Sonntag, 23. Dezember 2012

Wüstentagebuch 23

Eintrag 1921 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
12 Tage bis zur nächsten Blutung.
Ich frage sie warum sie bei mir geblieben ist.
Ich bin der erste, der sie nicht sofort vergewaltigt hat.
Sie wusste zuerst nicht was sie davon halten soll, dass ich mich sie gekümmert habe.
Das hat bis jetzt noch niemand gemacht.
Gott, in was für einer Welt leben wir?
Fühlt sich sicher bei mir.
Sie mag mich.
Entschuldigt sich bei mir für die Narben in meinem Gesicht.
Die sind längst verheilt und nicht mehr zu sehen.
Ich entschuldige mich bei ihr dafür, dass ich sie gefesselt habe.
Sie lacht trocken und bedankt sich bei mir, dass ich ihre Kleider geflickt habe.
Andere hätten etwas anderes gemacht.
Sie meint, dass sie sonst wieder weggelaufen wäre, nur um mir dann weiter zu folgen.
Nur weil die Welt am Ende ist heißt das nicht, dass auch die Menschheit am Ende ist.
Dabei ist die Welt nicht am Ende.
Sie ist immer noch da.
Sie hat sich nur geändert.
Die Menschen sind immer noch dieselben.
Es gibt gute und schlechte.
Ich wollte immer einer von den Guten sein.
Mag den Gedanken, dass sie bei mir ist.
Folgen den Wurzeln.
Gönnen uns etwas Fleisch.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1922 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht
11 Tage bis zur nächsten Blutung.
Haben so gut wie gar nicht geschlafen.
Waren miteinander beschäftigt.
Ich dringe in sie ein, sie verschlingt mich.
Wir sind ein menschlicher Knoten.
Bewegen uns in Wellen.
Genießen unseren Geschmack.
Ihr Nacken ist in meiner Hand. Ihre Finger graben sich in mein Fleisch.
Wir sind die letzten und die ersten Menschen.
Unser Schweiß kommt von der Bewegung und nicht vom Stillstand.
Das Paradies haben wir im Kopf.
Ziehen weiter.


Eintrag 1923 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht
10 Tage bis zur nächsten Blutung
Ein Haus.
Mit Holzlatten und Dachziegeln
Ein richtiges Haus.
Jedenfalls das was davon übrig ist.
Die Fenster sind schon lange nicht mehr da.
Das Fundament ist eingesunken.
Das Dach hat Löcher.
Es ist unglaublich, dass es die Nacht der Blitze überstanden hat.
Die Einrichtung ist nur noch teilweise da.
Wir spielen Vater, Mutter, Kind.
Die Wüste ist ein böser Traum.
Sie tanzt in ihrem Kleid durch die Wohnstube und bringt das Kind in sein Bett.
Ich fege die Küche aus und suche Ersatzteile
Unser Kind ist eine augenlose Puppe. Ihm fehlt ein Arm.
Es gibt hier nichts brauchbares.
Wir sind nicht die ersten.
Das Holz ist morsch. Das Eisen verrostet.
Wer braucht heute schon Porzellan.
Das einzig wichtige hier ist die Erinnerung an eine unter gegangene Welt.
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Eintrag 1924 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht
9 Tage bis zur nächsten Blutung
Die Luft lädt sich auf.
Sind nervös.
Hoffe auf Regen.
Reagieren uns in der Nacht aneinander ab.
Wollen nicht aufhören.
Müssen uns zusammen reißen.
Schnitzen und nähen.
Üben mit den Pfeilen.
Spielen mit dem Ball
Wir folgen den Wurzeln, die wir zu uns nehmen.
Der Geschmack ist wieder angenehmer.
Bilde mir ein, dass sie dicker werden.
Sie ist sich nicht sicher.
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Samstag, 22. Dezember 2012

