Freitag, 14. Dezember 2012

Wüstentagebuch 14

Eintrag 1892 3. Buch 5. Jahr
Du hattest eine ruhige Nacht.
Alles nett und alles ruhig.
Kein Grund sich irgendwie Gedanken zu machen.
Denk nach Robert.
Denk nach.
Du warst damals kurz davor zu studieren.
Etwas richtiges und nicht irgend etwas zum wohlfühlen..
Du konntest damals eins und eins zusammen zählen.
Das wirst du jetzt auch noch können.
Sammle die Fakten.
1. die Welt ist wie sie ist.
An dem was ist wirst du nichts ändern können.
Du willst zurück, aber das kannst du nicht.
2. Alles was du kennst ist vergangen.
Ja Harald ist tot und du hast sein Ende herbei geführt.
3. die Wälder im Osten sind ein großes Ziel, aber du brauchst kleine Ziele, kleine Erfolge auf dem Weg.
Es wird Zeit andere Überlegungen zu treffen. Wie schaffst du den Weg?
4. Du hattest Recht mit dem Verfolger
Du bist nicht wahnsinnig.
Deine Instinkte funktionieren und erfüllen ihren Zweck.
5. Du hast ein Mädchen gefangen, dass schon abhängig von dir war.
Alles hat seinen Zweck zu erfüllen und es gibt grundlegene Funktionen.
Du hast die Macht und du bist der Mann.
Was ist die Summe von eins plus eins?
Du weißt nicht wie lang der Weg vor dir noch dauern wird.
Der große Wald kann morgen oder in ein paar Jahren auftauchen.
Ob es den großen Wald gibt ist eine ganz andere Frage.
Das Mädchen, die junge Frau, die von uns abhängig ist wirft uns ängstliche Blicke zu, die uns uns sorgfältig beobachten.
Wahrscheinlich plant sie genauso wie du ihre nächsten Schritte.
Ob wir diese Schritte gemeinsam unternehmen hängt von schlichter Logik ab.
Eins plus eins Robert.
Denke nach.
Du hast überlebt.
Du musst dich an das erinnern was wichtig ist.
Du musst mit der neuen Personenstärke anfangen.
Denken und Handeln.
Wo willst du in fünf Jahren sein?
Wer willst du in fünf Jahren sein?
Die Wälder sind eine Illusion.
Ein Traum.
Ohne einen konkreten roten Faden wirst du zerbrechen.
Mach was aus deinen Reichtümern.

Eintrag 1893 3. Buch 5. Jahr
Mich gibt es eigentlich nicht.
Ich bin gar nicht echt.
Das alles hier hat sich jemand ausgedacht.
Wir sind alle Figuren in einer Geschichte um das Publikum zu unterhalten.
Oder es ist ein Spiel und das was wir machen wird von Würfeln und komplizierten Regeln bestimmt.
Das ist auch nicht die Erde, sondern ein ferner Planet.
Warum sollte der Himmel auch sonst andauernd grün sein?
Im Sand leben riesige Würmer die jederzeit heraus brechen können um uns zu verschlingen.
Ich bin der ausgewählte Krieger der die Prinzessin zu ihrem Schloss begleiten muss.
Vielleicht belohnt sie mich ja mit einem Kuss.
Hey, das hat sich gereimt.
Mein Gefährte ist in der Schlacht gefallen um mich zu retten.
Tapfer und unermüdlich hat bis zum letzten Atemzug gekämpft.
Vielleicht kommt auch noch ein Drache den ich zu erschlagen habe.
Ein dunkler Lord fehlt auch noch.
Diese Geschichten haben immer einen dunklen Lord.
Vielleicht ist er ja der Mann meiner Schwester oder ein alter Lehrer von mir.
Ich brauch noch Zaubersteine, vielleicht lerne ich ja auch die Drachensprache.
Wie schön wäre das.
Hatten eine ruhige Nacht.
Es liegt etwas in der Luft.
Kann nicht genau sagen was.
Entweder ist es das Wetter
Habe die Kleine von der Leine gelassen.
Soll sie laufen.
Sie nimmt ihre Augen nicht von mir.
Misstrauisch verfolgt sie jede meiner Bewegungen.
Bereit mir die Augen aus zu kratzen sobald ich ihr auch nur zu nahe komme.
Entweder bleibt sie bei mir oder folgt mir mit Abstand.
Sie muss selber wissen was sie will.
Ich hab das Werkzeug, die Erfahrung und den Vorrat.
Das ich in der Nacht meine Hände bei mir behalte hat sie gemerkt.
Ich mag meine Aussetzer und Macken haben.
Aber es gibt schlimmere als mich.
Das weiß sie auch.
Wahrscheinlich nur zu gut.
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Donnerstag, 13. Dezember 2012

