Posts mit dem Label absturz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label absturz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 21. Oktober 2014

Im Ring des Grauens: Das Kleine im Großen

Im Grunde genommen war alles eine Ansammlung der immer selben Muster in unterschiedlichen Größen.
Diese Muster bildeten in ihren unterschiedlichen Kombinationen immer wieder Ökosysteme, die natürlich mannigfaltig waren, aber sich eben doch wiederholten.
Wasser war für sich genommen ein eigenes Ökosystem, genau wie der Sand auf den es am Strand traf und mit dem es zusammen eben wieder ein neues System bildete.
Der Raum, der die Planeten und Sterne umgab, mochte luftleer sein, aber statt dessen gab es darin etwas anderes.
Andere Teilchen und Stückchen, die die Grundlage für etwas anderes formten.
Aber auch diese anderen Dinge gehorchten den selben Gesetzmäßigkeiten.
Erst kam der Kreis, dann kam der Klumpen, dann kam das Netz, dann die Formationen und irgendwann kam das Ökosystem.
Alles zusammen dehnte sich auf dieser Gesetzmäßigkeit immer weiter aus und formte so immer größere Dimensionen, die man auf den unteren Stufen nur noch ansatzweise erfassen konnte.
Verstand eine Amöbe eine Ameise?
Oder ergab für die Ameise eine für sie riesige Taube irgendeinen Sinn?
Wusste die Taube etwas mit dem Menschen anzufangen?
Das alles basierte auf den selben grundlegenden Mustern, aber alles nahm immer wieder neue größere Formen an, die miteinander nur am Rande etwas zu tun hatten.
Nun verteidigte er den Kern seines Schiffs auf einem verlassenen Asteroiden gegen riesige Würmer
Er hatte keine Ahnung, warum diese Viecher existierten und im Grunde war es ihm egal.
Sie wollten beide dasselbe und sie standen sich dabei gegenseitig im Weg.
Wer gerade das größere System darstellte, war allen Beteiligten mit ziemlicher Sicherheit relativ egal.
Aus den äußeren Kolonien hatte er mal Geschichten über riesige Motten gehört, die Außmase von Adlern hatte.
Es handelte sich dabei um sogenannte Energiesucher, was bedeutete, dass sie sich die Objekte suchten, die die meiste Energie abgaben.
Raumschiffe zum Beispiel oder halt Siedlungen, die sich unter Kuppeln befanden, da die Umgebung noch nicht geformt war.
Äußerst hartnäckige Biester laut den Erzählungen, besonders wenn sie im Schwarm attackierten.
Also eigentlich immer.
Direkte Todesopfer forderten sie eher selten.
Die indirekten waren dafür häufig umso drastischer, da es nach den meisten Attacken nur noch genügend Energie für einen letzten Notruf gab.
Anscheinend handelte es sich bei den angreifenden Würmern um eine verwandte Spezies.
Immer versuchten sie sich dem Kern in seinem Krater zu nähern, wurden jedoch immer wieder durch gezielte Schüsse abgewehrt.
Er fragte sich warum sie nicht einfach ein eine größere Vertiefung schufen um das Ziel ihrer Begierde in ihr unterirdisches Reich zu schaffen, bis ihm einfiel, dass der sowieso schon harte Untergrund durch die Wucht und die Hitze des Einschlags sehr wahrscheinlich weiter verfestigst wurde.
Kurz überlegte er ob es sich bei den sich bewegenden Steinen um die Eier ihrer Angreifer handelte.
In einem gewissen Sinn würde es logisch erklingen.
Die Halluzination von vorhin würde sich mit Sekreten erklären lassen, welche von den Würmern hinterlassen wurden und die nicht von ihren Raumanzügen abgehalten wurden.
Bei seinem Glück war er einfach in Wurmscheiße getreten und hatte somit die volle Dröhnung abbekommen.
Aber das alles war im Grunde egal.
Das einzige was zählte war der Kern und dass sie ihn sicher zurück zum Schiff brachten.

Dienstag, 14. Oktober 2014

Im Ring des Grauens: Soll doch der Teufel kommen.

