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Freitag, 18. Dezember 2015

1460 Verse - Kunst


Freitag, 15. Juli 2011

fallen

Ich verliere den Boden unter den Füssen und fange an zu fallen. Noch einige Sekunden trennen mich von dem kurzen, unglaublich intensiven Schmerz und der sich anschließenden endlosen Ruhe. Der Erdboden kommt mir immer näher, und ich warte darauf, dass das Leben in meinen Gedanken an mir vorüberzieht. Ich warte auf die Bilder meiner frühen Kindheit, auf die ersten Gehversuche, die Schultüte meiner Einschulung, die erste Freundin. Ich warte darauf, noch einmal den ersten Kuss, das erste intime Erlebnis und schließlich meine erste Nacht mit einer Frau zu erleben. Ich warte, doch es passiert nicht! Keine Bilder meiner Hochzeit, kein Film der Geburt meiner Tochter. Ich denke, ich bin enttäuscht! Die Menschen belügen einander sogar, wenn es um den Tod geht. Kein zweites Leben erfahre ich hier. Alles, was ich spüre, ist Hunger. Ich hätte davor noch etwas essen sollen. Mein Magen gibt ein lautes Brummen von sich. Tja, der Snack lässt sich wohl dieses Mal nicht nachholen! Habe ich die Fenster geschlossen?! Es sieht nach Regen aus. Verdammt, die Couch!!! Hoffentlich denkt meine Frau daran. Ich kann es ja wohl nicht mehr. Ach schade, ich hätte noch den ...

