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Dienstag, 15. Februar 2011

Briefe aus der Fremde 04

Komm grad vom Collegemeeting zurück. Das übliche: tragt die Reflektoren sichtbar auf der rechten Seite wenn ihr im Dunkeln auf den Straßen lauft, denkt an die Regeln auf dem Campus – kein Alkohol!, es gibt jetzt Unterricht für Nichtschwimmer, Freitag – 3Uhr und so weiter. Davor Amnesty International Meeting. Sonst ist alles wie immer. Schule heute war OK: Mathe, Norwegisch (geschwänzt), Frei, Welt Literatur, Mittagessen (Fiskekake – glaubt mir davon wollt ihr nichts wissen). Den letzten Block Kunst open end. Musste mein Assignment (Arbeitsauftrag) beenden. Fertigen sie ein Stillleben an.

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Briefe aus der Fremde 03

 
...
Langsam fühle ich das Leben hier.Was ich hier erst als Langeweile bezeichnet habe, bedeutet hier Leben.Und das verliert hier seinen manchmal negativen Beigeschmack.Hier existiert keine Hektik und kein Stress, denn es macht sich ihn keiner. Und das ist ungewöhnlich und eine ganz neue Erfahrung in die man sich verlieben KÖNNTE. In Namibia leben ca. 1,8 Mio. Menschen auf einer Größe 6x so groß wie Deutschland (Berlin hat 3,6 Mio) und trotzdem kennen sich viele Leute. Hier gibt es noch sowas wie Unterstützung und Kilos (Km) spielen keine Rolle.Eine Tour von 600km sind hier normal und keine Reise. Und das ist faszinierend.Ich lerne diese Freiheit immer mehr lieben.Dieses Land mt all seinen Tieren und Gefahren(Leo im amp etc.), weckt in mir ein ganz neues Lebensgefühl.Das Gefühl von Freiheit.


Anmerkung:Diesen Text habe ich heute Nachmittag geschrieben. Der gestrige Abend hat bei mir eine Art Hebel umgelegt. Ich habe mit zwei netten Oukkies und Markus am Kamin gesessen und wir haben nur erzählt und diskutiert. Über Politik,das Leben hier...
Und ich sage Euch, was ich jetzt begriffen habe und langsam verstehe ist schon mehr wert als das was ich erwartet habe, zumal der gestrige Tag echt scheiße öde war. Heute aber habe ich mit den Memes (dicken Muddis) gelacht und echt mal gelebt ohne schlechtes Gewissen. Ich habe das Gefühl schon FAST vergessen wie es ist sich nutzlos und in der lufthängend zu sein. Mir gehts von Tag zu Tag besser, ich bin braun und habe schon 3Kilo abgenommen. Ich sitze viel in der Sonne, höre den Vögel zu, lese,putze und spiele mit Hund und Cat. Jetzt habe ich auch ein eigenes Zimmer, zwar werde ich das Zelt vermissen, aber so ists wärmer. Bin auch schon Karre gefahren.Bald werde ich 400km allein mit Markus fahren. Wir müssen was besorgen. Vielleicht fahren wir auch noch mal nach Swakopmund an die Küste. 600km. Ich und "Autobahn".(: Greg wenn ich wieder da bin bin ich erstens die beste Meme und zweitens Rennfahrer. Also...wenn das nichts ist.Macht Euer Ding und Keep on moving
Ek is bly - In Liebe und mit lieben Grüßen Eure Melli

Mama,Papa: Bitte Emails speichern und dicken Knutsch an Oma und Opa

also ich befinde mich seit samstag wieder in cajamarca und wurde auch gleich mit einer kleinen willkommensparty von all unseren freunden empfangen, war total schoen, weil wir waren ja jetzt zwei monate nur am reisen, ich wohne jetzt bei paco im haus, ist halt billiger als hotel und auch effektiver *gg*, tja ob ihr es glaubt oder nicht anja ist noch in lima und kommt erst naechste woche, ja anja und ivon koennen auch getrennt reisen und leben, die letzten tage waren echt noch mal sehr schoen, wir haben die beruehmten nascalinien gesehen und haben sandboarding in einer oase gemacht, sehr viel spass,
ich wollte euch allen noch mal danke sagen fuer die ganzen e-mails die jetzt kommen, es ist schoen zu wissen, dass alle da sind, wenn wir wieder zurueck kommen und uns alle helfen wollen, da faellt einem das wieder kommen doch viel leichter,
heute muss ich die beiden belgerinnen verabschieden, die sich auf machen nach bolivien und wir uns nicht mehr sehen, aber sie wollen im september nach berlin kommen
ja na gut, dass solltre nur ein kleines lebenszeichen von mir sein
bis denne
eure Yvoncita

hallo ihr lieben nicht-schreiber! wir sind heute frueh um 5 uhr aus cotahuasi zurueckgekehrt - haben also wiedereinmal eine dreizehnstuendige busfahrt hinter uns. ich werde in absaetzen die letzten abenteuer fuer euch zusammenfassen:

