Samstag, 1. Januar 2011

DENKSPORT-AUFGABEN

1
Ein Bauer steht mit einer Ziege, einem Wolf und einem Kohlkopf an einem Fluss, den er überqueren muss.
Das Boot ist aber sehr klein und kann nur zwei fassen.
Die Ziege darf aber nicht mit dem Wolf alleine bleiben, da der Wolf sie fressen würde. Sie darf aber auch nicht mit dem Kohlkopf alleine bleiben, da sie den Kohl verspeisen würde.
Wie kann der Bauer nun alle wohlbehalten über den Fluss bringen?
3
Peter verbringt oft halbe Nächte damit, im Bett heimlich zu lesen.
Seine Eltern konnten ihn bisher nicht dabei ertappen, da das Licht jedes Mal aus war, wenn sie in Peters Zimmer kamen.
Der Vater hatte eines Abends eine Idee, betrat das dunkle Zimmer und überführte seinen Sohn.
Was machte er?
4
Der kleine Friedel wohnt mit seinen Eltern im 15.Stockwerk eines Hochhauses.
Morgens fährt er bis ins Erdgeschoss mit dem Aufzug,  mittags nach der Schule allerdings verlässt er den Aufzug schon im 12. Stock und läuft die restlichen Treppen nach oben.
Warum fährt er nach der Schule nicht auch bis in den 15. Stock?
5
In einem Schrank liegen zehn weiße und zehn schwarze Socken.
Wie viele Socken musst du im Dunklen maximal heraus holen,  um ein gleichfarbiges Paar zu bekommen?
7
Vor dem Krankenhaus begegnest du zwei Frauen.
Die eine ist klein, dick und rothaarig, die andere groß, dünn und weißhaarig.
Wieso erkennst du dennoch auf dem ersten Blick, das die beiden Schwestern sind?
8
Sieben Jungen sollen sich sieben Äpfel so teilen, das jeder einen erhält, ein Apfel jedoch im Korb bleibt.
Wie ist das möglich?
9
An einem See watschelt eine Ente hinter zweien, eine zwischen zweien und eine vor zweien.
Wie viel Enten watscheln am See?
10
Vier Kinder radeln um die Wette.
Klaus fährt langsamer als Sebastian und Holger, Sebastian fährt langsamer als Holger, aber nicht so langsam wie Matthias.
Wer ist am schnellsten?
11
Du brauchst vier Minuten um vier Eier zu kochen.
Wie viele Minuten benötigst du, um zehn Eier zu kochen?
12
Daniel und Stefan haben 60, - €, die so geteilt werden sollen, das Stefan einen Euro mehr hat als Daniel.
Wie viel Öcken bekommt jeder?
 13
Zwei Väter und zwei Söhne gehen gemeinsam auf die Jagte.
Jeder von ihnen schießt einen Hasen, dennoch schießen sie insgesamt nur drei Hasen.
Wie ist das möglich?
14
Ein Huhn brütet in 22 Tagen 16 Eier aus.
Wie viele Tage benötigt es, um 9 Eier auszubrüten?
15
Klaus, Bernd und Joachim sind Brüder. Gemeinsam wollen sie
einem Fußballverein beitreten.
Der Trainer will wissen, wie alt jeder ist, damit er sehen kann, ob alle drei in der gleichen Mannschaft spielen können. Klaus antwortet: „ Bernd und ich sind zusammen 32 Jahre alt, Bernd und Joachim sind zusammen 28 Jahre alt, und Joachim und ich sind zusammen 30 Jahre alt.
Wie alt ist jeder der drei Brüder?
16
Eine achtstellige Zahl enthält 2 Einsen, 2 Zweien und 2 Vieren.
Die Einsen in dieser Zahl sind durch eine Zahl voneinander ge-
trennt, die Zweien durch zwei Stellen, die Dreien durch drei und
die Vieren durch vier.
Was für eine Zahl ist das?
17
Michael, der einen Tag zuvor ein entliehenes Buch zurückgegeben hat, kommt in die Bücherei und behauptet, er hätte zwischen den Seiten 101 und 102 einen Geldschein als Lesezeichen liegengelassen und möchte den Geldschein zurück haben.
Die Bibliothekarin hat für Michael nur ein Lächeln übrig und schickt ihn nach Hause.
Wieso ist sie so sicher, das Michael zwischen diesen Seiten keinen Geldschein hat liegen lassen?
18
In einer Gaststätte ist ein Glas zu Bruch gegangen. der Gast erklärt dem Wirt, der dreibeinige Tisch, an dem er saß, habe gewackelt und dadurch sei das Glas herunter gefallen.
Wieso weiß der Wirt sofort, das diese Geschichte nicht stimmen kann?
19
Es sieht aus wie eine Katze, hat Haare wie eine Katze, macht „Miau“ wie eine Katze und ist doch keine Katze! Was ist das wohl?
20
Ich habe einen kleinen Rattermann, der rattert was er rattern kann. Am Abend, wenn ich schlafen gehe, ich stets an seinem Bäuchlein drehe. Am morgen hilft er mir dann, das ich niemals verschlafen kann.
21
Höher ist`s als jeder Baum,
Wurzeln hat`s es, die sieht man kaum.
Auch im Licht wächst es nicht.
Was ist das?
22
Kannst es nicht sehen, fühlen,  hören,
kannst es nicht riechen, schmecken, verzehren,
liegt unter Sternen und unterm Gestein.
Kommt zuerst und allezeit,
löscht Leben, Freud und Leid.
Was ist das?
23
Atemlos und ohne Atemnot lebt es kalt doch wie der Tod.
Trinkt, obwohl es Durst nicht spürt.
Trägt einen Panzer, der nicht klirrt.
Was ist das?
24
Keinbein lag auf Einbein,
Zweibein saß auf Dreibein,
Und Vierbein bekam etwas ab.
Was ist das?
25
Etwas, was alles verzehrt,
Helm und Panzer, Axt und Schwert,
Tier, Vogel Blume, Last und Laub,
aus hartem Stein mahl es Staub,
stürzt Könige, verheert die Stadt
macht gerades krumm, wälzt Berge platt.
Was ist das?

