Mittwoch, 20. Oktober 2010

Eristik die Kunst immer recht zu haben Teil 4

Kunstgriff 28 (unsachkundige Argumente vorbringen)
Dieser ist hauptsächlich anwendbar, wenn Gelehrte vor ungelehrten Zuhörern streiten. Wenn man kein argumentum ad rem (zur Sache gehörend) hat und auch nicht einmal eines ad hominem, so macht man eines ad auditores, d.h. einen ungültigen Einwurf, dessen Ungültigkeit aber nur der Sachkundige einsieht. Ein solcher ist der Gegner, der Zuhörer aber meist nicht: er wird also in ihren Augen geschlagen, zumal wenn der Einwurf seine Behauptung irgendwie in ein lächerliches Licht stellt. Zum Lachen sind die Leute gleich bereit, und man hat die Lacher auf seiner Seite. Um die Nichtigkeit des Einwurfs zu zeigen, müßte der Gegner eine lange Auseinandersetzung machen und auf die Prinzipien der Wissenschaft oder sonstige Angelegenheit zurückgehn: dazu findet er nicht leicht Gehör.
Exempel. Der Gegner sagt: bei der Bildung des Urgebirges, war die Masse, aus welcher der Granit und alles übrige Urgebirg kristallisierte flüssig durch Wärme, also geschmolzen: die Wärme mußte etwa 200° R sein: die Masse kristallisierte unter der sie bedeckenden Meeresfläche. – Wir machen das argumentum ad auditores, daß bei jener Temperatur, ja schon lange vorher bei 80°, das Meer längst verkocht wäre und in der Luft schwebte als Dunst. – Die Zuhörer lachen. Um uns zu schlagen, hätte er zu zeigen, daß der Siedepunkt nicht allein von dem Wärmegrad, sondern eben so sehr vom Druck der Atmosphäre abhängt: und dieser, sobald etwa das halbe Meereswasser in Dunstgestalt schwebt, sosehr erhöht ist, daß auch bei 200° R noch kein Kochen stattfindet. – Aber dazu kommt er nicht, da es bei Nichtphysikern einer Abhandlung bedarf.

Beispiel
1): in einer Vertragsverhandlung ist der hier genannte „Hörer“ der evtl. anwesende Kunde. Unter Juristen alleine ist wohl keiner ein Ungelehrter. Sollte jedoch eine unglaubhafte Übertreibung geschehen, setzen Sie kabarettistische Mittel ein: übertreiben Sie noch mehr und machen Sie damit des Gegners Argument lächerlich. Kabarett und Rhetorik sind nahe Verwandte (vgl. Jürgen Henningsen: „Theorie des Kabaretts“, A. Henn Verlag Ratingen 1967 in „Über die Wissenszusammenhänge im Publikum“, Holger Münzer: Handbuch der Rhetorik und im Kap. „Das Publikum“ S. 105 ff.).
   Kurz: Unsachkundige Argumente nur im Blick der Hörer vorbringen: ein ungültiger Einwurf, dessen Ungültigkeit aber nur der Sachkundige einsieht, der Hörer aber nicht, wird so in ihren Augen geschlagen. Besonders wirksam, wenn der Einwurf die Behauptung des Gegners lächerlich macht.

Kunstgriff 29 (Diversion)
Merkt man, daß man geschlagen wird, so macht man eine Diversion: d.h. fängt mit einem Male von etwas ganz anderem an, als gehörte es zur Sache und wäre ein Argument gegen den Gegner. Dies geschieht mit einiger Bescheidenheit, wenn die Diversion doch noch überhaupt das thema quaestionis (das fragliche Thema) betrifft; unverschämt, wenn es bloß den Gegner angeht und gar nicht von der Sache redet.
Z.B. Ich lobte, daß in China kein Geburtsadel sei und die Ämter nur in Folge von examina erteilt werden. Mein Gegner behauptete, daß Gelehrsamkeit eben so wenig als Vorzüge der Geburt (von denen er etwas hielt) zu Ämtern fähig machte. – Nun ging es für ihn schief. Sogleich machte er die Diversion, daß in China alle Stände mit der Bastonade gestraft werden, welches er mit dem vielen Teetrinken in Verbindung brachte und beides den Chinesen zum Vorwurf machte. – Wer nun gleich auf alles sich einließe, würde sich dadurch haben ableiten lassen und den schon errungenen Sieg aus den Händen gelassen haben.
Unverschämt ist die Diversion, wenn sie die Sache quaestionis (meint: den fraglichen Sachverhalt) ganz und gar verläßt, und etwa anhebt: »Ja, und so behaupteten Sie neulich ebenfalls etc.« Denn da gehört sie gewissermaßen zum »Persönlichwerden«, davon in dem letzten Kunstgriff die Rede sein wird. Sie ist genau genommen eine Mittelstufe zwischen dem daselbst zu erörternden argumentum ad personam und dem argumentum ad hominem.
Wie sehr gleichsam angeboren dieser Kunstgriff sei, zeigt jeder Zank zwischen gemeinen Leuten: wenn nämlich Einer dem Anderen persönliche Vorwürfe macht, so antwortet dieser nicht etwa durch Widerlegung derselben, sondern seinerseits durch persönliche Vorwürfe, die er dem Ersten macht, die ihm selbst gemachten dabei stehen lassend, also gleichsam zugebend. Er macht es wie Scipio, der die Karthager nicht in Italien, sondern in Afrika angriff. Im Kriege mag solche Diversion zu Zeiten taugen. Im Zanken ist sie schlecht, weil man die empfangnen Vorwürfe stehen läßt und der Zuhörer alles Schlechte von beiden Parteien erfährt. Im Disputieren ist sie faute de mieux (üblerweise) gebräuchlich.

   Kurz: Merkt man, daß man geschlagen wird so macht man eine Diversion; d.h. man fängt mit einem Male von etwas ganz anderem an und tue so, als gehöre es zur Sache und wäre ein Argument gegen den Gegner. Oder man werde gar persönlich, zänkisch, beleidigend. Im Disputieren ist derlei üblerweise allgemein gebräuchlich auch ohne Kenntnis der Eristischen Kunstgriffe.