copacabana 1: eigentlich wollten wir bereits vor einer woche den peruanischen boden verlassen, und von puno nach copacabana reisen. wurde nur leider nichts draus, da die bolivianischen bauern die gesamte strasse gesperrt hatten, und somit fuer einige zeit das verkehrsnetz zusammengebrochen war. da standen wir also am terminal mit unserem gigantischen gepaeckhaufen. man bot uns an mit dem boot ueber den titicacasee zu fahren, ca. 9 stunden, kostet pro person 30US$ - nee, das spielchen spielen wir nicht mit, dachten wir. die meisten touristen, mit gleichem reiseziel, aber eindeutig weniger flexibel, stiegen natuerlich sofort auf dieses angebot ein. yvonne und ich hingegen haben einfach unsere route ein wenig verlegt. "also die 30US$ kriegen die von uns nicht, erst recht nich fuer so'n scheiss boot, lass uns doch lieber schnell nach arequipa fahren, dann lassen wir das nach bolivien einfach aus." und so nahmen wir den naechsten bus in die "weisse stadt".

doener in arequipa: unser reisefuehrer versprach viele kulinarische koestlichkeiten, so stiessen wir unter anderem auf doener kebap. ihr koennt es sicherlich nicht nachempfinden, warum wir in peru ausgerechnet doener futtern gehen, aber nach ueber acht monaten reis mit huehnchen sehnt man sich nach imbissbudenessen. das restaurant ist von einem tuerken, der seine fleischschrippen zuvor in berlin verkauft hat. also, dachten wir, nichts wie rein, mussten aber leicht enttaeuscht feststellen, dass es einfach nicht das selbe ist was wir kennen.

la casa de klaus: nach unserem ausflug ins peruanische kreuzberg fuehrte uns unser weg directamente zu einem deutschen restaurant. deutsches bier, deutsches essen, deutsche zeitungen, deutsche welle im tv. wir blieben nicht, kehrten allerdings wenige stunden spaeter zurueck, wo ich schliesslich seit monatiger abstinenz endlich wieder ordentlichen gulasch mit spaetzle zu mir nahm. es war einfach koestlich und ich bekam etwas heimweh... lange rede kurzer sinn, in diesen stunden lernten wir klaus kennen. endvierziger stuttgarter mit fuerchterlichstem schwaebisch, der gerne von teuren investitionen ins ausland, westen aus alpacaleder, millionenschweren freunden, kokaschmuggel nach deutschland, von drogengeldern in huanchaco und morddrohungen gegen kolumbianische fussballspieler erzaehlt - dufter typ! auch wenn er anfangs ziemlich auf den putz gehauen hat haben wir uns gut mit ihm verstanden. als es immer spaeter wurde fing er auch an uns bier und pisco sour auszugeben. schliesslich verabredeten wir uns fuer den naechsten mittag zum essen. er liess extra fuer uns cebiche zubereiten - zu einem spottpreis - und ich bekam seit monaten malwieder richtigen bohnenkaffee. irgendwann bekamen wir auch heraus, dass er skatspieler ist, und so besuchten wir la casa de klaus noch noch einige male.

bin gerade tierisch gelangweilt, meine lieben eltern ihr koenntet euch ja auch wieder mal melden, nach unseren ganzen ausfluegen - wir sind ja heute erst zurueckgekehrt, habe ich schon die eine oder andere nachricht erwartet, eine kurze meldung von phil, und das wars,yvonne hat zwoelf mails bekommen, weiss nicht woran es liegt, aber ohne feedback, machts einfach keinen spass mehr, .... die erzaehlung von den freilebenden condoren, die direkt ueber unsere koepfe flogen, und den ausflug zum tiefsten cañon, canyon der erde spare ich mir also........  anja

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Freitag, 15. Oktober 2010

Briefe aus der Fremde 02

 
Liebe Freunde,
endlich habe ich den Kampf gegen den Computer gewonnen. Ich hätte mich schon früher gemeldet, aber bis jetzt bin ich immer aus dem Netz geflogen.Ausserdem lädt das Ding voll lang, deshalb schreibt mir bitte nicht ALLE zurück, da ich die Mails eh nicht lesen kann...