Aufstellung!“
Sein Automatismus hatte die Vorherrschaft übernommen.eine unglaubliche Ruhe breitete sich in ihm aus, als er zu der Erkenntnis kam, dass er sich auf seine Instinkte verlassen konnte.
Selbst wenn sich nun der Boden öffnen würde und der leibhaftige Teufel emporgestiegen kam um ihm ins Gesicht zu fauchen, dass Ella recht gehabt hatte und er nicht und es Himmel und Hölle doch gab und sie schon längst alle, beim Einschlag gestorben waren und nun für ihr sündiges Leben in die Tiefen der ewigen Verdammnis gerissen wurden, es würde ihn nicht schockieren.
Dann würde er dem Teufel halt die Hörner mit ein paar gezielten Schüssen markieren.
Um den Krater herum stellten sie sich in einer gleichmäßigen Dreiecksformation auf.
Nach all dem gottverdammten Scheiß hatte er keine Lust mehr sich von irgendwem oder irgendwas den Heimweg vermiesen zu lassen.
Irgendetwas war am kommen.
Nach den Jurathiel, dem Absturz, der Projektion und den Steinen kam da etwas neues zu.
Das war der perfekte Moment für Robus Lamperia!
Alles war wie immer, nur schlimmer.
Sein hysterischer Geist verstieg sich in panische Phantasien, während sein ruhiger Körper mittels seinen Stimmbändern das einzig nötige Signal ausstieß.
A!“
B!“ folgte Ellas Stimme der seinen sofort.
Sie stand schräg rechts neben ihm, knapp zehn Meter Luftlinie entfernt und hatte ihre Waffe im Anschlag.
C!“
Mikel stand zu seiner linken, in der selben Entfernung und hielt sich an seiner Waffe so gut es ging fest.
Es war die Grundkonstellation.
Wenn es keine Himmelsrichtungen mehr gab, musste man halt selber einspringen und sich mit Buchstaben weiterhelfen.
Waffenkontrolle!“
Automatisch überprüften alle drei, Magazin, Mündung und Auslöser der gezückten Waffen.
Drei mal hallte das Wort Check durch die Kanäle
Hast du eine Ahnung?“
Er nahm Ellas Stimme am Rande war, während die Vibrationen im Boden mehr und mehr anschwollen.
Gleichzeitig bemerkte er, wie Mikel an seiner Waffe verkrampfte.
Das war kein gutes Zeichen.
Ich habe gar keine Ahnung“
Wenn er sich selber bewerten müsste, dann klang er in seinen eigenen Ohren leicht genervt.
Grund genug hatte er ja dafür.
Heimlich, still und leise lobte er sich und seine beiden Begleiter dafür, dass noch niemand versucht hatte jemanden ernsthaft umzubringen oder zu versklaven.
Es gab genügend andere Raumfahrer, die schon längst ihr zitterndes Nervenkostüm abgeworfen hätten.
Seine Gedanken wanderten zurück zu ihrem Schiff, dass auf sie und den Kern wartete.
Sie konnten nur darauf hoffen, dass sich dort auch alle zusammen nahmen und nicht irgendjemand irgendeine verdammte Scheiße abzog.
Das letzte was sie brauchten war irgendeine Meuterei, weil jemand glaubte, dass er sich von der Sternen dazu berufen fühlte eine göttliche Mission zu erfüllen.
Mochte der Teufel doch mit all seinen Grauen kommen, doch Propheten konnten ihm gestohlen bleiben.
Na, wenn das kein gutes Zeichen ist“
Er meinte in der Stimme von Mikel, die bis jetzt immer kindlich naiv klang, einen Anflug von Sarkasmus mitschwingen zu hören.
Vielleicht gab es ja doch noch Hoffnung.
Beständig nahmen die Vibrationen im Boden zu.
Er versuchte auszumachen, ob sich das was kam aus dem Erdinneren seinen Weg zu ihnen bahnte oder ob sie von den Seiten kamen.
Aber dafür waren die Schwingungen schon zu stark.
Das was kam, war schon viel zu nah um seinen Ursprung zu verorten.
Alle kleinen Steine waren schon längst fort und ihre Spuren waren von den Vibrationen und dem Wind zerstoben worden.
Er hatte eine Vermutung darüber was es sein konnte.
Es gab da die eine oder andere Geschichte, die ihm von den äußeren Kolonien erzählt wurde.
Dann brachen die Würmer aus dem Boden.