DA HÄNG KLOTZ die ersten anderthalb Jahre

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Mittwoch, 15. Juni 2011

die stimme

 
Es geschah alles an einem dieser typischen Abende. Man sitzt in seinem Zimmer, starrt an die Wand, steht auf, um sinnlos auf und ab zu gehen. Der Blick auf die Uhr, als würde man auf etwas warten. Tatsächlich könnte es so sein. Die Unruhe quält einen, und man wartet, wartet auf etwas, von dem man selbst nicht weiß, was es ist. Warten auf eine Person? Auf ein Ereignis? Auf die Situation, die das ungute Gefühl im Körper erklärt oder vielleicht sogar verschwinden lässt? Man schaltet sich etwas Musik ein, um sich abzulenken, bemerkt aber schnell, dass diese nur den Soundtrack zur Situation liefert. Unfähig, die Musik wieder auszustellen gerät man nun immer tiefer in den Strudel der Unausgeglichenheit. So würde, wie es aussah, auch mein Abend enden. Ich öffnete das Fenster, atmete die angenehm klare Abendluft und sah zum Nachthimmel hinauf. Etwas traurig musste ich an den Sternenhimmel über meinem Heimatdorf denken. Ich bedauerte, dass hier in der Stadt niemals richtig die Sterne zu sehen waren. Der Himmel ist in der Nacht stets erleuchtet. Ein orangefarbener Nebel, verursacht durch jede Straßenlaterne, verhindert die absolut ungetrübte Sicht hinauf ins All. Ich schloss das Fenster wieder, zog die Vorhänge zu und blieb in Gedanken an einen schöneren Sternenhimmel noch einige Zeit ruhig stehen. Plötzlich riss mich das Klingeln des Telefons aus meinen Träumereien. Ich wartete etwas, ließ es noch 4 Mal klingeln, bevor ich mich entschloss, abzuheben. War es dieser Anruf, auf den ich wartete? Ich meldete mich wie üblich mit einem schlichten ‑Hallo! , um Fremden nicht zu viel über mich preiszugeben. Am anderen Ende der Leitung antwortete eine sanfte, mir unbekannte Frauenstimme mit einem ebenfalls schlichten ‑Hallo! . Ich fragte, was ich für sie tun könne, doch sie schwieg. Ich wiederholte die Frage. Die Stimme im Telefon machte keinerlei Anstalten zu antworten. Sie war jedoch noch in der Leitung, das konnte ich am Atemgeräusch erkennen. Verwundert legte ich auf. Sie musste sich wohl verwählt haben! Meine Gedanken wollten zurück zum Sternenhimmel, da unterbrach der Ruf des Telefons alle Ansätze. Wieder ließ ich es 4 Mal klingeln. Dann hob ich ab. Diesmal schwieg ich, genau wie meine unbekannte Anruferin. ‑Was wollen Sie? fragte ich irgendwann etwas genervt. ‑Bleib bei mir! Die Stimme ließ sich ganz klar als die, einer jungen Frau identifizieren. ‑Leg bitte nicht wieder auf! , wimmerte sie halb flüsternd. ‑Ich will nicht alleine sterben! Ich erschrak, doch aus mir noch heute nicht nachvollziehbaren Gründen legte ich nicht auf. ‑Was haben sie? , fragte ich. Ihre Antwort ließ mich vor Schreck erstarren. ‑Ich sehe dem Blut zu, wie es sich mit dem Wasser vermischt. ‑Wo befinden sie sich? Ich werde jemanden rufen, der Ihnen hilft. ‑Nein! , beruhigte mich die Stimme. ‑Lass nur! Ich will keine Hilfe. Ich möchte nur nicht alleine gehen. Ich will, dass sich wenigstens einer an mich erinnert, wenn ich fort bin. ‑Bitte sagen Sie mir& ‑Nenn mich Lisa! , unterbrach sie. Ihr Tonfall offenbarte eine eigenartige Zufriedenheit. ‑Sag mir wo Du bist, Lisa! Sie seufzte. ‑Dafür wäre es zu spät! Steh mir bei, statt mich aufhalten zu wollen. Ich bitte Dich! Völlig hilflos kam ich mir vor. Was sollte ich tun? Wie konnte ich ihr helfen? Eines war leider klar. Sollte sie sich etwas angetan haben, würde kein Krankenwagen oder Notarzt rechtzeitig bei ihr sein. ‑Gut, wie kann ich Dir dann helfen? ‑Es ist schön, zu wissen, dass alles bald vorbei ist. Aber ich fürchte mich ein Bisschen vor dem Tod. Sag, glaubst Du, dass danach etwas Besseres kommt? Darüber hatte ich mir nie richtig Gedanken gemacht. Es war mir immer gelungen, dieses Thema zu meiden. Trotzdem antwortete ich: ‑Ja, ganz sicher! Lisa lachte erleichtert. Ich hörte, wie ihr Atmen allmählich schwächer wurde. ‑Erzähl von Dir! , hauchte sie. ‑Hast Du Kinder? Ich wollte immer Kinder haben. ‑Ja, eine Tochter. Sie ist jetzt 9. Ich musste daran denken, wie die kleine ruhig schlafend in ihrem Zimmer lag. Sie bemerkte nichts von diesem Telefonat, und sollte auch nie etwas davon erfahren. Im warmen Bett eingekuschelt träumte sie sicher von irgendwelchen Tieren, um die sie sich liebevoll kümmerte. ‑Sie möchte mal Tierärztin werden. , fügte ich noch hinzu. Lisas Stimme wurde nun unheimlich kraftlos. Es schien, als konnte man spüren, wie das Leben langsam ihren Körper verließ. ‑Das ist schön&das ist&Hilf ihr, & ihre Träume wahr zu machen! Sie darf ihren Traum nicht verlieren! & niemals aufgeben! & den Traum&. Plötzlich war alles still. Ein platschendes Geräusch hatte sie unterbrochen. Ich vermute, das Telefon fiel ihr aus der Hand. War es vorbei? War sie schon tot? Darauf sollte es nie eine Antwort geben. Möglicherweise verließ sie nur ihre Kraft. Sicher ist aber, dass sie in dem Fall auch nur wenige Minuten später eingeschlafen und dem Leben entronnen wäre. Nun zerschnitt die automatische Telefonansagestimme die Stille. ‑Ihre Verbindung wurde unterbrochen& Ich sackte zusammen, und begann erst da zu realisieren und zu verarbeiten. Als ich wirklich begriff, brach ich in Tränen aus. Den Rest der Nacht saß ich zusammengekauert an der Heizung und weinte. Vielleicht hätte ich mich ja für Lisa freuen sollen, vielleicht hätte mir das auch egal sein können. Immerhin wusste ich ja nicht mit Gewissheit, dass sich Lisa an diesem Abend das Leben nahm. Ich hätte schließlich auch Opfer eines morbiden Telefonstreiches sein können. Fakt ist jedoch, dass ich nur noch weinen konnte& Tränen aus Mitleid, Tränen der Trauer, Tränen der Hilflosigkeit. 2 Tage später las ich in der Zeitung von Lisa, die mit aufgeschnittenen Pulsadern in ihrer Badewanne starb. Es hieß, niemand habe es vorhergesehen, und nichts habe auf ihren wahren mentalen Zustand hingewiesen. Angehörige beschrieben sie als rund um glücklich. Sie ist nur 24 Jahre alt geworden! Ich rief in dieser Nacht weder Notarzt noch Polizei. Ich habe es auch sonst niemals jemandem erzählt. Bis heute.