Wüstentagebuch 22

Eintrag 1917 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
16 Tage bis zur nächsten Blutung
Ich kann die Siedlung noch riechen.
Diesen Geruch von Schweiß.
Menschen die eng aufeinander leben.
Ich habe alles richtig gemacht.
Sie ist immer noch bei mir.
Und sie näht.
Ich schnitze.
Folgen den Wurzeln.
Kann ein paar Kriecher erlegen.
Ein bisschen neue Knochen, Fleisch und Fell zum trocknen und bearbeiten.
Sie gönnt sich ein wenig von ihrem Vorrat.
Wir sind reiche Leute.
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Eintrag 1918 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
15 Tage bis zur nächsten Blutung.
Die Siedlung ist nicht mehr da.
Endlich ist dieser Gestank weg
Wir sind allein in der Wüste.
Machen Rast für den Tag
Bessere die Plane aus.
Sie wirft die Glaskugeln immer wieder in die Luft und lässt sie dort oben tanzen.
Bunte Flecken aus Licht jagen sich auf dem Boden.
Machen Sprachübungen.
Schneiden uns die Haare.
Kontrollieren uns gegenseitig nach Parasiten.
Ich befreie mein Gesicht von den Haaren
Sie zeigt mir was sie sich genäht hat.
Es ist ein Kleid.
Sie sieht wunderschön aus.
Ich kann ein paar Schritte.
Wir tanzen allein im Sand einen vergessenen Tanz.
Die Welt ist tot, aber wir leben.
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Eintrag 1919 3. Buch 5. Jahr
Vielleicht ist das alles gar nicht echt.
Das alles ist ein Wettbewerb und wir haben vergessen, dass wir daran teilnehmen.
Wir kommen eigentlich von einem anderen Planeten in einem anderen System.
Um zu sehen wer der beste von uns ist wurden wir hier ausgesetzt.
Auf einem Planeten, der nur aus Sand besteht.
Die kleinen Geräte mit denen wir Signale an die Schiedsrichter geben haben wir verloren.
Der Wettbewerb wurde irgendwann so echt, dass wir vergaßen wer wir wirklich sind.
Die Schiedsrichter hatten irgendwann kein Interesse mehr und sind zurück zum Heimatplaneten.
Ruhige Nacht.
14 Tage bis zu nächsten Blutung.
Sie fragt mich warum ich so lache.
Erzähle es ihr und sie lacht mit mir.
Folgen den Wurzeln
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Eintrag 1920 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
13 Tage bis zur nächsten Blutung.
Stellen uns Rätsel.
Bringe ihr die Einheitssprache bei.
Zeichnen Wörter in den Sand.
Frage sie wie alt sie ist.
Sie fragt mich ob das wirklich wichtig ist.
Alt genug um zu überleben.
Alt genug um mit mir die Nacht zu verbringen.
Alt genug um Handel zu treiben.
Sie hat sich aus Stoffresten einen kleinen Ball geschaffen.
Er springt von ihrem Handrücken auf ihre Fußspitze und zurück und von Seite zu Seite.
Sie fragt mich was das Ziel ist.
Erzähle ihr von den Wäldern.
Ich weigere mich zu glauben, dass die Ganze Welt so ist.
Wenn es Regen und Gewitter gibt, dann gibt es auch Wasser und Wälder.
Wir haben noch eine Atmosphäre.
Wasserstoff und Sauerstoff werden immer noch auf der Erde gehalten und verdunsten nicht hinaus in das Nichts.
Wenn es Jahrzehnte braucht um dorthin zu kommen, dann ist das halt so.
Aus den Knochen sind Nadeln, Pfeilspitzen geworden.
Dazu sechzehn runde Steine.
Die eine Hälfte muss ich noch färben.
Sie drückt mir einen sanften Kuss auf die Wange.
Wir ziehen weiter.