Wüstentagebuch 13


Eintrag 1890 3. Buch 5. Jahr
Sie war dann irgendwann ruhig.
Will mir immer noch nicht sagen wie sie heißt oder wie alt sie ist oder wo sie herkommt.
Manchmal rede ich.
Sie schweigt.
Manchmal beschimpft sie mich.
Ich bedanke mich.
Sie bleibt an der Leine.
Wenn sie mir nichts sagt, denke ich mir meinen Teil.
Das kleine Ding wird nicht älter als fünfzehn oder sechzehn sein.
Heißt, sie war acht bis zehn in der Nacht der Blitze.
Wie ist ihre Familie zugrunde gegangen?
Will ich das wissen?
Oh Herr, was für eine Welt hast du uns überlassen?
Sie hat Narben an den Armen.
Woher hat sie die Narben?
Ihre Kleidung hat sie sich wahrscheinlich so gut sie konnte selber zusammen gestellt.
Habe ihre Kleidung zu verbessern.
Das wird ein Spaß.
Merke wie mich ihre Anwesenheit anregt.
Wie ihr Geruch meine Nase umspielt.
Das alles ist mehr Veränderung als ich haben will.
Ich mag keine Veränderung.
Ich will meinen Harald zurück.
Wir haben die unmöglichsten Spiele gespielt.
Aber jedes Spiel hatte seinen Sinn und Zweck.
Wir waren zwei durchtriebene Halunken und hatten immer unseren Spaß.
Ich will nach hause kommen.
Mein Vater hat mir eine Standpauke zu halten, während meine Mutter das Essen kocht.
Es ist egal was sie kocht.
Mutters Essen schmeckte immer gut.
Meine Geschwister haben mich zu bewundern.
Meine Erfolge sind ihr Ansporn.
Danach bekämpfen wir uns.
Im Garten oder auf dem Boden im Zimmer.
Wer wird der Herrscher sein?
Ich habe immer Sieger.
Es geht mir nicht gut.
Habe mich zusammen zu reißen.
Die Nacht war ruhig.
Habe Wurzeln und trockenes Geziefer gegessen.
Sie war nur schwer zum Essen zu bringen.
Habe sie in das Nachtlager zu bringen.
Neue Wunden die ich zu versorgen habe.
Wir ziehen weiter

Eintrag 1891 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Habe mich um die Kleidung von dem kleinen Miststück gekümmert.
Es war eine Aufgabe für sich ihr die Kleidung abzunehmen.
Muss bei den nächsten Kontakten nach Salz fragen.
Alkohol wäre auch nicht schlecht.
Es gab mal Zeiten wo ich Alkohol genossen habe.
Es gab auch Zeiten wo man kein Fleisch gegessen hat.
Es gab mal Vegetarier.
Veganer.
Dann es ist böse Tiere zu töten.
Oh ist da ein Herz in deiner Suppe?
Schmeckst du das Blut?
Das ist aber doof.
Es ist voll doof Tiere zu töten und sie dann zu essen.
Das hätte Gott nicht gewollt.
Man konnte mal Kaffeemanagement studieren.
Kulturwissenschaft oder moderne Kunst.
Einfach nur so.
Ich weiß nicht mehr was Kaffee ist,
Sollte mich erinnern.
Es war wichtig.
Kann nur an die Studiengänge denken
Warum sollte man sich auch Geologie beschäftigen?
Das ist doch nicht cool.
Ich studiere doch nur für mich selbst.
Das Morgen ist doch unwichtig.
Wir wollen alle glücklich sein
Vater ich danke dir und deiner Mutter.
Danke dass ihr mich angetrieben habt.
Ihr habt mich auf den Boden der Tatsachen gehalten.
Und dank euch kann ich überleben.
Fange an hysterisch zu lachen.
Und ich will gerade ihre Sachen nähen.
Muss die Nadeln weglegen.
Kann nicht anders.
Kann auch nicht aufhören.
Sie starrt mich entgeistert an.
Versuche es ihr zu erklären.
Sie versteht es nicht.
Dafür ist sie zu jung.
Sie kann oder will sich nicht erinnern.
Wir ziehen weiter.


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Mittwoch, 12. Dezember 2012

Wüstentagebuch 12

Eintrag 1887. 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Meinte Schritte zu hören.
Es müsste Anfang März sein.
Das Jahr habe ich vergessen.
Ist auch unwichtig.
Es ist das 5. Jahr nach dem Ende.
Vielleicht auch das 6.
Jede andere Zeitrechnung hat ihren Wert verloren.
Frage mich manchmal ob das was uns geschehen ist überall passiert ist.
Dann frage ich mich wieder ob es die Wälder überhaupt noch gibt.
Fange damit an im Buch zu lesen.
Lese mir selber vor.
Will nicht aus der Übung kommen.
Es ist etwas schwierig zurück in die alte Sprache zu finden.
Aber ich habe ja genügend Zeit dafür.
Hatte die Geschichte von dem Kapitän mit dem blauen Bart ganz vergessen.
Meine ab und zu etwas in den Augenwinkel zu sehen.
Zu Essen gibt es etwas Geziefer und Grünzeug.
Ich ziehe weiter.