LÖSUNGEN

1. Er nimmt zunächst die Ziege mit und sitzt sie am anderem Ufer ab. Dann holt er den Wolf, setzt diesen ab, nimmt aber die Ziege wieder mit zurück. Jetzt holt er den Kohl, so das Wolf und Kohl zurückbleiben. Dann erst kann er wieder die Ziege hohlen.

2. Er fasste die Glühbirne der Leselampe an. Sie war heiß, also hatte Peter gelesen.

3. Friedel war so klein, so das er nur den Knopf des 12.Stocks erreichen konnte.

4. Drei.

5. Es sind Krankenschwestern in ihrer Tracht.

6. Ein Junge erhält seinen Apfel im Korb.

7. Drei.

8. Holger.

9. Ebenfalls vier.

10. Stefan erhält 30,50 DM und Daniel 29,50 DM.

11. Es sind Vater, Großvater und Sohn. Der Vater ist gleichzeitig der Sohn des Großvaters.
12. Ebenfalls 22 Tage.

13.Klaus ist 17, Bern 15 und Joachim 13 Jahre alt.

14. Die Zahl, die diese Bedingungen erfüllt, ist: 41312432. Erfüllt wird diese Bedingung natürlich auch dann, wenn man die Zahl umgekehrt schreibt: 23421314.

15. Die Nummerierung von Buchseiten beginnt immer rechts mit einer ungeraden Zahl, die Rückseite ist dann eine gerade Zahl. Zwischen den Seiten 101 und 102 kann also kein Geldschein gelegen haben, weil beide eine Vor- und Rückseite bilden.
16. Ein dreibeiniger Tisch kann gar nicht wackeln!
17. Der Kater.
18. Der Wecker.

19. Der Berg.

20. Das Dunkel.
21. Ein Fisch
22. Keinbein = Fisch
Einbein = Kleiner Tisch
Zweibein = Mensch
Dreibein = Schemel
Vierbein = Katze

23.Die Zeit

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Dienstag, 28. Dezember 2010

Launing 2/3

„Nein danke.“
„Komm, das sieht cool aus und beeindruckt die Jungs.“
Hiermit war dann auch schon der peinlichste Satz des Abends gefallen. Roberta war mehr als nervös, was Gunter anging, Das ganze Hin und Her mit den beiden dauerte jetzt schon seit der Grundschule an. Er schien noch nicht einmal abgeneigt, er machte eher den Eindruck als ob er sich nicht so viele Gedanken über solche Sachen machte. Unter dieser Voraussetzung betrachtet würde sie wahrscheinlich eher mit ihm klar kommen als ihre beste Freundin. Das wäre doch der ideale Stoff für eine Seifenoper.
„Dann bin ich lieber uncool und habe frischen Atem.“
Eigentlich lag es eher daran, dass sie dank ihres Bruders ziemlich genau wusste, dass Jungs bei rauchenden Mädels eher nicht daran dachten wie cool die Zigaretten aussahen, sondern eher daran, dass da etwas Langes in einem weiblichen Mund war.
Sofort wurde dieser Gedanke abgeschüttelt, sie dachte eindeutig zu viel nach, Roberta erklärte sie, dass ihr einfach kalt war. Ihren Bruder verfluchte sie nicht, da er in manchen Belangen einfach recht behielt. Schwer drückte das Messer gegen ihren Oberschenkel.
Von weitem dröhnte die Musik zu ihnen. Langsam aber sicher erschien das Ziel vor ihren Augen
Vor den Toren der umgebauten Scheune hatten sich kleine Gruppen versammelt. Aus allen Ecken und benachbarten Dörfern waren Leute gekommen, weil sonst nichts los war. Hier wurden wahrscheinlich auch schon vereinzelt Pläne für Techno-Partys mitten im Wald geschmiedet, wo die einen das nötige Equipment mitbringen würden und die anderen den Alkohol. Sie selber würde dann mit Freunden auf dem Fußballfeld hocken und von fern aus dem Wald den Beat hämmern hören. Das Ganze würde die Nacht andauern, vereinzelt würden sich Leute darüber beschweren, aber sie konnten dem nichts entgegen setzen, da keiner genau wusste wo denn die Party stattfand. Maxi würde als überzeugter Rocker auch das eine oder andere Mal erst nach Sonnenaufgang nach Hause kommen, schlicht und einfach, weil die Stadt zu weit entfernt war um jedes Wochenende rein zu fahren und weil sonst nichts los war.
Sie gingen hinein und ein Nebel aus Rauch, Schweiß und Alkohol umfing sie. Roberta schaute sich nervös um, machte auf einmal ein komisches Geräusch, das an ein Meerschweinchen erinnerte und entschuldigte sich auf Toilette. Irgendwo im Halbdunkel war ein Umriss zu erkennen der an Gunter erinnerte. Etwas ratlos stand sie alleine neben dem Eingang herum, aber die Rettung kam in Person von Lydia, die sie von hinten ansprang. Nach der üblichen Umarmung zur Begrüßung ging sie auf den Vorschlag auf ein Bier ein. Lydia kassierte das Geld ein und machte sich auf den Weg zur Bar. So hatte sie noch einen Moment um sich die ganze Szenerie genauer zu betrachten.
Das war also die tolle Party. Nüchtern betrachtet unterschied sich diese Veranstaltung nicht groß von den Kiddieparties zu denen sie mit ihrem Vater gegangen war. Nur dass hier die Kiddies ein paar Jahre älter waren. Und nüchtern würde sie bleiben. Mit Sicherheit hatten sich andere Wodka organisiert und ihn mit Saft gemischt. Die ganz harten Jungs machten das mit Eistee. Gerüchten zufolge hatte Andrea mal 'nen Absturz bekommen weil sie Alkohol mit Tabletten gemischt hatte. Ihren Eltern sollte sie die Übelkeit mit Regelbeschwerden erklärt haben.
Ihr Vater hatte da eine lustige Geschichte auf Lager, wie er immer wieder besoffen abends nach Hause gekommen war und sich manchmal auch übergeben musste. Seinen Eltern hatte er erzählt ihm wäre von dem fetten Fleisch übel, dass es immer zu essen gab. Irgendwann hatte ihr Großvater ihn beiseite genommen und ihm verklickert, dass der Geruch von Alkohol auch ihm und seiner Frau bekannt war und dass jeden Morgen sein Zimmer danach stank.
Ein paar von den Mädels standen schon angetrunken auf der Tanzfläche. Dabei war es erst kurz nach acht. Um die kichernden Püppchen hatten sich auch schon ein paar Jungs versammelt, die alle etwas älter waren. Hier trieben sich auch Kerle über zwanzig herum, was ihr mehr als peinlich vorkam. In einer Ecke sah sie Andrea, der gerade ein Bier gebracht wurde von einem der älteren. Sie machte sich ganz gut als kleines süßes Mädchen das sich bedienen ließ. Wirklich unglaublich, dass so ein Augenaufschlag so eine Wirkung haben konnte auf jemanden der unter Druck stand. Ein Schmunzeln erschien auf ihrem Gesicht. Ihr gefiel der Gedanke, dass die Vorzeigeblonde der Klasse den Kerl einfach nur ausnutzte. Das alles passte sehr gut zu dem was Paul von ihr mal erzählt hatte. Paul war jetzt knapp zwanzig, studierte in Marburg.  Seine Eltern wohnten neben ihnen.

