Posts mit dem Label ballade werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label ballade werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 3. Januar 2015

Rusalka

Ein Seemann tat eine Rusalka begehren,
Doch die Rusalka tat sich ihm erwehren.
Hier fängt das Grauen an.

Rusalka war so jung und zart.
Rusalka hatte bezaubernde Art
Das Mondeslicht für sie verharrt.
Ein jeder war in Rusalka vernarrt

Am Ufer hatte Seemann Rusalka entdeckt
Hielt sich mit Sträuchern klug bedeckt
War sonst kein kluger Mann

Der Seemann war noch jung und wild
Seinen Durst hatte er mit Wein gestillt
Und ward so voller Tatendrang

Mit den Augen begann er Rusalka verzehren
Verzehren tat ihn das wilde Begehren
Es erwuchs ein harter Zwang.

Samstag, 27. Dezember 2014

Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?

Hörst du nicht, er schleicht sich an?
Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?

Mit seinem Mantel schwarz und fein,
Fängt er sich auch Kinder ein.

Er kommt am Tag, er kommt zur Nacht.
Er hat schon viele umgebracht.

Er ist überall.
Er kennt den Verfall.

Ob groß, ob klein.
Er sackt dich ein.
Ob jung, ob alt.
Vor keinem macht er halt

Täusch dich nicht,
Er hält kein Gericht.

Rette sich jetzt noch wer noch kann,
Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?

Ob Mädchen oder Bube,
Er kommt in jede Stube.

Ob Stadt, ob Land,
Überall seine Hand.

Auf der Straße, im Haus.
Ein jeder nimmt Reißaus.

Durch Tor und Tür,
Er findet zu dir.

Niemand weiß, wann kommt er an.
Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?

Samstag, 13. Dezember 2014

Nebelkönigin - drei Riesen

1.
Es ritten drei Riesen in die Berge hoch zu Ross,
Sie reiten wohl zu der Nebelkönigin ihr Schloss:
"Herrin des Nebels, bist du darinnen, ja darinnen?"

2.
"Bist du dann darinnen, so komme heraus!
Euer Vater schickt uns vor euer Haus,
um euch bringen wieder zu Sinnen, ja Sinnen."

3.
Sobald die Herrin die Rufe vernahm,
ein rotes Gewand legte sie an,
Um den Riesen entgegen zu treten.

4.
Sobald die Herrin vors Tor hinaus kam,
drei Riesen gleich die Herrin vernahm:
"Herrin, wisst ihr, was ihr tat säten, ja säten?

5.
Ei willst du dich wirklich dem Winde entziehn?,
Kannst du nicht demütig vorm Vater knien?
Und von deinem Hochmut gar lassen, ja lassen!"

6.
"Mein Vater hat diesen Streit allein vollbracht,
Mein Leben hab ich mir vermacht,
Euer Kommen bringt nur weiteres Hassen, ja hassen!“

7.
"Oh Wintduhter, Oh Nebulkunugin
Lasst ab von diesem starren Sinn:
Ihr ward doch treu versprochen, ja versprochen."

8.
Die Herrin betrachtete die Riesen sehr genau,
Diese unformen Wesen, groß und grau.
Und begann auf ein altes Recht zu pochen.

9.
„Der Wind mich sehr wohl versprochen hat,
Doch das war eine verwerfliche Tat,
Mit der einen Pakt mit mir brach, ja brach!"

10.
Diese Worte, groß und schwer,
Konnten des Windes Diener ertragen nimmer mehr
Waren die Worte doch unsägliche Schmach.

11.
Die Riesen ihre Schwerter zückten,
Ihnen dabei alle Sinne entrückten:
Stand vor ihnen doch die Nebelkönigin.

12.
„Ei, willst du werden ein totes Weib,
verrotten soll dein' jung' stolzer Leib,
Wir bringen bringen dir bei wieder Sinn, ja Sinn.

13.
Nimm zurück dein frevelndes Wort,
Kehre zurück an des Vaters Ort,
Erinnere dich an deine hohe Pflicht, ja Pflicht!"

14.
„Nichts war frevelnd an meinem Wort,
Ich habe nun meinen eigenen Ort
Und ihr haltet hier kein Gericht, ja Gericht.

15.
Denkt daran auf wessen Boden ihr steht,
Denkt daran wessen Wind hier weht,
Eure Schwerter haben hier keinen Wert, ja Wert!