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Dienstag, 15. März 2011

Im Gespräch mit Angelika Ludwig


Angelika Ludwig ist nach eigener Aussage in erster Linie Mensch und trotzdem  das was man am ehesten als bildende Künstlerin bezeichnet. In ihrem Atelier trafen wir uns auf einen Espresso. Wer einen noch genaueren Einblick in ihre Arbeit haben möchte, dem sei ihre Internetseite www.malerei-ludwig.de empfohlen

Da Häng: Du hast gesagt, dass du wenig Zeit hast, was hast du denn heute noch vor?
Angelika Ludwig: Ich muss heute noch in die Werkstatt und Platten ätzen für Radierungen.
D.H.: Wie sieht denn dein Tätigkeitsfeld im Großen und Ganzen aus?
A.L.: Das ist gesplittet in Malerei und Druckgrafik. Die Druckgraphik mache ich in der Druckwerkstatt, die wir als Künstlergruppe gemietet haben. Dann habe ich eine Galerie, wo ich vertreten bin und dann mache ich noch temporäre und thematische Ausstellung und gebe Kurse an der VHS.
D.H.: Hast du eine Ausbildung oder bist du Autodidakt?
A.L.: Ich habe an der UDK studiert, das war ein postgraduales Studium mit dem Namen „Kunst im Kontext“. Und ansonsten  wurde ich von verschiedenen Berliner Malern ausgebildet.
D.H.:  Mich würden die Inhalte so einer Ausbildung interessieren. Wie wäre deine Herangehensweise?
A.L.: Das mache ich ja schon in meinen Kursen an der VHS seit ungefähr 1992. Die richten sich speziell an junge Menschen die Kurse studieren wollen, ich mache also auch Mappenberatung. Ich versuche die Augen zu öffnen, damit die Menschen die da malen oder zeichnen wollen erst einmal wahrnehmen und Zeit nehmen. Dann hohle ich sie natürlich von dem Zustand ab wo sie sind, dass ich also nicht rein rede sondern von dem ausgehe was da ist. Und ich versuche ihnen die Angst zu nehmen, da ich der Meinung bin, wer schreiben kann, kann auch zeichnen. Das hört sich vielleicht komisch an, aber in der japanischen Tradition ist schreiben und zeichnen auch fast eins.
Um es klar zu sagen, ich versuche da anzusetzen wo jeder in der Kindheit war, nämlich, dass man erst einmal ganz ungehemmt zeichnet. Und dann gibt es natürlich auch Regeln und Grundsätze, es geht natürlich auch um Bildkompositionen, wir machen vorher auch Übungen und dann gibt es auch ein Thema, z. B. Graustufen. Meistens mache ich verrückte Sachen, wo die Leute ein bisschen überrascht sind. Ich versuche immer etwas so beizubringen, dass sie es gar nicht merken. Da hat dann zum Beispiel jemand gesagt: „Du hast ja gar nichts gesgat, ich dachte immer die muss doch etwas sagen, aber zum Schluss habe ich doch etwas gelernt.“ Also es ist bei mir sehr spielerisch, wahrscheinlich liegt das daran, dass ich eine enge Bindung zum Theater habe.
D.H.: Gibt es unter deinen Kursteilnehmern auch Leute, die sagen „Ich will ein großer Künstler werden.“?
A.L.: Gibt es auch, die schicke ich nach Hause. (lacht) Es gab mal einen, der sagte: Ich brauch kein Naturstudium und ich brauch auch nicht mehr richtig zeichnen, ich will gleich abstrakte Formen, die abstrakte Malerei machen. Dann hab ich entgegnet: Picasso hat auch gezeichnet, genauso wie Matisse und es ist ein langer Weg bis man zu dieser eigenen Abstraktion kommt und da sagt er, dass will ich über springen, wo ich geantwortet habe habe, Dann musst du woanders hingehen wo man dir beibringt das zu überspringen.
