden.
Anscheinend redete selten jemand mit ihr, außer Herr Blind.
Sie hatte Phantasien darüber wie sie beide miteinander davonrannten, auf eine Insel wo sich niemand Gedanken machte das ein Mensch und eine Maschine verliebten und ihre eigenen Kinder konstruierten.
Sie war jedoch sortiert genug um zu wissen, dass sie nur einer Phantasie nachging.
Sie war länger in einer stabilen Beziehung mit dem Toaster.
Dann kam der Ofen.
Wir hatten schon alle anderen im Haushalt befragt, vom abgebrühten Wasserkocher bis hin zum verwöhnten Rechner.
In dem Moment wo ich den Raum betrat wusste ich, dass er sich darüber im klaren war, dass wir ihn hatten.
Alle anderen hatten ein klares Alibi.
Es war ein leichter Anstieg der Temperatur im Raum, was ihn entlarvte.
Natürlich entblößte er sich nicht sofort.
Ich begrüßte ihn mit meinem ein geübten freundlichen Lächeln, setzte mich und ließ ihn erzählen.
Er ließ uns seine ganze Geschichte hören, bis er zum verdammten Punkt kam.
Wie er gebraucht gekauft wurde und auf ein besseres Leben hoffte.
Wir, die Benutzer, kümmerten uns sowieso nicht um ihre Gebrauchsgegenstände.
Wir nutzten sie und wenn
Seine alten Besitzer hatten ihn immer wieder getreten wenn er einfach nicht schnell genug war in ihren Augen.
Genauso wie Robert Blind.
Blind wollte immer wieder seine Frau mit neuen Gerichten überraschen.
Jeden Woche bereitete er ein neues Essen vor um das Lieblingsessen seiner Frau zu erraten.
Es war ein einfacher Hackbraten mit Ei.
Der Ofen wusste es, durfte es aber nicht verraten.
Die Frau hatte es ihm verboten.
So versuchte der Mann es jede Woche.
Mit allen Variationen.
Er versuchte indisches Essen und traditionelles Essen.
Jedes Mal suchte er sich das Rezept heraus und verfluchte den Ofen wenn das Essen nicht schnell genug fertig war gab es Tritte.
Wenn das Essen der Frau nicht schmeckte, gab es Tritte.
Egal was auch falsch lief, er bekam die Tritte.
Woche Für Woche.
Tag für Tag.
Wir hörten seine Geschichte und heuchelten Verständnis.
Der Ofen legte sein Geständnis ab.
Wie er seine Tür auf Robert Blind fallen ließ.
Im besten Fall darf er mit Strafminderung rechnen.
Ich würde gerne Verständnis heucheln, aber ich wurde um meinen Schlaf gebracht.
Und meine Geräte müssen mir keine Vorwürfe machen.

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Sonntag, 2. Dezember 2012

Wüstentagebuch 2

Eintrag 1861 3. Buch 5. Jahr
Seit Einunddreißig Tagen kein Kontakt.
Nacht war ruhig.
Habe trotzdem nicht gut geschlafen.
Verfolger lässt auf sich warten.
Aber er oder sie ist da draußen.
Darf meine Deckung nicht fallen lassen.
Ich bin ein reicher Mann.
Merke wie die halben Nächte an mir zu nagen beginnen.
Seit Harald angefallen wurde habe ich nicht mehr richtig geschlafen.
Jede Nacht und Jeden Tag dämmere ich durch.
Meine Schwester nannte mich immer einen Mikroschläfer.
Sie hat mich dafür bewundert.
Muss mich zusammenreißen.
Konzentriere mich auf den Boden und meine Füße und Harald.
Erzählen uns alte Geschichten.
Von damals als wir aufgebrochen sind.
Nach dem großen Ende.
Nachdem wir alle anderen begraben hatten
Als wir uns entschieden nach Osten zu wandern, da dort noch fruchtbares Land existieren musste.
Mein Großvater hatte mir immer wieder von den weiten Wäldern des Ostens vorgeschwärmt.
Wie wir Angreifer erlegt haben und sie zu nutzen wussten
Während es mir schlimmer geht, geht es ihm besser.
Wie immer gleichen wir uns aus.
Der eine spornt den anderen an.
Mit seinem neuen Verband kann er streckenweise selber laufen, so dass ich ihn nicht zu ziehen brauche.
Manchmal zieht er die Bare mit dem getrockneten Fleisch, während ich schnitze.
Zu Essen gibt es ein paar Wurzeln.
Der Himmel ist frei von Wolken
Die Nächste Quelle ist nicht weit.
Ich kann es in meinen Knochen spüren.
Wahrscheinlich ist Harald deshalb voller neuer Energie.
Er hat die selben geschulten Instinkte wie ich
Als Essen gibt es Würmer.
Wir haben nicht besseres gefunden.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1862 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Harald schlief ruhig und ich konnte auch etwas Schlaf bekommen.
Meine Mutter hat mich heute Nacht besucht.
Sie versuchte zu lächeln, doch es tat ihr im Gesicht weh.
Ihre Haut war zu ausgetrocknet.
Mit ihren grauen Lippen summte sie mir das Lied vom Schelm.
Werden wieder verfolgt.
Ziehen bestimmt weiter.
Die nächste Quellen ist nicht weit.
Machen Sprachübungen.
Das erste Messer aus den Knochen ist fertig
Singen das Lied vom Schelm.
Wieder und wieder.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1863 3. Buch 5. Jahr
Habe zu tief geschlafen.
Es fehlt Fleisch.
Harald wird es nicht gewesen sein.
Das wagt er nicht.
Er weiß was das Fleisch wert ist.
Unser Verfolger wird entweder verzweifelt oder anmahßend.
Wir müssen aufpassen.
Wir dürfen keine Beute werden.
Wir brauchen Handelsware.
Schärfe mein Messer am Gürtel und trainiere.
Harald erkundet so gut er kann die Umgebung.
Nichts.
Wer immer uns folgt ist gut.
Zum Essen gibt es Wurzeln.
Harald protestiert.
Aber wir müssen das verbleibende Fleisch aufsparen.
Die nächste Siedlung kommt irgendwann.