16.
Wort ist Wort und Tat ist Tat,
Die goldene Regel kennt jeder Schrat,
Steckt ein das dumme Schwert, ja dumme Schwert!“

17.
Die Worte bleiben ungehört,
Ein jeder Riese auf den Winde schwört,
bereit ihm die Tochter zu bringen.

18.
Wort gibt Wort und Tat gibt Tat,
Das weiß selbst der dümmste Schrat,
und eine Herrin kann man nicht zwingen.

19.
„Ihr, die ihr meines Vaters Getreue,
Auf dass er den Frevel bereue,
Sollt ihr mir als Warnung dienen, ja dienen.

20.
Gefangen sollt ihr auf ewig sein,
In kaltem grauen ewigen Stein,
Das wird sich wohl recht ziemen, ja ziemen.“

21.
Noch eh die Riesen die Worte vernommen,
Wurden sie auch schon hart und beklommen
Und wandelten sich zu grauem Stein.

22.
Noch bevor sie konnten um Gnade flehen,
War der Zauber schon geschehen
Unter langsamer, grausamer Pein.

23.
So stehen sie noch heute,
und erinnern alle Leute,
Wie der Nebel mit dem Winde brach.

24.
Die Familie war nun ganz entzwei,
Keiner trug zum einigen herbei,
Ein jeder hatte seine Schmach.

Samstag, 15. November 2014

Nebelkönigin - Alter Streit

Es wird von altem Streit erzählt,
Und wer wie was warum gewählt.

Zwei Brüder stritten um des toten Vater Land.
Dabei nutzten sie des Krieges können allerhand.

Alte Liebe war verflossen
manches Blut wurde schnell vergossen

Wort gab Wort, Tat folgte Tat,
Niemand wusste wirklich rat

Der Streit zerstörte Ort um Ort
Der schwarze Mann nahm viele fort.

Samstag, 8. November 2014

Der Mann mit dem Koffer

Ein jeder große Sorge trägt
Wenn der Mann mit dem Koffer drei mal schlägt
Selbst den kühnsten verlässt der Stolz
Wenn seine Faust trifft das Holz 

Er kommt im Dunkeln, tief in der Nacht
Wenn ein jeder schon zu Bett gebracht.
Niemand hört ihn jemals nahen,
Den Grund seines Kommens will man nicht erahnen 

Schwarz und dunkel sind seine Kleidung
Passend und gut für seine Neigung
Wird sein Klopfen dich dann wecken,
Kannst du dich dann nirgends verstecken 

Seine Augen sieht man nicht,
Man sieht noch nicht mal ein Gesicht
Neben dem Bett steht er still und starr
Dumpf und langsam nimmst du ihn war

In seinem Koffer trägt er dein Leben
Mit all deinem Nehmen und all deinem geben
Er nähert sich dir mit langsamen Schritt
Ganz am Ende nimmt er dich mit 

Beständig und sicher läuft er hinter dir her.
Bist du am Ziel, bist du nicht mehr.
Der Koffer ist schwarz, er ist massiv
Geben und Nehmen sitzen tief

Ein jeder schwere Sorge trägt
Wenn der Mann mit dem Koffer drei mal schlägt
Selbst den stärksten verlässt der Stolz
Wenn die schwarze Faust trifft auf Holz.

Samstag, 1. November 2014

Denk nicht dran

Sag mir sag mir doch mein Kind
Wo die anderen alle sind.
Eben waren sie doch noch da
Ist das nicht sonderbar
Sei nicht dumm
Dreh dich nicht um
Sei schön brav und auf der Hut
Dann wird alles wieder gut.

Die Kerze wird schon halten
Das Licht seine Kraft entfalten
Wir kommen hier schon wieder raus
Das alles ist bald aus
Uns fällt schon was ein
Fang nicht an zu wein.

Schau mich an
Wir stimmen ein Liedchen an
Dreh dich nicht um
Der Plumpsack geht um

Denk nicht dran
Schau mich an
Alles wird gut
Wir sind auf der Hut

Es bleibt im Wald
Kommt nicht mit Gewalt
Schau mir ins Gesicht
Es kommt nicht
Ja, da war ein Knacks
Das war von der Kerze der Wachs
Schau mich an
Denk nicht dran.

Samstag, 25. Oktober 2014

Leise sein

Wir müssen jetzt ganz leise sein
Sonst holt die Zeit uns doch noch ein
Mit den Fingern auf den Lippen
Springen wir ihr von den Schippen

Ruhig, Ruhig
Halt den Atem
Zeit ist geduldig
Zeit kann warten

Schließ die Augen
Halt den Sinn
Alles ist gut
Solange wir beisammen sind

Samstag, 18. Oktober 2014

Später Weg

Die Nacht ist gerade mittelalt
Durch den Nebel die Lampen leuchten
Der Schuh auf dem Asphalt hallt
Nebeltropfen die Haut beleuchten
Aus der Ferne eine Stimme hallt
Der neue Tag ist noch nicht alt.