Ich weiß nicht ob man es sich wirklich vornehmen kann Künstler zu werden oder ob man es nicht eher im Tuen wird. Es gibt da so einen schönen Spruch: Malend wird der Maler zum Maler. Der Vorsatz Künstler zu werden ist auch deswegen schwierig, weil die Kunst nicht dann entsteht, wenn man will. Es ist nicht wie Brötchen backen. Am besten man erwartet so wenig wie möglich, sondern machst einfach das was man  tut mit vollster Hingabe und genießt es. Ich würde auch nicht sagen, ich bin Künstler, sondern meine Haltung zum Leben ist vielleicht eine künstlerische. Zum Beispiel wenn ich in der Tankstelle ein rotes Auto und eine grüne Wand und einen blauen Neon-Streifen, dann denk ich „Wow, das ist ja wie eine Bühne oder wie eine Bildkomposition.“ Ich bin also ständig auf der Suche nach Bildern und dieses sehen ist etwas ganz tolles.
D.H.: Woher kommt deine enge Beziehung zum Theater?
A.L.: Ich habe für Jugendtheater und Erwachsenenstücke das Bühenbild entworfen habe, beim Jugendtheater mit den Jugendlichen zusammen. Die richtig tiefe Beziehung ist aber entstanden durch die Theaterübung die ich nebenher mitgemacht habe und das ist auch eine Einstellung zum Leben. Das ist das Spiel mit der Wirklichkeit und wie sie sich darstellt. Die Grundregeln die für das Theater gelten, gelten auch für das Leben, finde ich.
D.H.: Und inwieweit gelten diese Grundregeln für das Leben?
A.L.: Es gibt immer wieder verfahrene Situation und bei verfahrenen Situationen bzw. Sznenen hat einer der Schauspiellehrer immer gesagt, Und jetzt wieder spielerisch werden. Das heißt jetzt nicht, dass man jemanden etwas vorspielt, sondern dass man anfängt zu improvisieren und etwas von einer anderen Seite zu sehen. Einfach damit es wieder in Fluss kommt. Wenn ich zum Beispiel auf dem Blatt verfahren bin, dann gibt es die Zerstörung, was für mich auch eine Art des Spiels ist, um danach wieder aufzubauen und etwas neues erfinden.
Bei meinem Kurs habe ich den Leuten einen Apfel gegeben, den sie dann halt gegessen haben und die einzelnen Zustände abgezeichneten. Das war auch eine Aktion wo sich gestalterisches mit szenischem vermischt und wo auch eingefahrene Strukturen aufgebrochen wurden und etwas neues ausprobiert wurde.
D.H.: Kommen wir auf die gestaltende Kunst zurück. Was hällst du von moderner Kunst, wie zum Beispiel eine Reihe von schwarzen Bildern?
A.L.: Das kommt darauf an. Wenn es aus einer inneren Notwendigkeit entsteht dann ist es glaubhaft. Ich glaube es hat auch etwas mit der Sehgewohnheit zu tun. Ich glaube man kann lernen abstrakte Kunst zu mögen, genauso wie man lernen kann moderne Musik zu mögen. Beides in langsamen Schritten natürlich. Es ist einfach eine Sprache die man verstehen muss um damit umgehen zu können. Und diese schwarzen Bilder die du meinst, ich weiß jetzt nicht ob die von Ed Reinhard  sind, da muß man warten und dann kommen auch Formen heraus, das ist eben nicht nur schwarz, sondern auch ein ganz zartes grau, was man erst sieht, wenn man genau und länger hinschaut. Ich glaube, damit rechnet der Künstler, dass man länger hinguckt und nicht nur schnell mal einen Blick drauf wirft.
D.H.: Was für Themen nimmst du dir bei deine Ausstellungen vor?
A.L.: Ich nehme sie mir nicht vor, sie entstehen während der Arbeit. Oft dreht es sich bei mir um Polaritäten und das dazwischen. Zum Beispiel Männer und Frauen. Dieses Thema ist bei mir entstanden als ich beim Zeichnen gesehen habe, da sind immer männliche und weibliche Formen drin. Das habe ich bei mir entdeckt und habe das dann als Thema weiterverfolgt.
Nach der Wende haben wir auch alte Fabrikgelände aufgesucht und dazu Ausstellungen gemacht, auch weil es halt ein spannender politischer Umbruch war. Teilweise wegen dem Thema Zerstörung und Neuaufbau und teiweise war es auch eine Verabschiedung vom alten System. Es war auch der Reiz des Morbiden in diese alten Fabrikgebäude reinzugehen.
