Sonntag, 24. Januar 2016
Samstag, 23. Januar 2016
Filmbesprechung: The Science of Sleep
Eingestellt von
maharas
Stephanie
Ach
ja, die Liebe, diese undurchsichtige Mischung aus Gefühlen und
Erlebnissen, die einem das Hirn verklebt und zu sonderbaren und
unlogischen Dummheiten verleitet.
Was
hat sie der Menschheit nicht als Motor gedient um alle möglichen
künstlerischen Höhenflüge zu befeuern.
Schon
die Minnesänger trugen Lieder für angebetete Schönheiten vor und
leiteten damit die erste Welle einer einheitlichen deutschen Sprache
ein.
Hier
haben wir nun die Liebesgeschichte zwischen dem Träumer Stephan und
seiner Nachbarin Stephanie, die sich durch die Irrungen und Wirrungen
des Alltags kämpfen muss und von der man nicht weiß ob sie ein
gutes Ende nehmen wird.
Denn
beide gehören zu den menschlichen Vertretern der Stachelschweine und
wie allgemein bekannt ist, paaren sich solche Leute sehr sehr
langsam.
Dabei
wird auch nicht auf die üblichen Missverständnisse verzichtet, die
man in fast jeder dieser Herzensgeschichten antrifft.
Anders
aber als bei vielen anderen Vertretern des Herzschmerz, sind die
Missverständnisse hier von einer leichten und natürlichen Art und
Weise und man hat auch die Möglichkeit zu erkennen, wer wie zu viel
in kleine Gesten hinein interpretiert.
Dadurch
kann man sich als Zuschauer auf die richtige Art und Weise clever
vorkommen und das ist beim Geschichten erzählen schon mal die halbe
Miete.
Was
einen vielleicht zuerst abschrecken könnte ist die
Zweisprachlichkeit des Films, der auf französisch und deutsch daher
kommt und auch ein paar Brocken spanisch mit hinein wirft..
Auf
den zweiten Blick ist dieses Stilmittel aber sehr gut gewählt, denn
Stephan ist gerade neu in der Stadt und befindet sich auch fern von
seinem eigentlichen Heimatland.
So
muss er sich entwurzelt in diesem neuen Lebensabschnitt erst zurecht
finden.
Das
die Wahl beim Verfremdungseffekt dabei auf die Sprache gefallen ist,
ist somit nicht nur eine durch und durch logische, sondern auch eine
durchweg natürliche, denn zwischendurch gibt es immer wieder
Ausflüge in die Gedankenwelt von Stephan und zusätzliche
Verfremdungen der realen Welt hätten den Film nur unnötig belastet.
Die
abstrusen Träume von Stephan muten hier dann auch wie eine wohlige
Insel an, auf die sich der scheue Migrant retten kann, wenn es ihm zu
viel wird mit der großen fremden Welt.
Aus
der ungeliebten Arbeit wird da ein Platz zur Huldigung seiner
Einzigartigkeit und das Leben an sich zu einer leicht verdaulichen
Fernseh- Show, die an die Anfänge von Stefan Raab erinnert.
Interessant
hierbei ist, dass die Umwelt von Stephan sich darüber bewusst ist,
dass er seine Marotten und Eigenheiten hat, genauso wie jeder andere
auch.
Dadurch
wird klar, dass er eigentlich keine Sonderstellung inne hat, sondern
nur einer von vielen ist, der sich in einer unübersichtlichen Welt
zurecht finden muss.
Ob
es mit ihm und seiner angebeteten Stephanie dann auch klappt, bleibt
dem Zuschauer überlassen.
Eigentlich
hat er alle Karten in der Hand, er darf sie nur nicht verspielen.
Fazit:
Ein schöner Traum für zwischendurch, den man nicht zu sehr
analysieren sollte.
Nutzloses
Klugscheißen: Wer das Verhalten der Franzosen in diesem Film für
unnötig skurril und überzogen hält, geht einfach mal nach
Frankreich oder verbringt einfach mal ein paar Stunden mit einem
Vertreter dieser liebenswürdigen Gattung von Europäern.
Die
sind wirklich so.
Freitag, 22. Januar 2016
Donnerstag, 21. Januar 2016
Die Zwischenbilanz
Eingestellt von
maharas
So, das alte Jahr ist
vorbei und vergangen und klingt nun nur noch in Erinnerungen nach.
Für mich hier die
Möglichkeit, einfach mal eine kurze Bilanz zu ziehen, frei nach dem
Motto: Was hat er denn bis jetzt gelernt?
Im Internet sind ja Top
Tens eine Form von Dauerbrenner, also warum nicht diese Form der
Auswertung wählen?
1. Depression ist eine
Störung des Selbstbildes, die je nach Schwierigkeitsgrad alltägliche
Aufgaben für unüberwindbar erscheinen lässt.