Eintrag 1888 3. Buch 5. Jahr
Ich hab das Miststück.
Mein Gesicht schmerzt vor lauter Schrammen.
Habe lange nicht mehr mein eigenes Blut geschmeckt.
Alle meine Knochen tun mir weh, aber ich habe das Miststück
Windet sich wie eine Schlange, setze sie fest
Ich nehme sie an die Leine.
Die entkommt mir nicht.
Nennt mich einen dreckigen Hund.
Aber die Schlange hat dem Hund das Fleisch gestohlen und der Hund hat keine Lust mehr verfolgt zu werden.
Schluss mit lustig.
Das elende Spiel hat jetzt ein Ende
Ich kann nicht sagen wie alt sie ist.
Sie hat die Figur eines Kindes.
Dieselbe lederne Haut wie wir alle und alte Augen die den Tod zu nahe gekommen ist.
Habe ich auch solche Augen.
Oh Gott was hat uns diese Welt nur angetan.
Sie hat sich in der Nacht wieder an meinem Vorrat bedienen wollen.
Habe sie gehört und bin in die Konfrontation gegangen.
Ich weiß nicht worüber ich glücklicher bin.
Sie einfach gefangen zu haben oder zu wissen, dass sie wirklich existiert.
Ich mag meine Aussetzer haben, aber ich bin nicht wahnsinnig.
Will mir nicht sagen wie sie heißt oder woher sie kommt.
Wirklich geredet hat sie bisher nicht.
Aber sie hat mich in meiner Sprache beleidigt.
Wir haben also dieselben Wurzeln.
Wie lange folgt sie mir schon?
Kontrolliere meine Aufzeichnungen.
Habe seit einem halben Jahr das gefühlt gehabt verfolgt zu werden.
Haralds Tod hat meine Geduld vertrieben.
Ist das jetzt gut oder schlecht?
Und was mache ich jetzt mit ihr?
Ich ziehe weiter.
Sie kommt mit.
Ob sie will oder nicht.

Eintrag 1889 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Der Abend war anstrengend.
Es brauchte Kraft und Überzeugung sie in das Nachtlager zu bekommen.
Draußen wäre sie ungeschützt vor Angreifern und dem Wetter.
Binde ihre Arme und Beine fest.
Sie kann in Sätzen reden.
Ihre Stimme ist rau und ungeübt.
Aber sie kann sich beschweren.
Überlege ob ich sie auch kneble.
Lasse es aber.
Bin ja kein Unmensch.
Soll sie mir die Ohren voll meckern.
Es ist mal was anderes
Erzählt mir dabei, dass sie sich immer in den Sand eingegraben hat und dort gut geschützt war.
Was habe ich mir da eingehandelt.
Ich ziehe weiter

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Dienstag, 11. Dezember 2012

Wüstentagebuch 11

Eintrag 1884 3. Buch 5. Jahr
Die Nacht war ruhig.
Er, sie oder es ist immer noch da draußen.
Noch ein paar Tage, dann sollte die Situation geklärt sein.
Es gab Würmer zum Essen.
Habe mir eine paar Wurzeln gesichert.
Schmecken anders als sonst.
Habe den Sand nach nützlichen Sachen durchsiebt.
Ein paar Steine sehen brauchbar aus.
Darf mir aber nicht zu viel last aufhalsen.
Ich mag den Gedanken nicht, dass hier mal eine Stadt war.
Andererseits ist diese Gegend weniger zerstört als andere.
Kann ein Zeichen sein, dass ich mich den Wäldern nähere.
Auf jeden Fall sollte bald eine Siedlung kommen.
Hätte den Kontakt fragen können.
Habe nicht daran gedacht.
War zu überwältigt gewesen überhaupt Kontakt zu haben.
Der Tod von Harald steckte mir noch in den Knochen.
Sollte mich langsam um seine kümmern.
Dieser ganze Sand könnte mal Menschen gewesen sein.
Irgendwo tief unter mir liegen Knochen.
Die ganze Welt ist ein einziger riesiger Friedhof, den wir bewandern.
Wir sind umgeben vom Tod.
Das ist kein angenehmer Gedanke.
Die Idee, dass wir vielleicht von einer höheren Macht auserwählt wurden um die Menschheit in ein neues Zeitalter zu führen geht mir nicht aus dem Kopf.
All der Schmerz, die ganzen Verluste müssen doch für etwas gut gewesen sein.
Schon damals wurde uns beigebracht, dass nichts ohne Grund geschieht.
Aktion führt zu Aktion.
Am Ende hat alles seinen Sinn und seinen Platz.
Ist es meine Aufgabe meinen Verfolger zu fangen und ihn, sie oder es mit auf meinen Weg zu nehmen?
Ich ziehe weiter.

Eintrag 1885 3. Buch 5. Jahr
Ich habe ein Gesicht gefunden.
Weiß, rund, eben, aus Porzellan.
Es könnte mal einem Engel gehört haben.
Der Rest der Skulptur ist weg gebrochen.
Keine Arme, keine Beine, kein Körper, kein
Nur das Gesicht hat überlebt.
Mit leeren Augen schaut es mich an und sagt mir nichts.
Es erinnert mich nur wehmütig an das was mal war.
Ich kann noch nicht einmal erkennen ob es in einem Museum war oder in einer Wohnung.
Vielleicht gehörte es auch einem Menschen der von einem der Blitze getroffen wurde.
Ein grausamer Gedanke, aber ich würde mich nicht darüber wundern..
Es ist ein Wunder, dass es überhaupt so lange überlebt hat.
Ich unterhalte mich ein wenig mit dem Gesicht.
Wo ich herkomme und wo ich hingehe.
Erzähle einen kleinen Witz.
Keine Reaktion.
Vielleicht sieht der Verfolger es ja.
Die Nacht war ruhig.
Beginne mich teilweise vom Vorrat zu ernähren.
Die Wurzeln schmecken hier immer sonderbarer.
Ich ziehe weiter.