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Dienstag, 21. Dezember 2010

Launing Kapitel 2/2

„Die Welt ist abgedreht und gefährlich. Das war sie schon immer.  Es geht nur darum vorbereitet zu sein.“
Der Rest des Nachmittags war ereignislos. Das einzige größere Ereignis war ein geschwisterlicher Disput über den Abwasch, den Maxi für sich entschied. Ihre Mutter nahm sich die Zeit um mit ihnen Skat zu spielen und dann war es auch schon so weit sich für den Abend fertig zu machen.
Roberta hatte vorgeschlagen sich bei ihr zu treffen um sich gemeinsam auf zu hübschen, Lydia würden sie vor Ort treffen, da sie noch Nachhilfe gab bei irgendwelchen Kindern.
Was müssen das für Eltern sein die ihren Kindern Freitagnachmittag Nachhilfe aufs Auge drückten, oder wie schlecht mussten die Kinder in der Schule sein, dass so etwas nötig war?
Die Kombination für den Abend bestand aus Jeans, einer gelben Bluse, schwarzen Halbstiefeln und einem braunen Kapuzenpullover, den ihre Mutter nach ihren Vorstellungen angefertigt hatte. Ihre Haare hatte sie wie immer ohne unnötiges Zeug und frisch gewaschen. Vor Ewigkeiten hatte sie als Knieläufer mit den Utensilien ihrer Mutter herumgespielt und fand die Lockenwickler und das Brenneisen fürchterlich anstrengend, nicht dass das was am Ende dabei herauskam schlecht aussah, die Prozedur war ihr einfach zu anstrengend und mühevoll. Männer hatten es da bedeutend einfacher. Lange Haare oder kurze Haare, Bart, frisch rasiert oder drei Tage Bart. Das alles in den jeweiligen unterschiedlichen Kombinationen war dann auch das gesamte Angebot.
Sie rief ihren Eltern von der Tür ein Auf Wiedersehen zu, worauf ihre Mutter erwiderte, sie solle sich nicht wegfangen lassen, das jedoch in einem angemessenen scherzhaften Ton.
Selbst wenn etwas passieren sollte, das war ein Dorf in dem sie lebten, da würde der Täter entweder auffallen oder mit jemand würde ihn erkennen. Den Gedanken schüttelte sie auch sofort wieder ab, da sie nicht die geringste Lust hatte sich den Abend durch unnötige Paranoia zu vermiesen und vorbereitet war sie ja.
Die Luft roch nach Regen und am Horizont ballte sich eine Wolkenwand zusammen, der Wind blieb aber aus. Die ersten Tropfen würden wahrscheinlich erst nach Mitternacht fallen.
Bei Roberta angekommen, ging vor dem Spiegel die Schmink- Action los. Lipgloss, Wimperntusche und was noch alles dazu gehört. Aber das war eher Nebensache. Hauptsache war das hier:
„Drea kann echt nerven bis zum umfallen. Die soll mit ihrem Cheerleader Scheiß nach Texas gehen wo es hingehört.“
„Hast du mit Gunter reden können?“
„Ich meine wie peinlich ist das denn in kurzen Kleidchen vor den Jungs herum zu hüpfen.“
„Wann bringen uns die endlich bei wie dieses ganze System funktioniert?“
„Vergiss es, der war damit beschäftigt Leo ins Gewissen zu reden.“
„Es kommt ohne Scheiß Psychologie auf uns zu. Und wer ist dein geheimes Herzblatt?“
„Vielleicht hast du ja Glück und er ist heute am Start.“
„Herzblatt?“
„Das Wort ist doch von ganz alt her. Scheiß auf Herzblatt, darüber denke ich in zehn Jahren nach, schau dir doch die Auswahl an.“
„Selbst wenn, ich steh dann neben ihm wie bestellt und nicht abgeholt.“
„Irgendwie scheint jeder darauf zu warten, dass ich endlich einen Kerl am Start habe.“
„Und dann stehen wir beide da, schweigen uns an, das ist einfach zum kotzen.“
„Schritt für Schritt, mehr als knutschen ist nicht.“
„Und dann schaut er mich an und ich weiß nicht was ich sagen soll.“
„Aber sonst eine Klappe haben die man vom Mars aus sehen kann.“
Roberta hatte noch die Idee, dass sie sich doch Spangen ins Haar machen könnte, was ohne weitere Diskussion abgelehnt wurde.
Sie posierten noch einmal vor dem Spiegel um sich selber zu bewundern und um sicherzugehen, dass sie auch gesellschaftsfähig waren.
Arm in Arm untergehackt marschierten sie im erfrischenden Nachtwind der Disco- Scheune entgegen.
Nach langem herum kramen in der Handtasche, holte ihre Freundin eine Schachtel Zigaretten hervor.
„Willst du eine?“
Aufdringlich schwebte die Schachtel im Schritttakt vor ihrer Nase herum.