Kunstgriff 30 (Autoritäten statt Gründe angeben)
Das argumentum ad verecundiam. Statt der Gründe brauche man Autoritäten nach Maßgabe der Kenntnisse des Gegners.
Unusquisque mavult credere quam judicare (jeder will lieber glauben als urteilen): sagt Seneca [De vita beata, I, 4]; man hat also leichtes Spiel, wenn man eine Autorität für sich hat, die der Gegner respektiert. Es wird aber für ihn desto mehr gültige Autoritäten geben, je beschränkter seine Kenntnisse und Fähigkeiten sind. Sind etwa diese vom ersten Rang, so wird es höchst wenige und fast gar keine Autoritäten für ihn geben. Allenfalls wird er die der Leute vom Fach in einer ihm wenig oder gar nicht bekannten Wissenschaft, Kunst, oder Handwerk gelten lassen: und auch diese mit Mißtrauen. Hingegen haben die gewöhnlichen Leute tiefen Respekt für die Leute vom Fach jeder Art. Sie wissen nicht, daß wer Profession von der Sache macht, nicht die Sache liebt, sondern seinen Erwerb: – noch daß wer eine Sache lehrt, sie selten gründlich weiß, denn wer sie gründlich studiert, dem bleibt meistens keine Zeit zum Lehren übrig. Allein für das Vulgus (salopp: Otto Normalverbraucher) gibt es gar viele Autoritäten die Respekt finden: hat man daher keine ganz passende, so nehme man eine scheinbar passende, führe an, was einer in einem andern Sinn, oder in andern Verhältnissen gesagt hat. Autoritäten, die der Gegner gar nicht versteht, wirken meistens am besten. Ungelehrte haben einen eignen Respekt vor griechischen und lateinischen Floskeln. Auch kann man die Autoritäten nötigenfalls nicht bloß verdrehen, sondern geradezu verfälschen, oder gar welche anführen, die ganz aus eigner Erfindung sind: meistens hat er das Buch nicht zur Hand und weiß es auch nicht zu handhaben. Das schönste Beispiel hierzu gibt der Französische Curé, der, um nicht, wie die andern Bürger mußten, die Straße vor seinem Hause zu pflastern, einen Biblischen Spruch anführte: paveant illi, ego non pavebo. Das überzeugte die Gemeinde-Vorsteher.

Auch sind allgemeine Vorurteile (hinterhältigerweise) als Autoritäten zu gebrauchen (besser: zu mißbrauchen). Denn die meisten denken mit Aristoteles a men polloiV dokei tauta ge einai jamen: Ja, es gibt keine noch so absurde Meinung, die die Menschen nicht leicht zu der ihrigen machten, sobald man es dahin gebracht hat, sie zu überreden, daß solche allgemein angenommen sei. Das Beispiel wirkt auf ihr Denken wie auf ihr Tun. Sie sind Schafe, die dem Leithammel nachgehn, wohin er auch führt: es ist ihnen leichter zu sterben als zu denken. Es ist sehr seltsam, daß die Allgemeinheit einer Meinung so viel Gewicht bei ihnen hat, da sie doch an sich selbst sehn können, wie ganz ohne Urteil und bloß kraft des Beispiels man Meinungen annimmt. Aber das sehn sie nicht, weil alle Selbstkenntnis ihnen abgeht.

Nur die Auserlesenen sagen mit Plato tois polloiV polla dokei, d. h. das Vulgus hat viele Flausen im Kopfe, und wollte man sich daran kehren, hätte man viel zu tun.
Die Allgemeinheit einer Meinung ist, im Ernst geredet, kein Beweis, ja nicht einmal ein Wahrscheinlichkeitsgrund ihrer Richtigkeit. Die, welche es behaupten, müssen annehmen:
1.   daß die Entfernung in der Zeit jener Allgemeinheit ihre Beweiskraft raubt: sonst müßten sie alle alten Irrtümer zurückrufen, die einmal allgemein für Wahrheiten galten: z.B. das Ptolemäische System, oder in allen protestantischen Ländern den Katholizismus herstellen
2.   daß die Entfernung im Raum dasselbe leistet: sonst wird sie die Allgemeinheit der Meinung in den Bekennern des Buddhismus, des Christentums, und des Islams in Verlegenheit setzen. (Nach Bentham, Tactique des assemblées législatives, Bd. II, S. 76.)
Was man so die allgemeine Meinung nennt, ist, beim Lichte betrachtet, die Meinung zweier oder dreier Personen. Und davon würden wir uns überzeugen, wenn wir der Entstehungsart so einer allgemeingültigen Meinung zusehn könnten. Wir würden dann finden, daß zwei oder drei Leute es sind, die solche zuerst annahmen oder aufstellten und behaupteten, und denen man so gütig war zuzutrauen, daß sie solche recht gründlich geprüft hätten: auf das Vorurteil der hinlänglichen Fähigkeit dieser nahmen zuerst einige Andere die Meinung ebenfalls an. Diesen wiederum glaubten Viele andre, deren Trägheit ihnen anriet, lieber gleich zu glauben, als erst mühsam zu prüfen. So wuchs von Tag zu Tag die Zahl solcher trägen und leichtgläubigen Anhänger: denn hatte die Meinung erst eine gute Anzahl Stimmen für sich, so schrieben die Folgenden dies dem zu, daß sie solche nur durch die Triftigkeit ihrer Gründe hätte erlangen können. Die noch Übrigen waren jetzt genötigt gelten zu lassen, was allgemein galt, um nicht für unruhige Köpfe zu gelten, die sich gegen allgemeingültige Meinungen auflehnten, und naseweise Burschen, die klüger sein wollten als alle Welt.