Eintrag 1886 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Ich habe vergessen welcher Tag heute ist.
Muss bei Gelegenheit nachrechnen.
Glaube fast, dass es Winter ist.
Der Himmel wird etwas dunkler.
Könnte bald regnen.
Oder gewittern.
Hoffe dass es nur regnet.
Wäre mein erstes Gewitter alleine.
Darauf habe ich keine Lust.
Der Verfolger kommt näher.
Rede mit mir selber und singe etwas.
Darf das Lachen nicht vergessen.
Sollte vielleicht ein paar mal stolpern.
Gönne mir etwas getrocknetes Geziefer.
Was gäbe ich für etwas Salz und Zwiebeln.
Ich ziehe weiter.

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Montag, 10. Dezember 2012

Ist das jetzt ein Kampf?

Sie lassen sich die Haare lang wachsen, dünnen sie aus und bleichen sie weiß.
Ihre Augen lassen sie vergrößern und lassen sich ihre Netzhaut so verändern, dass sie besonders lichtempfindlich sind.
Nachts tanzen sie zu Musik die eine Mischung ist aus dem Ticken von alten Uhren und den mechanischen Klängen von Bergbaumaschinen.
Ihre Kinder wollen sie anonym von der Gemeinschaft erziehen lassen.
Sie haben alle von ihnen gehört. Sie haben sie alle gesehen.
Genannt werden sie Spinner, Schwachsinnige oder Chaoten.
Medien und Bürger versuchen diese neue Begegnung einzuordnen.
Immer wieder sind sie in
Für sich selber haben sie keine Bezeichnung.
Auf die Frage was sie darstellen wissen sie oft keine Antwort.
Sie selber sind eine Frage, die sich in unserer Zeit stellt.
Eine neue Jugendbewegung macht sich bemerkbar.
Diese ist der Ausdruck einer Gesellschaft die sich dem permanenten Einfluss von anderen Planeten ausgesetzt sieht.
Nüchtern betrachtet ist diese Entwicklung nur eine von vielen in den letzten Jahren.
Vielleicht ist auch einfach die konsequenteste
Es gab die Tripple, die Marscher, die Migemi und viele andere kurze Bewegungen die sich kurz zeigten und wieder im nichts verschwanden.
In kleinen Gruppen treffen sie sich und in großen Gruppen feiern sie.
Ein Mitglied des Senats, welches ungenannt bleiben möchte, nannte diese Bewegung der „Planetenkinder“ eine große Herausforderung für die moderne Gesellschaft.
mit ihrem befremdlichen äußeren und ihren moralischen Überzeugungen spiegeln sie die Entwicklungen in unserer Ecke des Universums wieder.
Während die meisten Mitglieder dieser neuen exotischen Subkultur einfach nur dazu gehören oder ihre Eltern schockieren wollen, gibt es vereinzelt intellektuelle Köpfe die dieser losen Ansammlung von heranwachsenden ihren ideologischen Stempel aufdrücken wollen.
da gibt es zum einen Markus Kleebaum, von der Gruppe der Systemiker, der sich und die seinen als die neue Art von humanoid sieht. nach seiner Auffassung ist es nur eine Frage der Zeit und der Überzeugungskraft diese Ansicht durchzusetzen.
seinen Gegenpol bildet Simon Mark, dessen Meinung nicht unterschiedlicher sein könnte. in Sachen Radikalität jedoch steht er Kleebaum in nichts nach.
"Wir wurden erwählt die Massen in ein neues Zeitalter zu führen," begründet er seine Auffassung.
"Jeder von uns wurde vor seiner Verwandlung von prophetischen Träumen heimgesucht."
Damit untermauert er seinen missionarischen Ansatz den er für diese noch nicht gefestigte Jugendbewegung ausgesucht hat.
Beide sind den Sicherheitsbehörden nicht unbekannt.
Um genau zu sein haben sie beide ausreichende Profile in den einschlägigen Datenbanken.
Hauptinspektor Thomas Reise von der generellen Überwachung formuliert es so:
„Ich habe kein Problem mit diesen Typen (…), sollen sie sich anziehen oder zeigen wie sie wollen (…). Ich habe ein Problem damit, dass jedes Mal wenn ein Transporter angezündet wird oder eine Schlägerei nachts um drei (…) Bürger aufweckt ich einen von diesen weiß haarigen Spinnern an der Hand habe.“
In verbalen und körperlichen Auseinandersetzungen sind sich Kleebaum und Mark mehr als genug begegnet.
Meist führte das eine zum anderen und oft genug waren sie begleitet von ihren Anhängern.
Die Kritik die ihnen von Botschaftern und Abgesandten entgegen gebracht wird ist ihnen entweder egal oder sie verstehen es als Gesprächsangebot.
Abseits davon steht Daniel Simpler, der einen streng pazifistischen Weg verfolgt und die Entscheidung dieser Bewegung anzugehören als Prüfung des Charakters ansieht.
Seine Kontakte zu den offiziellen Behörden und deren Vertreter sind ausgezeichnet und das einzige was man über ihn zu berichten weiß ist, das er einen ausgezeichneten Sinn für Humor und Essen zu haben scheint.
Es fällt auf, dass alle bestimmenden Personen männlich sind.
Woran das liegt ist eine Frage die an anderer Stelle zu beantworten ist.
Wer sich von den dreien durchzusetzen wird, wird allein die Zeit zeigen.