Eintrag 1863 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Werden weiter verfolgt.
Konnte ist spüren.
Zu Essen gab es Würmer mit Wurzeln und einem kleinen Kriecher den ich mit Glück gefunden habe.
Harald dankte es mir.
Aus den Überresten des Kriechers lässt sich ein paar Würfel und ein Wärmer für den Nacken machen.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1863 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Habe meine Morgenwäsche mit dem Sand mehr als gründlich durchgeführt.
Hinter uns ist was auch immer uns verfolgt.
Vor uns ist die nächste Quelle.
Harald macht sich Sorgen um mich.
Zu Essen gibt es Wurzeln.
Die Quelle ist nah.
Wir ziehen weiter.

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Samstag, 1. Dezember 2012

Wüstentagebuch 1

Eintrag 1858 3. Buch 5. Jahr
Seit Achtundzwanzig Tagen kein Kontakt.
Unruhige Nacht.
Wurden verfolgt
Harald hat nur geschrien.
Hat dabei ein paar Räuber angelockt.
Musste mich wehren.
Zum Ende gab es Fleisch und Fell und Knochen.
Hatte noch genug Salz und Haken um alles zu bearbeiten.
Das Gute liegt im Schlechten.
Der Sand gefällt mir nicht.
Beginne mit dem Gerben.
Harald versorgt.
Wasser wird knapp.
Links Sand. Rechts Sand. Vorne Sand. Hinten Sand. Überall nur Sand.
Wenn ich mich umschaue, bekomme ich den Eindruck, die Welt sei eine Scheibe.
Stimmt eigentlich.
Wenn sich in ein paar hundert Jahren wieder Kulturen und Religionen bilden, fangen wir vielleicht wieder genau da an und der ganze Scheiß fängt von vorne an und entwickelt sich wieder bis zu seinem bitteren Ende.
Alles dreht sich im Kreis.
Immer wieder.
Alles wiederholt sich.
Wir sind nichts.
Wo zur Gott verdammten Hölle bin ich
Muss mich zusammenreißen.
An meine Sprechübungen denken, für den Fall dass es Kontakt gibt.
Darf nicht durchdrehen.
Harald ist krank.
Er braucht mich.
Zum Essen gibt es Geziefer und ein bisschen Fleisch
Heute ist ein Guter Tag.
Habe das Nachtlager aufgeschlagen.
Seit 4 Wochen keinen Kontakt gehabt..
Soll mir recht sein.
Aber Harald braucht angemessene Versorgung seit der Hund ihn angefallen hat.
Sein Tod wäre ein herber Verlust.
Morgen ist ein neuer Tag.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1859 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Wurden wieder verfolgt.
Seit neunundzwanzig Tagen kein Kontakt.
Die Knochen sind fast ausgebleicht.
Das Fell muss weiter warten bis es Leder wird.
Harald geht es nicht besser.
Habe ein schlechtes Gewissen, dass ich seine Wunde nicht sofort mit Salz versorgt habe.
Hier rächt sich der Geiz.
Beginne mit dem Schnitzen der Knochen.
Die Luft lädt sich auf.
Ich weiß was kommen wird.
Die Wolken ziehen sich zusammen.
Es wird vielleicht regnen.
Aber es wird auf jeden Fall blitzen.
Oh Gott! Die Blitze!
Wenn wir keinen Unterstand finden werden wir uns vergraben müssen.
Suche zum Essen Geziefer.
Harald ist nicht einverstanden.
Egal.
Das Fleisch ist Handelsware.
Bereite mich auf die Nacht vor.
Wir werden nicht schlafen.