Jetzt wurde die Beistimmung zur Pflicht. Nunmehr müssen die Wenigen, welche zu urteilen fähig sind, schweigen: und die da reden dürfen, sind solche, welche völlig unfähig, eine eigene Meinung und eigenes Urteil zu haben, das bloße Echo fremder Meinung sind.Jjedoch sind sie um so eifrigere und unduldsamere Verteidiger derselben. Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht sowohl die andre Meinung, zu der er sich bekennt, als die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen, was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewußt sind. – Kurzum, Denken können sehr Wenige, aber Meinungen wollen alle haben: was bleibt da anderes übrig, als daß sie solche, statt sie sich selber zu machen, ganz fertig von Andern aufnehmen?
Da es so zugeht, was gilt da noch die Stimme von hundert Millionen Menschen? – So viel wie etwa ein historisches Faktum, das man in hundert Geschichtsschreibern findet, dann aber nachweist, daß sie alle, einer dem andern ausgeschrieben haben, wodurch zuletzt alles auf die Aussage eines Einzigen zurückläuft. (Nach Bayle, Pensées sur les Comètes, Bd. I, S. 10.)
»Dico ego, tu dicis, sed denique dixit et ille:
Dictaque post toties, nil nisi dicta vides.«
Nichtsdestoweniger kann man im Streit mit gewöhnlichen Leuten die allgemeine Meinung als Autorität gebrauchen.
Überhaupt wird man finden, daß wenn zwei gewöhnliche Köpfe mit einander streiten, meistens die gemeinsam von ihnen erwählte Waffe Autoritäten sind: damit schlagen sie aufeinander los. – Hat der bessere Kopf mit einem solchen zu tun, so ist das Rätlichste, daß er sich auch zu dieser Waffe bequeme, sie auslesend nach Maßgabe der Blößen seines Gegners. Denn gegen die Waffe der Gründe ist dieser, ex hypothesi, ein gehörnter Siegfried, eingetaucht in die Flut der Unfähigkeit zu denken und zu urteilen.
Vor Gericht wird eigentlich nur mit Autoritäten gestritten, die Autorität der Gesetze, die fest steht: das Geschäft der Urteilskraft ist das Auffinden des Gesetzes, d.h. der Autorität, die im gegebenen Fall Anwendung findet. Die Dialektik hat aber Spielraum genug, indem - erforderlichenfalls - der Fall und ein Gesetz, die nicht eigentlich zu einander passen, gedreht werden, bis man sie für zu einander passend ansieht: auch umgekehrt.

Beispiel
1):
Das Zitieren von Autoritäten wie „Presse“, „Allgemeine Meinung“ und ähnliches birgt meistens die Gefahr, sich vor qualifizierten Gegnern angreifbar zu machen. Dabei kommt es natürlich auf den Gegner an, der Ihnen gegenübersitzt. Wenn der Gegner sich auf Allgemeinheiten beruft, können Sie vielleicht mit Allgemeinheiten parieren. Mal gelingt’s, mal nicht. Besser ist es in jedoch in jedem Fall, derlei Allgemeinheiten mit Wissen, differenziert, dezidiert und möglichst knapp und treffend zu entgegnen. Dann haben Sie die Chance, vom Gegner als Autorität eingestuft zu werden, und dann haben Sie schon gewonnen.
[Merke: Bezeichnungen wie „Autorität“ und „Persönlichkeit“, selbst Begriffe wie „Künstler“ und „Experte“ sind Bezeichnungen, die man sich niemals selbst attestieren sollte, sondern die immer durch Andere attestiert werden. Sagen Sie mal: „Ich als Persönlichkeit...“ dann spüren Sie, was ich meine:
Persönlichkeit ist die Summe aller Fähigkeiten abzüglich aller Eitelkeiten. -
Handbuch der Rhetorik S. 97]

Kunstgriff 31 (sich mit feiner Ironie für inkompetent erklären)
Wo man gegen die dargelegten Gründe des Gegners nichts vorzubringen weiß, erkläre man sich mit feiner Ironie für inkompetent: »Was Sie da sagen, übersteigt meine schwache Fassungskraft: es mag sehr richtig sein; allein ich kann es nicht verstehn und begebe mich allen Urteils.« – Dadurch insinuiert man den Zuhörern, bei denen man in Ansehen steht, daß es Unsinn ist. So erklärten beim Erscheinen der Kritik der reinen Vernunft oder vielmehr beim Anfang ihres erregten Aufsehens viele Professoren von der alten eklektischen Schule »wir verstehen das nicht«, und glaubten sie dadurch abgetan zu haben. – Als aber einige Anhänger der neuen Schule ihnen zeigten, daß sie Recht hätten und es wirklich nur nicht verstanden, wurden sie sehr übler Laune.
Man darf den Kunstgriff nur da brauchen, wo man sicher ist, bei den Zuhörern in entschieden höherem Ansehen zu stehen als der Gegner: z.B. ein Professor gegen einen Studenten. Eigentlich gehört dies zum vorigen Kunstgriff und ist ein Geltendmachen der eigenen Autorität, statt der Gründe, auf besonders maliziöse Weise.

– Der Gegenstreich ist: »Erlauben Sie, bei Ihrer großen Penetration muß es Ihnen ein leichtes sein, es zu verstehn, und so kann nur meine schlechte Darstellung Schuld sein«, – und nun ihm die Sache so ums Maul schmieren, daß er sie nolens volens verstehen muß und klar wird, daß er sie vorhin wirklich nur nicht verstanden hat. – So ist's retorquiert (salopp: Retourkutsche): er wollte uns »Unsinn« insinuieren; wir haben ihm »Unverstand« bewiesen. Beides mit schönster Höflichkeit.

Anmerkung
1): Demgemäß vielleicht nicht bei Juristen untereinander jedoch in Anwesenheit von Kunden und auch vor Gericht allemal.

DA HÄNG KLOTZ
die ersten anderthalb Jahre

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Freitag, 15. Oktober 2010

Briefe aus der Fremde 02

 
Liebe Freunde,
endlich habe ich den Kampf gegen den Computer gewonnen. Ich hätte mich schon früher gemeldet, aber bis jetzt bin ich immer aus dem Netz geflogen.Ausserdem lädt das Ding voll lang, deshalb schreibt mir bitte nicht ALLE zurück, da ich die Mails eh nicht lesen kann...