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Wüstentagebuch 10

Eintrag 1879 3. Buch 5. Jahr
Nacht war ruhig.
Werde weiter verfolgt.
Muss mir etwas einfallen lassen..
Die Unruhe tut mir nicht gut.
Zu Essen gab es Wurzeln und Würmer.
Die Steine im Sand nehmen zu.
Hier war mal was.
Singe meine Lieder.
Lese das Buch.
Ich ziehe weiter.

Eintrag 1880 3. Buch 5. Jahr
Nacht ruhig wie immer.
Verfolgte einen Glimmer
Mein Verfolger ist immer noch da.
Überlege was gestern war
Entwickele Ideen.
Das kann nicht so weiter gehen
Will nicht raus gehen und Essen jagen.
Aber ich habe mich zu bewegen.
Ich will nicht im Sand enden.
Die Wurzeln und Würmer muss ich kriegen.
Die Erinnerungen sind Plagen.
Ich will ihnen nicht begegnen.
Wir konnten mal Nachrichten einfach so senden.
Ich habe vergessen was es heißt zu lieben.
Da draußen ist jemand der mir folgt.
Warum auch immer.
Vielleicht weil ich besonders gut aussehe.
Egal.
Lese im Buch.
Die Sprache ist schwer, aber mein Hirn hat was zu tun.
Besser so als anders,
Ziehe weiter.

Eintrag 1881 3. Buch 5. Jahr
Nacht war ruhig.
Werde weiter verfolgt.
Muss meine Ideen umsetzen.
Soll er, sie oder es doch kommen.
Habe die Bücher geprüft und festgestellt, dass ich mich seit drei Monaten mit dieser last herum trage.
Ich bin faul geworden.
Seit drei Monaten dulde ich einen Verfolger, der immer wieder von mir zehrt und meine Vorräte dezimiert.
Neunzig Tage lang lebe ich im Ungewissen.
Bilde ich mir die ganze Sache ein oder ist da wirklich jemand.
Ich habe Harald das Genick gebrochen.
Schluss mit lustig..
Fange damit an unkontrolliert wild zu lachen.
Sollte wahrscheinlich auch etwas vom Vorrat loswerden.
Es ist ein Verlust aber er sorgt für Klarheit.
Es gab wie immer Wurzeln und Würmer zu essen.
Habe mir zu merken, dass ich immer Wurzeln finde.
Das kann kein Zufall sein.
Wurzeln sind wie Wasser.
Die kleinen führen dich zum großen.
Irgendwo muss die Hauptwurzel sein.
Und diese Wurzel wird mich zu den Wäldern im Osten führen.
Ich glaube und hoffe und denke dass ich meinen Weg gefunden habe.
Die Steine im Sand geben mir Hoffnung.
Harald ist tot und ich habe dafür gesorgt.
Ich ziehe weiter.

Eintrag 1882 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Das was uns folgt ist immer noch da.
Folge den Wurzeln.
Lache laut.
Mache keine wirkliche Inspektion.
Laufe nur an meinem Vorrat vorbei um zu sehen was da ist
Finde Wurzeln.
Hoffe auf Siedlung.
Esse Würmer.
Sand, Steine, Beton.
Sehe ich Stahl oder bilde ich mir das nur eine?
Lese im Buch.
Merke wie die alte Sprache flüssig wird.
Ich ziehe weiter.

Eintrag 1883 3. Buch 5. Jahr
Habe Schritte gehört.
Teile mir meinen Schlaf ein.
Will nicht mit Händen um meinen Hals aufwachen.
Ich habe Schritte gehört.
Langsam und knirschend im Sand.
Nacht war sonst ruhig.
Die Luft verändert sich.
Da kommt ein Sturm auf mich zu.
Es wird regnen und Blitze werden ihre Macht zeigen.
Habe Wurzeln gefunden und folge ihnen.
Lache wann immer ich kann und habe einen Sack fallen lassen.
Ich kriege dich schon.
Morgen oder übermorgen.
Wir werden sehen wer das Sagen hat.
Ich ziehe weiter.