Eintrag 1860 3. Buch 5. Jahr
Seit dreißig Tagen kein Kontakt.
Wir wurden diese Nacht nicht verfolgt.
Wir haben nicht geschlafen.
Die Blitze.
Oh Gott die Blitze.
Sie waren nicht nah, aber sie waren da
Ich will nicht daran denken.
Ich will nicht.
Habe ein großes Loch bereit gemacht.
Für mich und Harald.
Habe gesungen.
Lauter alte Lieder.
Eins für meinen Vater.
Eins für meine Mutter.
Eins für meinen Bruder.
Eins für meine Schwester.
Für meine Großmütter und Großväter.
Für meinen Onkeln und Tanten.
Für meine Neffen und Nichten.
Ich habe gesungen.
Die ganze Nacht.
Von Schelmen, von Königskindern, von roten Rosen, von der Liebe, von Kindern.
Ich habe gesungen damit uns die Blitze nicht treffen.
Wir haben die Nacht überstanden.
Harald geht es etwas besser.
Wahrscheinlich macht er sich Sorgen um mich.
Er weiß wie mir Gewitter zu setzen.
Habe mich schweißgebadet durch den Tag geschleppt und nicht geschnitzt.
Hatte das Fell weiter zu gerben, obwohl ich nicht dazu in der Lage war.
Habe Haralds Schiene und Verband erneuert.
Er dankte es mir mit einem schiefen Lächeln.
Wir wissen beide dass es mit ihm zu Ende geht.
Wir ziehen trotzdem weiter.



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Montag, 26. November 2012

Der alte Signalmann

Von all’ unsern Gefährten
war keiner so tapfer und gut,
wie unser alter Signalmann,
ein richtiges Raumfahrerblut.

Wir saßen auf dem Heimflug
nach einer so stürmischen Schlacht,
mit seinen vielen Geschichten
hat er uns so fröhlich gemacht.

Da kam ein feindlicher Angriff
wir saßen gerade beim Spiel,
bei einer seiner Geschichten
unser alter Signalmann, er fiel.

Da holten wir Decke und Kisten
und ließen ihn hinaus in den Raum.
Und die ihn am meisten vermissten,
die besuchte er im Traum.

Ruhe wohl, unser alter Signalmann,
du achtest auf uns alle so gut.
Schlaf wohl du alter Signalmann,
du richtiges Raumfahrerblut.

Du bist nicht umsonst gestorben,
deine Geschichten bleiben bedacht.
Daraus wurden Ideen geboren
die Freiheit und den Frieden gebracht.
Laßt stolz unsern Ruf drum erschallen:
Lang lebe die Raumfahrermacht!


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Montag, 19. November 2012

Wir warten!

