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Montag, 12. November 2012

Grün und einzigartig

Sie sind alle sehr nett zu mir.
Jeden Tag kommt jemand um nach mir zu sehen.
Die Untersuchungen sind anstrengend, aber sie gehören dazu
Es geschah auf einem Spaziergang im Wald am Sonntag.
Viel zu lange hatte ich mich selbst und meinen Körper vernachlässigt,
Es war langsam an der Zeit etwas dagegen zu unternehmen und meinem Körper etwas Fett ab zu trainieren und wieder etwas Kontur zu gewinnen.
Ich hatte mich endlich dazu überwunden zu laufen als ich über einen Ast stolperte und auf den Boden krachte.
Zu meinem Schrecken umwickelte der Ast meinen Knöchel und ließ seine Dornen in mein Fleisch einsinken.
Nachdem sich der Ast von meinem Bein wieder gelöst hatte lief ich humpelnd nach Hause und wartete verzweifelt auf den nächsten Tag um zum Arzt gehen zu können.
Der Arzt konnte nichts anderes machen als mich zu den jeweiligen Spezialisten zu verweisen.
Alles was ich am ende bekam waren Röntgen Bilder und Tabellen, die mir sagten, dass ich eine Woche Krank geschrieben wurde.
Die wirkliche Überraschung kam ein paar Tage später, als das Militär vor meiner Tür stand.
Anscheinend zeigten die Tabellen, dass ich schwanger war,
Mit was genau konnte mir keiner sagen.
Das was mich geschwängert hatte war etwas, was sie als Xeno Organismus bezeichneten.
Auf ihr Bitten zeigte ich ihnen die Stelle wo mich die Pflanze attackiert hatte, doch sie fanden nichts.
Da neue Wesen das ich in mir trug blieb der einzige Beweis.
Nach langen Unterhaltungen überzeugten sie mich mit ihnen zu kommen und das Kind auszutragen.
Ich spielte ernsthaft mit dem Gedanken mich von der Treppe zu stürzen.
Die Geburt fand unter Vollnarkose und mit Kaiserschnitt statt.
Das was man mir dann in die Arme legte hatte zwei Arme und zwei Beine, einen Bauch und einen Kopf.
Das war dann auch alles was es mit einem Menschen gemein hatte.
Seine Haut war grün, genauso wie seine Augen und seine Haare.
Da ich immer einen Jungen als Kind haben wollte, entschied ich mich dazu mein Kind als solchen zu behandeln und zu benennen.
Sein Name war Robert Joachim Klaus.
Seinen zweiten und dritten Namen hatte er von meinem Vater und meinem Großvater.
Den Rufnamen wählte ich, nach meinem Lieblingsschauspieler und weil er klassisch klang.
Mein Bruder meinte immer, dass Kevin und Jermaine kein Abitur machten und ich wollte nur das Beste für ihn.
Ich hatte mich für ihn nach schweren Zweifeln für dieses Kind entschlossen.
Einen Vater hatte es nicht.
Die Farbe und Beschaffenheit seiner Haut grenzte ihn von allen Menschen ab.
Es war meine Aufgabe ihn durch diese Welt zu begleiten und zu beschützen.
Nachdem der Reiz des neuen verflogen ist, kommen sie nur noch alle paar Monate um den Jungen zu untersuchen.
Sie gaben uns ein Haus und wir bekommen jeden Monat genügend Geld.
Damit wir ruhig bleiben, damit wir leben können.
Ich würde gerne ein Buch über das alles veröffentlichen einfach um meine Geschichte zu erzählen, aber sie erlauben es mir nicht, da es sich um ein vertrauliche Informationen handelt und sie meine Geschichte nie öffentlich bestätigen würden.
Wer würde mir wohl glauben, dass ich von einer Pflanze geschwängert wurde.