2. Genussmittel und
psychotrope Substanzen, wie zum Beispiel Alkohol, beeinträchtigen
das Selbstbild sowohl negativ, als auch positiv und verschlimmern auf
lange Sicht das eigentliche Problem.
3. Ein Burn – Out
kommt zustande, wenn man sich die Aufgaben von anderen aufhalsen
lässt und/ oder andere ungerechtfertigt die Lorbeeren für fremde
Erfolge bekommen.
4. Genussmittel, wie
zum Beispiel Alkohol, überdecken und dämpfen wunderbar die
eigentlichen Probleme, die ohne Alkohol wieder scharf und klar zu
erkennen sind.
5. Ich habe kein
Alkoholproblem, sondern ein Abgrenzungsproblem, dadurch dass ich mich
nicht von schädigenden Personen abgegrenzt habe, habe ich mich nicht
von der Arbeit abgegrenzt und habe mich schlussendlich auch nicht vom
Alkohol abgegrenzt.
6. Lieber ein Ende mit
Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Keine Lücke ist so groß,
dass sie nicht von etwas anderem gefüllt werden kann.
7. Es wird immer
irgendwelche Vollpfosten geben, die von ihrer eigenen Inkompetenz
ablenken wollen, indem sie anderen die Schuld geben.
8. Genauso wie meine
Patienten auf Arbeit über den Daumen gepeilt zwei Jahre brauchen bis
sie wieder komplett auf dem Damm sind, werde ich über den Daumen
gepeilt insgesamt mindestens genauso viel Zeit brauchen. Es handelt
sich dabei um einen realistischen Durchschnittswert, der je nach
individueller Situation unterschiedlich ausfallen kann.
9. Beim viel
beschworenen Mobbing hat man in drei Arten zu unterscheiden:
Zum einen gibt es das
klassische Mobbing, was ein unbewusster Prozess in einem kranken
System ist, was immer nach einem Sündenbock oder Prügelknaben
sucht. Es handelt sich hierbei um gewachsene Strukturen, die man
nicht beeinflussen kann.
Ganz wichtig hierbei
ist es zu beachten, dass eine einzelne Person für sich alleine nicht
mobben kann, sondern nur der üblen Nachrede, der falschen
Darstellung von Tatsachen oder der Schikanierung nachgehen kann. Hier
ist auch zu beachten, dass in der Fachliteratur erst ab einer
Gruppengröße von 5 – 6 Personen von Mobbing die Rede ist.
Zum anderen gibt es das
sogenannte Bullying, wo sich eine Clique von unfreundlichen Personen
zusammenschließt um einen oder mehreren Personen das Leben so
unangenehm wie möglich zu machen.
Hier ist wichtig zu
beachten, dass es hier eine Person ist, die den Stein zum rollen
bringt und andere unreflektiert mitmachen.
Zu guter Letzt gibt es
dann noch das Bossing, wo eine Person in verantwortlicher Position
ihre Befugnisse ausnutzt und ihre Kompetenzen überschreitet um
jemand anderen zu schaden oder schlecht aussehen zu lassen.
Wichtig bei allen drei
Vertretern ist, dass auch Untätigkeit zum Tatbestand zu zählen ist
und entweder als unterlassene Hilfestellung oder Fahrlässigkeit zu
deuten ist.
Wie bei jedem sozialen
Phänomen gibt es auch hier Mischformen, es ist jedoch wichtig die
Grundformen zu kennen, um zu wissen, was sich hier womit mischt.
Betroffenen wird
empfohlen, wenn sie entsprechende Muster entdeckt haben, alles
hinzuwerfen, da man in den entsprechenden Strukturen nicht mehr
adäquat tätig sein können.
Ich persönlich darf
für mich feststellen, dass ich Opfer einer Mischform aus der ersten
und dritten Art geworden bin.
10. Wenn ich meine
Erfahrung irgendwie auf den Punkt bringen müsste, würde ich es als
Neuformatierung des Hirns beschreiben.
Alles in allem,
Frohes neues Jahr, auf
die Sonnentage, die da noch kommen mögen.
Mittwoch, 20. Januar 2016
Im Ring des Grauens: Lagebericht II
Eingestellt von
maharas
Was bisher geschah:
Der Frachter "Anton" wurde durch ein unbekanntes Ereignis aus seiner Flugbahn katapultiert.
Seine Mannschaft, eine bunte Mischung aus verschiedenen Lebewesen, findet sich in einem Asteroidenfeld am anderen Ende vom Universum wieder.
Der Frachter "Anton" wurde durch ein unbekanntes Ereignis aus seiner Flugbahn katapultiert.