Dienstag, 22. Juli 2014

Im Ring des Grauens: Voll krass

„Können wir jetzt vielleicht mal über den Geist vom Kapitän reden?“
Vollkommen überrascht nahm er die Anwesenheit von Mikel war.
Selbstverständlich waren sie zu dritt, schalt er sich in Gedanken, genauso wie bei jeder Außen- oder Bergungsmission.
Er war nicht ausgesetzt worden.
Mikel schien seine Verwunderung gar nicht wahrzunehmen und redete einfach munter weiter.
„Ihr wisst schon, diese durchsichtige Figur die hier erschienen ist, nachdem hier alles auf einmal herum fiepte. Die dann auf den Kapitän zu schwebte und mit ihrer Hand durch seinen Kopf ging?
Will jemand Wodka? Ich habe Wodka dabei. Weiß auch wie man den hier trinkt.
Wir sollten jetzt Wodka trinken. Das ist voll der beste Moment dafür.
Was glotzt ihr so?
Glotzt ihr überhaupt? Diese Helme sind echt anstrengend.
Warum putzt die keiner?
Wenn du schon am Arsch des Universum bist, solltest du wenigstens die Fressen deiner Kumpel sehen.
War ich der einzige, der die Bilder gesehen hat, die aus dem Kopf vom Chef gekommen sind, also dem echten jetzt und nicht dem Geist.
Hey guck mal, da läuft ja noch ein Stein.
Krasse Sache das mit den Steinen. Sind das vielleicht Eier oder leben die Steine voll in echt.
Das wäre doch mal voll krass.
Genau wie die Bilder aus dem Kopf vom Kapitän, die waren ja mal übelst abgefahren.
Diese Schlange mit den sechs Köpfen und jeder hatte so voll hundert Augen?
Richtig krass.
Oder wie die Katze die Spinne gekillt hat?
Übelst krass.
Ich weiß gar nicht was ich am besten fand.
Wodka?
Die Riesenwürmer waren echt ein bisschen langweilig und dieser komische Baum erinnert mich an irgendwas.
Wirklich kein Wodka?
Wir sollten jetzt Wodka trinken.
Das hier ist echt der beste Moment dafür.
Wie diese Dinger da einfach mal alles auseinander genommen haben war schon richtig Hammer.“
„FRESSE!“
Ellas Stimme hallte in ihren Kommunikatoren statisch wieder und ein kleiner Rest bahnte sich hinaus in den Weltraum.
Sie hatte es zuerst versucht Mikel höflich zum schweigen zu bringen, aber er hatte auf ihre immer lauter werdenden Versuche nicht reagiert.
Er stand nur da und redete und redete.
Über Löcher im Raum und alle möglichen Monster, die daraus empor stiegen.
Es überraschte ihn nicht, dass Ella mit dem Jungen, der Wodka so gerne mochte nicht so körperlich wurde wie mit ihm.
Zum einen hatte sie nicht mit ihm geschlafen und zum anderen hatte sie eine Fürsorgepflicht ihren Untergebenen gegenüber, den zu guter Letzt, war Mikel einfach nur ein kleiner Junge, der sich auf seiner ersten Fahrt irgendwo im Nichts geendet war.
Er war noch nicht einmal lange genug mit dabei um die Lieder zu kennen.
Seine Überlebenschancen waren nicht gerade hoch.
„Weltraumschlangen, sich von selbst bewegende Steine und Geister, die Bilder aus dem Kopf zaubern. Wir haben wohl gerade drei Generationen von Raumfahrern die Abenteuer geklaut.“
Es war seine Stimme, die selbstbewusst die Worte formulierte.
Es war sein Körper, der sich aufrichtete, als hätte er gerade eine Katze gestreichelt.
Es war sein Gesicht, das sie nicht sehen konnten.
Mehr als sterben konnten sie nicht.
Diese Einstellung kam quasi mit dem Beruf.
Man durfte nur nicht zu hastig damit sein, dem endlosen Nichts übergeben zu werden.
Aber das waren alles philosophische Überlegungen.
Da war der Kern vom Antrieb, den sie zu bergen hatten.
„Wir müssen da lang, oder?“
Es war eine rhetorische Frage um die Konversation aufrecht zu erhalten.
Lässig deutete er die Richtung.
Mikel nickte unbeholfen in seinem Anzug und Ella zuckte gekonnt mit ihren Schultern.
Ohne weitere Worte setzten sie sich mühsam in Trab.