Launing
die Geschichte einer Verwandlung

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Mittwoch, 3. Oktober 2012

Ein gewagter Sprung

Wer auch immer diese Nachricht liest.
Dies ist keine Warnung, dies ist kein Appell.
Dies ist einfach mein letztes Lebenszeichen.
Ich komme ursprünglich aus dem Jahr 2711.
Dort begann meine reise in die Vergangenheit. Geboren wurde ich 2767. Zur Mittagszeit am 7. August.
Um meine Glaubwürdigkeit zu unterstützen hier ein paar sorgfältig ausgesuchte Daten aus der Periode, die für mich die Vergangenheit ist und für den Rest die Zukunft.
Am 5. Mai 2597 wird der Durchbruch in der Genforschung publik gemacht werde, dass es möglich ist künstliche Lebewesen zu formen, die nicht auf existierenden Spezies basieren.
Die Europäische Föderation gründet sich am 3. Oktober 2649, mit Ausnahme der britischen Inseln.
Nach langen Diskussionen wird privaten Organisationen 2668 die Förderung von Telepaten erlaubt,dies jedoch unter strengen Auflagen.
2553 eskaliert der Konflikt über die Wasserreserven.
Zehn Jahre später etabliert de Mond seine de facto Unabhängigkeit.
Das Papier auf dem ich schreibe und die Tinte die ich benutze beinhalten Stoffe, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verwendet werden.
Dies sollte genügen um mich einigermaßen glaubwürdig erscheinen zu lassen.
In meiner Zeit bin ich ein anerkannter Physiker und Ingenieur und hatte mich in einem Nebenprojekt mit Zeitreisen beschäftigt.
Das Endergebnis war nicht alleine mein Verdienst, ich konnte auf die Erkenntnisse meiner Vorgänger aufbauen, die teilweise nah an der Lösung waren ohne es zu merken.
Wenn auch nur einer von ihnen in die andere Richtung gedacht hätte und andere Materialien verwendet hätte, wäre die Zeitreise ein paar hundert Jahre früher möglich gewesen.
Den Device für den nötigen Vorgang brachte ich in einem Gürtel mit Handschuhen unter.
Nach den ersten Tests mit Sprüngen von jeweils einer Stunde, einem Tag, einem Monat, einem Jahr und schließlich 5 Jahren und wieder zurück, entschloss ich mich für einen großen Sprung von 300 Jahren.
Der Klarheit halber will ich hier noch einmal erwähnen, das alle Sprünge der Sicherheit wegen in die Vergangenheit erfolgten, da Reisen in die Zukunft sich weitaus komplizierter gestalten.
Der Grund dafür liegt darin, dass wir nur von der Vergangenheit wissen wie sie aussieht. Wir haben keine Ahnung wo Straßen, Häuser oder Wälder sich in der Zukunft befinden werden.
Sprünge bis zu 5 Jahre in die Zukunft sind einigermaßen berechenbar, größere Zeiträume werden schwieriger abzuschätzen.
Bei einem unbedachten Sprung könnte es passieren, dass man in einem Baum oder in einer Wand landet.
Ich stellte den Gürtel auf die gewünschten Koordinaten und griff mit den Handschuhen in die Vergangenheit.
Am gewünschten Punkt angekommen war mein erster Eindruck mehr als ernüchternd.
Niemand schenkte mir Beachtung.
Aber was hatte ich auch erwartet?
Wir waren alle immer noch Menschen mit zwei Armen und zwei Beinen.
Mein zweiter Eindruck war weit verheerender.
Die historischen Aufzeichnungen waren nicht ausreichend genug gewesen.
Mein Sprung hatte mich in eine Situation verfrachtet, die einem Bürgerkrieg ähnelte.
Vielleicht handelte es sich auch um einen Drogenkrieg.
Jedenfalls dauerte es keine zehn Minuten bis ich mich in einem Straßenkampf wiederfand, der mit Kugeln ausgetragen wurde.
Die Konsequenz war, dass meine Ausrüstung beschädigt wurde ich durch Gassen fliehen musste.
Körperlich kam ich unversehrt davon, nur der Schock steckte mir in den Gliedern.
Dieser wurde noch größer, als mir bewusst wurde, dass ich mich hoffnungslos verlaufen hatte.
Ich hatte mich aus der Stadt auf ein Feld gerettet und hatte mir den Weg den ich zurückgelegt hatte nicht eingeprägt.
Meine Ausrüstung war derart beeinträchtigt, dass ich keine karten mehr aufrufen konnte.
Hinzu kam das Problem, dass ich den aktuellen Dialekt nicht sprach, ganz zu schweigen davon, dass ich keine aktuelle Währung bei mir hatte.
Und um die Verzweiflung noch größer zu machen, wurde mir klar, dass mir mein großer Sprung nichts gebracht hatte.
Mir blieben nur zwei Optionen.
Entweder arrangierte ich mich mit dieser mir fremden Zeit oder ich würde mit kleinen Sprüngen meiner eigenen Zeit entgegen steuern.
Energie hatte ich noch und die Handschuhe waren unbeschädigt im Gegensatz zum Gürtel.
Das würde mindestens sechzig Sprünge bedeuten.
Gleichzeitig würde ich dabei den Verlauf der Geschichte des Ortes genau dokumentieren können.
Als Wissenschaftler reizte mich diese Möglichkeit.
Es würde einiger Erklärung bedürfen wenn ich merklich älter in meiner ursprünglichen Zeit ankommen würde, denn trotz meiner Fähigkeit zu springen verlief die Zeit für mich nicht anders.
Ich bewegte mich einfach im 5 dimensionalen Spektrum.
Einen Versuch war es wert.
Wünscht mir Glück.


Launing
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