Seine Mannschaft, eine bunte Mischung aus verschiedenen Lebewesen, findet sich in einem Asteroidenfeld am anderen Ende vom Universum wieder.
Der Kapitän und seine Offiziere dachten schon alles gesehen zu haben was das Weltall zu bieten hat. Da hatten sie wohl unrecht.
Vorsichtige Schätzungen
liegen bei einem Monat, bei der Inbetriebnahme des kompletten
Schiffes.
Inwieweit wir das
strecken können mag ich nicht sagen.
Diese Art der
Spekulation würde nur falsche Hoffnungen wecken.
Dienstag, 19. Januar 2016
Die Sache mit der Eiskönigin II
Eingestellt von
maharas
Dazu
hatte sich an diesem Tage die Sonne dazu entschlossen einen
Hitzerekord aufzustellen, was die Hornviecher von Lehrer natürlich
nicht auf die Idee brachte uns verkürzten Unterricht zu geben, denn
„Sowas entscheidet das Schulamt und nicht wir einfachen Beamten.“
Und
jedes Mal wenn wir endlich einen dieser trüben Lehrkörper dazu
veranlassen konnten ein Fenster zu öffnen jammerte die blonde Gabi
von der Fensterbank „Der Luftzug ist schlecht für
mein Asthma.“, nur um darauf in sich hinein zu grinsen, sobald sich
ihr der Rücken des Lehrers zuwandte. Als Dank bekam sie nach jeder
Pause neue blaue Flecken vom Beine stellen, was sie nicht davon
abhielt weiter herum zu jaulen. Auf die Schliche kam uns keiner,
schließlich waren wir Profis und wussten wie jemand zufällig
hinfallen musste.
Und
jetzt musste ich auch noch meiner blöden Mutter beim Einkauf helfen,
nur weil ich als erster Schulschluss hatte.
Ich
wollte verdammt noch mal Schokolade. Und nicht irgendwelche
Schokolade, nein, es gefälligst die Art von weiß – brauner
Köstlichkeit zu sein, die in ovaler Form ein geheimes Spielzeug
umgab.
Das
hatte ich mir nach diesem Scheißtag, verdammt nochmal verdient.
Ich
fing strategisch ganz langsam an.
„Mama,“
wichtig war hier das lang gezogene A und ein subtil unterwürfiger
Ton „kaufst du mir ein Überraschungsei?“
Wie
aufs Stichwort wurde der Einkaufzettel, den meine Mutter die ganze
Zeit locker in der Hand gehalten hatte viel interessanter als alles
andere in der Welt und wurde von meiner Mutter mit einer Akribie
studiert, als handle es sich dabei um die Karte zum verloren
geglaubten Bernsteinzimmer.
Was
folgte war ein genauestens einstudierter Ablauf von Argumenten, von
dem ich überzeugt war, dass ihn meine Eltern heimlich in der Nacht
probten, so routiniert brachten beide ihn vor.
„Hast
du dir das denn auch verdient?“
„Wir
haben heute drei Tests geschrieben.“
„Aber
die Ergebnisse hast du noch nicht.“
„Aber
die waren ganz schwer.“
„Soll
ich dir jetzt bei jeder Schwierigkeit was Süßes kaufen, dann ist
das ja gar nichts Besonderes mehr.“
„Ich
brauche eine kleine Aufmunterung nach so einem schweren Tag.“
Ich
war taktisch und argumentatorisch in einer Sackgasse angekommen und
versuchte es nun mit einem sonst recht zuverlässigen Druckmittel:
Mitleid.
„Dafür
reicht das Geld nicht.“
„Es
kostet doch bloß ein Euro.“
„Den
brauchen wir für Toastbrot und Gurke.“
„Du
hast doch immer das Restgeld in deiner kleinen rechten Hosentasche.“
„Das
sparen wir für harte Zeiten.“
„Gar
nicht war, das ist dein Kaffegeld für deine Arbeit.“
Hier
war ganz klar ein strategischer Fehler meinerseits, wollte ich doch
meiner Mutter die Zahlmittel für ihr kleines Extra am Tag streitig
machen und bezichtigte sie andererseits ungerechtfertigt der Lüge,
was eine Kardinalssünde ihr gegenüber war.
Es
war nur eine Frage der Zeit bis die Situation eskalierte.
„Wie
gesagt, das sparen wir für harte Zeiten.“
„Du
hast mich gar nicht mehr lieb.“
„Wir
brauchen noch Obst.“
„Ich
will EIN ÜBERRASCHUNGS…“
Bei
EI war ich dann auf dem Boden und meine Mutter schon längst beim
Obst.
Ich
hielt mich nicht lange auf, gestand mir selber meine Niederlage ein,
begab mich wieder auf meine Beine und zog grummelnd zur Kasse um dort
auf meine hartherzige Erzeugerin zu warten.
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