Dienstag, 15. Juli 2014

Im Ring des Grauens: Name und Rang.

Er bemerkte die Bewegung relativ schnell, da sie aus dem gleichmäßigen Rhythmus des Windes herausfiel, der gleichmäßig den Sand mal in die eine, mal in die andere Richtung trieb.
Es war eine kleine, langsame Bewegung, die fast nicht auffiel, aber trotzdem gleichmäßig und ziel gerichtet.
Vorsichtig begann er einen Fuß schwerfällig vor den anderen zu setzen, so ruhig und kontrolliert wie es sein Raumanzug zuließ.
Je näher er der Anomalie im windigen Gestöber kam, desto größer und klarer wurde sie.
Eine alte Stimme erinnerte ihn daran, dass er sich mitten im Nichts befand und das es keine besonders gute Idee war in so einer Situation etwas Unbekanntes genauer in Augenschein zu nehmen.
Aber auf der anderen Seite hatte er nicht mehr zu verlieren als sein jämmerliches Leben.
Entweder würde er sterben oder eine Entdeckung machen, die ihn weiter bringen und seinem nichtsnutzigen Namen etwas Strahlkraft verleihen würde.
Vielleicht war da ja was, was den fliegenden Schlangen im Nicht das i Tüpfelchen aufsetzen würde.
Dann sah er es.
Dann erkannte er es.
Dann erinnerte er sich.
Dann riss ihn jemand nah hinten.
„Pass auf du Idiot!“
Es war Ella, einer der Drachen, die gut in der Hand lagen.
„Der Stein wandert,“ hörte er sich selber sagen.
Es klang in keinster Weise dramatisch, geschweige denn nach großem Entdecker.
Vielmehr vermittelte es den Eindruck von einem kleinen Jungen, der von einem noch kleineren Mädchen überraschend von der Schaukel herunter gestoßen wurde.
Die ganze Zeit war er mit sich selber beschäftigt gewesen, ohne auf seine Umwelt zu achten.
„Du bist ja heute von der ganz schnellen Sorte.“
Ihre Stimme hatte diesen spöttischen, trockenen Ton, der ihn entweder heiß machte oder abkühlen ließ.
Im Moment war es eine gesunde Mischung aus beidem.
„Name und Rang.“
Ihr Ton wurde trockener, kontrollierter.
Lag bis eben noch so etwas wie eine ungezwungene Unterhaltung in der Luft, so war nun etwas kälteres zu spüren.
Kontrolle.
War der Kapitän noch auf seinem Posten oder musste jemand anderes für ihn übernehmen?
Es brauchte im Notfall nur eine Person um den Kern zu bergen.
Alleine war es keine leichte Aufgabe, aber zu schaffen.
Mit einer einfachen Drehung und zwei Handgriffen hatte Ella ihn bauchlings auf dem Boden, seine rechte Hand mit ihrem Knie fest auf seinem Rücken fixiert und einen spitzen Stein stabil zwischen seiner Sichtscheibe und dem Boden platziert.
„Lampe, Robert, Kapitän BIB 59, Dienstzeichen 010288.“
„Hört sich gut an und jetzt für mich.“
„Mende, Ella, Unteroffizier BIB 59, DIenstzeichen 190730.“
„Das „Ella“ lass ich dann mal gelten.“
Fast sanft löste sie die Fixierung.
Tölpelhaft drehte er sich zu ihr um, immer noch auf dem Boden liegend.
„Das hat dir doch Spaß gemacht,“ warf er ihr in einem deutlich kindischen Ton vor.
Sie war eine der wenigen, die er kannte, die in den klobigen Raumanzügen mit den Schultern zucken konnte.



Dienstag, 8. Juli 2014

Im Ring des Grauens: Wer/Was/Wo?