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Sonntag, 9. Dezember 2012

Wüstentagebuch 9

Eintrag 1877 3. Buch 5. Jahr
Kontakt.
Endlich Kontakt.
Herr im Himmel seihest du gepriesen.
Kontakt.
Ein anderer Mensch.
Ein Mann wie ein Bär.
Mit seinem eigenen Vorrat.
Wir können also handeln.
Danke dir Herr für dieses Zeichen.
Wir näherten uns beide mit Vorsicht.
Keiner wusste vom anderen ob er nicht vielleicht feindlich gesinnt ist.
Oder ob er eine Einbildung ist.
Während ich ihn nervös mustere nimmt er mich einfach nur zur kenntnis
Sein Mund ist eindeutig einsilbiger als meiner.
Er hat schon länger nicht mehr mit jemanden geredet.
Ich frage ihn nach einem Lied.
Er fängt an zu grölen.
Und weil der Kerl ein Kerl ist, braucht er was zum Fressen, bitte sehr!
Es macht ihn ein Traum nicht satt, das schafft kein Essen her.
Und weil der Kerl ein Kerl ist, braucht er auch Kleider und Schuh!
Es macht ihn ein Traum nicht warm und auch kein Beten dazu!
Alles was ich darauf antworten kann ist ein unendliches Lachen.
Das Eis ist gebrochen.
Wir schlagen unser Lager zusammen auf.
Die Worte kommen langsam in der Einheitssprache.
Ich bin geübter.
Wir bereiten ein gemeinsames Mahl.
Ich gebe Fleisch.
Er gibt Grünzeug.
Er hat Grünzeug.
Ich darf mir meine Euphorie nicht anmerken lassen.
Was mir sein Grünzeug ist, ist ihm mein Fleisch.
Während mir die Zähne wackeln, wird er sich Sorgen um seine Haare machen.
Ich besorge Wurzeln.
Er organisiert Kriecher.
Mit meinem Messer zerlege ich alles und bereite es vor.
Durch seine Werkzeuge konnte er ein Feuer zaubern.
Aus seinem Topf rührten wir mit meinem Löffel das Festmahl des Abends an.
Danach legen wir uns beide in unseren Lagern schlafen.
Ein Messer behalte ich in meiner Hand.
Man kann nie wissen.

Eintrag 1878 3. Buch 5. Jahr
Es war eine angenehm ruhige Nacht.
Brauchte das Messer nicht.
Werde ich beobachtet oder ist das meine neue Bekanntschaft?
War früher wach als der Kontakt.
Kontrollierte in der Zwischenzeit meinen Vorrat.
Nichts fehlte.
Der Mann wie ein Bär stieg grunzend aus seiner Behausung.
Es ist interessant wie ähnlich sie der meinen ist.
Vier Ecken. Leicht. Schnell aufzubauen aus dem was man mit sich tr‰gt.
Er schaute sich aufmerksam um und
Dann warf er mir einen langen Blick zu.
War das ein Ritual?
Mochte er meinen Geruch nicht?
Oder spürte er meinen Verfolger?
Der Geruch wird es nicht sein.
Wasser ist rar und nach den alten Standards stinken wir alle wie ein Löwenarsch.
Geräuschvoll geht er an seinen Vorrat und schmeißt ihn vor mich hin.
Schnaufend packt er sich dahinter
Er bietet mir eines seiner Bücher an.
Er versteht die Sprache nicht.
Ich verstehe sie.
Vor langer Zeit habe ich sie mit anderen in einem kahlen Raum gelernt.
Uns wurde damals gesagt, wir w¸rden dieses Wissen brauchen um erfolgreich bei der Arbeit zu sein.
Es war die Hauptsprache vom Land neben uns.
Ein bellender Laut löst sich aus meiner Kehle wenn ich daran denke.
Es ist ein Märchenbuch.
Wir unterhalten uns so gut wir können.
Natürlich reden wir auch über die Nacht der Blitze.
Wenn ich ihn richtig verstanden habe war er mal ein reicher Mann gewesen.
Ihm gehörte ein ganzes Land oder nur Ländereien.
Es war schwer ihn zu verstehen.
Manchmal meinte ich vertraute Namen zu hören.
In meinen Gedanken waren wir beide aus dem selben Land und ich war kurz der Meinung dass er alle die ich kannte, wenigstens schon einmal gesehen hatte.
Er hatte mehrere Frauen und von ihnen viele Kinder.
Sie alle arbeiteten mit ihm und bescherten ihm Freude.
Das Land lebte und brachte Leben.
Es ging ihm gut.
Alle waren glücklich.
Dann kam die Nacht der Blitze und seine ganze Familie starb einer nach dem anderen.
Ich kann mir nicht vorstellen wie es für ihn gewesen sein muss.
Er hat seine ganze Familie verloren.
Genauso wie ich.
Genauso wie so alle anderen die ich getroffen habe.
Sind wir die Auserwählten?
Haben wir uns zusammen zu finden und eine neue Gemeinschaft zu bilden?
Wurden wir am Leben gelassen um die Menschheit zusammen zu bringen.
Habe ich ihn zu halten und zu überzeugen von dieser Idee?
Ich gebe ihm für das Buch selbst gemachte Messer und Löffel.
Wir tauschen getrocknetes Grün gegen trockenes Fleisch.
Er will zur Küste.
Ich will zu den Wäldern.
Er kennt keine Wälder mehr.
Ich weiß dass die Küsten vergiftet sind.
Wir haben beide ein Ziel und es ist uns egal was es bedeutet.
Brechen zwei Kerle aus einem Haus für Verrückte aus.
Sie schaffen es bis auf das Dach.
Ihre einzige Rettung ist der Sprung auf das nächste Haus.
Der eine schafft es mit einem Sprung.
Der andere traut sich nicht.
Darauf macht der eine seine Taschenlampe an und ruft dem anderen zu:
Lauf auf dem Lichtstrahl herüber.
Darauf sagt der andere:
Ich kann nicht!
Fragt der eine:
Warum?
Darauf der andere:
Du würdest das Licht ausmachen bevor ich drüben wäre.
Das ist unsere schöne neue Welt.
Wir trennen uns mit den besten Wünschen und ziehen weiter unserer Wege.