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Freitag, 21. Dezember 2012

Wüstentagebuch 21

Eintrag 1913 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Mit vielen Gerüchen und Geräuschen.
20 Tage bis zur nächsten Blutung.
Es ist erstaunlich wie genau die Höhlen aus Müll, die Zelte, die Lager, die freien Behausungen in genauen Abständen zueinander stehen.
Niemand wird diese Regel aufgeschrieben haben, aber sie existiert einfach.
Aus dem Nichts entsteht etwas.
Ordnung aus dem Chaos.
Ein letztes mal spielen wir das Spiel
Bewegen uns zielstrebig auf die Grenze der Siedlung zu..
Guten Tag wir sind arme Wanderer.
In unserem Gepäck haben wir ein paar bescheidene Güter.
Was könnt ihr uns dafür geben?
Das sind wirklich gute Waren.
Was wollt ihr dafür haben?
Auch ich habe nicht viel.
Menschen.
Überall Menschen.
Oh Gott und was für Menschen.
Verschwitzt und geifernd. Nicht nur ungewaschen, sondern auch ungepflegt.
Tumore im Gesicht.
Bleiben dicht beieinander.
Sie versteckt ihre Angst.
Ich schlucke meinen Ekel herunter.
Wir wollen Handel treiben.
Da hilft nur lächeln.
Um uns zu beruhigen schnitze ich.
Sie näht.
Eine Entdeckung für sich.
Sie organisiert sich eigene Flaschen für Wasser und Urin.
Sammelt sich einen beachtlichen Vorrat zusammen.
Teilweise liegen die Flaschen und der Stoff einfach nur auf dem Boden herum.
Finde selber immer wieder Haare und Stöcke, also Sehnen und Pfeile für den Bogen.
Hier und da liegt auch eine Schraube im Sand.
Auf unserem Weg halten wir immer wieder und spielen das Spiel.
Handeln und tauschen und bieten uns an.
Wir erreichen das Ende der Siedlung und bewegen uns zielstrebig hinaus in den Sand.
Ich will weg von diesem kümmerlichen Schatten der Menschheit.
Sie will weg.
Gott, was wurde nur aus dieser Welt.
Suchen Wurzeln um sie zu essen und um ihnen folgen zu können.
Der Boden ist immer noch schwierig.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1914 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
19 Tage bis zur nächsten Blutung.
Haben abwechselnd Wache gehalten.
Sie näht. Ich Schnitze.
Ihre Hand streicht durch mein Haar.
Sie liegt mit kaltem Schweiß eng bei mir.
Sie hat es geschafft.
Sie weint nicht.
Singen Lieder und erzählen uns Geschichten.
Können immer noch die Siedlung hören und riechen.
Suchen uns Wurzeln.
Machen eine Inspektion.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1915 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
18 Tage bis zur nächsten Blutung.
Die Siedlung ist nicht mehr zu hören.
Sie schläft ruhiger.
Kein kalter Schweiß mehr.
Nur der Geruch liegt noch in der Luft.
Folgen den Wurzeln.
Zeigen uns unsere ergatterten Schätze.
Sie hat sich Glasmurmeln mitgenommen.
Sie mag wie sich das Licht in ihnen bricht.
Ich habe ein paar Süßigkeiten bekommen.
Sie sind alt, aber zu genießen.
Wie kleine Kinder lachen wir im Sand.
Lutschen harten Zucker und bestaunen das bunte Licht.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1916 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
17 Tage bis zur nächsten Blutung
Der Geruch der Siedlung ist fast nicht mehr da.
Nur noch zu bemerken wenn man ihn sucht.
Sie springt mir von hinten auf den Rücken.
Befiehlt mir ich solle vorwärts stürmen.
Ich tu wie mir geheißen.
Bewerfen uns mit Sand.
Folgen den Wurzeln.
Gönnen uns Grünzeug.
Wir kauen bis es nichts mehr her gibt.
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Donnerstag, 20. Dezember 2012

Wüstentagebuch 20

Eintrag 1911 3. Buch 5. Jahr
Unruhige Nacht mit etwas Bewegung.
22 Tage bis zur nächsten Blutung.
Die Geräusche und Gerüche der Siedlung dringen aus der Ferne zu uns.
Manchmal kann man Stimmen hören.
Meistens Lachen oder Schreie.
Sie kommt immer wieder zu mir und will sich an mir körperlich abreagieren.
Mache die ersten Male mit.
Dann halte ich sie fest im Arm.
Will ihre Panik beruhigen.
Muss mich zusammenreißen.
Ihr Atem geht schnell und unkontrolliert.
Immer wieder weint sie.
Murmelt etwas unverständliches.
Frage mich was sie in der Wüste erlebt hat.
Wie lange sie alleine überlebt hat.
Wer sie so gebrochen hat.
Starten den Tag mit einer Inspektion.
Zählen unsere Dinge.
Das bringt auch den Verstand in Ordnung.
Über der Siedlung ist vereinzelt Rauch zu sehen.
Ich bewege mich zielstrebig auf diese moderne Großstadt zu.
Sie bleibt ein paar Schritte zurück.
Wir treten ein.
Sofort merke ich die Unruhe die an diesem Ort herrscht.
Das Stimmengewirr ist voll mit Sprachen die ich nicht kenne.
Ein paar Worte kann ich verstehen.
Jeder hier war mal auf der Wanderung und hat aufgegeben.
Sie bleibt jetzt dicht bei mir.
Frage den ersten den ich verstehen kann wie groß die Siedlung ist.
Er meint einen Tagesmarsch.
Sie will hier nicht übernachten.
Das wird nicht möglich sein.
Sage ihr sie soll sich zusammen reißen.
Nehme ihren Kopf in meine Hände und drücke ihr einen Kuss auf die Stirn.
Suchen zielstrebig den zentralen Platz auf.
Dort kann man am besten Handel treiben.
Guten Tag wir sind arme Wanderer.
Dieser Ort ist eng und verzweifelt.
In unserem Gepäck haben wir ein paar bescheidene Güter.
Sie soll ihr das Fleisch und die Knochen die ihr gehören selber tragen.
Das sendet das richtige Signal.
Was könnt ihr uns dafür geben?
Man will ihr wirklich Glasmurmeln anbieten.
Sie lehnt dankend ab.
Das sind wirklich gute Waren.
Sie kann nähen und flickt die Kleider.
Ihre Balladen und Lieder weiß sie auch an den Mann zu bringen.
Das Fleisch behält sie für sich.
Was wollt ihr dafür haben?
Sie nimmt Stoff und kann sich ein Messer für das Schnitzen ergattern.
Auch ich habe nicht viel.
Handel ist wie eine lange komplizierte Jagd mit vielen Drehungen und Wendungen.
Mal muss man Krach machen. Mal muss man schleichen. Mal beides zur gleichen Zeit.
Werde gefragt wie viel sie kostet.
Sie steht nicht zum Verkauf.
Konnte mir Schreibzeug und Grünzeug ergattern
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1912 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht
21 Tage bis zur nächsten Blutung
Sie war ganz aufgeregt von ihrem Erfolg.
Reißen uns zusammen.
Machen weiter.
Guten Tag wir sind arme Wanderer.
Mir werden immer wieder Männer und Frauen angeboten.
Sie sagt ich bin nicht interessiert.
In unserem Gepäck haben wir ein paar bescheidene Güter.
Begutachte das Haar, die Zähne und die Haut von jedem der will und zahlt.
Versuche nicht an meine Mutter zu denken.
Was könnt ihr uns dafür geben?
Die Plane des Lagers muss erneuert werden.
Ein paar Schrauben wären auch nicht schlecht.
Das sind wirklich gute Waren.
Teile das Fleisch und das getrocknete Geziefer gut ein.
Wer weiß wann die nächste Siedlung kommt.
Was wollt ihr dafür haben?
Die Messer müssen geschliffen werden.
Lege wert auf Grünzeug.
Auch ich habe nicht viel.
Jeder hat etwas.
Sonst würden sie hier nicht leben.
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Mittwoch, 19. Dezember 2012