Instinktiv, fast nervös, weil ihm nichts anderes einfiel, kontrollierte er den defekten Zeitmesser, der immer noch nichts anzeigte.
Er hatte nie verstanden, warum man in seiner Zunft Uhren Zeitmesser nannte, geschweige denn Chronometer.
In Situationen wie diesen, war die Zeit das unwichtigste überhaupt.
Was interessierte ihn die Zeit, die auf irgendeinem entfernten Planeten verging.
Das was wichtig war, das war der Status.
Sein Status war stabil. Mehr oder weniger.
Seine Gedanken drifteten ab.
Eine Stimme in seinem Kopf, die verdächtig nach seinem alten Vorgesetzten klang rief ihn zur Ordnung und erinnerte ihn die Situation in fünf klare Fragen zu unterteilen.
Wer war er?
Wo zur Hölle war er?
Wie war er hierher gekommen?
Was musste er tun, um wieder nach Hause zu kommen?
War er mit jemandem unterwegs und wen ja, mit wem genau?
Sein Name war Robert Lampe, Dienstzeichen 010288, kommandierender Offizier von Frachter BIB59, der von seiner Besatzung „Anton“ genannt wurde.
Das war doch schon mal ein Anfang. Zu der Besatzung gehörten unter anderem eine Katze, ein Reptil und eine Spinne.
So weit, so gut.
Während er sich gedanklich orientierte, prüfte er auch die Umgebung, in der er sich befand.
Eine Ansammlung aus Steinen und Sand, der vom Wind herum getrieben wurde und die Sicht verschlechterte.
Dunkel erinnerte er sich an eine alte Kindergeschichte, wo ein Reisender seinen Kometen verließ und andere Raumkörper besuchte, auf denen auch immer nur eine Person lebte.
Er war also auf einem größeren Asteroiden inmitten von anderen kleineren.
Diese Erkenntnis führte nur zu weiteren Fragen.
Handelte es sich um einen Ring inmitten eines Planetensystems oder um ein losgelöstes Feld, welches durch das Nichts zwischen den Systemen trieb?
Da er nicht wusste im welchen Teil des Raums er sich befand, wusste er nicht welche Alternative ihm lieber war.
Vor seinem Auge blitzen Bilder von riesigen Schlangen auf, die den Raum durchquerten.
Auf und ab bewegten sie ihre gigantischen Körper zwischen den Brocken aus Stein mitten im Nichts.
Jurathiel. Legendäre Kreaturen der Raumfahrer, von jedem den er kannte als Märchen abgetan.
Und er war ihnen begegnet.
Ein Lächeln, von dem er wusste, dass es als arrogant galt, machte sich auf seinem Gesicht breit.
Er hatte einen Erstkontakt mit einer Lebensform gehabt, die es nach aktuellsten wissenschaftlichen Wissen gar nicht existieren durfte.
Das dürfte seiner Reputation einiges an Aufwind geben und ihn von diesem elenden Frachter weg holen.
Vor seinem inneren Auge bewegten sich die legendären Kreaturen weiter und schließlich erfolgte der fatale Schlag.
Wie ein unnützes Insekt wurde er mitsamt seines verdammten Frachters auf einen Steinbrocken nieder geworfen.
Dabei wurde der Kern abgeworfen, den er nun wieder zurück holen wollte.
Zusammen mit zwei Mitgliedern der Mannschaft.
Zuhause war im Moment das Schiff mit dem Namen Anton, denn vor den Jurathiel wurden sie mitten im Sprungkanal von etwas getroffen. Etwas sehr sehr kleinem, aber wenn man sich im Hyperraum befand, dann reichte das vollkommen aus um jemanden an den Rand des Universums zu senden.
Geschichten darüber gab es genug.
Das alles beantwortete aber immer noch nicht, warum er sein Bewusstsein verloren hatte.
Dann bewegte sich etwas rechts vor ihm.