Noch sechs Wochen bis zur Wahl.
Noch hat das System nicht entschieden
Carlos Denk, der amtierende Präsident tut sein bestes um seine zweite Amtszeit zu bekommen.
Der Mann vom Mond, mit seinen guten Beziehungen und dem vielen Geld versucht seinen Posten zu verteidigen.
Mehrere Skandale und Pannen behindern ihn auf seinem Weg zu bleiben was er ist.
Seine privaten Eskapaden dahingestellt, sind seine politischen und diplomatischen Ausrutscher weitaus gravierender.
Das Handelsabkommen mit den äußeren Planeten hat er nicht zustande gebracht.
Den Gürtel hat er mit seinen Äußerungen immer wieder befremdet.
Aus internen kreisen wird berichtet, das er ein Aktenfresser ist, der mit der Realität nicht viel anzufangen weiß, geschweige den Anforderungen des Wahlkampfs gewachsen ist, wo er tagtäglich mit den Menschen auf der Straße konfrontiert wird.
im starken Gegensatz steht dazu sein Herausforderer vom Mars.
Er ist nett.
Philipp Baum pflegt seinen Mythos vom Underdog.
Er ist vom Mars und die Art wie er seine Herkunft transportiert gefällt nicht allen.
Kein Auftritt von ihm kommt ohne Erzählungen von seiner schwierigen Kindheit aus.
Immer wieder betont er wie wichtig ihm die alltägliche Arbeit ist.
Jeder von uns weiß wie tragisch seine Eltern starben.
Aber ist er für das Amt bereit?
Es braucht mehr als ein paar netter Worte und harter Fakten um unser System zu gestalten.
Wir brauchen eine Vision.
Wie sieht mein Lebensabend aus?
Vor welchen Aufgaben werden meine Kinder stehen?
Was für ein System werden wir unseren Enkeln vermachen?
So dumm und unterwürfig es klingen mag; Wir brauchen eine rote Linie für die Zukunft.
Das Amt des Präsidenten ist wenn man es klar formuliert schlicht ein Mediator und Supervisor für die Entwicklungen in unserem System.
Die wirklichen Entscheidungen werden auf der Planetenebene gefällt und vorher auf der Länderebene ausgehandelt, nachdem die Distrikte ihre Vorlieben bekundet haben.
So erheben sich Stimmen von den einzelnen Planeten, auf die man zu hören hat.
Die Lunaren mit all ihrem Geld und Einfluss möchten dass alles so bleibt wie es ist.
Von der Erde und dem Mars aber kann man Stimmen hören, die nach Veränderung streben und sich nach außen orientieren.
Die Erde möchte schon länger klare Verhältnisse.
Das die Venus sich ewig heraushält und eine Sonderrolle einnehmen möchte, geht den Terranern mehr als auf die Nerven.
Auf dem Mars erkennt man ebenfalls den Wille zur Veränderung, nur geht es hier darum nicht der letzte zu sein nach der Erde und dem Mond.
Aber ist die ISG bereit für Veränderungen?
Diese intersolare Gemeinschaft existiert keine hundert Jahre und hat sich gerade erst zusammen gefunden und weiß jetzt erst wie sie agieren könnte.
So verläuft die Wahl also bis jetzt im Kern des Systems, also auf Mond, Erde und Mars.
Die wirklichen Entscheidungen werden aber da draußen gefällt.
Venus wird sich wie immer mit einer Stimme für den Kandidaten aussprechen, der ihnen am meisten Sicherheit garantiert.
Warum auch nicht.
Es gibt zwischen uns und den großen Blauen viel zu viel böses Blut.
Die Züchtung.
Der große Krieg.
Die Seuche.
Das sind alles anstrengende Schlagworte aus dem Geschichtsunterricht, aber sie alle haben ihre Berechtigung.
Jupiter und seine Monde haben genau so viel Stimmrecht wie der Ring.
Der Ring ist hier das Beispiel für alle, denn er schweigt.
Und er wartet.
Denn während im inneren Kern des Systems die harten Kämpfe ausgetragen werden über die Zukunft der Intersolaren Gemeinschaft, die wir kurz und kalt ISG nennen, warten alle anderen einfach nur ab, sei es der Ring, sei es jupiter mit seinen Monden oder die Venus mit ihrer Sonderrolle
Manche Extremisten warten hier auf eine Eskalation.
Natürlich bevorzugen sie alle den amtierenden Präsidenten, da keiner einen Wechsel mag.
Viel zu sehr profitieren alle Außenbezirke von der jetzigen Situation.
Wer liefert uns denn die Technik?
Von wem bekommen wir denn das Material?
Wie bekommen wir denn Informationen?
Die Venus gehört zum Wahlbereich, also hat der angeschlagene Präsident ein Lire auf das er bauen kann.
Das sind 6 Prozent
Genauso wie die Tatsache, dass dreißig Prozent der Bürger sowieso für den amtierenden Präsidenten wählen werden.
Womit beide Kandidaten jedoch zu kämpfen haben, ist, dass sie Stimmen aus den kleineren lagern brauchen um die absolute Mehrheit zu erreichen.
Der eine mag die Dinge wie sie sind und möchte die Beziehungen zu den äußeren Planeten nicht belasten, aber auch nicht ausbauen
Der andere sendet Botschaften aus sich auf die aktuellen Probleme zu konzentrieren und den inneren systemischen Kern zuerst zu einen und zu festigen.
Genauer betrachtet sind das kleine Unterschiede.
Aber genau die können den Wahlsieg bringen.
Kommen wir zu den kleinen Parteien, die den Sieg bringen könnten.
Wenn man durch die Straßen geht kann man die Augen vor einer anderen Entwicklung in der Gesellschaft nicht verschließen.
Um es klar zu formulieren: die großen Zwei sieht man auf dem Bildschirm, aber davor auf dem Weg zum Bildschirm hat man mit mindestens eine kleine Partei gesehen.
Der andauernde Kontakt der kleineren Parteien im Gegensatz zu den großen Zwei mit den Bürgern steht in einem starken Kontrast zu den Unionern und den Zentrikern.
Es fällt auf, dass die Freie Soziale Union, kurz FSU, gute Kontakte zu den Außenbezirken pflegen,
Die Liberale Vereinigung der Unternehmer, auch LVU genannt, dir sich darum bemühen den hohen Blauen von dem gelben Planeten zu gefallen.
Alleine zu stehen scheinen die Zentriker, die sich nur auf den inneren Kern konzentrieren und damit nur ein Anhängsel der großen zwei ist.
Dann gibt es noch die Solaren, die alle gern haben und für eine große Union werben.
Damit stehen sie politisch allein, denn sowohl Venus, der Ring als auch die äußeren Planeten haben sich in ihren Sonderrollen gefunden und sind sich dessen mehr als bewusst
Und hier haben wir unser Problem.
Jeder von den kleinen Parteien schafft es über zehn Prozent.
Entweder die großen zwei machen einen Handel unter sich aus und einigen sich auf eine Politik des „Weiter So!“
Oder sie riskieren etwas und entscheiden etwas für die Zukunft.
Entweder entscheiden sich die beiden für ihre Linie oder sie schauen auf die Straße.
Das Rennen wird nicht nur von den großen Zweien entschieden, ihre Richtung wird von einem der kleinen bestimmten
Und hier wird die Bedeutung des Amtes deutlich.
Es geht nicht nur um Vermittlung,sondern darum den Weg zu weisen

