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Sonntag, 24. März 2013

Die Besucher

Zwischenbericht

Hallo Jakob.

Ich grüße dich und deine Familie.
Gleichzeitig wünsche ich dir und deiner Familie ein frohes neues Jahr.
Für den Fall, dass Beschwerden kommen sollten, bitte ich hiermit formell um Entschuldigung, dass ich mir mit diesem Bericht so viel Zeit gelassen habe.
Sowohl meine Wenigkeit als auch der Rest der verbliebenen Mannschaft haben zur Kenntnis genommen, dass es bis jetzt keine Beschwerden gab.
Die Gründe für die Verzögerungen und die ausbleibenden Beschwerden ist mit Sicherheit allen Beteiligten bekannt.

Montag, 1. Oktober 2012

Klartext

Mein Lieber Tobsi

Entschuldige bitte die späte Rückmeldung, aber ich habe nach meiner Beförderung allerhand zu zu tun.
Du hast richtig gelesen ich wurde befördert.
Du darfst stolz auf deine kleine Schwester sein.
Hintergrund dafür ist mein freiwilliges Engagement, welches die vorgegebenen Vorschriften weit übersteigt.
Damit ist auch gleichzeitig deine Frage beantwortet ob und wann ich zurück kehre.
Ich habe damals vor zwei Jahren die bewusste Entscheidung getroffen mich auf dem Mars nieder zu lassen und ich habe nicht das geringste Interesse daran etwas zu ändern.
Es ist mir klar, wenn nicht sogar schmerzlich bewusst, nach dem Tod unserer Eltern für dich sehr schwer sein muss.
Ich bin mir auch darüber im klaren, dass du dir Sorgen um deine kleine Schwester machst.
Aber ich ich sage dir hier und jetzt, dass ich hier bleiben werde.
Meinen Antrag auf Einbürgerung habe ich in der letzten Woche fertig gestellt und eingereicht.
Während ich dir diese Zeilen schreibe, weiß ich genau wie dir die Farbe aus dem Gesicht weicht und wie du mit den Händen trommelst.
Wenn du gerade einen Bart hast, wirst du wahrscheinlich daran zupfen und mit deiner Zunge über die Lippen gehen.
Denn aufgeklärt und allwissend wie du bist, weißt du ganz ganz genau was meine nächsten Schritte sein werden.
Und ich weiß auch, dass sie dir nicht gefallen werden.
Über das freiwillige Jahr auf dem Feld, in einer Fabrik oder in einer sozialen Einrichtung wirst du dir wahrscheinlich weniger Sorgen machen.
Ich werde mich übrigens auf einem der Felder betätigen, da ich nach meiner jetzigen administrativen Tätigkeit etwas handwerkliches brauche.
Die Sache die dich umtreiben und verfolgen wird, ist das ich dem Mars ein Kind zu schenken habe um meine Berechtigung hier zu bleiben zu erlangen.
Ich weiß nicht ob die folgenden Zeilen dich beruhigen werden oder das Gegenteil bewirken.
Du hast als mein Bruder Anrecht darauf zu wissen was ich tun werde.
Ich lebe mein Leben.
Da ich kein Interesse daran habe mir irgend einen Kerl ans Bein zu binden werde ich dem Tempel der Hekate beitreten und wahrscheinlich mit Beginn nächster Woche alle paar Tage nach der Arbeit Männer im Tempel für Liebesdienste empfangen.
Im der letzten Zeit war ich schon zwei mal die Woche zum Probearbeiten dort und muss dir sagen, dass ich es als sehr ausgleichend und entspannend empfinde.
Du wirst mit deiner strikten, fast sterilen Art, die typisch für Erdlinge ist, wahrscheinlich entsetzt sein.
Aber wie sagte unsere liebe Großmutter einst: Das einzige was du hast ist dein Leben, also lebe.
Und das ist mein Leben und ich werde es so leben wie ich es für richtig halte.
Mach dir bitte über Sauberkeit, Krankheiten und Verhütung keine Sorgen.
Die Tempel haben strenge Vorschriften und man wird unerträglich penibel eingearbeitet.
Für den Fall, dass sich jemand nicht zusammenreißen kann wird er mehr als deutlich gekennzeichnet und bekommt keinen Zugang mehr zu den tempelm.
Du wirst dich daran erinnern wie ich in meinen anderen Nachrichten von den Kreisen auf der Stirn berichtet habe.
Ich sehe dem ganzen positiv entgegen.
Mein Fruchtbarkeitstest ist mehr als positiv.
Ich bin weder hässlich noch schlecht gebaut.
Wage es mir hier zu widersprechen.
Wie verschieden unsere Ansichten sind, zeigt wahrscheinlich auch, dass ich mit der Art wie die Kinder hier aufgezogen werden kein Problem habe.
Die ersten sechs Monate werde ich mit dem Neugeborenen im Tempel verbringen, es sei denn es gibt Komplikationen, was ich jedoch bezweifle.
Danach gebe ich das Kind in einem Kinderhaus abgegeben und großgezogen.
Seinen Namen geben sie ihm dort und ich werde ihm nie wieder begegnen.
Deiner romantischen, für die Erde typischen Art und Weise, dass man Kinder selber aufziehen sollte, bis sie volljährig sind kann ich nur mit meinem Lächeln entgegnen.
Dadurch wird doch nur der Egoismus und die Unselbstständigkeit gefördert.
Ich weiß, dass du mit dieser Entwicklung nicht zufrieden bist.
Geschweige denn glücklich.
Aber ich habe meinen Weg zu gehen und du deinen.
Verstehe bitte, dass das das Leben ist was ich führen will.
Ich vermisse dich und habe dich lieb.