Dienstag, 1. Juli 2014

Im Ring des Grauens: Guten Morgen

Er hatte das Bewusstsein verloren.
Das war kein gutes Zeichen.
Seine Hand zitterte.
Das war gar kein gutes Zeichen.
Vor ihm lag ein nichts aus Stein und Sand.
Über ihm entfaltete sich ein Himmel, der von Brocken aus Stein beherrscht wurde und nicht von Sternen.
In seinem Ohr forderte eine monotone Stimme immer wieder Informationen über den aktuellen Status der Erkundung.
Anstatt seiner Uniform hatte er einen Raumanzug an.
Das alles war kein sehr gutes Zeichen.
Der Status war ihm nicht bekannt, denn er wusste noch nicht einmal wo er war.
Es konnte nur noch besser werden.
Natürlich wusste er auch noch, dass er Kapitän eines Schiffes war, aber das war in der Praxis eine eher temporäre Situation.
Sobald man auf einem Schiff anheuerte, wurden in der Kantine oder nebenbei alle möglichen Geschichten über die verschiedenen Kapitäne erzählt, die ihr endgültiges Schicksal durch Meuterei oder Resignation erfuhren.
Diejenigen, die ihren Moment zum resignieren nicht wahrnahmen, wurden schlicht und ergreifend auf dem nächsten Planeten ausgesetzt.
Hatte es nun auch ihn getroffen?
Auf einem Hals der aus Gummi bestand versuchte sich sein Kopf zu orientieren.
Nicht nur sein Arm, sondern sein ganzer Körper zitterte.
'Blinzeln' fuhr es ihm durch den Kopf.
'Atmen' kam wie ein Blitz danach.
'Herzschlag' ermahnte ihn seine eigene Stimme.
Automatisch legte sich seine rechte Hand auf sein Herz, welches weit über der angemessenen Frequenz schlug.
Abwechselnd blinzelte er mit den Augen und atmete erst ein und dann aus, um seinem Körper den nötigen Takt vorzugeben.
Nach zehn Durchgängen, hatte sich sein Herz wieder beruhigt und das Zittern der Hände ließ ein wenig nach.
Der Untergrund auf dem er lag war aus Sand und Stein.
Wo war dieser Untergrund?
Er konnte atmen.
Das war doch schon mal ein gutes Zeichen.
Atmen war immer gut.
Erst recht, wenn man sich in einem Raumanzug befand.
Raumanzüge hatten zu funktionieren.
Um ihre Funktion zu überprüfen, hatten sie Kontrollen.
Diese Kontrollen mussten überprüft werden.
Ansonsten hatte er noch eine knappe halbe Stunde und dann würde er erleben wie sich der Sauerstoff in seinem Körper zu Kohlenstoffdioxid verwandelte.
Kohlenstoffdioxid konnte von Pflanzen mittels Photosynthese wieder zu Sauerstoff umgewandelt werden.
Er war keine Pflanze.
Wie von selbst organisierten sich die Finger seiner rechten Hand auf der Tastatur seines linken Armgelenks.
Zahlen und Buchstaben erschienen auf dem Plastik, der sein Gesicht vor dem Nichts trennte.
Langsam richtete er sich auf, bis er aufrecht stand.
Ihren Instinkten folgend, spielten seine Hände eingeübt auf den Tasten um Informationen abzurufen und verloren dabei jedes unsichere Zittern.
Der Zeitmesser war ausgefallen, somit hatte er kein Indiz dafür wie lange er sich schon in dieser Situation befand.
Alle anderen Anzeigen flackerten zwar etwas unruhig, aber sie zeigten die wichtigen Dinge an.
Sauerstoff und Druck waren vorhanden und stabil.
Verwertungsanlagen für die körperlichen Ausscheidungen arbeiteten ohne Probleme.
So weit war alles gut.
Ohne den Zeitmesser musste er sich auf sein Gefühl verlassen, wie lange er schon auf diesem Raumkörper war und ob er sich in einer guten oder schlechten Situation befand.
Gemessen an seinen Frauengeschichten war sein Gefühl nicht gerade die zuverlässigste Grundlage.
Obwohl er sich immer wieder vornahm sich ein kleines dummes Ding zu angeln, das einfach nur im Bett gut in der Hand lag, landete er immer wieder bei kleinen selbstbewussten Drachen, die im Bett gut in der Hand lagen.
Anscheinend war sein Gefühl bei der zweiten Sache zuverlässiger.


Dienstag, 29. Oktober 2013

Im Ring des Grauens: Klingelingeling

„Weiter!“
Während sie ihre Befehle bellte, spuckte sie immer wieder etwas von ihrer dunklen Spucke gegen ihre Atemmaske.
Egal wie sehr sie sich bemühte, es landeten immer wieder Tropfen an die Scheiben, die vor langer Zeit mal blank und durchlässig waren.
Sie konnte sich nicht daran erinnern jemals eine neue Atemmaske gesehen zu haben.
Die, die sie jetzt trug war dumpf und von einem dreckigen Grün.
Nichts an oder in diesem Schiff war neu.
Die allgegenwärtigen Farben waren Grau, Braun, Schwarz und Grün, in allen möglichen dreckigen Abstufungen.