Wüstentagebuch 19

Eintrag 1909 3. Buch 5. Jahr
Ruhige und bewegte Nacht.
24 Tage bis zur nächsten Blutung.
Haben ein Haus erreicht.
Das was man heute Haus nennt.
Eine Höhle erbaut aus Sand und Müll.
Zusammen gehalten von Blut und Schweiß.
Jetzt weiß ich auch was für ein Geruch sich in die Luft mischt.
Es ist der Schweiß von Menschen die zusammen Leben.
Der Mann der in der Höhle wohnt beäugt uns misstrauisch mit seinen Augen, die einem Wiesel gehören könnten.
Er spricht eine Sprache die nur aus knurren und husten zu bestehen scheint.
Mit Mühe kann ich ihn verstehen
Kann nicht sagen wie alt er ist.
Guten Tag wir sind arme Wanderer.
In unserem Gepäck haben wir ein paar bescheidene Güter.
Was könnt ihr uns dafür geben?
Er beäugt sie mit hungrigen Augen.
Er bemerkt meinen Blick.
Ich bin nur ein armer Siedler.
Und lebe nur von der Hand im Mund.
Ich kann euch nichts anderes geben als meine besten Wünsche.
Fragen ihn nach dem Weg zur nächsten Siedlung.
Er gibt uns die Richtung vor.
Morgen sollten wir sie erreicht haben.
Suchen zusammen nach Wurzeln.
Finden sie mit Mühe und habe unsere Not sie der Erde abzugewinnen.
Der schwere Geruch in der Luft wird schwerer.
Er widert mich jetzt schon an.
Schlagen unser Lager für die Nacht auf.
Reden noch weniger als sonst.
Die Anspannung steckt uns in den Knochen.
Sie ist fahrig und unkonzentriert.
Den Blick des Mannes hat sie genauso bemerkt wie ich.
Wahrscheinlich hat sie ihn auch deutlich gespürt.
Vor uns liegt eine Siedlung mit mehreren Menschen.
Ich konnte große Mengen von Menschen nie leiden, aber sie hat Angst.
Überlege wie alt sie.
Verzichte darauf sie zu fragen.
Kann mich nur mit Mühe an mein eigenes Alter erinnern.
Es gibt auch in dieser leeren Welt Regeln.
Ein Überfall ist unwahrscheinlich.
Aber Vorsicht ist besser als Nachsicht.
Übernehme die erste Wache.
Alle fünf Lieder und fünf Geschichten wechseln wir uns ab.
Ziehen weiter.