Mir geht es gut. Nach langer Reise ans wirkliche Ende der Welt bin ich gut in Etosha angekommen. Die Lodge auf der ich bin heißt Wildlife Etosha Lodge und liegt 9km vor dem Nationalpark.Das ist für Namibia ein Katzensprung, Als ich hierher gefahren bin, sind wir 6 Std. durch die Steppe gefahren bei einer Geschwind. von 140km/h. Und hier ist wirklich nichts. Nichts, außer Sonne,Staub,Stein und trockenes Gras. Mein erster Gedanke war: Ach DU scheiße!Das dachte ich auch als ich hier ankam. Oh Gott , alles schwule Männer. Aber diese Enttäuschung war am nächsten Abend verflogen. Wir waren nachts jagen. Ich saß hinten auf einem Pick up und ein Oukie(Typ) ballerte mit 80 SAchen übers Feld. Der Oukie heißt stephan und findet mich toll, was ein wenig belastend ist...
Es ist ausserdem noch ein anderer Prakti aus D da. Markus der Schnösel. Redet nur von sich. Ihr wisst was ich von sowas halte. Nada.
Auf jedenfall haben wir einen Dunker erlegt. War genz schön eklig, aber für einen guten Zweck.Denn die Arbeiter von Ben hatten nichts zu essen. Ihr merkt hier sind nur Männer. Ehrlich.Ich bin das einzige Mädchen.Bis auf einpaars Memes und Tattis (Schwarze) bin ich die Einzige.
Naja...Nacht wird es sehr kalt. 0 Grad und tagsüber 27 ( das tut gut)Ich bin schon braun.Na seid ihr neidisch?Hi,Hi..Ich schlafe in einem Zelt noch bis nächste Woche. Dann kriege ich ein Zimmer.(Das muss ich mir dann mit Stephan teilen-)
Bis jetzt sitz ich nur rum, aber nächste Woche wird es richtig voll. Ich kann auch schon einwenig afrikaans.Zum Beispiel: Fuck off, scheiße, Ek is bly.Trotz langeweile gehts mir ganz gut, doch ich freu mich auf die Arbeit und Stress nächste Woche. Ach ja...ich hab schon Elefanten,Giraffen,Zebras;Gnus und Schakale in freier Wildnis gesehen. Tolle Tiere.Jetzt werde ich mich n die Sonne legen. Für 5 Minuten länger hälts man eh nicht aus. Bei weiteren Fragen betreffend meiner Erreichbarkeit: 6489874.
Lasst es Euch gut gehen.. und Heike alles Gute für die nächsten Tage. Ich warte auf erfreuliche Informationen (: In Liebe Eure Melli
PS: Dankie dass ihr mich so zahlreich verabschiedet habt.

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Sonntag, 10. Oktober 2010

Morgensonne


DA HÄNG KLOTZ
die ersten anderthalb Jahre

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Freitag, 1. Oktober 2010

Sabinchen war ein Frauenzimmer

 

1.
Sabinchen war ein Frauenzimmer,
gar hold und tugendhaft.
Sie lebte treu und redlich immer
bei ihrer Dienstherrschaft.

2.
Da kam aus Treuenbrietzen
ein junger Mann daher.
Der wollte Sabinchen so gerne besitzen
und war ein Schuhmacher.

3.
Sein Geld hat er versoffen,
in Schnaps und auch in Bier.
Da kam er zu Sabinchen geloffen
und wollte welches von ihr.

4.
Sie konnte ihm keins geben,
da stahl er auf der Stell'
von ihrer guten Dienstherrschaft
sechs silberne Blechlöffel.

5.
Jedoch nach achtzehn Wochen,
da kam der Diebstahl raus.
Da jagte man mit Schimpf und Schande
Sabinchen aus dem Haus.

6.
Sie rief: "Verruchter Schuster,
du rabenschwarzer Hund!"
Da nahm er sein Rasiermesser
und schnitt ihr ab den Schlund.

7.
Das Blut zum Himmel spritzte,
Sabinchen fiel gleich um.
Der böse Schuster aus Treuenbrietzen,
der stand um ihr herum.

8.
In einem dunklen Keller,
bei Wasser und bei Brot,
da hat er endlich eingestanden
die grausige Moritot.

9.
Und die Moral von der Geschicht':
Trau' keinem Schuster nicht!
Der Krug, der geht so lange zum Wasser,
bis dass der Henkel bricht.


Anmerkung:
Die erste und die neunte Strophe werden auf die gleiche Melodie gesungen,
alle anderen Strophen auf die Melodie der zweiten Strophe.

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Montag, 20. September 2010

Eristik die Kunst immer recht zu haben Teil 3

Kunstgriff 16 (Schikane herausklauben)
Argumenta ad hominem oder ex concessis: Bei einer Behauptung des Gegners müssen wir suchen, ob sie nicht etwa irgendwie, nötigenfalls auch nur scheinbar, im Widerspruch steht mit irgend etwas, was er früher gesagt oder zugegeben hat, oder mit den Satzungen einer Schule oder Sekte, die er gelobt und gebilligt hat, oder mit dem Tun der Anhänger dieser Sekte, oder auch nur der unechten und scheinbaren Anhänger, oder mit seinem eignen Tun und Lassen. Verteidigt er z. B. den Selbstmord, so schreit man gleich »warum hängst du dich nicht auf?« Oder er behauptet z. B., Berlin sei ein unangenehmer Aufenthalt: gleich schreit man: »warum fährst du nicht gleich mit der ersten Schnellpost ab?«
Es wird sich doch irgendwie eine Schikane herausklauben lassen.
   Kurz: Prüfen, ob die Behauptung des Gegners mit etwas im Widerspruch steht, was er früher gesagt oder zugegeben hat oder mit den Satzungen einer von ihm vertretenen Schule oder Sekte usw. zu tun hat. Es wird sich doch irgend eine Schikane herausklauben lassen.

Kunstgriff 17 (feine Unterscheidung)
Wenn der Gegner uns durch einen Gegenbeweis bedrängt, so werden wir uns oft retten können durch eine feine Unterscheidung, an die wir früher freilich nicht gedacht haben, wenn die Sache irgend eine doppelte Bedeutung oder einen doppelten Fall zuläßt.

Beispiel
1): Die Begriffe des Gegners von Anfang an schnell notieren und später differenzieren und wieder aufgreifen, um dann damit zur rechten Zeit anzugreifen (Nur der Dumme sagt zu jeder Zeit Dinge, die andere nur zur rechten Zeit sagen).