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Mittwoch, 15. Dezember 2010

Briefe aus der Fremde 03

 
...
Langsam fühle ich das Leben hier.Was ich hier erst als Langeweile bezeichnet habe, bedeutet hier Leben.Und das verliert hier seinen manchmal negativen Beigeschmack.Hier existiert keine Hektik und kein Stress, denn es macht sich ihn keiner. Und das ist ungewöhnlich und eine ganz neue Erfahrung in die man sich verlieben KÖNNTE. In Namibia leben ca. 1,8 Mio. Menschen auf einer Größe 6x so groß wie Deutschland (Berlin hat 3,6 Mio) und trotzdem kennen sich viele Leute. Hier gibt es noch sowas wie Unterstützung und Kilos (Km) spielen keine Rolle.Eine Tour von 600km sind hier normal und keine Reise. Und das ist faszinierend.Ich lerne diese Freiheit immer mehr lieben.Dieses Land mt all seinen Tieren und Gefahren(Leo im amp etc.), weckt in mir ein ganz neues Lebensgefühl.Das Gefühl von Freiheit.


Anmerkung:Diesen Text habe ich heute Nachmittag geschrieben. Der gestrige Abend hat bei mir eine Art Hebel umgelegt. Ich habe mit zwei netten Oukkies und Markus am Kamin gesessen und wir haben nur erzählt und diskutiert. Über Politik,das Leben hier...
Und ich sage Euch, was ich jetzt begriffen habe und langsam verstehe ist schon mehr wert als das was ich erwartet habe, zumal der gestrige Tag echt scheiße öde war. Heute aber habe ich mit den Memes (dicken Muddis) gelacht und echt mal gelebt ohne schlechtes Gewissen. Ich habe das Gefühl schon FAST vergessen wie es ist sich nutzlos und in der lufthängend zu sein. Mir gehts von Tag zu Tag besser, ich bin braun und habe schon 3Kilo abgenommen. Ich sitze viel in der Sonne, höre den Vögel zu, lese,putze und spiele mit Hund und Cat. Jetzt habe ich auch ein eigenes Zimmer, zwar werde ich das Zelt vermissen, aber so ists wärmer. Bin auch schon Karre gefahren.Bald werde ich 400km allein mit Markus fahren. Wir müssen was besorgen. Vielleicht fahren wir auch noch mal nach Swakopmund an die Küste. 600km. Ich und "Autobahn".(: Greg wenn ich wieder da bin bin ich erstens die beste Meme und zweitens Rennfahrer. Also...wenn das nichts ist.Macht Euer Ding und Keep on moving
Ek is bly - In Liebe und mit lieben Grüßen Eure Melli

Mama,Papa: Bitte Emails speichern und dicken Knutsch an Oma und Opa

also ich befinde mich seit samstag wieder in cajamarca und wurde auch gleich mit einer kleinen willkommensparty von all unseren freunden empfangen, war total schoen, weil wir waren ja jetzt zwei monate nur am reisen, ich wohne jetzt bei paco im haus, ist halt billiger als hotel und auch effektiver *gg*, tja ob ihr es glaubt oder nicht anja ist noch in lima und kommt erst naechste woche, ja anja und ivon koennen auch getrennt reisen und leben, die letzten tage waren echt noch mal sehr schoen, wir haben die beruehmten nascalinien gesehen und haben sandboarding in einer oase gemacht, sehr viel spass,
ich wollte euch allen noch mal danke sagen fuer die ganzen e-mails die jetzt kommen, es ist schoen zu wissen, dass alle da sind, wenn wir wieder zurueck kommen und uns alle helfen wollen, da faellt einem das wieder kommen doch viel leichter,
heute muss ich die beiden belgerinnen verabschieden, die sich auf machen nach bolivien und wir uns nicht mehr sehen, aber sie wollen im september nach berlin kommen
ja na gut, dass solltre nur ein kleines lebenszeichen von mir sein
bis denne
eure Yvoncita