D.H.: Wie hat sich denn der Künstlerbetrieb in der DDR zum Heute unterschieden?
A.L.: Wenn man im Verband bildender Künstler war, wo ich erst zur Wende reingekommen bin, dann hatte man eigentlich schon eine gesicherte Eistenz. Es war aber sehr schwer in diesen Verband rein zu kommen. Man konnte praktisch von seiner Kunst leben und von seinen Kursen, das geht jetzt nicht mehr. Man muss jetzt noch etwas nebenher machen oder man braucht jemanden der einen unterstützt. Meine Existenz gründet sich auf Kurse, Bühnenbild und Verkauf von eigenen Werken, was ziemlich unberechenbar ist, man kann nicht damit rechnen etwas zu verkaufen. Das ist immer wieder unterschiedlich.
D.H.: Was für Unterschiede gibt es in der Kunst zwischen Ost und West?
A.L.: Die gab es dadurch, dass die Künstler im Osten sich mehr am menschlichen Körper orientiert haben, also figürlicher gezeichnet haben. Der Mensch war immer präsenter. Die Kunst im Westen war abstrakter. Interessanterweise ist es so, dass es jetzt eine Rückkehr zum Figürlichen gibt.
D.H.: Gibt es Künstler von heute, die du bewunderst?
A.L.: Ja, Ich mag Strawalde, der eigentlich Jürgen Böttcher heißt. Der hat auch Dokumentarfilme gemacht. Den habe ich das erste mal gesehen und fühlte mich mit ihm verwandt, was mich sehr ermuntert hat. Und ich mag ihn vielleicht auch desshalb, weil er etwas theatralisches in seinen Bidern hat. Auf diesem Bild was ich damals von ihm gesehen habe wirken die Zeichen und Formen wie Akteure, die die Bühne betreten. Und er benutzt die Malerei als Collagetechnick. Bei seinen Collagen nimmt er ganz alte und zerfetzte Dinge und daraus entsteht was ganz neues, was ganz edles. Da denkst du dir, was ist den das für eine tolle Farbfläche, gehst näher heran und dann ist das ein zerfressener Teebeutel. Aber es wird so zum Bild durch die anderen Farbflächen und sehr schön.
D.H.: Könntest du dir vorstellen auch an einem Film mitzuwirken?
A.L.: Das nehm ich mal als Anregung. Aber man hat mit dem Zeichnen schon genug zu tun und diese Genre übergreifenden Sachen gibt es zwar auch, aber man muss sich auch auf etwas konzentrieren, man hat ja nur eine begrenzte Lebenszeit.
D.H.: Es gibt da einen Film wo verschiedene Bilder abgefilmt wurden. Was kannst du damit anfangen?
A.L.: Es ist was anderes. Ich kann mir vorstellen, dass es irgendwann langweilig wird. Wenn man Bilder fotographiert und stehen lässt, kann man sie gleich nur fotographieren. Ich glaube, dass ein Film immer im Wechsel und in der Bewegung sein muss. Ein geschriebenes Buch lebt von der Sprache, ein Bild lebt von den Formen und Farben und ein Film lebt von der Bewegung. Eine gewisse Reinheit der Stilmittel ist schon wichtig, da es zum Beispiel einfach Sachen gibt, die man nur mit der Sprache aussagen kann.
D.H.: Gibt es Sachen die du noch machen möchtest?
A.L.: Es gibt da natürlich noch die ungelegten Eier über die man nicht spricht, weil sie noch am reifen sind. Aber ich habe eine Vision davon die Aktivität des Theaters auf das Malen zu übertragen. Das Malen ist an sich ja eher eine kopflastige Angelegenheit. Es würde mich interessieren, wie das Ergebnis aussieht, wenn man sich wie beim Theater aufwärmt. Und ich würde gerne unheimlich im Chor singen, Tango lernen und wieder etwas Klavier lernen. Also alles wo der Körper in Bewegung und Schwingung ist.
D.H.: Danke für das Gespräch.