Eintrag 1910 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
23 Tage bis zur nächsten Blutung.
Sie hat in sich zusammen gekauert in ihrer eigenen Ecke geschlafen
Manchmal hat sie geweint.
Der kalte Schweiß klebt ihr auf der Stirn.
Versuche amüsante Lieder auszuwählen.
Vom Raben, Vom wandernden Kind, Vom glücklichen Hans,von den zwei Brüdern, wie ich meinen eigenen Garten aufbaute.
Sie ist in ihren Erzählungen klassischer als ich.
Bin erstaunt wie viele Balladen sie kennt.
Den Zauberlehrling hatte ich ganz vergessen.
Genauso wie die von den zwei Freunden.
Wir dämmern durch die Nacht.
Merke wie sie dicht bei mir sitzt wenn ich mit ruhen an der Reihe bin.
Schlafen so gut wie wir können.
In der Ferne sehen wir wie die Siedlung die uns langsam aber sicher entgegen kommt.
Zuerst ist sie nur eine undeutliche Linie auf dem Horizont und scheint unendlich weit.
Mit jedem Schritt kommen wir näher.
Die Linie wird größer.
Wir können verschwommene Behausungen erkennen, die im Dunst nicht stillstehen können.
Die Behausungen sind irgendwann als Müllhöhlen, Zelte und andere selbstgebaute Lager zu erkennen.
Ziehen weiter.



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Dienstag, 18. Dezember 2012

Wüstentagebuch 18

Eintrag 1905 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Schlafen eng beieinander.
Ich wie immer seltener als sie.
Bin Mikroschläfer.
28 Tage bis zur nächsten Blutung.
Früher hat man sich am Mond orientiert.
Das ist heute nicht mehr möglich.
Also die Tage zählen.
Haben genügend Stoff für die nächsten vier Tage.
Die benutzten Lappen lassen wir im Sand liegen.
Gehen in Deckung.
Vielleicht lockt es ja ein paar Angreifer an.
Wo Tiere sind, da sind auch Menschen.
Die nächste Siedlung kann nicht weit sein.
Sie ist äußerst talentiert im zerlegen.
Erzählt mir fröhlich wie ihr Vater ihr alles beigebracht hat.
Zeige ihr welche Knochen man wofür benutzt.
Was man aus ihnen machen kann.
Gönnen uns etwas Fleisch.
Sie befiehlt mir richtig zu schlafen.
Während mir ihre Hand durch die Haare streicht, schlafe ich ein.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1906 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
27 Tage bis zur nächsten Blutung.
Bin ausgeruhter als sonst.
Sie muss häufiger Pause machen.
Der Geschmack ist immer noch seltsam.
Man schmeckt die Stadt die hier mal war.
Machen Sprachübungen.
Zeichnen Wörter in den Sand.
Erkläre ihr wie gehandelt wird.
Was ist von Wert und was nicht.
Erzähle ihr wie einmal Land für Murmeln aus Glas verkauft wurde.
Sie weiß nicht was Glasmurmeln sind.
Kann sich nicht vorstellen warum irgendjemand Land kaufen wollte, da es eh nur Sand gibt.
Sie soll sich vorstellen dass ihr jemand Fleisch für Sand verkaufen will.
Erkläre ihr auch, dass die Hälfte des Fleischs und der Knochen vom letzten Angriff ihr gehören.
Üben noch einmal das suchen von Wurzeln.
Sie ist erfolgreich.
Keine Angreifer in Sicht.
In die Luft mischt sich ein fremder Geruch.
Bedanke mich bei ihr für die Wurzeln.
Sie meint sie habe sich bei mir zu bedanken.
Darauf nimmt sie meinen Kopf
Wir ziehen nicht weiter.

Eintrag 1907 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht
26 Tage bis zur nächsten Blutung
Wir sind am Leben.
Ihre Lippen nehmen meine.
Ich nehme sie.
Reagieren uns aneinander ab und aus.
Schlafen miteinander schwer atmend.
Sind beide im Delirium.
Sie schmeckt nach Salz und Metall.
Hatte vergessen wie gut das tut.
Dieser Hunger wurde viel zu lange nicht gestillt.
Wir sind am Leben.
Mal halte ich sie auf dem Boden.
Sie beißt sich genüsslich in meiner Schulter fest.
Mal ist sie auf mir.
Ich presse sie an mich.
Halte sie so wie ich sie haben will.
Oh Gott tut das gut.
Wir ziehen nicht weiter.
Haben viel zu lange gewartet.
Wollen alles nachholen.
Wir sind am Leben.

Eintrag 1908 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
25 Tage bis zur nächsten Blutung
Müssen weiter ziehen.
Können nicht ewig weiter machen.
Folgen zielstrebig den Wurzeln.
Bleiben immer wieder stehen um uns zu küssen.
Müssen uns zusammenreißen.
Die nächste Nacht kommt bestimmt.
Weiterziehen.
Stillstand ist der Tod.
Der Sand wird dicker.
Die Luft ist schwanger mit fremden Gerüchen.
Sie will alleine Wurzeln suchen.
Braucht ihre Zeit.
Ist erfolgreich.
Bringt Kriecher mit.
Kriecher.
Sie sind ordentlich genährt.
Wo Tiere sind, da sind auch Menschen.
Wir ziehen weiter.