Kunstgriff 18 (Disputation unterbrechen)
Merken wir, daß der Gegner eine Argumentation ergriffen hat, mit der er uns schlagen wird, so müssen wir es nicht bis dahin kommen lassen, ihn eine solche nicht zu Ende führen lassen, sondern sollten beizeiten den Gang der Disputation unterbrechen, abspringen oder ablenken und auf andre Sätze führen: kurz eine mutatio controversiae zu Wege bringen (siehe hierzu Kunstgriff 29.)
   Kurz: Wenn wir merken, daß der Gegner uns schlagen wird, die Disputation unterbrechen, abspringen, ablenken, auf andere Sätze führen.


Kunstgriff 19 (Argumente ins Allgemeine spielen)
Fordert der Gegner uns ausdrücklich auf, gegen irgend einen bestimmten Punkt seiner Behauptung etwas vorzubringen, wir haben aber nichts rechtes, so müssen wir die Sache recht ins Allgemeine spielen und dann gegen dieses reden. Sollten wir z.B. zugestehen, warum einer bestimmten physikalischen Hypothese nicht zu trauen ist: so reden wir über die Trüglichkeit des menschlichen Wissens und erläutern sie anhand von allen möglichen Behauptungen des sogenannten allgemeinen Wissens.

Beispiel
1): Reden Sie z.B. ausführlich von der Kompliziertheit des Vertrags- oder des Finanzwesens.

Kunstgriff 20 (den Schluß selber ziehen)
Wenn wir ihm die Vordersätze abgefragt haben und er sie zugegeben hat, so sollten wir den Schluß daraus nicht etwa auch noch fragen, sondern gradezu selbst ziehn. Ja sogar wenn von den Vordersätzen noch einer oder der andere fehlt, so nehmen wir ihn doch als gleichfalls eingeräumt an und ziehen selber den Schluß daraus (welches dann eine Anwendung der fallacia non causae ut causae ist).

Beispiel
1): Wenn ein Gegner die Voraussetzungen akzeptiert hat, fragen Sie ihn nicht nach der Akzeptanz der Schlußfolgerungen sondern unterstellen Sie ihm, daß er dadurch die Schlußfolgerungen ebenso akzeptiert hat. Sagen Sie ihm das aber nur ganz knapp kurz vor Unterzeichnung des Vertrages.

Kunstgriff 21 (immer ein Argumentum ad hominem zurückgeben)
Bei einem bloß scheinbaren oder sophistischen Argument des Gegners, welches wir durchschauen, könnten wir es zwar auflösen durch Auseinandersetzung seiner Verfänglichkeit und Scheinbarkeit; allein, es ist besser, ihm mit einem ebenso scheinbaren und sophistischen Gegenargument zu begegnen und ihn so abzufertigen. Denn es kommt ja nicht auf die Wahrheit, sondern nur auf den Sieg vor dem Publikum an. Gibt er z.B. ein argumentum ad hominem, so ist es hinreichend, es durch ein Gegenargument ad hominem (ex concessis) zu entkräften. Und überhaupt ist es kürzer, statt einer langen Auseinandersetzung der wahren Beschaffenheit der Sache, ein argumentum ad hominem zu geben, wenn es sich irgendwie darbietet.

Beispiel
1):
»...dann müßten wir eine andere Kostenkategorie zugrundelegen und das wäre sehr zum Nachteil Ihres Klienten...«
»...Sie möchten doch mit einer möglichst geringen finanziellen Belastung aus diesem Vertrag herausgehen bzw. diesen Vertrag schließen...«

Kunstgriff 22 (Argument als Satz vom zureichenden Grund ausgeben)
Fordert der Gegner, daß wir etwas zugeben, woraus das in Streit stehende Problem unmittelbar folgen würde, so lehnen wir es ab, indem wir es für eine petitio principii (hier: Satz vom zureichenden Grund) ausgeben (meint: Die Begründung ist völlig ausreichend), denn er und die Zuhörer werden einen dem Problem nahe verwandten Satz leicht als mit dem Problem identisch ansehen: und so entziehn wir ihm sein bestes Argument.
   braucht keine weitere Erklärung


Kunstgriff 23 (den Gegner zur Übertreibung reizen)
Der Widerspruch und der Streit reizt zur Übertreibung der Behauptung. Wir können also den Gegner durch Widerspruch reizen, eine an sich und in gehöriger Einschränkung allenfalls wahre Behauptung über die a href="wharheit.htm" target="_self">Wahrheit hinaus zu steigern. Und wenn wir nun diese Übertreibung widerlegt haben, so sieht es aus, als hätten wir auch seinen ursprünglichen Satz widerlegt. Dagegen haben wir selbst uns zu hüten, nicht uns durch Widerspruch zur Übertreibung oder weitern Ausdehnung unsers Satzes verleiten zu lassen. Oft auch wird der Gegner selbst unmittelbar versuchen, unsre Behauptung weiter auszudehnen, als wir sie gestellt haben: dem müssen wir dann gleich Einhalt gebieten und ihn auf die Grenzlinie unsrer Behauptung zurückführen mit »so viel habe ich gesagt und nicht mehr«.

Beispiel
1): Übertreibungen sind Worte wie „Peanuts“ - „...Objekt in die Verwertung treiben, um diese selbst zu nutzen“ - „Sachbearbeiter haben persönliches Interesse am zu verwertenden Sicherungsgut“ - „das Interesse der Konkurrenz des Gegners vertreten“ usw.
Antworten Sie mit »So viel habe ich gesagt und nicht mehr«
   Kurz: Den Gegner durch Widerspruch und Streit zur Übertreibung reizen und dann die Übertreibung widerlegen. - Will uns der Gegner jedoch zur Übertreibung reizen, dann sage: Soviel habe ich gesagt und nicht mehr.


Kunstgriff 23 (den Gegner zur Übertreibung reizen)
Der Widerspruch und der Streit reizt zur Übertreibung der Behauptung. Wir können also den Gegner durch Widerspruch reizen, eine an sich und in gehöriger Einschränkung allenfalls wahre Behauptung über die a href="wharheit.htm" target="_self">Wahrheit hinaus zu steigern. Und wenn wir nun diese Übertreibung widerlegt haben, so sieht es aus, als hätten wir auch seinen ursprünglichen Satz widerlegt. Dagegen haben wir selbst uns zu hüten, nicht uns durch Widerspruch zur Übertreibung oder weitern Ausdehnung unsers Satzes verleiten zu lassen. Oft auch wird der Gegner selbst unmittelbar versuchen, unsre Behauptung weiter auszudehnen, als wir sie gestellt haben: dem müssen wir dann gleich Einhalt gebieten und ihn auf die Grenzlinie unsrer Behauptung zurückführen mit »so viel habe ich gesagt und nicht mehr«.

