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Mittwoch, 14. August 2013

Der vierte Weg

Also entschloss ich mich für zehn Jahre.  
Dies berechtigte mich automatisch zum Studium an einer Militärakademie.
Dank dieser Laufbahn durfte ich mich Major der Infanterie schimpfen.
Aufgrund dieser Laufbahn, dieser Erfahrung und diesem Titel konnte ich auch ohne Probleme mein Vorhaben umsetzen.
Es wurde noch nicht mal besonders nachgefragt wie dieses Projekt der vereinigten Russischen Föderation helfen konnte.

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Ein gewagter Sprung

Wer auch immer diese Nachricht liest.
Dies ist keine Warnung, dies ist kein Appell.
Dies ist einfach mein letztes Lebenszeichen.
Ich komme ursprünglich aus dem Jahr 2711.
Dort begann meine reise in die Vergangenheit. Geboren wurde ich 2767. Zur Mittagszeit am 7. August.
Um meine Glaubwürdigkeit zu unterstützen hier ein paar sorgfältig ausgesuchte Daten aus der Periode, die für mich die Vergangenheit ist und für den Rest die Zukunft.
Am 5. Mai 2597 wird der Durchbruch in der Genforschung publik gemacht werde, dass es möglich ist künstliche Lebewesen zu formen, die nicht auf existierenden Spezies basieren.
Die Europäische Föderation gründet sich am 3. Oktober 2649, mit Ausnahme der britischen Inseln.
Nach langen Diskussionen wird privaten Organisationen 2668 die Förderung von Telepaten erlaubt,dies jedoch unter strengen Auflagen.
2553 eskaliert der Konflikt über die Wasserreserven.
Zehn Jahre später etabliert de Mond seine de facto Unabhängigkeit.
Das Papier auf dem ich schreibe und die Tinte die ich benutze beinhalten Stoffe, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verwendet werden.
Dies sollte genügen um mich einigermaßen glaubwürdig erscheinen zu lassen.
In meiner Zeit bin ich ein anerkannter Physiker und Ingenieur und hatte mich in einem Nebenprojekt mit Zeitreisen beschäftigt.
Das Endergebnis war nicht alleine mein Verdienst, ich konnte auf die Erkenntnisse meiner Vorgänger aufbauen, die teilweise nah an der Lösung waren ohne es zu merken.
Wenn auch nur einer von ihnen in die andere Richtung gedacht hätte und andere Materialien verwendet hätte, wäre die Zeitreise ein paar hundert Jahre früher möglich gewesen.
Den Device für den nötigen Vorgang brachte ich in einem Gürtel mit Handschuhen unter.
Nach den ersten Tests mit Sprüngen von jeweils einer Stunde, einem Tag, einem Monat, einem Jahr und schließlich 5 Jahren und wieder zurück, entschloss ich mich für einen großen Sprung von 300 Jahren.
Der Klarheit halber will ich hier noch einmal erwähnen, das alle Sprünge der Sicherheit wegen in die Vergangenheit erfolgten, da Reisen in die Zukunft sich weitaus komplizierter gestalten.
Der Grund dafür liegt darin, dass wir nur von der Vergangenheit wissen wie sie aussieht. Wir haben keine Ahnung wo Straßen, Häuser oder Wälder sich in der Zukunft befinden werden.
Sprünge bis zu 5 Jahre in die Zukunft sind einigermaßen berechenbar, größere Zeiträume werden schwieriger abzuschätzen.
Bei einem unbedachten Sprung könnte es passieren, dass man in einem Baum oder in einer Wand landet.
Ich stellte den Gürtel auf die gewünschten Koordinaten und griff mit den Handschuhen in die Vergangenheit.
Am gewünschten Punkt angekommen war mein erster Eindruck mehr als ernüchternd.
Niemand schenkte mir Beachtung.
Aber was hatte ich auch erwartet?
Wir waren alle immer noch Menschen mit zwei Armen und zwei Beinen.
Mein zweiter Eindruck war weit verheerender.
Die historischen Aufzeichnungen waren nicht ausreichend genug gewesen.
Mein Sprung hatte mich in eine Situation verfrachtet, die einem Bürgerkrieg ähnelte.
Vielleicht handelte es sich auch um einen Drogenkrieg.
Jedenfalls dauerte es keine zehn Minuten bis ich mich in einem Straßenkampf wiederfand, der mit Kugeln ausgetragen wurde.
Die Konsequenz war, dass meine Ausrüstung beschädigt wurde ich durch Gassen fliehen musste.
Körperlich kam ich unversehrt davon, nur der Schock steckte mir in den Gliedern.
Dieser wurde noch größer, als mir bewusst wurde, dass ich mich hoffnungslos verlaufen hatte.
Ich hatte mich aus der Stadt auf ein Feld gerettet und hatte mir den Weg den ich zurückgelegt hatte nicht eingeprägt.
Meine Ausrüstung war derart beeinträchtigt, dass ich keine karten mehr aufrufen konnte.
Hinzu kam das Problem, dass ich den aktuellen Dialekt nicht sprach, ganz zu schweigen davon, dass ich keine aktuelle Währung bei mir hatte.
Und um die Verzweiflung noch größer zu machen, wurde mir klar, dass mir mein großer Sprung nichts gebracht hatte.
Mir blieben nur zwei Optionen.
Entweder arrangierte ich mich mit dieser mir fremden Zeit oder ich würde mit kleinen Sprüngen meiner eigenen Zeit entgegen steuern.
Energie hatte ich noch und die Handschuhe waren unbeschädigt im Gegensatz zum Gürtel.
Das würde mindestens sechzig Sprünge bedeuten.
Gleichzeitig würde ich dabei den Verlauf der Geschichte des Ortes genau dokumentieren können.
Als Wissenschaftler reizte mich diese Möglichkeit.
Es würde einiger Erklärung bedürfen wenn ich merklich älter in meiner ursprünglichen Zeit ankommen würde, denn trotz meiner Fähigkeit zu springen verlief die Zeit für mich nicht anders.
Ich bewegte mich einfach im 5 dimensionalen Spektrum.
Einen Versuch war es wert.
Wünscht mir Glück.