hallo ihr lieben nicht-schreiber! wir sind heute frueh um 5 uhr aus cotahuasi zurueckgekehrt - haben also wiedereinmal eine dreizehnstuendige busfahrt hinter uns. ich werde in absaetzen die letzten abenteuer fuer euch zusammenfassen:

copacabana 1: eigentlich wollten wir bereits vor einer woche den peruanischen boden verlassen, und von puno nach copacabana reisen. wurde nur leider nichts draus, da die bolivianischen bauern die gesamte strasse gesperrt hatten, und somit fuer einige zeit das verkehrsnetz zusammengebrochen war. da standen wir also am terminal mit unserem gigantischen gepaeckhaufen. man bot uns an mit dem boot ueber den titicacasee zu fahren, ca. 9 stunden, kostet pro person 30US$ - nee, das spielchen spielen wir nicht mit, dachten wir. die meisten touristen, mit gleichem reiseziel, aber eindeutig weniger flexibel, stiegen natuerlich sofort auf dieses angebot ein. yvonne und ich hingegen haben einfach unsere route ein wenig verlegt. "also die 30US$ kriegen die von uns nicht, erst recht nich fuer so'n scheiss boot, lass uns doch lieber schnell nach arequipa fahren, dann lassen wir das nach bolivien einfach aus." und so nahmen wir den naechsten bus in die "weisse stadt".

doener in arequipa: unser reisefuehrer versprach viele kulinarische koestlichkeiten, so stiessen wir unter anderem auf doener kebap. ihr koennt es sicherlich nicht nachempfinden, warum wir in peru ausgerechnet doener futtern gehen, aber nach ueber acht monaten reis mit huehnchen sehnt man sich nach imbissbudenessen. das restaurant ist von einem tuerken, der seine fleischschrippen zuvor in berlin verkauft hat. also, dachten wir, nichts wie rein, mussten aber leicht enttaeuscht feststellen, dass es einfach nicht das selbe ist was wir kennen.

la casa de klaus: nach unserem ausflug ins peruanische kreuzberg fuehrte uns unser weg directamente zu einem deutschen restaurant. deutsches bier, deutsches essen, deutsche zeitungen, deutsche welle im tv. wir blieben nicht, kehrten allerdings wenige stunden spaeter zurueck, wo ich schliesslich seit monatiger abstinenz endlich wieder ordentlichen gulasch mit spaetzle zu mir nahm. es war einfach koestlich und ich bekam etwas heimweh... lange rede kurzer sinn, in diesen stunden lernten wir klaus kennen. endvierziger stuttgarter mit fuerchterlichstem schwaebisch, der gerne von teuren investitionen ins ausland, westen aus alpacaleder, millionenschweren freunden, kokaschmuggel nach deutschland, von drogengeldern in huanchaco und morddrohungen gegen kolumbianische fussballspieler erzaehlt - dufter typ! auch wenn er anfangs ziemlich auf den putz gehauen hat haben wir uns gut mit ihm verstanden. als es immer spaeter wurde fing er auch an uns bier und pisco sour auszugeben. schliesslich verabredeten wir uns fuer den naechsten mittag zum essen. er liess extra fuer uns cebiche zubereiten - zu einem spottpreis - und ich bekam seit monaten malwieder richtigen bohnenkaffee. irgendwann bekamen wir auch heraus, dass er skatspieler ist, und so besuchten wir la casa de klaus noch noch einige male.

bin gerade tierisch gelangweilt, meine lieben eltern ihr koenntet euch ja auch wieder mal melden, nach unseren ganzen ausfluegen - wir sind ja heute erst zurueckgekehrt, habe ich schon die eine oder andere nachricht erwartet, eine kurze meldung von phil, und das wars,yvonne hat zwoelf mails bekommen, weiss nicht woran es liegt, aber ohne feedback, machts einfach keinen spass mehr, .... die erzaehlung von den freilebenden condoren, die direkt ueber unsere koepfe flogen, und den ausflug zum tiefsten cañon, canyon der erde spare ich mir also........  anja

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Mittwoch, 1. Dezember 2010

Wenn der Pott aber nun ein Loch hat

 
1.
"Wenn der Pott aber nu 'n Loch hat, lieber Heinrich, lieber Heinrich?
Wenn der Pott aber nu 'n Loch hat, lieber Heinrich, 'n Loch?"
"Stopp's zu liebe, liebe Liese, liebe Liese, stopp's zu!"

2.
"Womit soll ich's denn aber zustoppen, lieber Heinrich, lieber Heinrich?
Womit soll ich's denn aber zustoppen, lieber Heinrich, zustoppen?"
"Mit Stroh, liebe, liebe Liese, liebe Liese, mit Stroh!"

3.
"Wenn's Stroh aber nu zu lang ist, lieber Heinrich, lieber Heinrich?
Wenn's Stroh aber nu zu lang ist, lieber Heinrich, zu lang?"
"Hau's ab, liebe, liebe Liese, liebe Liese, hau's ab!"

4.
"Womit soll ich's aber abhaue, lieber Heinrich, lieber Heinrich?
Womit soll ich's aber abhaue, lieber Heinrich, womit?"
"Mit'm Beil, liebe, liebe Liese, liebe Liese, mit'm Beil!"