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Mittwoch, 15. September 2010

Interview Tatjana

Tatjana Schierkowski ist 20 Jahre und Auszubildene bei der Polizei. Bei einem Kaffee und einer Bitter Lemon unterhielten wir uns über ihren Beruf und was dahinter steckt.

Da Häng: Im wievielten Jahr deiner Ausbildung bist du jetzt?
Tatjana Schierkowski:Im dritten.
D.H.: Warum hast du dich dazu entschieden Polizistin zu werden?
T.S.: Lustig, das wird man auch in ziemlich jeder neuen Dienststelle gefragt. Ursprünglich deshalb weil ich keinen Bürojob haben wollte, sondern mit Menschen arbeiten wollte und weil ich irgendwie etwas zu einer besseren Welt beitragen wollte. Aber ob es im Moment möglich ist weiß ich nicht.
D.H.:Gibt es irgendwelche Bereiche bei der Polizei, wo du am liebsten arbeiten würdest.?
T.S.: Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, da die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, dass ich zu den geschlossenen Einheiten komme. Das sind die Gruppen, die bei Demonstrationen, Fußballspielen oder Ähnlichem eingesetzt werden. Also nicht die, die im Funkwagen fahren, sondern die, die absperren, sichern oder neben Demonstranten herlaufen.
Ansonsten kenne ich mich noch zu wenig aus um eine Wunschdienststelle zu nennen. Wir hatten zwar einige Praktika, aber mir fehlt immer noch der richtige Durchblick, ich muß mich also noch richtig informieren.
D.H.: Wie sieht der Unterricht in der Ausbildung aus?
T.S.: Auf jeden Fall anders als in anderen Ländern. Bei uns gibt es zuerst zwei Jahre absolute Theorie. Gleich nach den ersten drei Wochen, wo man schon seine Uniform bekommen hat läuft ein Schnupperpraktikum von einer Woche. Da kommst du dann richtig auf die Dienststelle, darfst mitfahren aber noch nichts machen. Jetzt im dritten Jahr haben wir richtig Praktikum, auf der geschlossenen  Einheit, auf dem Abschnitt, in der Verbrechensbekämpfung. Da bit es verschiedene Dienststellen und da darf man auch richtig mitarbeiten. Aber eben auch erst jetzt.
D.H.: Wo liegen die Unterschiede in der Ausbildung zwischen den Ländern?
T.S.: In England und Amerika sind es nur zwei Jahre oder auch nur sechs oder acht Monate und fast nur Praxis. Also kommen die gleich auf die Straße und lernen es da, was ich persönlich besser finde, weil nur Theorie und dann Praxis bringt nichts. Das müsste man bei uns auch mehr kombinieren.
D.H.: Ist die Ausbildung in Deutschland im Ländervergleich jetzt besser oder schlechter?
T.S.: Kann man schlecht sagen. Wenn man hier aus der Schule raus gelassen wird hat man mehr damit zu tun sich an die Praxis zu gewöhnen. Durch das Praktikum alleine ist es nicht möglich sich in ndie Praxis reinzufinden. So ist es auch bei uns so, dass die Kollegen sagen: ‑Vergiss alles was du gelernt hast, wir fangen jetzt neu an. Vielleicht ist es hier etwas blöd geordnet, aber nicht unbedingt schlechter.
D.H.: Wie sieht die Theorie genau aus?
T.S.: Es gibt acht Fächer, da gibt es Strafrecht, Verkehrsrecht, Sicherheits- und Ordnungslehre, Deutsch, Kriminalistik und besondere Ordnungslehre. In den Fächern ist eine Menge zu lernen, davon sind die meisten Fächer Durchfallfächer, die muss man bestehen, also mindestens eine vier haben. Es sieht so aus, das alle drei Monate eine Prüfung ansteht. Im ersten Jahr sind es so um die sieben Prüfung á 90 Minuten, im zweiten Jahr sind es dann acht Prüfungen á vier Stunden, das alles in jedem Fach. Im dritten Jahr haben wir dann noch eine Prüfung von vier Stunden wo Themen aus allen Bereichen abgefragt werden.
D.H.: Was für Probleme gibt es als Frau in diesem Beruf?
T.S.: Offiziell keine, inoffiziell ist der Fakt aber so, dass viele Männer ein Problem mit Frauen bei der Polizei haben. Dann fallen halt solche Kommentare wie ‑Püppchen müssen auf dem Wagen bleiben. oder ‑Auf Demonstrationen müssen wir auf Tati aufpassen. Das ist auch in gewisser Hinsicht klar, weil eine Frau kann nicht so stark sein wie ein mann. Aber in bestimmten Situationen geben Männer auch zu, dass Frauen besser geeignet sind, zum Beispiel wenn es um das Schlichten von Streitigkeiten geht.
D.H.: Wenn du jetzt auf die Straße gehst und nicht mit Kollegen, sondern mit Zivilisten zu tun hast, was für Probleme kommen da auf dich zu?
T.S.: Na jede Menge, da gehört zum Beruf der Polizei. Keiner ist freundlich, wenn du zu ihm sagst: „Ey gib mal 30 Euro, du hast was falsch gemacht.“ Aber die meisten sind doch schon ziemlich informiert. Die sehen dann die zwei Striche auf der Schulterklappe, merken, dass du noch zur Schule gehst und sind dann auch ziemlich freundlich. Andere sind dann wieder richtig unfreundlich. Aber richtig schlimme Sache habe ich bis jetzt noch nicht erlebt. Das Bild in der Öffentlichkeit reicht also von „Die machen nur ihren Job“ bis hin zu „Alle Polizisten sind rechtsradikal.“