Der Weg ist wohlbekannt
Jeder Stein hat einen Namen
Sie sind nach allen Leuten benannt
Die auf ihnen gingen und kamen
Und Nachts alleine waren

Der Nebel verdeckt störrisch die Sterne
Jedes Grau hat seinen eigenen Ton
Nichts leuchtet in der grauen Ferne
Die Zeit schleicht sich davon
Alle nächtlichen Bäume kennen das schon.

Menschen werden Geister.
Die Luft ist schwanger mit Magie
Nächtlicher Zauber treibt einen weiter
beflügelt dabei die rege Phantasie
Entfesselt der Gedanken Menagerie

Schattenspiel und Lichterfall
Der Wind wispert Geheimnisse
Dazu der Schritte Hall
Ergibt eine gar treffliche Kulisse
Die man bei Tag vermisse

Die Königin jagt den Ritter
Durch die verwunschene Nacht
Ihr Zorn ist kalt und bitter
Über den Spaß den er gemacht
Nachdem sie ihm ihr Herz vermacht

Bäume greifen mit den Ästen
Nach all den kleinen Tieren
Für ihr geheimes Mal wollen sie sie mästen
Dann ihren Tisch verzieren
Nach dem Schmaus zu gieren.

Im Boden fern und tief
Mit eisernem Geklapper
werken Riesenratten im eigenen Mief
Und elendem Geschnatter
An einer mechanischen Riesennatter.

Aus dem Nebel der Bahnhof erscheint
Die Stimmung ändert sich zu schnell
Realität die Phantasie verneint
Beißt den Fein grell
Es wird alles viel zu hell.

Müde fährt die Bahn hinein
Fast vergessen sind die Bilder
Abteile erfüllt ein greller Schein
Macht alle wachen Augen müder
Nach langer Nacht geht es nun heim

Samstag, 11. Oktober 2014

Nebelkönigin 2

Kalle

Weißt du noch wie's damals war?
Ach es war so wunderbar.
17 Wochen ist es her.
Jette ist seitdem nicht mehr.

Kalle sitzt allein im Haus.
Es sieht alles noch genauso aus.
Wie es war im letzten Jahr
Jeden Morgen wird es ihm gewahr.

17 Wochen hält er nun aus.
Es bleibt ein kalter Graus.
Jeder Tag bringt nur Leere.
Ach wenn doch Jette mit ihm wäre.

Das Einzige was Rettung ihm vermag.
Das ist der Woche 5ter Tag.
Dann wird die Luft greifbar.
Die Sicht wird versperrt
Dazu wird die Einbildung genährt.
Und die Grenzen vom Sein sind nah.

Es kommt die Forderung eines jeden Sinn.
Sie lauerte von Anbeginn
Niemand kann ihr entrinn'
Jene stille Beschwörerin
Die Nebelkönigin.

Kalle sitzt allein im Haus
So zu enden, war sein größter Graus
Die alte Freundin verschafft den Tagen Sinn
Vertreibt mit Späßen jeden Trübsinn

Ja, ich weiß noch wie es damals war.
Streicht dabei durch Kalles Haar

Sein Atem geht schon lange schwer.
Jette ist nicht mehr.

Hast du heute auch gegessen?
Ach, das hab ich ganz vergessen.
Warst du heute aus dem Haus?
Ach, ich jagte eine Maus.

50 Jahre ist es her.
Da kamen Jette und ihr Mann daher.
Jeden Abend gab es ein Fest.
Wo niemals blieb ein letzter Rest.

Jeder war im Haus willkommen.
Alle Sorgen wurden genommen.
Ob dünn, ob groß, ob dick, ob klein
Jeder kam zur Tür hinein.

Es gab Speis und Trank
Dazu Tanz und Töne
Erscheinen war der einzge Dank
Mit Gelächter sich verwöhnte.

Egal ob Teufel, Fee ob Mann,
Wer grad da war, kam heran.
Die Jette und der Kalle.
Die waren da für alle.

Weißt du noch wie's damals war?
Ach es war so wunderbar.

Kalle liegt in aller Ruhe.
Das Haus ist seine Truhe.
Die Königin schaut hernieder.
Und findet sich in Tränen wieder.

Ja, ich weiß noch ie es damals war.
Ihr wart beide wunderbar.

Samstag, 4. Oktober 2014

Nebelkönigin 1

Schau dort unten
Sieh genau hin,
Dort tobt die Nebelkönigin.

Vom Vater entrückt.
Mit Mutter zerstritten.
Auf kalten Winden kommt sie geritten.