5.
"Wenn's Beil aber nu zu stumpf ist, lieber Heinrich, lieber Heinrich?
Wenn's Beil aber nu zu stumpf ist, lieber Heinrich, zu stumpf?"
"Mach's scharf, liebe, liebe Liese, liebe Liese, mach's scharf!"

6.
"Womit soll ich's denn aber scharf machen, lieber Heinrich, lieber Heinrich?
"Womit soll ich's denn aber scharf machen, lieber Heinrich, womit?"
"Mit'm Stein, liebe, liebe Liese, liebe Liese, mit'm Stein!"

7.
"Wenn der Stein aber nu zu trocken ist, lieber Heinrich, lieber Heinrich?
"Wenn der Stein aber nu zu trocken ist, lieber Heinrich, zu trocken?"
"Mach'n nass, liebe, liebe Liese, liebe Liese, mach'n nass!"

8.
"Womit soll ich'n aber nass mache, lieber Heinrich, lieber Heinrich?
"Womit soll ich'n aber nass mache, lieber Heinrich, womit?"
"Mit Wasser, liebe, liebe Liese, liebe Liese, mit Wasser!"

9.
"Womit soll ich denn aber's Wasser schöpfe, lieber Heinrich, lieber Heinrich?
"Womit soll ich denn aber's Wasser schöpfe, lieber Heinrich, womit?"
"Mit'm Pott, liebe, liebe Liese, liebe Liese, mit'm Pott!"

10.
"Wenn der Pott aber nu 'n Loch hat, lieber Heinrich, lieber Heinrich?
Wenn der Pott aber nu 'n Loch hat, lieber Heinrich, 'n Loch?"
"Lass es sein, liebe, liebe Liese, liebe Liese, lass es sein!"

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Sonntag, 28. November 2010

Launing Kapitel 2/1

Freitag

Ihre Träume waren durchzogen von Dialogfetzen aus Nathan dem Weisen. Immer wieder hallten die Wörter in der Dunkelheit nach und ließen ihren Kopf vibrieren. Ein alter Mann kam auf einem Reh heran geritten und meinte er wolle mehr vom Leben.

Samstag, 20. November 2010

Eristik die Kunst immer recht zu haben Teil 5

Kunstgriff 32 (Gegenargument verdächtig machen)
Eine uns entgegenstehende Behauptung des Gegners können wir auf eine kurze Weise dadurch beseitigen oder wenigstens verdächtig machen, daß wir sie unter eine verhaßte Kategorie bringen, wenn sie auch nur durch eine Ähnlichkeit oder sonst lose mit ihr zusammenhängt: z.B. »das ist Manichäismus, das ist Arianismus; das ist Pelagianismus; das ist Idealismus; das ist Spinozismus; das ist Pantheismus; das ist Brownianismus; das ist Naturalismus; das ist Atheismus; das ist Rationalismus; das ist Spiritualismus; das ist Mystizismus; das ist Esoterik usw.« Wir nehmen dabei zweierlei an:
1.   daß jene Behauptung wirklich identisch oder wenigstens enthalten sei in jener Kategorie, rufen also aus: oh, das kennen wir schon! – und
2.   daß diese Kategorie schon ganz widerlegt sei und kein wahres Wort enthalten könne.

Kunstgriff 33 (Konsequenz leugnen)
Sagen Sie: »Das mag in der Theorie richtig sein; in der Praxis ist es falsch.« – Durch dieses Sophisma gibt man die Gründe zu und leugnet doch die Folgen; im Widerspruch mit der Regel a ratione ad rationatum valet consequentia. – Jene Behauptung setzt eine Unmöglichkeit: was in der Theorie richtig ist, muß auch in der Praxis zutreffen; trifft es nicht zu, so liegt ein Fehler in der Theorie, irgend etwas ist übersehen und nicht in Anschlag gebracht worden, folglich ist es auch in der Theorie falsch.

Wenn die Theorie wirklich richtig ist, muß es nämlich auch in der Praxis zutreffen.

Kunstgriff 34 (nachhaken bei vermutlich faulen Punkten)
Wenn der Gegner auf eine Frage oder Argument keine direkten Antworten gibt, ausweicht, sondern durch eine Gegenfrage, oder eine indirekte Antwort, oder gar etwas nicht zur Sache Gehöriges ausweicht und wo anders hinwill, so ist dies ein sicheres Zeichen, daß wir (bisweilen ohne es zu wissen) auf einen faulen Fleck getroffen haben: es ist ein relatives Verstummen seinerseits. Der von uns angeregte Punkt ist also zu urgieren und den Gegner nicht vom Fleck zu lassen, selbst dann, wenn wir noch nicht sehen, worin eigentlich die Schwäche besteht, die wir hier getroffen haben.

Kunstgriff 35 (Dein Argument widerspricht Deinem Interesse)
Dieser Kunstgriff macht, sobald er praktikabel ist, alle übrigen entbehrlich: statt durch Gründe auf den Intellekt, wirke man durch Motive auf den Willen, und der Gegner, wie auch die Zuhörer, wenn sie gleiches Interesse mit ihm haben, sind sogleich für unsere Meinung gewonnen, und wäre diese aus dem Tollhause geborgt: denn meistens wiegt ein Lot Wille mehr als ein Zentner Einsicht und Überzeugung. Freilich geht dies nur unter besonderen Umständen an. Kann man dem Gegner fühlbar machen, daß seine Meinung, wenn sie gültig würde, seinem Interesse merklichen Abbruch täte, so wird er sie so schnell fahren lassen, wie ein heißes Eisen, das er unvorsichtigerweise ergriffen hatte. Z.B. ein Geistlicher verteidigt ein philosophisches Dogma: man gebe ihm zu vermerken, daß es mittelbar mit einem Grunddogma seiner Kirche in Widerspruch steht, und er wird es fahren lassen.