Beispiel
1): Übertreibungen sind Worte wie „Peanuts“ - „...Objekt in die Verwertung treiben, um diese selbst zu nutzen“ - „Sachbearbeiter haben persönliches Interesse am zu verwertenden Sicherungsgut“ - „das Interesse der Konkurrenz des Gegners vertreten“ usw.
Antworten Sie mit »So viel habe ich gesagt und nicht mehr«
   Kurz: Den Gegner durch Widerspruch und Streit zur Übertreibung reizen und dann die Übertreibung widerlegen. - Will uns der Gegner jedoch zur Übertreibung reizen, dann sage: Soviel habe ich gesagt und nicht mehr.

Kunstgriff 25 (Apagoge durch eine Instanz)
Er betrifft die Apagoge durch eine Instanz, exemplum in contrarium. Die epagwgh, inductio bedarf einer großen Menge Fälle, um ihren allgemeinen Satz aufzustellen; die apagwgh braucht nur einen einzigen Fall aufzustellen, zu dem der Satz nicht paßt, und er ist umgeworfen: ein solcher Fall heißt Instanz, enstasiV, exemplum in contrarium, instantia. Z. B. der Satz: »alle Wiederkäuer sind gehörnt« wird umgestoßen durch die einzige Instanz der Kamele. Die Instanz ist ein Fall der Anwendung der allgemeinen Wahrheit, etwas unter den Hauptbegriff derselben zu subsumierendes, davon aber jene a href="wharheit.htm" target="_self">Wahrheit nicht gilt, und dadurch ganz umgestoßen wird. Allein dabei können Täuschungen vorgehn; wir haben also bei Instanzen, die der Gegner macht, folgendes zu beachten:
1.   ob das Beispiel auch wirklich wahr ist: es gibt Probleme, deren einzig wahre Lösung die ist, daß der Fall nicht wahr ist: z.B. viele Wunder, Geistergeschichten usw.
2.   ob es auch wirklich unter den Begriff der aufgestellten a href="wharheit.htm" target="_self">Wahrheit gehört: das ist oft nur scheinbar und durch eine scharfe Distinktion zu lösen
3.   ob es auch wirklich in Widerspruch steht mit der aufgestellten Wahrheit: auch dies ist oft nur scheinbar.
   Kurz: Falsche Instanz, falsches exemplum in contrarium. Bei Instanzen, die der Gegner macht, beachten:
1.   Ist das Beispiel wirklich wahr?
2.   gehört es wirklich unter den Begriff der aufgestellten Wahrheit?
3.   steht das Beispiel wirklich im Widerspruch mit der aufgestellten Wahrheit?
4.   All dies ist oft nur scheinbar.
Beispiel1): „Die Sparkasse ist kein Finanzhai sondern wie die Forelle unter den Fischen“ (wie in der obigen Instanz das Kamel bei den Widerkäuern)

Kunstgriff 26 (Spieß umdrehen zu einem Gerade-Weil-Argument)
Ein brillianter Streich ist die retorsio argumenti: wenn das Argument, das er für sich gebrauchen will, besser gegen ihn gebraucht werden kann und wenn er z.B. sagt: »es ist ein Kind, man muß ihm was zu gute halten«, dann benutze man die retorsio (salopp gesagt: Retourkutsche): »eben weil es ein Kind ist, muß man es züchtigen, damit es nicht verhärte in seinen bösen Angewohnheiten«.

Beispiel
1): »Aber er war doch bisher ein guter Kunde von Ihnen«. »Ja richtig, aber gerade daß er auch weiterhin ein guter Kunde bleibt müssen wir ihm die richtigen Voraussetzungen dafür schaffen.«
   Kurz: Mit einem Retorsio argumenti (Retourkutsche): antworten: mit besseren Gründen den argumentativen Spieß umdrehen zu einem Gerade-Weil-Argument.

Kunstgriff 27 (wenn der Gegner böse wird hat man eine schwache Stelle entdeckt)
Wird bei einem Argument der Gegner unerwartet böse, so muß man dieses Argument eifrig urgieren: nicht bloß weil es gut ist, ihn in Zorn zu versetzen, sondern weil zu vermuten ist, daß man die schwache Seite seines Gedankenganges berührt hat und ihm an dieser Stelle wohl noch mehr anzuhaben ist, als man vor der Hand selber sieht.

Beispiel
1): Der Kunde versteigt sich zu Beleidungen wie „unbotmäßig“ oder „persönliche Bereicherung von Mitarbeitern“, lassen Sie ihn toben und finden Sie dabei heraus, ob er etwa nicht gar parteipolitische Gründe hat, weltanschauliche Gründe, religiöse usw. Dann verwahren Sie sich dagegen: „wir sind völlig überparteiisch“, „wir sind für soziale Gerechtigkeit“ und „für soziale Marktwirtschaft“ usw., lassen Sie sich was einfallen, bleiben Sie dabei aber wahrhaftig. Ihr Maßstab ist letztendlich Ihr eigenes Gewissen. Dann nageln Sie Ihren Gegner fest, wo seine Gründe nicht objektiv sind und ob er sich vielleicht aus falschen Gründen wehrt bzw. aus Gründen, die mit dem Vertrag gar nichts zu tun haben.
[Im Umkehrfall
vgl. dazu 8: „Denke schnell, rede langsam, zürne nie.“]


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die ersten anderthalb Jahre

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Mittwoch, 15. September 2010

Interview Tatjana

Tatjana Schierkowski ist 20 Jahre und Auszubildene bei der Polizei. Bei einem Kaffee und einer Bitter Lemon unterhielten wir uns über ihren Beruf und was dahinter steckt.