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Montag, 12. November 2012

Grün und einzigartig

Sie sind alle sehr nett zu mir.
Jeden Tag kommt jemand um nach mir zu sehen.
Die Untersuchungen sind anstrengend, aber sie gehören dazu
Es geschah auf einem Spaziergang im Wald am Sonntag.
Viel zu lange hatte ich mich selbst und meinen Körper vernachlässigt,
Es war langsam an der Zeit etwas dagegen zu unternehmen und meinem Körper etwas Fett ab zu trainieren und wieder etwas Kontur zu gewinnen.
Ich hatte mich endlich dazu überwunden zu laufen als ich über einen Ast stolperte und auf den Boden krachte.
Zu meinem Schrecken umwickelte der Ast meinen Knöchel und ließ seine Dornen in mein Fleisch einsinken.
Nachdem sich der Ast von meinem Bein wieder gelöst hatte lief ich humpelnd nach Hause und wartete verzweifelt auf den nächsten Tag um zum Arzt gehen zu können.
Der Arzt konnte nichts anderes machen als mich zu den jeweiligen Spezialisten zu verweisen.
Alles was ich am ende bekam waren Röntgen Bilder und Tabellen, die mir sagten, dass ich eine Woche Krank geschrieben wurde.
Die wirkliche Überraschung kam ein paar Tage später, als das Militär vor meiner Tür stand.
Anscheinend zeigten die Tabellen, dass ich schwanger war,
Mit was genau konnte mir keiner sagen.
Das was mich geschwängert hatte war etwas, was sie als Xeno Organismus bezeichneten.
Auf ihr Bitten zeigte ich ihnen die Stelle wo mich die Pflanze attackiert hatte, doch sie fanden nichts.
Da neue Wesen das ich in mir trug blieb der einzige Beweis.
Nach langen Unterhaltungen überzeugten sie mich mit ihnen zu kommen und das Kind auszutragen.
Ich spielte ernsthaft mit dem Gedanken mich von der Treppe zu stürzen.
Die Geburt fand unter Vollnarkose und mit Kaiserschnitt statt.
Das was man mir dann in die Arme legte hatte zwei Arme und zwei Beine, einen Bauch und einen Kopf.
Das war dann auch alles was es mit einem Menschen gemein hatte.
Seine Haut war grün, genauso wie seine Augen und seine Haare.
Da ich immer einen Jungen als Kind haben wollte, entschied ich mich dazu mein Kind als solchen zu behandeln und zu benennen.
Sein Name war Robert Joachim Klaus.
Seinen zweiten und dritten Namen hatte er von meinem Vater und meinem Großvater.
Den Rufnamen wählte ich, nach meinem Lieblingsschauspieler und weil er klassisch klang.
Mein Bruder meinte immer, dass Kevin und Jermaine kein Abitur machten und ich wollte nur das Beste für ihn.
Ich hatte mich für ihn nach schweren Zweifeln für dieses Kind entschlossen.
Einen Vater hatte es nicht.
Die Farbe und Beschaffenheit seiner Haut grenzte ihn von allen Menschen ab.
Es war meine Aufgabe ihn durch diese Welt zu begleiten und zu beschützen.
Nachdem der Reiz des neuen verflogen ist, kommen sie nur noch alle paar Monate um den Jungen zu untersuchen.
Sie gaben uns ein Haus und wir bekommen jeden Monat genügend Geld.
Damit wir ruhig bleiben, damit wir leben können.
Ich würde gerne ein Buch über das alles veröffentlichen einfach um meine Geschichte zu erzählen, aber sie erlauben es mir nicht, da es sich um ein vertrauliche Informationen handelt und sie meine Geschichte nie öffentlich bestätigen würden.
Wer würde mir wohl glauben, dass ich von einer Pflanze geschwängert wurde.