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Samstag, 8. Dezember 2012

Wüstentagebuch 8

Eintrag 1876 3. Buch 5. Jahr
Keine Ahnung wie die Nacht war.
Muss mich sammeln.
Die letzten Tage waren hart
Trinke Wasser.
Schau mir die Umgebung an.
Sitze einfach nur herum und ruhe.
Ich brauche Ruhe.
Ein richtiges Bett wäre nicht schlecht.
Und Milch.
Dazu gerne Käse und Pflaumenmus.
Ich will meine Eltern wieder haben.
Ich will mich über meine kleine Schwester beschweren.
Mein kleiner Bruder braucht eine Lektion.
Kuchen.
Apfelkuchen.
So wie ihn Großmutter immer gebacken hat.
Mit Zucker und Zimt.
Es gab da dieses Gespräch vor sehr langer Zeit.
Mein Bart hatte noch nicht einmal angefangen zu wachsen.
Da hatte meine Tante mich zur Seite genommen und mir ihren Garten gezeigt.
Ruhig und sinnig erklärte sie mir warum sie diesen Garten pflegte.
Erdbeeren waren ihre Lieblingsfrüchte.
Ihre Mutter hatte sie gezüchtet und deren Mutter und deren Mutter und so weiter.
Wir waren eine Erdbeerenfamilie.
Sie hatte mehr als einen Krieg erlebt und mit jedem Krieg kamen die Weißkohlwinter.
Diese dunklen wiederkehrenden Zeiten wo es über Monate und Jahre nichts anderes als Weißkohl zu essen gab.
Morgens, Mittags, Abends.
Gedünstet, gebraten, gekocht oder einfach nur roh.
Und immer gab es die Angst von oben zerstört zu werden.
Denn in jeder Krieg der über ihrem Garten ausbrach wurde von Menschen entschieden die sie nicht kannte.
Das alles hier ist mein Weißkohlwinter.
Oder um es anders zu sagen mein Wurmsommer.
Und nach dem Wurmsommer wird ein Herbst kommen.
Danach werde ich einen Winter erleben.
Aber danach kommt ein Frühling.
Herr gib mir Kraft.
In den Sand mischen sich kleine Teile von Beton und und Stahl.
Hier war mal eine Stadt.
Die nächste Siedlung ist nicht weit.
Sammle meine Pisse.
Esse Ausreichend.
Inspiziere meinen Bestand.
Es fehlt ein Sack trockenes Geziefer.
War ich das?
Oder war es mein unsichtbarer Verfolger?
Ich muss mir was einfallen lassen.
Wenn ich länger mit dieser Unruhe lebe knalle ich vielleicht durch.
Ich ziehe weiter.

Eintrag 1877 3. Buch 5. Jahr
Kontakt.
Endlich Kontakt.
Herr im Himmel seihest du gepriesen.
Kontakt.
Ein anderer Mensch.
Ein Mann wie ein Bär.
Mit seinem eigenen Vorrat.
Wir können also handeln.
Danke dir Herr für dieses Zeichen.
Wir näherten uns beide mit Vorsicht.
Keiner wusste vom anderen ob er nicht vielleicht feindlich gesinnt ist.
Oder ob er eine Einbildung ist.
Während ich ihn nervös mustere nimmt er mich einfach nur zur kenntnis
Sein Mund ist eindeutig einsilbiger als meiner.
Er hat schon länger nicht mehr mit jemanden geredet.
Ich frage ihn nach einem Lied.
Er fängt an zu grölen.
Und weil der Kerl ein Kerl ist, braucht er was zum Fressen, bitte sehr!
Es macht ihn ein Traum nicht satt, das schafft kein Essen her.
Und weil der Kerl ein Kerl ist, braucht er auch Kleider und Schuh!
Es macht ihn ein Traum nicht warm und auch kein Beten dazu!
Alles was ich darauf antworten kann ist ein unendliches Lachen.
Das Eis ist gebrochen.
Wir schlagen unser Lager zusammen auf.
Die Worte kommen langsam in der Einheitssprache.
Ich bin geübter.
Wir bereiten ein gemeinsames Mahl.
Ich gebe Fleisch.
Er gibt Grünzeug.
Er hat Grünzeug.
Ich darf mir meine Euphorie nicht anmerken lassen.
Was mir sein Grünzeug ist, ist ihm mein Fleisch.
Während mir die Zähne wackeln, wird er sich Sorgen um seine Haare machen.
Ich besorge Wurzeln.
Er organisiert Kriecher.
Mit meinem Messer zerlege ich alles und bereite es vor.
Durch seine Werkzeuge konnte er ein Feuer zaubern.
Aus seinem Topf rührten wir mit meinem Löffel das Festmahl des Abends an.
Danach legen wir uns beide in unseren Lagern schlafen.
Ein Messer behalte ich in meiner Hand.
Man kann nie wissen.