Mir geht es gut. Nach langer Reise ans wirkliche Ende der Welt bin ich gut in Etosha angekommen. Die Lodge auf der ich bin heißt Wildlife Etosha Lodge und liegt 9km vor dem Nationalpark.Das ist für Namibia ein Katzensprung, Als ich hierher gefahren bin, sind wir 6 Std. durch die Steppe gefahren bei einer Geschwind. von 140km/h. Und hier ist wirklich nichts. Nichts, außer Sonne,Staub,Stein und trockenes Gras. Mein erster Gedanke war: Ach DU scheiße!Das dachte ich auch als ich hier ankam. Oh Gott , alles schwule Männer. Aber diese Enttäuschung war am nächsten Abend verflogen. Wir waren nachts jagen. Ich saß hinten auf einem Pick up und ein Oukie(Typ) ballerte mit 80 SAchen übers Feld. Der Oukie heißt stephan und findet mich toll, was ein wenig belastend ist...
Es ist ausserdem noch ein anderer Prakti aus D da. Markus der Schnösel. Redet nur von sich. Ihr wisst was ich von sowas halte. Nada.
Auf jedenfall haben wir einen Dunker erlegt. War genz schön eklig, aber für einen guten Zweck.Denn die Arbeiter von Ben hatten nichts zu essen. Ihr merkt hier sind nur Männer. Ehrlich.Ich bin das einzige Mädchen.Bis auf einpaars Memes und Tattis (Schwarze) bin ich die Einzige.
Naja...Nacht wird es sehr kalt. 0 Grad und tagsüber 27 ( das tut gut)Ich bin schon braun.Na seid ihr neidisch?Hi,Hi..Ich schlafe in einem Zelt noch bis nächste Woche. Dann kriege ich ein Zimmer.(Das muss ich mir dann mit Stephan teilen-)
Bis jetzt sitz ich nur rum, aber nächste Woche wird es richtig voll. Ich kann auch schon einwenig afrikaans.Zum Beispiel: Fuck off, scheiße, Ek is bly.Trotz langeweile gehts mir ganz gut, doch ich freu mich auf die Arbeit und Stress nächste Woche. Ach ja...ich hab schon Elefanten,Giraffen,Zebras;Gnus und Schakale in freier Wildnis gesehen. Tolle Tiere.Jetzt werde ich mich n die Sonne legen. Für 5 Minuten länger hälts man eh nicht aus. Bei weiteren Fragen betreffend meiner Erreichbarkeit: 6489874.
Lasst es Euch gut gehen.. und Heike alles Gute für die nächsten Tage. Ich warte auf erfreuliche Informationen (: In Liebe Eure Melli
PS: Dankie dass ihr mich so zahlreich verabschiedet habt.

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Sonntag, 15. August 2010

Briefe aus der Fremde 01

....ihr lieben!!! heute verfasse ich die vorlaeufig letzte e-mail aus dem wunderschoenen riobamba! juán, iván, yvonne und ich fahren morgen zurueck nach quito, um iváncito am freitag dort zu verabschieden - er faehrt zurueck in die deutschen lande, und ist nicht gerade verzueckt darueber! uebrigens, meine damen und herren, ich bin jetzt stolze besitzerin einer astreinen klarinette. da meine oma letzte woche umgezogen ist hat mein vater beim !entruempeln! eben dieses wundervolle instrument, und des weiteren eine piccolofloete - ebenfalls in gesundem zustand gefunden. tja, es ist also nicht so, dass ich im naechsten jahr ziellos in die heimat zurueck kehre, ich denke, ich werde multiinstrumentalistin, und mache leuten wie yann thiersen oder sir p.mccartney in der hinsicht konkurrenz! die stuhlprobe haben ja die meisten von euch erhalten - nein, keine angst, ich habe nicht vor euch den kot erneut schmackhaft zu machen, vielmehr moechte ich anfuehren, dass wir eine aeusserst gewoehnungsbeduerftige art der ernaehrung haben. wir essen ziemlich reich, das muss ich vorab loswerden, die hosen passen demnach astrein, und der gang zur toilette lohnt sich wirklich. das problem liegt darin, dass wir aeusserst spaet das tageslicht erblicken, uns noch viel spaeter aus den federn erheben, ungefaehr eine stunde brauchen, bis wir alle, die sich noch von uns einladen lassen eingesammelt haben (((wir haben hier einen permanenten schmarotzer an unserer seite, paco - bruder von iván und juán - er ist 25 jahre alt, und laesst sich alles von uns bezahlen, ist immer nur da, wenn es essen gibt; fuer ihn ist alles eine selbstverstaendlichkeit, der junge frisst sich - auf gut deutsch - nur bei uns durch; yvonne und ich koennen ihn mittlerweile nicht mehr ausstehen, wir laden gerne ein, lassen uns aber nicht ausnutzen; neulich hat juán wiedereinmal das mittagessen bezahlt, und ich sagte zu ihm,  nein, warum zahlst du schon wieder, darauf meinte er, wenn ich nicht bezahle wirst du wieder zur kasse gebeten, da fing paco an schmierig zu grinsen, und ich sagte fingerzeigend zu ihm: und du, du zahlst ueberhaupt nicht!; uns platzt langsam der kragen, und yvonne und ich fangen an unsere leckererien vom baecker vor ihm zu verstecken, uns stoert von tag zu tag mehr an ihm, und wir muessen uns beherrschen nicht unfair zu sein - tja, aber solche leute findet man in allen teilen der welt!))), so, und wenn wir dann schließlich komplett sind begeben wir uns endlich auf nahrungssuche. ich lag schon haeufiger mit waggersteinen in meinem bettchen, und wuenschte, ich haette deutsches bulrichsalz an meiner seite.
so ihr lieben leutchen, nun will ich abschied nehmen, ich denke, dass wir zum wochenende wieder in riobamba sind - wie es dann weitergeht wissen wir auch noch nicht, ich denke aber, dass wir in ca. zwei wochen unsere reise richtung kueste fortsetzen werden, oder vielleicht nochmal einen etwas ausgiebigeren dschungeltrip wagen. macht's gut!           chau                a   n   j    a

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