D.H.: Und wie sieht es mit dem rechtsradikal bei der Polizei aus?
T.S.: In der Ausbildung wird sehr darauf geachtet. Das fängt an bei den Haaren. Glatze ist verboten, das darf man einfach nicht. Man wird dann zum länger wachsen motiviert. Aber die Frage ist ja immer ob man die am Äußeren so krass erkennen kann. Weil wenn die Kandidaten mit unauffälligen Verhalten dort aufkreuzen wird man die nicht gerade erkennen können.
D.H.: Hast du welche erkennen können?
T.S.: Private Äußerungen schon, aber ich weiß nicht ob die so rechts sind oder einfach nur Mitläufer, das kann man schlecht einschätzen. Und inwiefern sie das in ihrem Beruf einbringen ist auch wieder was anderes, weil man die Meinung dann nicht unbedingt im Beruf ausleben muss. Wie gesagt, es wird sehr darauf geachtet.
D.H.: Wie sieht das Bild der Polizei gegenüber Linken aus?
T.S.: Da kann ich nur von der Schule sprechen, weil ich auf der Dienststelle noch nichts mitbekommen habe. Es ist schon so, dass eine gewisse Vorsicht oder auch Ablehnung gegenüber dem schwarzen Block herrscht.
D.H.: Stichwort Berufsfrust, wie sieht es bei dir in der Ausbildung damit aus?
T.S.: Er ist erschreckend hoch muss ich sagen. Nachdem ich einmal durchgefallen bin, habe ich ernsthaft überlegt ob ich aufhöre, weil ich ziemlich stark gemobbt wurde. Eigentlich nur von einer Kollegin, aber die anderen haben sich dann mit daran beteiligt und dasselbe erlebe ich jetzt bei anderen Personen wieder. Eine andere Sache sind dann die Ausbilder, die einen on oben herab behandeln, als wäre man im Kindergarten.
D.H.: Hast du dem irgendetwas entgegengesetzt?
T.S.: Das Weib habe ich irgendwann abgeschaltet, das war irgendwann nicht mehr da für mich. Mit der zweiten Klasse wurde dann auch die Situation im ganzen besser. Gegenüber den Ausbildern dann erst im zweiten Jahr.Weil man in manchen sachen massiv und unter der Gürtellinie angemacht wurde, auch was Mann und Frau betrifft. Die haben sich auch einfach Sachen rausgenommen die nicht hinzunehmen waren. Dazu gesellen sich dann verschiedene Geschichten die man über diese Leute hört. Irgendwann muss man sich wehren, nur rechtliche Schritte habe ich noch nicht unternommen, da die Beweislage nicht schwer genug war.
D.H.: Wie waren denn die Reaktionen aus deinem Umfeld auf deinen Entschluss Polizistin zu werden?
T.S.: Unterschiedlich. Vielen Leuten habe ich es nicht erzählt. Was meine Eltern angeht, so war meine Mutter etwas besorgt, mein Vater fand es gut wegen dem Geld. Meine beste Freundin war überhaupt nicht begeistert davon und meinte, dass es überhaupt nicht zu mir passt und das ist so ziemlich die Meinung die alle anderen haben, weil ich bin einfach zu weich für den Beruf. Das sehe ich mittlerweile auch so.
D.H.: Wenn du jetzt an den Anfang deiner Ausbildung zurückdenkst und dich mit heute vergleichst, inwieweit hast du dich verändert?
T.S.: Die Veränderung ist klar. Ich bin direkt nach der Schule mit 16 dahin gekommen und bin jetzt im Januar das vierte Jahr in dieser Behörde. Die ersten zwei Jahre war ich einfach nur geschockt. Mein Leben war so gestaltet, dass ich auf Arbeit wie auf Arbeit war und ab 15 Uhr wenn ich Schluss hatte ein anderer Mensch war, eben so wie mich meine Freunde kennen.Teilweise hat auch meine Familie gesagt, ich sei total hart geworden, das hat sich aber geändert als icfh meinen freund kennen gelernt habe. Jetzt ist es einfach so, dass ich Privates und Beruf zu trennen versuche, was wirklich nicht einfach ist. Und durch das Verhalten der Ausbilder mir gegenüber bin ich auch viel selbstbewusster geworden.
D.H.: Welche Mittel gegen den Berufsfrust hast du entwickelt, sprich wie entspannst du dich nach 15 Uhr?
T.S.: Sich einfach an schönen Dingen freuen. Zum Beispiel, wenn man aus der Schule kommt die Sonne genießen oder sich mit Freunden treffen, was ich im ersten Jahr total vernachlässigt habe. Zu dieser Zeit war es einfach eine krasse Umstellung, erst jeden Tag mit der Freundin zusammen zu sein  und dann gar nicht mehr. Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass wir uns wenigstens einmal in der Woche treffen, von da an ging es auch bergauf. Jetzt wird erstmal die nächste Reise zum Freund geplant, oder es wird Musik gehört, ins kino gegangen und das Abhängen habe ich auch wieder erlernt
D.H.: Besten Dank für das Interview.