Da Häng: Im wievielten Jahr deiner Ausbildung bist du jetzt?
Tatjana Schierkowski:Im dritten.
D.H.: Warum hast du dich dazu entschieden Polizistin zu werden?
T.S.: Lustig, das wird man auch in ziemlich jeder neuen Dienststelle gefragt. Ursprünglich deshalb weil ich keinen Bürojob haben wollte, sondern mit Menschen arbeiten wollte und weil ich irgendwie etwas zu einer besseren Welt beitragen wollte. Aber ob es im Moment möglich ist weiß ich nicht.
D.H.:Gibt es irgendwelche Bereiche bei der Polizei, wo du am liebsten arbeiten würdest.?
T.S.: Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, da die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, dass ich zu den geschlossenen Einheiten komme. Das sind die Gruppen, die bei Demonstrationen, Fußballspielen oder Ähnlichem eingesetzt werden. Also nicht die, die im Funkwagen fahren, sondern die, die absperren, sichern oder neben Demonstranten herlaufen.
Ansonsten kenne ich mich noch zu wenig aus um eine Wunschdienststelle zu nennen. Wir hatten zwar einige Praktika, aber mir fehlt immer noch der richtige Durchblick, ich muß mich also noch richtig informieren.
D.H.: Wie sieht der Unterricht in der Ausbildung aus?
T.S.: Auf jeden Fall anders als in anderen Ländern. Bei uns gibt es zuerst zwei Jahre absolute Theorie. Gleich nach den ersten drei Wochen, wo man schon seine Uniform bekommen hat läuft ein Schnupperpraktikum von einer Woche. Da kommst du dann richtig auf die Dienststelle, darfst mitfahren aber noch nichts machen. Jetzt im dritten Jahr haben wir richtig Praktikum, auf der geschlossenen  Einheit, auf dem Abschnitt, in der Verbrechensbekämpfung. Da bit es verschiedene Dienststellen und da darf man auch richtig mitarbeiten. Aber eben auch erst jetzt.
D.H.: Wo liegen die Unterschiede in der Ausbildung zwischen den Ländern?
T.S.: In England und Amerika sind es nur zwei Jahre oder auch nur sechs oder acht Monate und fast nur Praxis. Also kommen die gleich auf die Straße und lernen es da, was ich persönlich besser finde, weil nur Theorie und dann Praxis bringt nichts. Das müsste man bei uns auch mehr kombinieren.
D.H.: Ist die Ausbildung in Deutschland im Ländervergleich jetzt besser oder schlechter?
T.S.: Kann man schlecht sagen. Wenn man hier aus der Schule raus gelassen wird hat man mehr damit zu tun sich an die Praxis zu gewöhnen. Durch das Praktikum alleine ist es nicht möglich sich in ndie Praxis reinzufinden. So ist es auch bei uns so, dass die Kollegen sagen: ‑Vergiss alles was du gelernt hast, wir fangen jetzt neu an. Vielleicht ist es hier etwas blöd geordnet, aber nicht unbedingt schlechter.
D.H.: Wie sieht die Theorie genau aus?
T.S.: Es gibt acht Fächer, da gibt es Strafrecht, Verkehrsrecht, Sicherheits- und Ordnungslehre, Deutsch, Kriminalistik und besondere Ordnungslehre. In den Fächern ist eine Menge zu lernen, davon sind die meisten Fächer Durchfallfächer, die muss man bestehen, also mindestens eine vier haben. Es sieht so aus, das alle drei Monate eine Prüfung ansteht. Im ersten Jahr sind es so um die sieben Prüfung á 90 Minuten, im zweiten Jahr sind es dann acht Prüfungen á vier Stunden, das alles in jedem Fach. Im dritten Jahr haben wir dann noch eine Prüfung von vier Stunden wo Themen aus allen Bereichen abgefragt werden.
D.H.: Was für Probleme gibt es als Frau in diesem Beruf?
T.S.: Offiziell keine, inoffiziell ist der Fakt aber so, dass viele Männer ein Problem mit Frauen bei der Polizei haben. Dann fallen halt solche Kommentare wie ‑Püppchen müssen auf dem Wagen bleiben. oder ‑Auf Demonstrationen müssen wir auf Tati aufpassen. Das ist auch in gewisser Hinsicht klar, weil eine Frau kann nicht so stark sein wie ein mann. Aber in bestimmten Situationen geben Männer auch zu, dass Frauen besser geeignet sind, zum Beispiel wenn es um das Schlichten von Streitigkeiten geht.
D.H.: Wenn du jetzt auf die Straße gehst und nicht mit Kollegen, sondern mit Zivilisten zu tun hast, was für Probleme kommen da auf dich zu?
T.S.: Na jede Menge, da gehört zum Beruf der Polizei. Keiner ist freundlich, wenn du zu ihm sagst: „Ey gib mal 30 Euro, du hast was falsch gemacht.“ Aber die meisten sind doch schon ziemlich informiert. Die sehen dann die zwei Striche auf der Schulterklappe, merken, dass du noch zur Schule gehst und sind dann auch ziemlich freundlich. Andere sind dann wieder richtig unfreundlich. Aber richtig schlimme Sache habe ich bis jetzt noch nicht erlebt. Das Bild in der Öffentlichkeit reicht also von „Die machen nur ihren Job“ bis hin zu „Alle Polizisten sind rechtsradikal.“
D.H.: Und wie sieht es mit dem rechtsradikal bei der Polizei aus?
T.S.: In der Ausbildung wird sehr darauf geachtet. Das fängt an bei den Haaren. Glatze ist verboten, das darf man einfach nicht. Man wird dann zum länger wachsen motiviert. Aber die Frage ist ja immer ob man die am Äußeren so krass erkennen kann. Weil wenn die Kandidaten mit unauffälligen Verhalten dort aufkreuzen wird man die nicht gerade erkennen können.
D.H.: Hast du welche erkennen können?
T.S.: Private Äußerungen schon, aber ich weiß nicht ob die so rechts sind oder einfach nur Mitläufer, das kann man schlecht einschätzen. Und inwiefern sie das in ihrem Beruf einbringen ist auch wieder was anderes, weil man die Meinung dann nicht unbedingt im Beruf ausleben muss. Wie gesagt, es wird sehr darauf geachtet.
D.H.: Wie sieht das Bild der Polizei gegenüber Linken aus?
T.S.: Da kann ich nur von der Schule sprechen, weil ich auf der Dienststelle noch nichts mitbekommen habe. Es ist schon so, dass eine gewisse Vorsicht oder auch Ablehnung gegenüber dem schwarzen Block herrscht.
D.H.: Stichwort Berufsfrust, wie sieht es bei dir in der Ausbildung damit aus?
T.S.: Er ist erschreckend hoch muss ich sagen. Nachdem ich einmal durchgefallen bin, habe ich ernsthaft überlegt ob ich aufhöre, weil ich ziemlich stark gemobbt wurde. Eigentlich nur von einer Kollegin, aber die anderen haben sich dann mit daran beteiligt und dasselbe erlebe ich jetzt bei anderen Personen wieder. Eine andere Sache sind dann die Ausbilder, die einen on oben herab behandeln, als wäre man im Kindergarten.
D.H.: Hast du dem irgendetwas entgegengesetzt?
T.S.: Das Weib habe ich irgendwann abgeschaltet, das war irgendwann nicht mehr da für mich. Mit der zweiten Klasse wurde dann auch die Situation im ganzen besser. Gegenüber den Ausbildern dann erst im zweiten Jahr.Weil man in manchen sachen massiv und unter der Gürtellinie angemacht wurde, auch was Mann und Frau betrifft. Die haben sich auch einfach Sachen rausgenommen die nicht hinzunehmen waren. Dazu gesellen sich dann verschiedene Geschichten die man über diese Leute hört. Irgendwann muss man sich wehren, nur rechtliche Schritte habe ich noch nicht unternommen, da die Beweislage nicht schwer genug war.
D.H.: Wie waren denn die Reaktionen aus deinem Umfeld auf deinen Entschluss Polizistin zu werden?
T.S.: Unterschiedlich. Vielen Leuten habe ich es nicht erzählt. Was meine Eltern angeht, so war meine Mutter etwas besorgt, mein Vater fand es gut wegen dem Geld. Meine beste Freundin war überhaupt nicht begeistert davon und meinte, dass es überhaupt nicht zu mir passt und das ist so ziemlich die Meinung die alle anderen haben, weil ich bin einfach zu weich für den Beruf. Das sehe ich mittlerweile auch so.
D.H.: Wenn du jetzt an den Anfang deiner Ausbildung zurückdenkst und dich mit heute vergleichst, inwieweit hast du dich verändert?
T.S.: Die Veränderung ist klar. Ich bin direkt nach der Schule mit 16 dahin gekommen und bin jetzt im Januar das vierte Jahr in dieser Behörde. Die ersten zwei Jahre war ich einfach nur geschockt. Mein Leben war so gestaltet, dass ich auf Arbeit wie auf Arbeit war und ab 15 Uhr wenn ich Schluss hatte ein anderer Mensch war, eben so wie mich meine Freunde kennen.Teilweise hat auch meine Familie gesagt, ich sei total hart geworden, das hat sich aber geändert als icfh meinen freund kennen gelernt habe. Jetzt ist es einfach so, dass ich Privates und Beruf zu trennen versuche, was wirklich nicht einfach ist. Und durch das Verhalten der Ausbilder mir gegenüber bin ich auch viel selbstbewusster geworden.
D.H.: Welche Mittel gegen den Berufsfrust hast du entwickelt, sprich wie entspannst du dich nach 15 Uhr?
T.S.: Sich einfach an schönen Dingen freuen. Zum Beispiel, wenn man aus der Schule kommt die Sonne genießen oder sich mit Freunden treffen, was ich im ersten Jahr total vernachlässigt habe. Zu dieser Zeit war es einfach eine krasse Umstellung, erst jeden Tag mit der Freundin zusammen zu sein  und dann gar nicht mehr. Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass wir uns wenigstens einmal in der Woche treffen, von da an ging es auch bergauf. Jetzt wird erstmal die nächste Reise zum Freund geplant, oder es wird Musik gehört, ins kino gegangen und das Abhängen habe ich auch wieder erlernt
D.H.: Besten Dank für das Interview.