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Montag, 17. Dezember 2012

Wüstentagebuch 17

Eintrag 1901 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Sie sucht meine Nähe.
Erzähle ihr eine Geschichten,
Wie das goldene Zeitalter zum bronzenen wurde. Damals in der unbekannten Zeit.
Wie Kinder eine alte Frau überlisten. Wie es mir meine Mutter erzählte
Wie das Fischernetz erfunden wurde.
Sie gibt mir Rätsel auf.
Welche Blume kann man nicht pflücken.
Was hängt an der Wand gibt jedem die Hand.
Loch an Loch und hält doch.
Sie hat ihren Spaß mich raten zu lassen.
Die Antworten sind einfach und erinnern mich an die alte Welt.
Ich hasse und liebe sie im selben Augenblick.
Sie kann nichts dafür.
Warte bis sie mit ihrem Kopf auf meiner Brust schläft.
Streiche ihr mit meiner Hand über den Kopf.
Ich bin nicht allein.
Denke an dich, mein Vater.
Schicke sie los um Wurzeln zu finden.
Bearbeite die Knochen von Harald.
Er wird mir schon von Nutzen sein.
Sie schafft es nicht.
Schicke sie solange Wurzeln hohlen, bis sie welche gefunden hat.
Inspiziere in der Zwischenzeit den Vorrat.
Suche nach Stoff.
Finde was ich brauche.
Ihr Geruch ist schwerer geworden.
Ich bin nicht der einzige hier im Sand der gut riechen kann.
Sie bringt Wurzeln.
Lobe sie.
Zelebriere es.
Erkläre ihr wie man mit einem Messer umzugehen hat
Sie sind nicht zu gebrauchen.
Wir bereiten sie zu und spucken sie in den Sand.
Sie macht das Feuer.
Ich hohle das Essen.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1902 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Lagen nebeneinander.
Zeige ihr meine Bücher.
Zeichnen Wörter in den Sand.
Bearbeite die Knochen von Harald.
Zeige ihr noch einmal wo die Wurzeln sind.
Machen Sprachübungen.
Spielen ein Spiel.
Ich mag Gitarre,
Sie mag Radio.
Halten uns an unseren Schultern.
Dürfen nicht lachen.
Erkläre ihr den Bogen.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1903 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Sie sucht meine Nähe.
Ihre monatliche Blutung beginnt.
Erkläre ihr was kommen wird.
Sie kennt das was kommt gut genug.
Erzähle ihr von der ersten Blutung meiner Schwester..
Sie erzählt mir wie ihre Familie zugrunde gegangen ist.
Die Blitze haben jeden in ihrer Familie nieder gerafft.
Sie hat sie schmelzen sehen.
Habe mich zusammen zu reißen.
Darf nicht zusammenbrechen.
Ich habe das bessere Ende erlebt.
Habe genügend Stoff.
Aber der Geruch liegt nun in der Luft.
Müssen vorsichtig sein.
Haben uns etwas einfallen zu lassen.
Bearbeite Haralds Knochen.
Du wirst uns schon von nutzen sein.
Sie schaut mir unruhig zu.
Machen Sprachübungen.
Suchen zusammen nach Wurzeln.
Erkläre ihr wie man mit einem Messer umzugehen hat.
Ein Angriff ist nur eine Frage der Zeit.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1904 3. Buch 5. Jahr
Angriff!
Wir konnten sie schon am Tag spüren.
In unseren Augenwinkeln sahen wir sie.
Ihre Schritte hörten wir.
Sie hatten ihr Blut gerochen.
Wir wussten dass sie uns auf den Fersen waren.
Suchten nach Wurzeln.
Waren laut.
Aber die alten Regeln nützen nichts.
Der Angriff kam.
Wir reagierten.
Jeder von uns hatte seine Erfahrung.
Fünf Jahre hatten wir beide in dieser Wüste verbracht.
Habe meine Wunden zu versorgen.
Unwichtig
Wir haben Fleisch und Knochen.
Dies ist unser Sieg.Sind reiche Leute.
Ziehen weiter.



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Die Mariann

 Jeder kennt von uns den Gürtel aus Steinen
Mit all seinen Wogen.
Die Mütter, die Kinder sie weinen.
Über all die verlorenen.