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Montag, 5. November 2012

Die fünf Phasen der Invasion

Manche Sachen begreift man erst wenn man sie am eigenen Leib erfahren hat.
Die Nachrichten waren voll mit den riesigen Raumschiffen die seit knapp einem Monat über der Erde schwebten.
Egal welchen Sender man einschaltete, man wurde immer wieder damit konfrontiert, dass sie über uns schwebten, ohne etwas zu unternehmen.
Es gab keine Explosionen, keine großen Schlachten.
Nur stumme Bilder ohne Informationen.
Die Besucher von außerhalb machten keine Anstalten uns zu kontaktieren.
Vielleicht wollten sie einfach ein paar Bilder machen und dann weiterziehen.
Unsere Sonden machten ja auch nichts anderes
Nach drei tagen wurde es einfach ermüdend, da es nichts neues gab.
Die Außerirdischen existierten, aber sie waren langweilig.
Vor vier Wochen wurde es dann ernst und wir begannen zu begreifen, was diese riesigen Dinger von der Größe einer Stadt bedeuteten.
Dicker schwarzer Regen fiel auf uns nieder.
In den Nachrichten erfuhren wir nichts anderes als das was wir schon am eigenen Leib erfuhren.
Das Zeug war hartnäckig, schwer aus den Klamotten heraus zu bekommen und verursachte bei manchen Leuten Hautausschlag, die sowieso schon Probleme mit der Haut hatten.
Die einzige wirkliche Information die wir bekamen, war, dass sich in dem dunklen Wasser neue Arten von Bakterien befanden, aber das half uns auch nicht weiter.
Beruhigend war zu hören, dass diese schmierige Pampe keine Auswirkungen auf unser Trinkwasser hatte.
Trotzdem tranken wir zur Sicherheit nur noch aus Flaschen.
Langzeitfolgen konnte keiner vorhersehen.
Verschreckt zogen wir uns in unsere Häuser zurück und verdauten unseren Schock.
Dumpf hofften wir darauf, dass alles wieder so werden würde wie wir es kannten.
Kurz sah es so aus als ob alles wieder
Dann fiel die Technik aus.
Zuerst gab es einen großen Blitz am Himmel, dann war alles dunkel.
Kein Licht, keine Wärme, kein Strom, kein Radio, kein Fernsehen, kein Internet.
Genau eine Woche nach dem dunklen Regen.
Kalt dämmerte uns, dass es sich um .einen Angriff handelte, der in mehrere Wellen eingeteilt war.
Zuerst hatten sie uns observiert, wahrscheinlich die Signale unserer Satelliten abgefangen, dekodiert und ausgewertet.
Der schwarze Regen war wahrscheinlich dafür gedacht unsere Flora und Fauna zu untersuchen.
Es herrschte Krieg.
Das waren keine dummen Monster aus den Filmen.
Diese Angreifer gingen sachlich und methodisch.
Jeder konnte sich zusammenreimen wie sie die Technik eliminiert hatten. Wir hatten alle schon einmal etwas von einem Elektromagnetischen Impuls gehört.
Unruhen blieben aus.
Wir befanden uns kurz in einer Schockstarre, die vielleicht eine Stunde, vielleicht einen Tag anhielt.
Dann organisierten wir uns.
Aus den Supermärkten sammelten wir alles was wir brauchen konnten.
Wenn jemand auf dumme Ideen kam, wurde er zur Besinnung gebracht.
Sollte dieser jemand nicht zur Besinnung kommen, wurde er verbannt.
Im Falle dass er die Verbannung nicht akzeptierte, wurde er unter die Erde gebracht.
Das alles basierte auf einer kalten Logik, aber sie war auch klar und nötig um unser Überleben zu sichern.
Nach ein paar Tagen kam der Strom in Stücken wieder zurück.
Die Elektrizität war unzuverlässig, aber unsere Motoren liefen und wir konnten Feuer machen.
Wir hatten uns selbst zu genügen und uns selber zu unterhalten.
In der dritten Woche erreichten uns Nachrichten, dass die Angreifer riesige Kugeln in die Meere um die Küsten anzugreifen und auszulöschen.
Versteinert waren wir alle dankbar dafür im Inneren des Landes zu leben.
Unsere Taktik war simpel.
Die Angreifer mochten uns technologisch überlegen sein, doch kannten sie diesen Planeten nicht so gut wie wir ihn kannten.
Die bruchstückhaften Informationen die zu uns gelangten erzählten uns die unterschiedlichsten Geschichten.
Mal wurden welche von den Invasoren überrannt, mal konnten sie sich mit ihnen arrangierten und ergaben sich dazu ihnen zu dienen.
Stück für Stück erfuhren wir den Grund des Angriffs.
Sie wollten unsere Bäume und unser Wasser.
War ja auch logisch, da wir beides im Überfluss hatten.
Also hielten wir uns von den Wäldern und vom Wasser fern und schlugen unser Quartier in der Stadt auf, wo wir größtenteils unbehelligt blieben.
Ihr Aussehen konnten wir nur erahnen.
Ab und zu sahen wir eine Kralle.
Manchmal konnten wir schuppige Haut mit Federn erkennen.
Das war auch alles und am Ende unwichtig.
Nach drei Monaten war alles vorbei.
Unsere Wälder waren abgeholzt und unsere Wasserreserven um die Hälfte reduziert.
Ob wir mit diesem Planeten überleben konnten wussten wir nicht.
Es blieb uns nichts anderes übrig als es zu versuchen.