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Freitag, 10. September 2010

hotel am bahndamm



DA HÄNG KLOTZ
die ersten anderthalb Jahre

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Launing Kapitel 1/9

In der Küche wurde sie mit folgenden Worten begrüßt: „Ah wie schön das du kommst, du kannst mir gleich helfen. Du lernst jetzt wie man aus Kartoffeln und Zwiebeln eine magische Mischung zaubert aus der Kartoffelpuffer entstehen.“
„Kann ich schon. Papa hat gesagt ich soll mit dir wegen morgen reden.“
„Das ist schön Kleines, holst du bitte die Reibe raus.“

Sonntag, 5. September 2010

Launing Kapitel 1/8

Mit einem theatralischen Seufzen setzte er sich in seinen Sessel, nippte genüsslich an seinem Kaffee und sprach dann den obligatorischen Satz: „So Kinder, Mappen her!“
„Jawohl Chef“ erwiderte sie wie aus der Pistole geschossen. Maxi machte auch keine Anstalten zu wiedersprechen, murmelte aber etwas davon dass er gerade angekommen war.
Es hatte eh keinen Sinn mit ihrem Vater darüber zu diskutieren. Wenn man ihn darauf ansprach, dann hielt er einen Vortrag darüber, dass es als Elternteil seine Pflicht war über die Schulleistungen seiner Kinder zu wachen, solange sie zur Schule gingen.

Mittwoch, 1. September 2010

Gesellschaftsspiel

für mindestens zwei Personen

Stell dir vor:

Du und ein Komplize habt einen Raub begangen. Ihr sitzt in Untersuchungshaft fest. Der Staatsanwalt verdächtigt dich, aber die Indizien reichen nicht aus, um den Fall vor Gericht zu bringen. Er stellt dich vor drei Möglichkeiten:

(a) Wenn beide leugnen, kommt es zu einer Verurteilung von sechs Monaten wegen illegalem Waffenbesitz.

(b) Gestehen beide, kommt es zu einer Verurteilung von zwei Jahren als Mindestmaß für Raub.

(c)   Gesteht nur einer, während der andere weiterhin leugnet, kommt es für den Lügner zu einer Verurteilung von zwanzig Jahren, der Geständige kommt als Kronzeuge frei.

Ohne euch die Möglichkeit zur Kommunikation zu geben, schickt er euch in getrennte Zellen und erwartet eure Entscheidung.

Wie würdest du entscheiden?

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