Wir haben hindurch zu steuern
in unserer ewigen Nacht.
Und uns unserem Mut zu beteuern.
Bruder halte Wacht

Hier siehst du ein Licht
dort hörst du ein Ton
Du bist nur ein Wicht
Aber du schaffst es schon.

Du steuerst durch die fliegenden Steine
Den Druck den hältst du aus.
Auf dem größten siehst du sie thronen dann.
Dir schlottern die Gebeine
Denn du bist nur eine Maus
Vor der alles verlangenden Mariann'.

Du willst so gern zu ihr gehen.
Und du genießt ihren Gesang
Du hast dich ihr zu erwehren
Der ewig bezaubernden Mariann'.

Sie hat ihren Liebsten verloren.
In einer stürmischen Schlacht
Niemand weiß wo oder wann
Deshalb will sie dich nun hohlen
Auf deiner einsamen Wacht
Warum weiß nur die Mariann'.

Vielleicht wirst du entkommen
Nach und nach holt sie sich jeden Mann.
Du hast ein Mann zu bekommen
Für die alles verschlingende Mariann'.

Das Ziel ist da.
Heute hast du gewonnen.
Das Ende kommt für jeden irgendwann
Das ist dir klar
Doch du denkst beklommen
Du willst in die Arme der Mariann',


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Sonntag, 16. Dezember 2012

Wüstentagebuch 16

Eintrag 1898 3. Buch 5. Jahr
Du bist ein Idiot Robert.
Die Einsamkeit in all dem Sand hat dich die grundlegenden Sachen über Männer und Frauen vergessen lassen.
Frage sie in der Nacht wie sie mit den monatlichen Blutungen fertig wird.
Sie sich immer ein Stück Stoff zwischen die Beine geklemmt.
Kein Wunder, dass ihre Kleidung so zerrissen war.
Die Tiere hat sie abgewehrt
Oder sich im Sand versteckt.
Hatte mehr Glück als Verstand.
Frage sie nach Männern.
Männer sind Tiere und Tiere hat sie abgewehrt
Ruhige Nacht.
Machen Sprachübungen.
Singen Lieder.
Vom Schelm,
Vom Eseln und dem Kuckuck im Mai.
Wir müssen kurz lachen.
Vom Vater der ein Schaf ist.
Spielen ein Spiel.
Sie mochte immer Pferde.
Majestätisch und nach Beherrschung fordernd.
Sie war gut im Reiten.
Ich wollte immer einen Garten.
Ruhig auf meinem Stuhl sitzen und das Land um mich herum planen.
Und dann wenn ich meinen Plan hatte würde ich das Land gestalten.
Suchen zusammen nach Wurzeln.
Die Luft wird schwerer.
Das mag ich nicht.
Die alten Bilder kommen wieder hoch.
Du musst diese Möglichkeit wahrnehmen Robert.
Erinnere dich an das alte Spiel aus Schwarz und Weiß.
Denke an den Turm der nicht zusammen stürzen darf.
Da kommt was auf uns zu.
Die letzten Nächte haben wir nebeneinander gelegen und keiner konnte wirklich schlafen.
Wer kann heute noch dem anderen trauen.
Das was kommt wird nicht schön.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1899 3. Buch 5. Jahr
Die Flaschen sind voll.
Wir haben die Nacht überstanden.
Sie hat geschrien und sich an mich geklammert.
Sie hat nach ihrer Mutter geschrien.
Mama! Mama! Mama! Mama!
Hat mir fast die Luft abgeschnitten,
Um uns herum wüteten die Blitze und der Regen.
Hatte wach zu bleiben.
Durfte sie nicht enttäuschen.
Halte sie wie ein kleines Kind.
Ich halte sie wie meine neue Schwester vor vielen Jahren.
Ich hatte mal eine kleine Schwester und einen kleinen Bruder.
Muss mich zusammen reißen.
Diese Nacht der Blitze stehst du durch.
Denn diese Blitze werden nicht die letzten sein.
Du willst dein Ziel erreichen.
Also stehe deinen Mann.
Irgendwann sind die Blitze vorbei.
Nur noch Regen.
Er sammelt sich in den Flaschen und versickert im Sand
Ihr Kopf ruht schwer auf meiner Brust.
Ihr ganzer Körper ist zusammen gekrümmt.
Ihre Finger hatten sich in meine Arme eingegraben.
Wir haben die Nacht überstanden.
Schicke Maria los um Wurzeln zu finden.
Mache eine Inspektion.
Alles in Ordnung.
Versorge die Wunden.
Sie hat keinen Erfolg.
Gehen zusammen nach Wurzeln suchen,
Machen Sprachübungen.
Singen
Sie wird besser mit der Sprache.
Meine Schrift kann sie immer noch nicht lesen.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1900 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Haben nebeneinander gelegen.
Sie sucht meine Nähe.
Der Boden bleibt schwierig.
Folgen den Wurzeln.
Essen sie.
Machen Sprachübungen.
Singen Lieder.
Vom Schelm im Sack.
Vom Kuckuck und dem Esel die einen Wettstreit haben.
Von der Katze die im Schnee lief.
Sie schaut mich kurz an und fängt an zu lachen.
Versuche mich zu kontrollieren, kann es aber nicht.
Auf unseren Knien lachen wir ohne Sinn und Verstand im ewigen Sand.
Diese Welt ist wertlos und wir sind übrig geblieben.
Schnee!
Wir ziehen weiter.