Für immer
Deine kleine Tabsi

Launing
die Geschichte einer Verwandlung

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Montag, 24. September 2012

Ein Wort der Warnung

Lasst mich euch von den Bewohnern des Ymir erzählen.
Jenen Wesen die einst Menschen waren. Jenen Kreaturen der ewigen Nacht, die nie den Tag gesehen haben und nur manchmal die Dämmerung genießen dürfen.
Diese ewigen Arbeiter in den Minen im Orbit des Jupiter.
Den aufrechten Gang haben sie verlernt und ihre Haut ist bleich und dünn geworden, so dass man meinen könnte man könne durch sie hindurch sehen.
Auf ihren Händen und Füßen krauchen sie durch die Tunnel, die sich wie Adern durch den Ymir ziehen und suchen nach Erzen , Metallen, Edelsteinen und Gasen.
Stellt euch ihre Augen vor groß wie Scheiben, reflektieren jedes Licht das auf sie trifft.
In ihren Mündern tragen sie ihr Werkzeug mit dem sie ihre Schätze bergen.
Diese hüten sie mit Gier und Eifersucht, denn sie sind sich ihrer Besonderheit bewußt.
Handel mit ihnen zu treiben ist eine Kunst, denn leicht geben sie die Früchte ihrer Arbeit nicht her.
Man muß ihr Vertrauen gewinnen und ihnen Dinge geben die für sie von Nutzen sind.
Sauerstoff und Wasser haben keinen Wert für sie.
Über die Jahrhundert haben sie ihre eigenen Wundermaschinen erbaut, die alle grundlegenen und lebenswichtigen Stoffe produzieren.
In dunklem Blau und grün leuchten jene mechanischen Errungenschaften im Dunkel des Ymir und erzeugen aus dem Nichts das was ihre Erbauer zum leben brauchen.
Als Nebenprodukt, von seinen Schöpfern als Abfall abgetan, werfen sie kleine Edelsteine ab, die jeder ihre eigene Melodie von sich gibt.
Doch wissen die Bewohner des Ymir um den Wert ihres Abfalls
Um ihnen ihre Schätze abzuhandeln bedarf es frischer Früchte und frischem Fleisch. Gleichzeitig verlangen sie nach Honig und Haaren.
Wenn man sich besonders beliebt bei ihnen machen will bringt man ihnen eine Sammlung von Insekten, am besten lebend oder edles Holz wie Fichte oder Eiche.
Betrüger haben ein schweres Los.
Sie werden ihre Heimat nicht mehr wiedersehen, denn die Bewohner des Ymir prüfen ihre Ware genau.
Wer mit falscher Ware ertappt wird arbeitet bis zu seinem Tod in den Minen des Ymir.

Launing
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Montag, 17. September 2012