Montag, 14. Oktober 2013

Im Ring des Grauens: Risse

„Spannung ist mehr oder weniger stabil.“
Knarzend drang Sonjas Stimme über die Kopfhörer an ihr Ohr.
Der Alligator war auf seinem Posten.
Der Kapitän hatte sich mit seiner Geliebten zu einem Spaziergang entschlossen.
Der Kapitän musste als echter Mann persönlich den Kern hohlen.
Der Kapitän hatte das gefallene Schiff verlassen.
Also war es an ihr, der Spinne, dem Alligator und der Katze das Schiff zu sichern.
Hinter ihr suchten ihre zweiten, dritten und vierten Paare von Händen die Wände nach Schwachstellen ab.
Klickernd und klackernd klapperten sie auf und ab um auch jedes noch so kleine Loch ausfindig zu machen.
Jede noch so kleine Öffnung stellte eine Gefahr für das gesamte Schiff dar.
Die Rechnung war einfach.
Draußen gab es keinen Druck, Drinnen gab es es viel Druck.
Was passiert mit einem Loch oder mit einem Riss, wenn es zwischen unterschiedlichen Widerständen steht?
Die Widerstände vergrößern den Durchgang um das fehlende Gleichgewicht auszugleichen.
Am Ende würde das große Nichts ein wenig mehr Masse zum verteilen haben und Anton würde samt Mannschaft elendig vergehen.
Das ganze würde knappe zwei Stunden dauern, wenn die Hülle erst einmal gebrochen war.
Wenn das Loch erst einmal groß genug war, gab es kein zurück mehr.
Verzweifelt würden ein paar arme Laufburschen versuchen die Lücke zu schließen, nur um als erste den Bruch mitzuerleben, um dann hinaus gesogen zu werden.
Sie würden vorher tief Luft holen, was genau das war, was man nicht tun sollte wenn man in das Vakuum gesogen wird.
Denn wie jede Materie sucht sich auch die Luft ihren Weg.
Was für ein Schiff gilt, gilt auch für einen organischen Körper.
Die Lungen würden platzen vor lauter Luft.
Der alte Anton hatte es ihr immer wieder vorgeführt.
Er hatte eine recht ansehnliche Sammlung an verschiedenen Tieren gehabt, die er nur zu gerne Druckunterschiede spüren ließ.
Nach der Wand kam die Sektion, dann das Deck, dann der ganze Rest.
Egal wie sehr siech Maschinenraum oder Brücke bemühen mochten, wenn die Wand erst einmal ein Loch hatte, dann war alles verloren.
Konzentriert beobachtete sie den weißen Rauch in den Gängen.
„Licht wäre praktisch.“
Thomas war also auch noch auf seinem Posten.
Wahrscheinlich hatte er im ganzen Stress jemanden verpuppt.
Bonnie hoffte inständig, dass er sich an einem seiner eigenen Leute vergriffen hatte.
Zum jetzigen Zeitpunkt konnte sie nur schwer auf jemanden verzichten.
Die Spinne war sich dessen rational bestimmt bewusst.
Emotional hatte er aber eine Neigung dazu in Stresssituationen überzureagieren.
Wabernd und gleichmäßig bahnte sich der weiße Rauch durch den Gang.
Der Trick bestand darin nicht auf die Wände zu schauen, sondern auf die Mitte des leeren Ganges zu achten.
An den Seiten war die Luft immer unruhig und ohne Orientierung
In der Mitte überlegte sie sich jedoch welche Richtung sie einschlagen will.
Dafür war der weiße Dampf da.
In erster Linie war er dafür da um die Ausweitung der elenden kleinen Risse zu verlangsamen.
Das war nur eine kurzfristige Lösung.
Seine eigentliche Funktion bestand darin dem geübten Augen zu zeigen, wo die gottverdammten Risse waren eigentlich waren.

Sonntag, 6. Oktober 2013

Im Ring des Grauens: Aufräumarbeiten

„Wenn ich auch nur einen Riss entdecke, stopfe ich ihn mit euren Knochen.“
Sing Maat sing
Sing dein Lied,
auf das dem Schiff auch nichts geschieht.
Sie hatte sich darauf trainiert wahnsinnig zu wirken.
Das hatte bei der Mannschaft die beste Wirkung.
Erst recht in Situationen, in denen es um Leben oder Tod ging.
War ja nicht der erste Absturz.
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Beliebte Posts