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Samstag, 15. Dezember 2012

Wüstentagebuch 15

Eintrag 1894 3. Buch 5. Jahr
Die Nacht war ruhig.
Sie ist von alleine in das Nachtlager gekommen.
Lagen schweigend nebeneinander.
Keiner wollte zuerst einschlafen.
Habe die Musik vom kleinen Schelm gesummt.
Sie lag wie ein Stock neben mir
Zu essen gab es Wurzeln.
Der Boden wird schwieriger.
Die Luft gefällt mir nicht.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1895 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Haben zusammen im Nachtlager gelegen.
Bin erfahrener als sie im Mikroschlaf.
Sie hat immer durch geschlafen nachts im Sand.
Jetzt bricht sie tagsüber zusammen.
Hat zu wenig geschlafen und getrunken.
Bringe sie ruhig und beharrlich zum trinken.
Danach schläft sie mehrere Stunden.
Habe unter der Sonne aus zu harren.
Organisiere Wurzeln zum Essen.
Lasse sie wie immer mit der Ausrüstung und dem Vorrat zurück
Sie kann sonst nirgendwohin.
Selbst wenn sie mit all meiner Habe weg rennt wird ihr dass nur kurz helfen.
Der Boden ist durchsetzt von Steinen.
Hier war einmal eine ganze Stadt voller Menschen.
Finde keine Knochen.
Darf nicht daran denken woraus der Sand gemacht ist.
Meine Hände werden rissiger als sonst.
Fange an mich beim Ölvorrat zu bedienen.
Hatte auf die nächste Siedlung gehofft.
Aber der Bär war wohl schon sehr lange unterwegs gewesen.
Hätte ihn fragen sollen.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1896 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Lagen nebeneinander im Nachtlager.
Konnten beide nicht schlafen.
Haben ein Spiel gespielt.
Sie kann die Gemeinschaftssprache nicht.
Unsere Sprache kann sie nur schwer und langsam.
Die Nacht war lang und das einzige was wir haben ist Zeit.
Ihr Name ist Maria. Sie kommt vom Land.
Ich habe auf sie aufpassen und sie ich werde ihr nichts antun.
Der Kuckuck und der Esel, die sich im Mai im Wald streiten.
Mai. Monate. Jahreszeiten.
Es gibt heute genau so viele Jahreszeiten wie Vegetarier.
Darf nicht lachen.
Muss mich zusammenreißen.
Dieses Buch ist ein Anker. Ich will mich daran erinnern, dass die Welt einmal besser war und das die Welt wieder besser sein kann.
Über ihre Familie will sie nicht reden und sie weint nur kurz.
Bin damals durch die verbrannten Felder gelaufen.
Nur Verlierer bleiben stehen. Nur die Schwachen begnügen sich mit dem was sie haben. Wer kämpft kann verlieren, alle anderen haben schon verloren.
Mit Obst kann sie nichts anfangen, aber sie erinnert sich an das frische Fleisch das von den Wiesen kam.
Euphorisch hat sie ihrem Vater beim schlachten geholfen und wusste genau wo welcher Knochen war.
Ich habe einen Glücksgriff gelandet.
Ich vermisse das Gras.
Sie hat mal lesen gelernt.
Die Sprache aus dem Märchenbuch kann sie lesen aber nicht erkennen.
Mit meiner Schrift ist sie überfordert.
Beginne mit dem Projekt.
Zu essen gibt es Wurzeln.
Ihr Geschmack ist anders aber sicher.
Die Nächste Siedlung kommt bestimmt.
Wir ziehen weiter.

Eintrag 1897 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Liegen nebeneinander.
Ich schlafe wie ich schlafe.
Sie muss sich am Tag ausruhen.
Es gab Wurzeln und ein paar Würmer zu essen.
Wir singen Lieder.
Vom Mann im Wald. Von den vögeln, die alle schon das sind.
Wir ziehen weiter.

Launing
die Geschichte einer Verwandlung

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