Sonntag, 21. Oktober 2012

Der Fährmann der Callisto

Höre, höre, kleiner Raumfahrerknabe
was ich dir zu sagen habe

Es wird vergessen von den Leuten,
Wie tief das Weltall ist;
Von allen möglichen Seiten,
Droht kühnen Raumfahrern die List.

Ein jeder Kamerad hält mal Wacht
vorn' an der Brücke fern vom Hafen
in dieser unseren ewigen Nacht
Während alle anderen schlafen.

Jeder vom uns weiß was ist geschehen
Unter dem grausigen Fährmann von Mond
Wir haben seine Gebiete zu durchqueren
Dort wo das Grauen wohnt

Jeder kennt den Namen
Jeder kennt das wo
Ein Jeder von uns verdammt
Den Fährman der Callisto

Von fern siehst du die Sterne funkeln
und fühlst dich sicher im nichts
Doch dann aus der Ferne im Dunklen
siehst du sein Gesicht.

Die Sterne sind sein Schiff voll Feuer
Das Deck brannte lichterloh
Seinen Männern war er nie geheuer
Der Fährmann der Callisto

Nie hört man auch nur einen einzigen Ton
Einem Jeden schaut er in die Augen
Wir ertragen seinen stillen Hohn
und kämpfen tapfer gegen das Grauen.

Mit kaltem Grinsen nickte er
Tippte gegen den Hut ein Hallo
Mit hartem Augen steuerte er
Der Fährmann der Callisto



Launing
die Geschichte einer Verwandlung

Hier zu kaufen

Samstag, 15. September 2012

Der Steuermann

"Tom Roland war unser Steuermann,
er hielt aus, bis er zu der Station gelang,
er hat uns gerettet, er hat nicht gewankt,
er starb für uns, unser Gedenken sein Dank.
Tom Roland."

Die „Cassiopeia" fliegt durch den leeren Raum,
Körner prasseln um den Bug wie Blätter vom Baum;
von Amalthea fliegt sie nach Io-
die Herzen aber sind lustig und froh,
und die Passagiere mit Kindern und Frauen
aus Fenstern schon die Station bestaunen,
und plaudernd an Tom Roland heran
tritt alles: "Wie weit noch, Steuermann?"
Der schaut nach vorn und schaut in die Rund:
"Knapp dreißig Minuten ... Halbe Stund."

Die Gemüter sind glücklich, die Gemüter sind frei,
da klingt's aus dem Maschinenraum wie ein Schrei,
"Feuer!" war es, was da klang,
ein Qualm aus Kombüs' und Luke drang,
ein Qualm, dann Flammen lichterloh,
noch zwanzig Minuten bis Io.

Und die Passagiere, dicht gemengt,
auf der Promenade stehn sie zusammengedrängt,
auf der Promenade vorn ist noch Luft und Energie,
am Steuer aber lagert sich´s wie noch nie,
und ein Schreien wird laut: "Wo sind wir? wo?"
noch fünfzehn Minuten bis Io. -

Der Druck schwindet und die Qualmwolke steht,
der Kapitän nach dem Steuer späht,
er sieht nicht mehr seinen Steuermann,
durch den Comlink fragt er an:
"Noch da, Tom Roland?"
"Ja, Kapitän. Ich bin."

"Auf die Station! Gegen den Strom!"
"Ja, Kapitän, wir schaffen das schon."
das Schiffsvolk jubelt: "Du Kannst das! Hallo!"
Noch zehn Minuten bis Io.

"Noch da, Tom Roland?" Als Antwort schallt's
mit erlöschender Stimme: "Ja, Kapitän, ich halt's!"
Und in die Station, aus Glas und Stein,
jagt er "Cassiopeia" mitten hinein.
Soll Rettung kommen, so kommt sie nur so.
Die Station von Io!

Das Raumschiff geborsten. Die Flammen verschwelt.
Gerettet sind alle. Nur einer fehlt!

Alles ist still; alle Töne vergehn,
Die Straßen sind ruhig und die Uhren stehn,
nur Schritte und Wispern, sonst schweigt die Station,
ein Dienst nur, für den sie heute ist gebor'n:
Zehntausend folgen und noch mehr,
und kein Gesicht im Zuge, das tränenleer.

Sie lassen die Urne in den Raum hinaus
und schenken Tom Roland dem Himmel von Ios;
mit goldner Schrift in den Marmorstein
schreibt die Station ihren Dankspruch ein:

"Hier ruht Tom Roland! Durch Raum und Feuer
hielt er fest in der Hand das Steuer,
er hat uns gerettet, er hat nicht gewankt,
er starb für uns, unser Gedenken ist sein Dank."

Launing
die Geschichte einer Verwandlung

Hier zu kaufen
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Beliebte Posts