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Freitag, 7. Dezember 2012

Wüstentagebuch 7

Eintrag 1873 3. Buch 5. Jahr
Ruhige Nacht.
Verfolger ist immer noch da.
Der dritte Tag ohne Harald.
Ich habe das Knacken immer noch in den Ohren.
Habe seine Knochen noch nicht angerührt.
Bin noch nicht dazu in der Lage.
Rede mir ein, dass ich noch Zeit habe.
Ich habe auch Zeit.
Jeder Tag zieht sich unerträglich in die Länge..
Jeder Schritt ist eine Aufgabe für sich.
Muss daran denken genügend zu trinken.
Darf nicht vergessen meine Pisse aufzufangen.
Habe nichts gegessen.
Ich ziehe weiter.

Eintrag 1874 3. Buch 5. Jahr
Mich gibt es eigentlich gar nicht.
Ich bin nicht wirklich da.
Da ist kein Verfolger.
Es gibt keine Wüste.
Die Welt hat sich nicht verändert.
Ich bin einfach nur eine Figur in einem hässlichen Spiel.
Ich stehe auf einer Bühne, die mit Sand bedeckt ist und ich spiele dem geifernden Publikum eine kleine Geschichte vor.
Die Zuschauer sind wie immer unsichtbar.
Die Scheinwerfer machen es unmöglich ihre Gesichter zu erkennen.
Harald hat es nie wirklich gegeben.
So dramatisch wie nur möglich habe ein Kuscheltier zerlegt.
Den verbliebenen Stoff und die Wolle trage ich nun mit mir herum.
Nächste Woche werde ich das selbe tun.
Heute war es ein Zebra, gestern ein Bär und für morgen haben wir ein Cheburaschka gekauft.
Gleich ändert sich das Licht.
Dann wird es dunkelgrün und ich zucke blöd auf den Brettern die die Welt bedeuten.
Dann rufe ich mich selber zur Ordnung und singe ein Lied.


Eintrag 1875 3. Buch 5. Jahr
Reiß dich zusammen Robert.
Du willst nicht nackt durch den Sand rennen und Einhörner jagen.
Erinnere dich an dein von Gott verdammtes Ziel.
Dein ganzes Leben wurde von Gott verdammt.
Die Strafe der ganzen Menschheit liegt nun hinter dir.
Mach was draus.
Ja, ich habe Harald das Genick gebrochen
Ich habe ihn gehäutet, ihm sein Fleisch von den Knochen gerissen.
Ich habe ihn
Er war der beste Freund den ich je hatte.
Jetzt wird er seinen Zweck erfüllen.
Du weißt das diese Welt alles andere als nett ist.
Sing Robert. SING.
Über das Gestern.
Hier im Heute.
Für das Morgen.
Das Lied Robert.
Wie ging noch mal das Lied von Großmutter.
Schreib es auf.
Dafür hast du diese elenden Bücher.
Nicht zum heulen, sondern um dich selber zu erinnern.
Oder damit sich andere erinnern wenn sie die Bücher neben deinen ausgebleichten Knochen finden.
Das Lied Robert.
Schreib es auf.
Ich hab die Nacht geträumet wohl einen schweren Traum.
Es wuchs in meinem Garten ein Rosenblütenbaum.
Ein Kirchhof war der Garten ein Blumenbeet das Grab,
Und von dem grünen Baum fiel Blatt und Blüte ab.
Die Blüten habe ich gesammelt in einen goldnen Krug,
Der fiel mir aus den Händen, dass er in Stücken schlug.
Daraus sah ich Perlen rinnen und Tropfen rosarot:
Was mag der Traum bedeuten? Ach Liebster, bist Du tot.
Jetzt geh schlafen Robert.
Schlaf richtig.
Morgen wird Zeug fehlen.
Aber was ist dir wichtiger?
Ein paar tote Insekten und ein bisschen Fleisch oder deine eigene Geistige Gesundheit?
Um das was uns folgt können wir uns beizeiten Gedanken machen.



Launing
die Geschichte einer Verwandlung

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Donnerstag, 6. Dezember 2012

Regeln und Grundsätze

Die Regeln

Es gelten folgende Grundsätze:
1. Alles, was nur unmöglich scheint, ist möglich!
2. Jede Mission wird ein Erfolg, egal wie viele sterben.
3. Du weißt nie ob du nach Hause kommst

Das sind die Regeln:
1. Das Universum ist unendlich, also expandiert es.

2. Etwas das unendlich ist kann nicht expandieren, da es schon allen Raum einnimmt.

3. Jeder Kurs den man plant wird geändert werden müssen.

4. Wenn man auf einem fremden Planeten landet und alle giftigen, bedrohlichen, lebenden und intelligenten Gefahren ausschließt, gibt es immer noch die Möglichkeit zu sterben.

5. Wir reden nicht über die Aurore, den Katablot und das Ladarin.

6. Wenn du dich auf andere verlässt, bist du verloren. (gleichzusetzen mit: Wenn du etwas nicht klappt warst du entweder zu dumm oder zu faul)

7. Jeder geplante Kurs bringt nur neue Änderungen.

8. Die Sterne sind die strahlenden Punkte auf der Karte, wir bewegen uns dazwischen.

9. Mit jeder neuen Mission verlässt du die bekannte Realität. Jede Mission kratzt an deinem Geist.

10. Wenn es existiert, lebt es.


Launing
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