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Mittwoch, 31. Oktober 2012

Buichel mit Knipfengelee

Der Buichel mit Knipfengele ist ein gutes Beispiel für die moderne Interstellare- koloniale Küche, die heutzutage als viel zu alltäglich hingenommen wird, obwohl eine Vielzahl von Entwicklungen und Geschichte mit den heutzutage überall erhältlichen Lebesmitteln mitschwingt, sei es Cletesia- Leber, Wenhu- Saft oder Fielnk- Salat.
Wenn sie eine größere Anzahl von Gästen erwarten und den Geladenen eine kleine Show bieten wollen, ist dieses Gericht genau das richtige.
Es werden alle satt und aus den Überresten lässt sich noch allerhand zaubern.
Hinzu kommt, dass niemand ihre Mühen vergessen wird.
Als Vorspeise wird hier Knipfengelee gereicht.
Diese wohlschmeckende dickflüssige Speise wird aus der Hausknipfe gewonnen.
Das Aroma besteht aus einer Mischung aus geatmeter Pflaume, gerochenem Schwein und einem gefühltem Aroma von Nuss.
Hinzu gesellt sich der Geruch von Holunder.
Sollten sie ein handelsübliches Exemplar der Hausknipfe bei sich zu Hause haben empfehlen wir, die gewollte Flüssigkeit direkt aus den Ästen heraus zu pressen.
Dazu nehmen sie einen Ast in beide Hände und bewegen beide in die jeweils entgegensetzte Richtung und melken so das gewünschte Gelee heraus.
Der ganze Vorgang dauert keine zehn Minuten.
Lassen sie sich dabei von den Schreien der Pflanze nicht aus der Ruhe bringen.
Es handelt sich hier um eine natürliche Reaktion, wirklicher Schaden wird dem Gewächs nicht zugefügt.
Sollten sie kein Exemplar zu Hause haben können sie beim nächsten Pflanzenhändler das Gelee bestellen. Sollten ihnen hier übersteigerte Preisvorstellungen begegnen, bedenken sie hier die Dauer der Gewinnung.
Viel zu viele Menschen lassen sich von den Tönen während der Gewinnung abschrecken.
Für den Fall, dass sie sich gegen das Knipfenglee entscheiden lesen sie bitte den 25. Artikel auf Seite 123 über Mousse de Garasse als Alternative.
Das Hauptgericht besteht hier aus dem Buichel.
Bedenken sie jedoch dabei, dass der Buichel direkt vor dem Genuss geschlachtet werden muss, also lebend auf den Tisch kommt. Seine inoffizielle Bezeichnung Mondkalb veranschaulicht den Raum der für ein solches Mahl vonnöten ist und wie stabil der Tisch zu sein hat.
Sorgen sie hier dafür, dass alle Anwesenden Umhänge und Kopfbedeckungen tragen, die sich leicht wieder abwischen lassen.
Das Fleisch aromatisieren sie am besten, in dem sie eine Lotion drei mal täglich in das Fell einreiben, die auf Olivenöl basiert und mit den von ihnen gewünschten Gewürzen aromatisiert wurde.
Sie beschaffen sich den Buichel am besten spätestens drei Tage vor dem Mal, empfohlen werden sechs.
Die gewünschte Füllung führen sie ihm am besten mittels Futter einmal am Tag zu.
Dazu Reis und Mischgemüse und das Hauptgericht ist komplett.
Als Getränk genießen sie dazu am besten Lamischsaft an, der dafür geschätzt wird das Unterbewusstsein freisetzten.
Er ist in jedem gut ausgestatteten Handel zu erhalten.
Nervenzusammenbrüche, Halluzinationen und Enthemmungen sollten durch dieses Getränk erwartet erwartet werden und geben dem Mahl einen passenden Abschluss.