Ein Gutsbesitzer behauptet die Vortrefflichkeit des Maschinenwesens in England, wo eine Dampfmaschine vieler Menschen Arbeit tut: man gebe ihm zu verstehn, daß bald auch die Wagen durch Dampfmaschinen gezogen werden, wo denn die Pferde seiner zahlreichen Stuterei sehr im Preise sinken müssen; und man wird sehn. In solchen Fällen ist das Gefühl eines jeden in der Regel: »quam temere in nosmet legem sancimus iniquam.«
Eben so, wenn die Zuhörer mit uns zu einer Sekte, Gilde, Gewerbe, Klub usw. gehören, der Gegner aber nicht. Seine These sei noch so richtig; sobald wir nur andeuten, daß solche dem gemeinsamen Interesse besagter Gilde usw. zuwiderläuft, so werden alle Zuhörer die Argumente des Gegners, seien sie auch vortrefflich, schwach und erbärmlich, unsre dagegen, und wären sie aus der Luft gegriffen, richtig und treffend finden, der Chor wird laut für uns sich vernehmen lassen, und der Gegner wird beschämt das Feld räumen. Ja die Zuhörer werden meistens glauben aus reiner Überzeugung gestimmt zu haben. Denn was uns unvorteilhaft ist, erscheint meistens dem Intellekt absurd. Intellectus luminis sicci non est recipit infusionem a voluntate et affectibus. Dieser Kunstgriff könnte so bezeichnet werden »den Baum bei der Wurzel anfassen«: gewöhnlich heißt er das argumentum ab utili.
   Kurz: Argumentum ab utili. Kann man dem Gegner fühlbar machen, daß seine Meinung, wenn sie gültig würde, seinem Interesse – oder dem Interesse seiner Sekte, seinem Club, seiner Partei etc. - merklich Abbruch täte, so wird er sie so schnell fahren lassen wie ein heißes Eisen, das er unvorsichtigerweise ergriffen hatte.

Kunstgriff 36 (Gegner durch hochgestochenen Wortschwall verdutzen)
Den Gegner durch sinnlosen Wortschwall verdutzen, verblüffen. Es beruht darauf, daß:
»Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört,
Es müsse sich dabei doch auch was denken lassen
Wenn er nun sich seiner eignen Schwäche im Stillen bewußt ist, wenn er gewohnt ist, mancherlei zu hören, was er nicht versteht, und doch dabei zu tun, als verstände er es; so kann man ihm dadurch imponieren, daß man ihm einen gelehrt oder tiefsinnig klingenden Unsinn, bei dem ihm Hören, Sehn und Denken vergeht, mit ernsthafter Miene vorschwatzt, und solches für den unbestreitbarsten Beweis seiner eignen Thesis ausgibt. Bekanntlich haben in neuern Zeiten, selbst dem ganzen Deutschen Publikum gegenüber, einige Philosophen diesen Kunstgriff mit dem brilliantesten Erfolg angewandt. Weil aber exempla odiosa sind, wollen wir ein älteres Beispiel nehmen aus Goldsmith, Vicar of Wakefield, Kap. 7.
   Kurz: Den Gegner durch sinnlosen, hochgestochenen Wortschwall verdutzen, verblüffen, außer Gefecht setzen.

Kunstgriff 37 (sachlich richtig: Beweisführung falsch anführen)
(der einer der ersten sein sollte). Wenn der Gegner auch in der Sache Recht hat, allein glücklicherweise für selbige einen schlechten Beweis wählt, so gelingt es uns leicht diesen Beweis zu widerlegen, und nun geben wir dies für eine Widerlegung der Sache aus. Im Grunde läuft dies darauf zurück, daß wir ein argumentum ad hominem für eines ad rem ausgeben. Fällt ihm oder den Umstehenden kein richtigerer Beweis bei, so haben wir gesiegt. – Z. B. wenn einer für das Dasein Gottes den ontologischen Beweis aufstellt, der sehr wohl widerlegbar ist. Dies ist der Weg, auf welchem schlechte Advokaten eine gute Sache verlieren: [sie] wollen sie durch ein Gesetz rechtfertigen, das darauf nicht paßt, und das passende fällt ihnen nicht ein.
   Kurz: Wenn der Gegner in der Sache recht hat, aber einen schlechten Beweis wählt, dann den Beweis widerlegen und dies für die Widerlegung der Sache ausgeben. (Hier wird ein argumentum ad hominem für ein argumentum ad rem ausgegeben.)