Die Folgen der Jagd

Das Schwein explodierte.
Ewigkeiten hatten wir auf der Pirsch gelegen, bis sich schließlich Wild mit Geraschel aus dem Gebüsch ankündigte.
Die schneeweiße Wildsau erschien auf der Lichtung und wir drückten ab in dem Wissen, dass wir heute wieder Fleisch zu essen hatten.
Drei Wochen waren wir nun schon auf Erkundung auf diesem Planeten.
Jeder von uns wusste wie man ein Schiff zu steuern hatte oder Sternenkarten zu deuten hatte.
Essen war ja immer da.
Selber eine Waffe in die Hand zu nehmen und sein Essen selber zu erlegen war für die meisten von uns etwas völlig neues.
Es war schlicht jakob zu verdanken, dass wir keine Erde fressen mussten.Jakob hatte Ahnung vom jagen und Jakob erklärte uns wie wir zu Essen kamen.
Katja drückte ab und das Schwein explodierte. der Wind ließ Rupert und Daniel das meiste abbekommen.
Als sich der Staub legte mussten wir verbittert fest stellen, dass nichts verwertbares gab und somit auch nichts zu Essen. nur die blanken Knochen lagen nutzlos im Gras.
wir hatten uns seit langem mal wieder mit Trockennahrung zu begnügen.
glücklich war darüber niemand. wir diskutierten lange und dabei brachen alte Vorbehalte auf.
unser medizinischer Gutachter bestand darauf jeden einzelnen von uns zu untersuchen.
er war etwas penibler als andere seiner Zunft.
aber mir war es so lieber Als anders.
es gab genügend Beispiele von Mannschaften, die wegen Fahrlässigkeit zugrunde gegangen waren.
Wir ließen ihn etwas entnervt gewähren und nach allen seinen Tests fand er nichts.
das auch der große Robert Lampe falsch liegen konnte erfuhren wir knapp drei Tage später.
Daniel traf es als ersten.
Stück für Stück und Tag für Tag färbten sich seine Haare weiß.
Auf dem Kopf, auf den Armen, sein ganzer Körper bis zum Bart in seinem Gesicht.
Wir reagierten viel zu langsam auf seine Veränderung.
Mit jedem neuen Haar an seinem Körper, dass sich weiß verfärbte schien er aggressiver zu werden.
Wer auch immer ihm im Weg stand wurde angerempelt.
Zum Schluß war er praktisch tot und trotzdem konnte er gehen und Töne von sich geben.
Seine abstoßende Metamorphose war irgendwann nicht mehr zu leugnen.
Er lief zum Schluss nachts durch die Kajüte und versuchte jeden aufzuwecken oder stand einfach schwer atmend neben dem Bett.
Seine Haare hatten sich in dicke, sich ewig windende Tentaktel verwandelt die wild um sich schlugen.
Am Ende kam er Katja eindeutig zu nahe und sie schlug ihm den Kopf ab.
Wir waren alle in der Kantine als es geschah.
Ich hatte nicht viel mit ihm zu tun. Wir spielten ab und zu Schach. Nichtsdestotrotz, waren wir beide Kameraden auf dem selben Schiff.
Nachdem sein Kopf ab war, lief er trotzdem weiter.
Auch sein Kopf machte sich selbstständig. An den Bruchstellen die sie einst verbanden krochen weiße Tentakel heraus die um sich schlugen, bzw. die den Kopf herum trugen.
Lampe war so geistesgegenwärtig und griff sich einen Flammenwerfer und pulverisierte das was einmal Daniel war.
Wir wiegten uns kurz in künstlicher Dummheit und hofften der Spuk war nun vorbei.
Aber am nächsten Tag entdeckte Rupert, dass sich seine Haare am Bein weiß verfärbt hatten.
Lampe ließ keine Diskussionen zu und handelte umgehend.
Mit der Anweisung an die verbliebenen drei von uns, die bei der Jagd mit dabei gewesen waren, die eigenen Körper gründlich zu inspizieren, zog er sich in sein Labor zurück um seine Daten unserer ersten Untersuchung noch einmal auszuwerten.
Keine halbe Stunde später bat er uns einzeln zu sich.
Vor unseren Schlafräumen postierten sich alle anderen die nicht mit auf der Jagd waren mit Flammenwerfern.
Lampe hatte ebenfalls einen griffbereit neben sich zu stehen in klärte mich in seinem Labor seelenruhig darüber auf, dass wir es mit einer Art von Pilz zu tun hatten.
Dieser verbreitete sich mittels Sporen und übernahm langsam aber sicher den Wirtskörper.
Im fortgeschrittenen Stadium steuerte dieser Pils seinen Wirt mit dem vegetativem Nervensystem in eine Situation, wo der alte Wirt zerstört wird und er einen oder mehrere neue Lebensformen übernehmen konnte.
In seiner kalten, sachlichen Art und Weise forderte er mich auf die infizierte Stelle zu zeigen.
Rupert wurde bereits das Bein amputiert.
Dumpf zeigte ich ihm meinen rechten Arm, aus dem ein kleiner, dicker, weißer Wurm heraus wuchs, der nervös zuckte.
Der Schock der Entdeckung steckte mir noch in den Gliedern.
Lampe nickte geschäftig und hob die Augenbraue, wie er es so oft tat.
Nüchtern fragte er mich ob er nur am Ellenbogen oder an der Schulter ansetzen sollte.
Daniels dumpfes Gesicht vor Augen wie er nachts neben den Betten stand, entschied ich mich dafür den ganzen Arm los zu werden.
Lampe nickte noch einmal kurz und machte sich an die Arbeit.
Mit bestimmten Dingen setzt man sich erst auseinander wenn man keine andere Wahl mehr hat.
Es gibt genügend Leute, die sich Gliedmaßen nachzüchten lassen. Erst recht in unserem Geschäft.
Wir haben sogar eine entsprechende Klausel in unserem Vertrag.

Launing
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