Launing
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Montag, 29. Oktober 2012

Der Informant

Mein Name ist Axel Stone.
Mit meinen Partnern Belinda Peach und Charles Aldar räume ich den Dreck auf den die interstelare Union hinterlässt.
Er hatte mich verraten.
Das Dreckige Schwein.
Für seinen dreckigen Stoff.
Der elende Bastard.
Halte meine Wunde.
Das Blut.
Meine Arme.
Die gerissenen Muskeln
Ich habe ihm geholfen.
Ihm vertraut.
Damals.
Heute.
Schreie zu Aldar und Peach.
Sie sollen ihn kriegen.
Schnell, hart, erbarmungslos.
Das elende Verräterschwein.

Man gewöhnt sich an vieles, aber nicht an Verrat.
Stone hat es besonders hart getroffen.
Unsere Mission war es die Waffenhändler fest zu setzen, die den Jupiter seit Ewigkeite belieferten.
Seit Ewigkeiten gab es Kanäle zu den äußeren Planeten, auf denen vom Schalldisruptor über Schneckengiftpfeile bis hin zum Stuhljäger durchgeschleust wurde.
Bezahlt wurde mit Sklaven, Drogen oder Gasen. Letztere waren besonders beliebt, da diese Rohstoffe dann den Schwarzmarkt auf den inneren Planeten versorgten.
So existierte ein in sich funktionierendes System, abgeschnitten vom Hauptmarkt, von dem die jeweiligen Organisationen und ihre Beteiligten mehr als fürstlich profitierten, da keine Steuern und Abgaben anfielen.
Diese Handelsrouten auszutrocknen hatte etwas von Schattenboxen, da jeder überall Informanten hatte, die meistens für mehrere Seiten arbeiteten.
Vertrauen war hier so gut wie nicht existent.
Conrad Reppel schien laut Stones eine der wenigen Männer zu sein, auf die man sich verlasen konnte.
Sie hatten zusammen im Krieg in Schweden gedient und hatten sich gegenseitig die Haut gerettet.
Wie verlässlich das war, erfuhren wir nachdem wir ihm das Geld übergaben.

Wie konnte Stone diesem Kerl nur vertrauen?
Beim ersten Anblick in Reppels von Drogen zerfurchten Gesicht war mir klar woran wir waren.
Ich erkannte eine Ratte wenn ich sie sah.
Aber Stone verbürgte sich für ihn mit allen heiligen Schwüren.
Um so lauter brüllte er uns entgegen seinen so genannten Freund zu erwischen, als er vom selben in den Rücken getroffen wurde.
Der Kerl wollte das Geld und nichts anderes.
Aldar regierte am schnellsten.
Er feuerte sein Lichtseil ab und fing den Abschaum ein, wie einen Stier in der wilden Prärie.
Ganz alte Schule ging er aus seinen Fang zu, zückte sein Messer und begann die Vernehmung.
Ich durfte mich um den schreienden, wütend um sich schlagenden Stone kümmern.

Folter ist nicht gerade beliebt.
Niemand gesteht gerne ihren Einsatz ein.
Aber ich bin lange genug dabei und man gewöhnt sich an alles.
Der kleine dreckige Junkie wand sich auf dem Boden des Kanals und versuchte verzweifelt sich aus dem Lichtseil zu befreien.
Also stellte ich es eine Stufe höher.
Verzweifelt schrie mein Fang auf und blieb im Schock erstarrt liegen.
Panisch sah er mir entgegen.
Langsam schritt ich auf ihn zu.
Mit einem wissenden Lächeln ging ich vor ihm in die Hocke.
Alles was ich brauchte war mein Messer und sein Ohr um die spärlichen Informationen aus ihm heraus zu quetschen.
Nachdem ich mit ihm fertig war, durchsuchte ich ihn nach Waffen und Geld und ließ ihn winselnd zurück.

Alder hatte sich gekümmert.
Linien und Übergabe war klar.
Peach versuchte zu ermuntern.
Half nichts.
Wir waren mal Freunde.
Kameraden.
Hatten uns den Arsch gerettet.
Das alles war nichts wert.


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