Launing
die Geschichte einer Verwandlung

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Montag, 18. Juni 2012

Auf den Linien durch den Nebel


Es gab eine Unwetterwarnung.
Aber die gab es oft genug.
Wenn ich mich auf solche Informationen verlassen hätte, wäre ich gar nicht mehr aus dem Haus gegangen.
Diese routinierte Unwetterwarnung war eher ein Anreiz mehr für mich einfach durch die Natur zu laufen.
Viel zu oft bin ich durch die Felder gelaufen und habe die Blitze bewundert die in der Ferne nieder gingen.
Den Donner um mich herum genoss ich jedes Mal.
Dieses Gefühl Unverwundbar zu sein.
Alleine auf weiter Flur, im Auge des Sturms.
Nur dieses eine Mal wurde ich getroffen.
Es war noch nicht mal aufregend.
Mir standen mit einem Mal die Haare zu Berge und dann fühlte ich einen Schlag auf meinem Hinterkopf.
Am nächsten Morgen erwachte ich nass vom Tau am Rande der Straße.
Hustend und niesend taumelte ich nach hause.
Meine erste Handlung war auf Arbeit anzurufen und mich krank zu melden.
Die Linien auf meiner Haut bemerkte ich erst später.
Schwarz und verzweigt erinnerten sie mich fortan jeden Moment wie mahnende Negative an das was mich getroffen hatte.
Den Rest der Woche lag ich mit einer Erkältung im Bett.
Mein Schlaf in dieser Zeit war unruhig, meine Haut juckte und trotz einer kühlenden Salbe vom Arzt konnte ich nicht still liegend die Nacht verbringen.
Was es mit den Linien genau auf sich hatte merkte ich die Tage danach.
Die Linien juckten und jedes mal wenn ich mich kratzte wurde mir schwindelig und ich spürte einen Druck auf meiner Brust.
Die Ärzte konnten nichts finden, also verschrieben sie mir Anti- Depressiva.
Pillen haben mir nie wirklich geholfen, also verzichtete ich auf den Konsum der verschriebenen Drogen. Das was sich mir durch diese Entscheidung offenbarte war im wahrsten Sinne des Wortes Bewusstseins erweiternd.
Jedes Mal wenn ich aus lauter Verzweiflung auf den Linien rieb und kratzte begann ich in eine andere Welt einzutauchen.
Ein schweres Gewicht legte sich auf meine Brust.
Die Welt verschwamm vor meinen Augen, das Gewicht auf meiner Brust verstärkte sich je länger ich die Linien drückte und presste mich schließlich in eine vernebelte Landschaft umgab, die mit verdorrten Sträuchern bestellt war, die in Pass genauen Abständen aufgestellt waren.
Je nachdem welche und wie viele Linien ich drückte erschlossen sich immer wieder neue Welten für mich.
Viereckige bunte Seifenblasen aus Glas die mit Schwertern aufeinander losgehen. Aus den Scherben wuchsen neue Viereckige Seifenblasen.
Eine graue Wiese auf der Bäume mit Haut und Mündern die Lieder singen. Häuser die auf Hundebeinen Brillen jagen. Grashalme fliegen in Herden durch die Luft.
Manisch begann ich alles was ich entdeckte nieder zu schreiben.
Essen nahm ich immer seltener zu mir. Dafür trank ich nach jeder Exkursion mehrere Liter, da mich die Reisen auf den Linien immer wieder ausdörrten.
Besorgt schauten meine Freunde und Ärzte mir auf die Haut, die immer rauer und brüchiger wurde.
Die Ärzte hatte ich nicht von mir aus hinzugezogen, sondern meine Mutter, der ich dummer Weise von meinen Erlebnissen erzählt hatte.
Niemand glaubte mir.
Neu Erkenntnisse über meinen Zustand oder meine Erlebnisse konnten mir auch die weißen Kittel nicht liefern.
Waren das andere Dimensionen die ich besuchte oder andere Ebenen der Zeit?
Letzteres erschien mir logisch, da beim Eintritt in die jeweilige andere Welt meine heimatliche Umwelt langsamer wurde bis sie sich im Nebel auflöste.
Laut den Schilderungen der sogenannten Medizinern lag ich während meiner Reisen nur starr in meinem Bett.
Alles was mir übrig blieb war alles was ich sah auf zu schreiben.
Ein Steinfeld aus Papier.
Rüssel und Tentakel mit melodischen Walgesängen.
Metallene Wiesen.
Kleine wollene Wesen mit Hüten die auf gelben und Grünen Wellen surfen.
Meine Haut ist zerkratzt und voller Schorf, doch es gibt noch soviel zu entdecken.



Launing
die Geschichte einer Verwandlung

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