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Donnerstag, 15. Juli 2010

Interview Ingo Volkmer


Wie lange bist du schon Schauspieler?

Ich bin ja eigentlich Sänger. Ich habe eine klassische Gesangsausbildung an der Hochschule für Musik Hans Eisler in Berlin absolviert. Da hatte ich auch Schauspielunterricht, aber nicht so intensiv wie musikalische Fächer, also ich hatte Gesang, Klavier, Interpretation, Ensemblesingen, Gehörbildung, Tonsatz, Jazzdance und klassischen Tanz.
Dazu hatten wir noch viele Fächer die unnütz waren.
Damit meine ich Marxismus/ Leninismus, politische Ökonomie des Sozialismus und diese Fächer waren stundenmäßig mehr vertreten als meine Hauptfächer wie zum Beispiel Gesang, Klavier und auch Schauspiel. Von der medizinischen Seite aus hatten wir dann noch Stimmphysiologie, wo uns der Aufbau der Stimme erklärt wurde und wie man die Atmung einsetzen muss.

Mittwoch, 7. Juli 2010

Filmzitate

Dr. Kathryn Railly

"Und was wir zur Wahrheit erklären, das wird von allen anderen akzeptiert. Psychatrie hat doch schon den Status von Religion. Wir entscheiden, ob etwas richtig oder falsch ist, wir entscheiden wer verrückt ist und wer nicht." 12 Monkeys



A- Team/ Faceman

"Jedes Gestern ist nur ein Traum und jedes Morgen nur eine Vision. Also lebt das Heute so gut ihr könnt, dann wird das Gestern zu einem Traum des Glücks und jedes Morgen zu einer Vision der Hoffnung."



Die Abenteuer von Robin Hood

Marian: "Du sprichst Lügen!"

Robin: "Fließend.



Mittwoch, 30. Juni 2010

Was Ihr wollt

-Kunde: Ich möchte wissen, wie es mit meiner Beziehung weitergeht. - Wahrsager: Okay also ich sehe hier Streit. - Kunde: Ja* genau, wir haben uns in letzter Zeit gestritten. - Wahrsager: Ah, ich sehe es geht um Geld. - Kunde: Hmhh...** - Wahrsager: Und Untreue ist bei euch auch ein Thema... - (lange pause)* - Wahrsager: denn du bist fremdgegangen! - Kunde: Woher* wissen Sie das?

Dreh dich um




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Donnerstag, 24. Juni 2010

Horoskop

 
Widder Aries   21. März - 20. April
Du wünschst dir, dass andere Leute dich mögen und bewundern, und dennoch tendierst du zu einer kritischen Meinung gegenüber dir selbst.

Stier Taurus   21. April - 20. Mai
Du hast zwar ein paar persönliche Schwächen, kannst diese aber im Allgemeinen ausgleichen.

Zwillinge Gemini   21. Mai - 21. Juni
Nach außen hin wirkst du diszipliniert und selbstbewusst, bist aber innerlich beunruhigt und unsicher.

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