Letzter Kunstgriff (persönlich beleidigend werden)
Wenn man merkt, daß der Gegner überlegen ist und man Unrecht behalten wird, so werde man persönlich, beleidigend, grob. Das Persönlichwerden besteht darin, daß man von dem Gegenstand des Streites (weil man da verlornes Spiel hat) abgeht auf den Streitenden und seine Person irgend wie angreift: man könnte es nennen argumentum ad personam, zum Unterschied vom argumentum ad hominem: dieses geht vom rein objektiven Gegenstand ab, um sich an das zu halten, was der Gegner darüber gesagt oder zugegeben hat. Beim Persönlichwerden aber verläßt man den Gegenstand ganz, und richtet seinen Angriff auf die Person des Gegners: man wird also kränkend, hämisch, beleidigend, grob. Es ist eine Appellation von den Kräften des Geistes an die des Leibes, oder an die Tierheit. Diese Regel ist sehr beliebt, weil jeder zur Ausführung tauglich ist, und wird daher häufig angewandt. Nun fragt sich, welche Gegenregel hierbei für den andern Teil gilt. Denn will er dieselbe gebrauchen, so wird's eine Prügelei oder ein Duell oder ein Injurienprozeß.
Man würde sich sehr irren, wenn man meint, es sei hinreichend, selbst nicht persönlich zu werden. Denn dadurch, daß man Einem ganz gelassen zeigt, daß er Unrecht hat und also falsch urteilt und denkt, was bei jedem dialektischen Sieg der Fall ist, erbittert man ihn mehr als durch einen groben, beleidigenden Ausdruck. Warum? Weil wie Hobbes de Cive, Kap. 1, sagt: Omnis animi voluptas, omnisque alacritas in eo sita est, quod quis habeat, quibuscum conferens se, possit magnifice sentire de seipso (dem Menschen geht nichts über die Befriedigung seiner Eitelkeit und keine Wunde schmerzt mehr als die, die dieser geschlagen wird. Daraus stammen Redensarten wie »die Ehre gilt mehr als das Leben« usw. Diese Befriedigung der Eitelkeit entsteht hauptsächlich aus dem Vergleich seiner selbst mit Anderen, in jeder Beziehung, aber hauptsächlich in Beziehung auf die Geisteskräfte. Diese eben geschieht effektiv und sehr stark beim Disputieren. Daher die Erbitterung des Besiegten, ohne daß ihm Unrecht widerfahren, und daher sein Greifen zum letzten Mittel, diesem letzten Kunstgriff: dem man nicht entgehen kann durch bloße Höflichkeit seinerseits. Große Kaltblütigkeit kann jedoch auch hier aushelfen, wenn man nämlich, sobald der Gegner persönlich wird, ruhig antwortet, das gehöre nicht zur Sache, und sogleich auf diese zurücklehnt und fortfährt, ihm hier sein Unrecht zu beweisen, ohne seiner Beleidigungen zu achten, also gleichsam wie Themistokles zum Eurybiades sagt: pataxon men, akouson de. Das ist aber nicht jedem gegeben.
   Kurz: Wenn man merkt, dass der Gegner überlegen ist und man Unrecht behalten wird: persönlich, beleidigend, grob werden (Argumentum ad personam, im Unterschied zum Argumentum ad hominem).

Die einzig sichere Gegenregel

Zitat: Die einzig sichere Gegenregel ist daher die, welche schon Aristoteles im letzten Kapitel der Topica gibt: Nicht mit dem Ersten dem Besten zu disputieren; sondern allein mit solchen, die man kennt, und von denen man weiß, daß sie Verstand genug haben, nicht gar zu Absurdes vorzubringen und dadurch beschämt werden zu müssen; und um mit Gründen zu disputieren und nicht mit Machtsprüchen, und um auf Gründe zu hören und darauf einzugehn; und endlich, daß sie die a href="wharheit.htm" target="_self">Wahrheit schätzen, gute Gründe gern hören, auch aus dem Munde des Gegners, und Billigkeit genug haben, um es ertragen zu können, Unrecht zu behalten, wenn die a href="wharheit.htm" target="_self">Wahrheit auf der andern Seite liegt. Daraus folgt, daß unter Hundert kaum Einer ist, der wert ist, daß man mit ihm disputiert. Die Übrigen lasse man reden, was sie wollen, denn desipere est juris gentium, und man bedenke, was Voltaire sagt: La paix vaut encore mieux que la vérité (Friede ist mehr wert als Wahrheit); und ein arabischer Spruch ist: »Am Baume des Schweigens hängt seine Frucht: der Friede.«
Das Disputieren ist als Reibung der Köpfe allerdings oft von gegenseitigem Nutzen, zur Berichtigung der eignen Gedanken und auch zur Erzeugung neuer Ansichten. Allein beide Disputanten müssen an Gelehrsamkeit und an Geist ziemlich gleichstehen. Fehlt es einem an der ersten, so versteht er nicht alles, ist nicht au niveau (auf dem Niveau). Fehlt es ihm am zweiten, so wird die dadurch herbeigeführte Erbitterung ihn zu Unredlichkeiten und Kniffen [oder] zu Grobheit verleiten.
Zwischen der Disputation in colloquio privato sive familiari und der disputatio sollemnis publica, pro gradu usw. ist kein wesentlicher Unterschied. Bloß etwa, daß bei letzterer gefordert wird, daß der Respondens allemal gegen den Opponens Recht behalten soll und deshalb nötigenfalls der praeses ihm beispringt; – oder auch daß man bei letzterer mehr förmlich argumentiert, seine Argumente gern in die strenge Schlußform kleidet.


DA HÄNG KLOTZ
die ersten anderthalb Jahre

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Montag, 1. November 2010

Zungenbrecher

Es ist verboten, toten Kojoten die Hoden zu verknoten! ...

Im tiefsten dichten Fichtendickicht picken dicke Finken tüchtig, dicke Finken picken tüchtig im tiefsten dicken Fichtendickicht.

Es klapperten die Klapperschlangen, bis ihre Klappern schlapper klangen.

Am zehnten Zehnten zehn Uhr zehn zogen zehn zahme Ziegen zehn Zentner Zucker zum Zoo. Zehn Ziegen ziehen zehn Zentner Zucker zum Zoo - zum Zoo ziehen zehn Ziegen zehn Zentner Zucker.

Besser auf kaltem Boden hocken, als mit kalten Hoden bocken.
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